Anschlußgleis vom Bf Ohrdruf in Richtung Tüp

Alles über den TrUebPl Ohrdruf

Moderator: Volwo

Beitragvon michael » Freitag 12. Oktober 2007, 14:35

@ TÜP Entschuldigung!


Warum in der Nähe dieser Anlage eine
Gleisanlage installiert wurde ist das eigentliche Rätsel.


Beim Betrachten der Zustände gegen Kriegsende ist festzustellen, daß alle größeren Anlagen einen Eisenbahnanschluß hatten oder bekamen. Das ist insgesamt nicht so verwunderlich. Verwunderlich ist in Ohrdruf, daß sie auf Lubis und durch andere Sachen nachweißbar sind, aber in Zeitzeugenaussagen gar nicht, bzw. widersprüchlich auftauchen.


Nach Lage der
Dinge wäre es denkbar dass jeweils nur ein Wagon wie in einen Fahrstuhl-
schacht nach unten gebracht,und dann auf die Abstellposition befördert.


Auch sehr unwahrscheinlich, da nördlich vom besagten Grundstück einiges auf eine Weiterführung hinweist. Es bleibt noch etliches zu erforschen und zu vor Ort zu prüfen.

MfG

Michael
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Beitragvon T.B aus A. » Freitag 12. Oktober 2007, 15:41

Wieviele Lubis vom Anschlußgleis sind eigentlich bekannt?Und wo zu finden ? Ich war gestern im Nürnberger Verkehrsmuseum - ob es Unterlagen zu den Bahnhöfen Ohrdruf, Crawinkel und Luisenthal gibt (Gleispläne oder Bahnhofsbücher) aber dort ist im Archiv nichts von der ex Rbd Erfurt gelagert. Es müßte mal im Thüringer Staatsarchiv (Weimar oder Gotha) recherchiert werden ob Unterlagen nach der "Bahnreform" dort archiviert wurden.Auf deren Homepage habe ich keine Hinweise gefunden. Vielleicht ist bei DB Netz ( Erfurt?) etwas zu Finden.
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Beitragvon ssch » Freitag 12. Oktober 2007, 22:19

ThHStA Weimar, Reichsbahndirektion Erfurt, 1834-1993, 683 lfm.

http://www.archive-in-thueringen.de/index.php?major=archiv&action=detail&object=bestand&id=25091

Viele Grüße
Sebastian
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Beitragvon Kuckuck » Samstag 13. Oktober 2007, 18:35

Hallo,
das mit dem Fahrstuhlschacht ist nur eine Vermutung.Es müßte aber
unmittelbar an Grundstücksgrenze ein größerer Schacht existieren,der
wegen einer fehlenden Überdeckung der Stollenanlage notwendig ist.
Ob das Gleis tatsächlich über den Villengrundstück hinausgegangen ist
möchte ich bezweifeln.Auf jeden Fall wurde die Gleisanlage nach der Einlagerung wieder zurückgebaut.Es müßte also einige Meter hinter
dem Schacht,d.h. etwa 20-30 Meter hinter der Grundstücksgrenze
direkt über den Stollen eine Erkundungsbohrung abgeteuft werden.
Es sind einige Anzeichen vorhanden,die mit großer Wahrscheinlichkeit
auf eine bestehende Untergrundanlage hindeuten. Ich selbst bin an
Nachforschungen in dieser Sache nicht interessiert.Ich möchte es nochmals wiederholen,warum baut man mit einen riesigen Aufwand
mit vielen Zeugen eine Gleisanlage bis in das Grundstück ? Einen
Goldtransport kann man jedenfalls ausschließen.Es muß sich also um
(geheime ?) Rüstungsgüter gehandelt haben.
Die eigentlichen unterird.Abstellräume liegen m.E. 80 - 100 Meter
nördl. der Grundstücksgrenze.
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Beitragvon TÜP » Sonntag 14. Oktober 2007, 18:49

Es müßte aber
unmittelbar an Grundstücksgrenze ein größerer Schacht existieren,der
wegen einer fehlenden Überdeckung der Stollenanlage notwendig ist.


Weshalb und warum müsste dort ein Schacht sein?

Auf jeden Fall wurde die Gleisanlage nach der Einlagerung wieder zurückgebaut.


Auf was begründet sich die Annahme das dort Einlagerungen überhaupt angekommen sind, und an welcher Stelle dort wurde zurückgebaut?
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Beitragvon T.B aus A. » Dienstag 16. Oktober 2007, 15:53

Danke ssch für den Link! Wenn des Anschluß wirklich nur bis zum "Schloß" lag -was für eine Kriegsentscheidende "Farbe" wurde hier produziert -in Mengen die einen Gleisanschluß rechtfertigen -ein paar Fässer konnten die Häftlinge notfalls mit einem Plattenwagen zum Bahnhof schieben?!
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Beitragvon michael » Dienstag 16. Oktober 2007, 16:04

Gruß T.B.

