Erste Führung in diesem Jahr durch den Jonastalverein Arnstadt

Presseschau - Thüringer Allgemeine, Arnstadtteil 29.04.2013

Harald Böhme (Mitte) vom Jonastalverein zeigte erst am Modell, was sich die Gäste dann im Jonastal bei der Führung angesehen haben. Foto: Marco Schmidt
Harald Böhme (Mitte) vom Jonastalverein zeigte erst am Modell, was sich die Gäste dann im Jonastal bei der Führung angesehen haben. Foto: Marco Schmidt
Arnstadt (Ilmkreis). Jeden letzten Sonntag im Monat lädt das Dokumentationszentrum Jonastal Interessierte zu einer Führung durch das Jonastal ein, um über die Geschichte des Außenlagers S III und der Stollenanlagen zu berichten.
Nachdem im März der Schnee den Rundgang noch verhinderte, kamen gestern knapp 15 Interessierte in das Dokumentationszentrum im Lokschuppen, um an der ersten Führung in diesem Jahr teilzunehmen. Dort gab Harald Böhme, Ehrenvorsitzender des Vereins, den Besuchern an den Modellen der Anlagen, die dort ausgestellt sind, erst mal eine kleine Einführung in die Thematik, bevor man sich gemeinsam ins Jonastal aufmachte. Vor Ort zeigte er dann auf dem knapp sechs Kilometer langen Rundweg, was heute noch von der Anlage zu sehen ist, wobei derzeit ein Teil des Weges wegen eines Bergrutsches gesperrt ist. Dazu schilderte er auch die Ergebnisse der Forschungen, welcher der Verein schon seit vielen Jahren rund um das Jonastal betreibt. So hatte Harald Böhme in der knapp zweistündigen Tour auch viel zu erzählen. Nicht nur über den Zweck der Anlage, auch über die Bedingungen und das Schicksal der zahlreichen KZ-Häftlinge, die beim Bau ums Leben kamen.
Wissen, welches er auch gerne an mehr Schüler weiter geben würde. So bedauert Harald Böhme, dass nur wenige Schulen das Angebot des Vereins zu Führungen durch das Gebiet in Anspruch nehmen würden. "Die einzige aktive Schule ist die in Gräfenroda, die jedes Jahr mit den 8. Klassen zu uns kommt", so der Ehrenvorsitzende. Er würde sich auch freuen, wenn Abiturienten die Ereignisse im Jonastal zum Thema ihrer Seminararbeiten machen würden und sichert die Unterstützung des Vereins zu.

 

Marco Schmidt / 29.04.13 / TA

Dokumentationszentrum in Arnstadt nach Winterpause eröffnet

Arnstadt (Ilmkreis). Bundeswehr-Reservisten besuchten die Geschichtsinsel im ehemaligen Lokschuppen in Arnstadt.

"Für Ortsunkundige liegt das Dokumentationszentrum Jonastal im Rehestädter Weg im ehemaligen Lokschuppen etwas versteckt. Auch die Reservistenkameradschaft Radebeul, die sich Samstag zu einer Führung angesagt hatte, musste länger suchen und kam mit einer guten Viertelstunde Verspätung im Dokumentationszentrum an. Da war Harald Böhme, Ehrenvorsitzender des Jonastalvereins, der extra wegen der Führung der Bundeswehrangehörigen gekommen war, schon leicht nervös. Doch er hatte eine Erklärung für Probleme der Auto-Navigationssysteme: "Die Hausnummer 4 gibt es hier zwei Mal, das macht es nicht einfacher." Aber dann standen Michael Pöltl, der auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf arbeitet, 16 Reservisten und deren Familienangehörige im Lokschuppen. Sie waren zuvor bereits im Jonastal selbst, hatten sich auf dem noch verschneiten Rundweg vor Ort ein Bild gemacht. "Militärhistorische Themen interessieren uns besonders, da sind wir teils mehrfach im Jahr unterwegs und wollen nun das Dokumentationszentrum Jonastal ansehen", sagte Pöltl. Die Gruppe war damit die erste nach der Winterpause, die das Zentrum nach der Wiedereröffnung am 5. März im Lokschuppen besuchte. Harald Böhme hatte auch sofort die Aufmerksamkeit, als er von einem Treffen von Kohl und Jelzin erzählte, weil nach der Wende wieder Gerüchte um den Verbleib des Bernsteinzimmers im Jonastal bei Arnstadt aufgetaucht waren. Anhand eines großes Bildes zeigte er, wo damals mit den von Helmut Kohl spontan zur Verfügung gestellten 10.000 DM geforscht wurde, erfolglos. "Für mich ist weder an den Gerüchten um angebliche möblierte Zimmer tief in den Bergstollen, noch um das versteckte Bernsteinzimmer im Jonastal was dran", so Böhme.

