SS-Hauptsturmführer d. Res. Volkmar Grosch

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SS-Hauptsturmführer d. Res. Volkmar Grosch

Beitragvon Wip » Freitag 15. April 2005, 15:49

In einem Kommentar zu dem eingestellten Telefonverzeichnis des S III Führungsstabes vermutet kps, dass es sich bei dem aufgeführten Hauptmann Grosch um den bekannten aus Weimar stammenden Buchenwaldbaumeister handeln könnte.

Ich bin nicht dieser Ansicht und möchte folgendes zur Begründung anführen:

Wolfgang Grosch, geb. 15.09.1906 in Weimar, SS-Nr. 240.155, war zwar einer der wichtigsten Mitarbeiter Kammlers in der Amtsgruppe C des SS-WVHA und auch mal im KL Buchenwald tätig, so dass eine Zuordnung zum S III-Stab durchaus naheliegen würde.

Wolfgang Grosch wurde bereits am 20.04.1944 zum SS-Sturmbannführer befördert (1). Das Schreiben von General d. Inf. Wilhelm Burgdorf vom 09.03.1945 (2) führt jedoch ausdrücklich einen "Hptstuf. Grosch" als Beauftragten Kammlers in der örtlichen Dienststelle im Raum Ohrdruf an. Das Telefonverzeichnis (vermutlich, wie kps ausführt, nach dem 06.02.1945) nennt entsprechend, wie gesagt, einen "Hauptmann Grosch".

Der gesuchte SS-Hauptsturmführer ist mit größter Wahrscheinlichkeit
Dipl.-Ing. Volkmar Grosch, geb. 07.03.1909 in Berlin-Grunewald, SS-Nr. 405.808, zum SS-Hauptsturmführer der Reserve befördert am 30.01.1944 (3)
Eine weitere Beförderung ist nicht bekannt geworden, bei einem Reserveoffizier nach so kurzer Zeit auch sehr unwahrscheinlich und nach dem 30.01.1945 so gut wie ausgeschlossen.

Volkmar Grosch soll nach Auskunft des Kammler-Biographen und Untertageverlagerungsspezialisten Rainer Fröbe einer der engsten und fähigsten Mitarbeiter Kammlers gewesen sein. Er hat u.a. 1944 nachweislich auch das riesige Bauvorhaben "Zement" in Ebensee geleitet. Mitte April 1945 ging er wahrscheinlich mit Kammler in den sogenannten "Südraum". Volkmar Grosch wurde in Ebensee um den 8. Mai 1945 von befreiten Häftlingen erkannt und getötet. Auch Fröbe nimmt stark an, dass es sich beim Hauptmann Grosch im S III Führungsstab um Volkmar Grosch handelt.

(1) Dienstaltersliste der Waffen-SS, Stand vom 1. Juli 1944, Nr. 3027, S. 132.
(2) Faks.: Seidler/Zeigert, Die Führerhauptquartiere, München 2000, S. 310.
(3) Dienstaltersliste der Waffen-SS, Stand vom 1. Juli 1944, Nr. 3411, S. 142.

Mit freundlichen Grüßen, Wip
Wip
 

Re: SS-Hauptsturmführer d. Res. Volkmar Grosch

Beitragvon kps » Freitag 15. April 2005, 22:09

Wip hat geschrieben:...Volkmar Grosch soll nach Auskunft des Kammler-Biographen und Untertageverlagerungsspezialisten Rainer Fröbe einer der engsten und fähigsten Mitarbeiter Kammlers gewesen sein. Er hat u.a. 1944 nachweislich auch das riesige Bauvorhaben "Zement" in Ebensee geleitet. Mitte April 1945 ging er wahrscheinlich mit Kammler in den sogenannten "Südraum". Volkmar Grosch wurde in Ebensee um den 8. Mai 1945 von befreiten Häftlingen erkannt und getötet. Auch Fröbe nimmt stark an, dass es sich beim Hauptmann Grosch im S III Führungsstab um Volkmar Grosch handelt.