Halt die Bälle erst mal flach. Ich war jetzt wieder vor Ort und habe für Anfang Nov. einen Termin in Weimar gemacht. Melde mich dann mit (hoffentlich) Neuigkeiten wieder. Und vor Ort sieht die Sache auch ganz anders aus.

MfG

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Beitragvon TÜP » Dienstag 16. Oktober 2007, 18:47

Es ist schon möglich das der Gleisanschluss noch weiter geplant war, doch er lag eben nur bis zum "Schloss". Die Amis haben den Gleisanschluss dokumentiert - aber eben nur bis zur Villa Mühlberg!
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Beitragvon isegrim » Mittwoch 17. Oktober 2007, 05:37

wo haben die lieben Amis den Gleisanschluß "Nur" bis zur Mühlburg dokumentiert ? - Quelle ? , oder einfach mal einstellen - die werten Russen haben das wohl anders gesehen - sind ja auch aus einer anderen Richtung gekommen
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Beitragvon TÜP » Mittwoch 17. Oktober 2007, 13:09

Und wer von den beiden war eher da?
Wenn die Russen einen Gleisanschluss dokumentiert habe der an der Villa Mühlberg vorbei und weiter ging, dann haben die ihn vielleicht nach dem Einzug im Juli 1945 selbst verlegt.......
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Beitragvon isegrim » Mittwoch 17. Oktober 2007, 13:18

meine Frage war war doch wohl, wo haben die Amerikaner in welchem
Dokument den Gleisanschluß Kupferschloß dokumentiert?Zu den Russen kommen wir später,nach den geplanten Terminen vor Ort im Nov./Dez. bzw. zum oder nach dem 4. Ohrdrufer Gespräch.Auf jeden Fall sind wir dran!
TÜP - selbst verlegt ist wohl sicher falsch,die haben demontiert bzw. in ihrem Auftrag wurde demontiert,d.h. In der SBZ wurde durch die Russen wohl nichts neues gebaut.Erste aktivitäten der Russen, Anfang der fünfziger Jahre, Erlass 49/2.(ausgenommen die SDAG)
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Beitragvon T.B aus A. » Mittwoch 17. Oktober 2007, 14:59

Ich habe vor etwa zwei Jahren in einem Forum eine englische Karte mit dem Anschluß gesehen - ist diese relevant ?
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Beitragvon isegrim » Mittwoch 17. Oktober 2007, 15:03

kannst Du mehr zu dieser Karte sagen
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Beitragvon SuR » Mittwoch 17. Oktober 2007, 16:15

US Karte L5130

Zur Karte kann sicher TID was sagen.
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Beitragvon TÜP » Mittwoch 17. Oktober 2007, 17:52

isegrim - ich hatte deine Frage schon richtig verstanden. Die Karte die SuR hier anführt hat leider zu viele Fehler - aber der Gedanke war gut! Deshalb hier mal eine andere:

Im übrigen hat die STRABAG die notwendigen Unterbauarbeiten im Zeitraum 6.1. bis 31.3.1945 ausgeführt.
(Quelle: Thür. HStA, Bestand STRABAG, 75/506, Schreiben 8.5.1945)
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Beitragvon isegrim » Donnerstag 18. Oktober 2007, 05:29

Richtig,der Gedanke war gut. Beide Karten haben jedoch nichts mit den von dir angeführten Unterlagen der Amerikaner zu tun und bringen uns nicht weiter.Eben mal nur nette Karten.
Auch das Schreiben 75/506 ist wohl auch nicht die Quelle die von dir erwähnt wurde,bringt uns also auch nicht weiter (560 lfm STRAGAG)
Von interesse ist das Datum vom Messtischblatt,auf ihm fehlt z.B.
das UW Ohrdruf alt,so das wohl erhebliche Bedenken zum Inhalt aufkommen,die Gleistrasse zum Kupferschloß ist nachträglich und nicht
entsprechend der Vorschrift eingezeichnt,es fehlt die Weiche die eine Nebenstrecke betont und die tatsächlich vorhanden war - nach meiner Meinung eher sehr bedenklich zum Wahrheitsgehalt des Dokumentes bzw. als Quellenangabe.
Also,bitte nochmal die von die erwähnte Quelle der Amis sollte wohl
kein Geheimnis bleiben.
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Beitragvon TÜP » Donnerstag 18. Oktober 2007, 13:33

Die Amerikaner werden sich ein deutsches Messtischblatt genommen und das Gleis dort eingezeichnet haben. Natürlich nicht mit der von dir verlangten Vorschrift und deutscher Gründlichkeit. Das Gleis wurde später nachträglich hervorgehoben.
Die Hallen am Bahnhof sind jedenfalls mit eingezeichnet. Und die Akten der STRABAG sind sehr wohl relevant zu diesem Thema, man kann dort lesen wie viele Häftlinge dort wie lange gearbeitet haben.
Auf was begründet sich denn deiner Meinung nach die Fortführung des Gleises nach der Mühlburg, russische Akten?