Doch die Aufarbeitung der Bau- und Entstehungsgeschichte um das so genannte Führerhauptquartier, das als Sonderbauvorhaben S III deklariert war, interessiert bis heute. So erfuhren die Bundeswehr-Reservisten von 25 Stollen, die tausende Häftlinge zwischen November 1944 und April 1945 in das Gebirge zwischen Arnstadt und Crawinkel treiben mussten. Fotos, Dokumente und ausgestellte Häftlingszeichnungen geben Aufschluss über das Bauvorhaben und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Originale Bohrwerkzeuge und ein Stollen samt Lore und Gestein sind nachgestaltet, ebenso ein großes Modell im Maßstab 1:200 von der gesamten Anlage und dem Jonastal. Böhme: "Vieles, wie die Gleisanlagen, wurde anhand von Luftbildern nachgebaut." Erschütternde Fotos dann im Kellergeschoss des Zentrums, wo auch eine Dokumentation in Bild und Ton gezeigt wird. Und bis heute kommen vor allem Menschen aus der Region, bringen Stücke, die mit dem Bau im Jonastal in Verbindung stehen, teils alte Werkzeuge, die damals als Lohn ausgegeben wurden, um die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte wachzuhalten. Die Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V., kurz Jonastalverein, wird die Geschichtsinsel im Dokumentationszentrum weiter ausbauen, hieß es. "

Frank Buhlemann / 11.03.13 / TA

Zum Tod des spanischen Schriftstellers Jorge Semprún Maura, Juni 2011

Jorge Semprún (2009) (www.Wikipwedia.de)Jorge Semprún ist tot

"Der spanische Schriftsteller Jorge Semprún ist im Alter von 87 Jahren in Paris gestorben. Das teilte das Kulturministerium in Madrid mit. Der Autor galt als einer der bedeutendsten Literaten und Intellektuellen Spaniens.

Der Schriftsteller, 1994 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet, war ein Pendler zwischen Literatur und Politik. Er stammte aus einer angesehenen Madrider Familie, ein Großvater war spanischer Ministerpräsident, ein Onkel Innenminister. 1939 flüchtete Semprún vor dem Franco-Regime nach Frankreich. Dort schloss er sich der Résistance gegen die Nazis an. 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet und ins KZ Buchenwald verschleppt.

"Ich bin nur ein Überlebender von Buchenwald"

Die Deportation in einem Viehwaggon und die Gefangenschaft arbeitete er in den Romanen "Die große Reise" (1963) und "Was für ein schöner Sonntag" (1980) literarisch auf. "Ich bin weder Schriftsteller noch Politiker. Ich bin nur ein Überlebender von Buchenwald", sagte Semprún einmal. Einem breiteren Publikum wurde er als Filmautor bekannt. Er schrieb die Drehbücher für Streifen wie "Z" von Costas-Gavras oder "Der Krieg ist aus" von Alain Resnais." (Quelle:http://www.tagesschau.de/kultur/semprun102.html)

Vorbericht in der TA vom 1.9.2011 aus dem Arnstadtteil:

Thüringer Allgemeine Arnstadt 01.09.2011

Beschmierung des Denkmals im Jonastal 16.12.2010

Sehr geehrte Damen und Herren
Hiermit möchte der Jonastalverein GTGJ e.V. über eine weitere Schädigung im Jonastal informieren. Wie wir heute Nachmittag feststellen mußten, wurden am Denkmal und weiteren Tafeln von unbekannten Tätern mit mehreren "?" (Fragezeichen) beschmiert. Sollte der Täter die historischen Zusammenhänge und den Sinn unserer Gedenkarbeit nicht verstehen und dies mit diesen Fragezeichen ausdrücken wollen, laden wir ihn herzlich zu uns in das Dokumentationszentrum ein. In letzter Zeit häufen sich die Schädigungen im Jonastal - einmal verschwinden komplette Tafeln, dann werden sie beschiert. Wer macht so etwas?
Der Jonastalverein e.V. hat Anzeige erstattet und bittet um Hilfe, Zeugen für die Taten zu finden.
Vielen Dank

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