Hallo Wip, bisher habe ich auch nur Vermutungen und genau Volkmar Grosch hatten SuR und ich auch schon mal auf der Rechnung. Er scheint aber von den Örtlichkeiten zu weit weg. Er war Leiter der Sonderinspektion IV in Wien unter Kammlers Sonderstab. Dies war zwar Oldeboershuis auch - nur für die Sonderinspektion III. Mir scheint es bisher aber unwahrscheinlich, dass 2 ehemalige Sonderinspektionsleiter gemeinsam im Führungsstab S III tätig waren. Zwar ist der Führungsstab S III nicht mit den üblichen Führungsstäben vergleichbar, die zu jeder Zeit einer Sonderinspektion untergeordnet waren. Eine weitere Ausnahme war noch der Führungsstab Zement, der vor dem Sonderstab Kammler aufgebaut wurde.

Solltest du Recht haben und wir finden einen Nachweis für einen längeren Aufenthalt von Volkmar Grosch in Thüringen, dann wäre dies ein weiterer Hinweis auf die Bedeutung von S III.

Deine Einschätzung und die Meinung von Herr Fröbe bzgl. Volkmar Grosch teile ich voll und ganz.

MfG
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Beitragvon kps » Freitag 15. April 2005, 23:02

SuR und mir liegen auch einige Personalunterlagen für beide Groschs vor.
__________

Noch einmal kurz zu Wolfgang Grosch: Die Beförderung am 20.04.1944 kann ich bestätigen - ist mir aber bisher nicht aufgefallen. Laut Stammblatt war seine letzte Dienststellung "Bauleiter i. K.L. Buchenwald"

ab 01.03.44 war er in der Bauinspektion der W-SS u. Pol. Böhmen-Mähren in Prag
vom 10.05.44 bis 01.10.44 ist als Dienststellung wie folgt verzeichnet (schlecht lesbar) Kdt. Röh. SS u. Ol. Fgr. Ostrand, Riga - Kommentar: aufgegeben

Da Wolfgang Grosch in Weimar geboren wurde und immer wieder nach Weimar zurück kam, war er für mich naheliegender.
__________

Nun zu Volkmar Grosch: Die Beförderung am 30.01.44 kann ich ebenfalls bestätigen. Wechselnde Dienststellungen sind nicht groß verzeichnet aber:

Am 05.05.1942 übernahm er kurzzeitig in Abwesenheit von Wolfgang Grosch die Bauinspektion "Russland Mitte" Mogilew. Die mir vorliegende Kommandierungsverfügung enthält wirklich beide Namen.

Am 01.05.1943 wurde er vom Höheren SS- und Polizieführer "Generalgouvernement" Krakau zum WirtschaftsVerwaltungshauptamt, Amtsgruppe C versetzt

Wie wir alle wissen ~:-~ , gehörte er aber auch vom 21.06.42 bis 30.01.44 zum SS-WirtschaftsVerwaltungsHauptamt. Für diesen Tag der Beförderung wird er auch gleichzeitig von dieser Dienststellung enthoben. Daher werden vrmtl. auch die Personalunterlagen nicht weiter geführt und er vom Dienst im WVHA "entlassen".

Allerdings ist zu beachten, dass Volkmar Grosch einer der ersten Vertrauten war, der in Kammlers Sonderbau-Organisation abtauchte, was SuR und ich für bereits für den 01.09.43 nachweisen können. Er wurde zwar erst offiziell am 14.03.44 zur s.g. Außenstelle X kommandiert - aber rückwirkend zum 01.09.1943. In diese Zeit fällt auch der Aufbau des Führungsstabes Zement in Österreich im Bereich Ebensee - Ziel: Unterirdische Verlagerung der Forschungsbereiche aus Peenemünde aufgrund Folgen des vorherigen Bombenangriffs. Die Aufhebung der aktiven Dienststellung im WVHA sehe ich daher nur als einen bürokratischen Akt - einen Ruhestand gab es jedenfalls nicht.

Für die Beförderung Anfang 1944 liegt auch eine Beurteilung von Kammler für V. Grosch (04.01.1944)vor, in der es heißt: "...Seit September 1943 ist G. an verantwortlicher Stelle bei der Sonderbaumaßnahme des Reichsführer-SS eingesetzt..."