Die Quelle der Karte ist mir bekannt.
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Beitragvon isegrim » Donnerstag 18. Oktober 2007, 15:02

Achso,jetzt habe ich dich wohl verstanden,das Messtischblatt
mit der Einzeichnung des Gleises ist von den lieben Amerikanern.
Ist zwar ungewöhnlich,aber sicher ging ihnen das eigene Kartenmaterial aus,wichtig zu wissen das die Amerikaner deutsche Karten benutzt haben.Gibt es dafür noch andere Beispiele?
Fortführung des Gleises nach dem Kupferschloß - " einfach Akten "
So bleibt ich es erst mal stehen,bis zur evtl.n Klärung im Nov./Dez.
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Beitragvon kps » Donnerstag 18. Oktober 2007, 15:26

TÜP hat geschrieben:Es ist schon möglich das der Gleisanschluss noch weiter geplant war, doch er lag eben nur bis zum "Schloss". Die Amis haben den Gleisanschluss dokumentiert - aber eben nur bis zur Villa Mühlberg!


Im Ordner einer mir bekannten Sekundär-Quelle fand ich folgende Kopie eines Lubis. Ich kann allerdings keine Angaben zum Aufnahmedatum und der ursprünglichen Quelle machen.

Ich sehe darin TÜP bestätigt [pop] EWG

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Beitragvon SuR » Donnerstag 18. Oktober 2007, 16:09

Wo ist denn da das Problem?
Die wollten halt damals mit der Eisenbahn zum Schwimmbad fahren... xD
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Beitragvon TÜP » Donnerstag 18. Oktober 2007, 20:04

Das Gleis endet auf dem LuBi von KPS exakt dort, wo es mein Zeitzeuge beschrieben hat.

isegrim - mit "einfach Akten" geb ich mich nicht zufrieden! Du hast bis jetzt nicht einen Anhaltspunkt bzw. Indiz gebracht (geschweige denn eine Quelle) die in irgendeiner Richtung eine Weiterführung des Gleises hinter der "Mühlburg" aufzeigt, aber willst von mir die Quelle meiner Karte.
Selbstverständlich konnen wir auch bis zur Klärung im Nov/Dez warten, aber das ändert nix an der Sachlage.
Wo soll denn übrigens das Umspannwerk 1945 gestanden haben welches du oben erwähnst?
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Beitragvon michael » Freitag 19. Oktober 2007, 09:05

Hallo TÜP, hallo isegrimm!!

Bleibt doch mal ruhig und wartet ab. Ich hab weiter oben schon geschrieben, daß ich Anf. Nov. einen Termin in Weimar im Archiv habe. Da wird sich mit Sicherheit einiges/ alles klären. Schade, daß das Lubi und die Karten erst so spät kamen. Ich hätte sie vielleicht vorige Woche bei einer groben Begehung brauchen können. Aber es hatte ja bis jetzt auch Zeit genug gehabt. Also Leute, keine Aufregung (sowas läßt nur altern).

MfG

Michael

P.S.: SuR, Deine letzte Meinung fand ich nicht so berauschend!!
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Beitragvon kps » Freitag 19. Oktober 2007, 09:41

Sorry - hätte ich das Lubi schon eher gehabt, hätte ich es eher gepostet. Jedenfalls gab es schon mal Lubis hier in dieser Diskussion und zwar vom 22.07.1945. Dort war der Verlauf auch bereits gut zu erkennen.

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Beitragvon bagger » Freitag 26. Oktober 2007, 16:55

was mich an der ganzen geschichte irritiert ist, dass ich den zweck des anschlussgleises nach der mühlburg nicht erkennen kann.

gerade unter damaligen gesichtpuntken einer knappen rohstofflage muss es für ein ca. 1km langes anschlussgleis einen entsprechenden strategischen bedarf gegeben haben. was ist der hintergrund, dass die mühlburg eines gleisanschlusses bedarft hat. ich kann momentan keinen infrastrukturellen bedarf für das gleis erkennen, der nicht auch durch die straße hätte erledigt werden können.

? produktion krieswichtiger güter und deren abtransport
? verbringung von gegenständen und oder kriegswichtien gütern.
? bewegung großer lasten von und zur mühlburg
? was mach den endpunkt des gleises so interessant

vielleicht steckt ja in der beantwortung dieser fragen eine antwort. ich gebe nur mal zu bedenken, dass die eingänge zu amt10 über einfamilienhäuser getarnt waren und es im 3. reich ähnliche projekte gegeben hat, wo der eingang zu tunnelsystemen in einer burg oder einem schloss gelegen hat. (schlesien)
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Beitragvon kps » Freitag 26. Oktober 2007, 17:32

Streicht man zunächst alle Mythen, Märchen und Fantasterein, dann bleibt immer noch anzumerken, dass hochrangige Millitärs in den Bereich Ohrdruf verlagert wurden bzw. werden sollten. Viele davon hatten eigene Züge bzw. rollende Kommandozentralen. Die Burg lag strategisch sehr günstig und in der Nähe war eines der wichtigsten Nachrichtenämter zum Kriegsende. Da wollte wohl ggf. Jemand direkt vor dem Quartier aussteigen.

MfG
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