Seit dieser Zeit war meiner Meinung nach Volkmar Grosch fast immer in Österreich unterwegs und die Verbindung zu Thüringen allen über den Dienstgrad scheint schwierig.

Für den 20.08.44 habe ich folgende Aktennotiz: "Dem Ostuf. Grosch Volkmar wird m.W.v. 30.01.1944 gem.Schr.v. 18.02.1944 des Persönlichen Stab, Reichsführer-SS, Feldkommadostelle von RF-SS das KVK. 2.Kl.m.Schw. verliehen."

Noch was Wichtiges - meiner Meinung nach: In der zuvor genannten Beurteilung ist von "Sondermaßnahme des Reichsführer-SS" die Rede. Falls S III ähnlich gelagert war, dann könnte das Vorhaben Zement ggf. "S I" sein - ACHTUNG: Bisher nur Spekulation!! Das Rätsel um die Bedeutung vom S in S III geht aber damit in eine weitere Runde und der RF-SS steht im Mittelpunkt. Was könnte für S II dann in Frage kommen? - abgesehen von den nicht beweisbaren "Geschichten" von M. Stade. Viel kann aber nicht in Frage kommen in der Zeit von September 1943 bis November 1944 und Baubeginn von S III.

Quellen: Akten im Bundesarchiv Berlin
BDC SSO Grosch, Volkmar 07.03.1909
BDC SSO Grosch, Wolfgang 15.09.1906

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SS-Hauptsturmführer d. Res. Volkmar Grosch

Beitragvon Wip » Samstag 16. April 2005, 13:24

Lieber Klaus-Peter,

erstmal vielen Dank für die zahlreichen dokumentarisch belegten Angaben zu Wolfgang und Volkmar Grosch. Ich sehe jetzt, dass das Problem "Who is who" doch schwieriger ist als zuvor gedacht.

Gehen wir ein wenig zurück in das Jahr 1944. Du hast im thread "Gerrit Oldeboershuis" dokumentiert:

14.04.1944 - Kommandierung zur Außenstelle X des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes Amtsgruppe C (rückwirkend zum 15.03.1944 von der Bauinspektion der Waffen-SS und Polizei „Reich West“ in Wiesbaden) [Abschluss-Kommentar: „Dienstantritt und Meldung ist bereits erfolgt.“]
01.05.1944 - Beförderung zum SS-Hauptsturmführer der Reserve der Waffen-SS (rückwirkend)
11.05.1944 - Personalantrag von Hans Kammler im Auftrag des Hauptamtschefs Pohl für die Beförderung zum SS-Hauptsturmführer (R) des SS-Obersturmführer (R) Oldeboershuis - Außenstelle X, Leiter seit 15.03.1944
13.05.1944 - laut Stellungnahme der übergeordneten Dienstellen zur geplanten Beförderung hatte Herr Oldeboershuis zuvor folgende Dienststellung seit Ernennung zum SS-Führer:
-> Stellv. Leiter der Bauinspektion „Reich ??? [Dokumentrand fehlt leider, vrmtl. Bauinspektion „Reich West“] und Leiter des Bauhofes
-> Leiter einer Außenstelle X


Heute schriebst Du nun zu Volkmar Grosch:

Er wurde zwar erst offiziell am 14.03.44 zur s.g. Außenstelle X kommandiert ...


In der Annahme, dass kein Schreibfehler unterlaufen ist und unter Berücksichtigung der praktisch identischen Daten, dürften die beiden genannten "Außenstellen X" identisch sein. Das hieße, Oldeboershuis und Volkmar Grosch wären bereits ab März 1944 auf ein und derselben Dienststelle tätig gewesen, die zudem von Oldeboershuis geleitet wurde. Eine Analogie zum Führungsstab Ohrdruf läge auf der Hand. Wir hätten damit auch einen Beweis, dass V. Grosch nicht mehr in Österreich tätig war.

Seltsam ist, dass Oldeboershuis zur selben Zeit die "Außenstelle X" und das Bauvorhaben A 7 "Zeisig" in Bruttig bei Cochem leitete (s. Deine Abb. des Dokuments im thread "Hans Kammler" (1)). Könnten die beiden Stellen identisch sein? In einer Aufstellung des Rüstungsamtes in Speers Ministerium finden wir zu "Zeisig" unter "Unterirdische Räume I. Eisenbahntunnel" folgenden Eintrag:

Treiser Tunnel (Bruttig) ([Wehrkreis] XIIb) - Zeisig -
21.000 qm Bosch, Stgt. Motorenzubehör si
[hs.:] bis auf weiteres aufgehoben
für Panzer u. Kfz. Reparaturwerkstätten
gesperrt 20/2.45 Nr. 215/45g (2)


Ich halte ja sonst nicht allzu viel von Internet-Informationen, aber dies scheint mir doch ganz nützlich zu sein:

Zur Geschichte von Bruttig-Fankel.

Der schwierigsten Bauabschnitt war der geplante Tunnel zwischen Treis und Bruttig. Deshalb begann man auch zuerst mit diesen Arbeiten im Frühjahr 1917, und schon Weihnachten 1919 konnte der ca. 2,6 km lange Tunnel eingeweiht werden. Obwohl der Krieg vorbei war, gingen die Arbeiten vorerst weiter, der Versailler Vertrag gestattete allerdings nur die Fertigstellung begonnener Bauabschnitte, auch wegen der Bausicherheit. […] Nachdem endgültig feststand, daß auf absehbare Zeit die Bahn nicht weiter gebaut werden sollte, mauerte man die Eingänge des Tunnels zu.

1937 begann der spanische Geschäftsmann Wilhelm Alcover im Tunnel auf der Bruttiger Seite mit einer Champignonzucht, die er bis Ende des Kriegsjahres 1943 mit viel Erfolg betreiben konnte. In diesem ersten größeren Gewerbebetrieb in Bruttig arbeiteten eine ganze Reihe junger Männer und Frauen aus dem Ort.

Dann begann im Tunnel eine unrühmliche Zeit. Nach entsprechendem Umbau im Innern und Befestigung der beiden Eingänge mit bombensicheren Betonwerken verlegte die Firma Bosch aus Stuttgart ihre Produktion dorthin. Die Umbauarbeiten, aber auch die spätere Produktion wurden zum größten Teil von Zwangsarbeitern aus den von Deutschland besetzten Ländern ausgeführt. In Treis wie auch in Bruttig entstand auf dem Bahndamm außerhalb der Ortslage („auf der Kipp“) ein Barackenlager, eingezäunt mit Stacheldraht und versehen mit Wachtürmen.

Diese sogenannten „Arbeitslager“ unterstanden dem Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsaß und die Behandlung der Häftlinge durch die SS war entsprechend. Bedingt durch das nahe Heranrücken der Westfront wurden die Lager Ende des Jahres 1944 aufgelöst und die Arbeiten im Tunnel eingestellt. Obwohl dieses Drama nur ein dreiviertel Jahr dauerte, erlebten die Häftlinge in dieser Zeit unsägliches Leid. In der Zeit vom 20.3.1944 bis zum 7.8.1944 sind im Standesamt Cochem-Land 52 Todesfälle von Häftlingen aus dem Lager Bruttig dokumentiert, darunter auch 2 Deutsche. Die Todesursachen, die nicht dokumentiert sind, waren fehlende medizinische Versorgung, Folgen der Unterernährung, Erschlagen und Erhängen. Allein am 20.6.1944 wurden 7 Todesfälle gemeldet. Ernst Heimes hat mit seinem Buch Ich habe immer nur den Zaun gesehen eine umfangreiche Dokumentation erstellt, die das Geschehene vor dem Vergessen bewahrt.(3)


Wie es scheint, eine kleine Vorübung des Herrn O. für Ohrdruf...

(1) IMGA1770.JPG. Hans Kammler, S. 9.
(2) Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde, R 3/3010, Bl. 3 R, Nr. 11.
(3) Zur Geschichte von Bruttig-Fankel. Bruttig-Fankel an der Mosel - ein Weinort mit Geschichte. - http://www.weingut-ostermann.de/bruttig.htm.

MfG, Wip
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Beitragvon kps » Samstag 16. April 2005, 14:27

Ich glaube du liegst falsch :oops: Also ich sehe bisher in der Außenstelle X kein separates Bauvorhaben. Viel eher wurden hier organisatorisch bzw. personell alle wichtigen Leute bzw. engste Vertraute zusammengefasst, die unter Kammler bzw. später seinem Sonderstab aggierten. Es würde mich nicht wundern, wenn die Außenstelle trotzdem noch irgendwie zum WVHA gehörte - Außenstelle von was sonst?

Weiterhin gebe ich zu bedenken, dass nicht nur V. Grosch und G. Oldeboershuis dorthin kommandiert wurden, sondern mit Wirkung zum 15.03.44 z.B. auch Bernhard von Glisczynski (später Leiter der s.g. Sonderinspektion I). Damit hätten wir jetzt schon die Sonderinspektionsleiter I, III & IV.

Weiter gehts - Im Bestand des Bundesarchivs R3101_1190 ist ein Verzeichnis der Sonderinspektionen I bis IV vom Stand Juli 1944. Alle diese Sonderinspektionen waren über das Reich und Österreich verteilt und waren jeweils für bestimmte A- und B-Vorhaben verantwortlich, für die jeweils ein separater Führungsstab vor Ort zuständig war. In dieser Übersicht ist jedenfalls ein SS-Hauptsturmführer Geissen als Leiter der Sonderinspektion II eingetragen und der Rest der o.g. Personen. Wie Jeder im Buch von Herrn Zeigert auf Seite 73 nachlesen kann, wurde auch ein SS-Hauptsturmführer Wilhelm Geissen am 14.04.1944 mit Wirkung zum 15. März 1944 zur Aussenstelle X kommandiert. Auch Herr Zeigert sieht in der Aufstellung der Kommandierungen übrigens eine "Personalverfügung des WVHA zur Führungsbesetzung der Sonderinspektionen und Führungsstäbe Kammlers" (auch Seite 73). In dieser bezeichneten Aufstellung ist übrigens auch ein SS-Obersturmführer Josef Losacker und viele Andere. Weitere Übersichten dies bzgl. gibt es ebenfalls und dort sind bekannte Namen wie z.B. SS-Hauptsturmführer Alfred Sorge enthalten. Also scheidet meiner Meinung nach das zuvor gezeigte Erklärungsmodel als Lösung aus.

Quellen:
Buch von Dieter Zeigert, Hilers letztes Refugium?
Akten im Bundesarchiv Berlin
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Beitragvon Wip » Samstag 16. April 2005, 14:30

Unsere beiden Beiträge haben sich zeitlich überschnitten, weil ich noch mal einige Sachen geändert habe, als Du Deine Antwort einstelltest (tut mir leid, ich habe einen Fehler gemacht!)

Liege ich jetzt etwas richtiger?

Wip
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Re: SS-Hauptsturmführer d. Res. Volkmar Grosch

Beitragvon kps » Samstag 16. April 2005, 14:32

Wip hat geschrieben:... Seltsam ist, dass Oldeboershuis zur selben Zeit die "Außenstelle X" und das Bauvorhaben A 7 "Zeisig" in Bruttig bei Cochem leitete (s. Deine Abb. des Dokuments im thread "Hans Kammler" (1)). Könnten die beiden Stellen identisch sein? In einer Aufstellung des Rüstungsamtes in Speers Ministerium finden wir zu "Zeisig" unter "Unterirdische Räume I. Eisenbahntunnel" ...


Gerrit O. betreute im Juli 44 übrigens A7 bis A10 und Vokmar G. B7 - B10 u. Zement - Zwischen diesen A- und B-Vorhaben gab es ein große räumliche Trennung.

MfG
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Beitragvon Wip » Samstag 16. April 2005, 14:42

OK.

Vieles habe ich nicht gewußt. Aber bitte sag mir, was jetzt unrichtig ist an meinen Kernaussagen:

Oldeboershuis und Volkmar Grosch wären bereits ab März 1944 auf ein und derselben Dienststelle [Außenstelle X] tätig gewesen, die zudem von Oldeboershuis geleitet wurde. Eine Analogie zum Führungsstab Ohrdruf läge auf der Hand. Wir hätten damit auch einen Beweis, dass V. Grosch nicht mehr in Österreich tätig war.

Seltsam ist, dass Oldeboershuis zur selben Zeit die "Außenstelle X" und das Bauvorhaben A 7 "Zeisig" in Bruttig bei Cochem leitete

MfG, Wip
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Beitragvon SuR » Samstag 16. April 2005, 20:20

Mal in Kurzform:

- "Aussenstelle X" ist der offizielle Titel des "Sonderstabs Kammler"
- der Grosch in Ohrdruf kann eigentlich nur V. Grosch gewesen sein (W. war zu dieser Zeit Leiter der Bauinspektion in Prag, ausserdem stimmt dessen Dienstgrad nicht)
- bitte achtet auf die Hierarchiebenen
- Sonderstab
- Sonderinspektion
- Führungsstab

Auch scheint Oldeboershuis nicht allzu lange der Leiter der Aussenstelle X gewesen zu sein. Da wurde anscheinend oft un schnell umorganisiert.
SuR
 

Beitragvon kps » Samstag 16. April 2005, 21:54

SuR hat geschrieben:Mal in Kurzform:

- "Aussenstelle X" ist der offizielle Titel des "Sonderstabs Kammler"


Aus Sicht des WVHA ist dies OK - Auch sind die bekannten Kommandierungen erst aus der Zeit nach der Gründung des Sonderstabes. Als offiziellen Titel würde ich es dennoch nicht bezeichnen - es sei denn, du hast noch mehr gefunden.

SuR hat geschrieben:...der Grosch in Ohrdruf kann eigentlich nur V. Grosch gewesen sein (W. war zu dieser Zeit Leiter der Bauinspektion in Prag, ausserdem stimmt dessen Dienstgrad nicht)


Mittlerweile glaube ich auch langsam daran - glauben heißt aber noch nicht wissen. Daher werde ich mal direkt im Buchenwald-Archiv weitere Infos suchen (wenn ich wieder mal dort bin). Hast du einen Nachweis für Prag?

SuR hat geschrieben:...- bitte achtet auf die Hierarchiebenen
- Sonderstab
- Sonderinspektion
- Führungsstab


Hmm, für zwei Führungsstäbe galt diese Hierarchie, wie schon gesagt, meiner Meinung nach nicht.
1. Führungsstab Zement (Start des Vorhabens vor Gründung Sonderstab und Aufbau Sonderinspektionen)
2. Führungsstab S III

kps
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Beitragvon kps » Samstag 16. April 2005, 22:05

Wip hat geschrieben:OK.

Vieles habe ich nicht gewußt. Aber bitte sag mir, was jetzt unrichtig ist an meinen Kernaussagen:

Oldeboershuis und Volkmar Grosch wären bereits ab März 1944 auf ein und derselben Dienststelle [Außenstelle X] tätig gewesen, die zudem von Oldeboershuis geleitet wurde. Eine Analogie zum Führungsstab Ohrdruf läge auf der Hand. Wir hätten damit auch einen Beweis, dass V. Grosch nicht mehr in Österreich tätig war.

Seltsam ist, dass Oldeboershuis zur selben Zeit die "Außenstelle X" und das Bauvorhaben A 7 "Zeisig" in Bruttig bei Cochem leitete

MfG, Wip


OK - Meiner Meinung nach ist unrichtig, dass V. Grosch zur genannten Zeit nicht mehr in Österreich tätig war -> siehe oben. Nur um die Beiden drehte sich die Aussenstelle X ebenfalls nicht und wie ich schon versucht habe zu erläutern, wurde darin alle Mitarbeiter Kammlers aus Sicht des WVHA geparkt, die später in den wichtigsten Positionen seiner eigenen Organisation wie Sonderinspektionen und Führungsstäben wieder auftauchten - sicherlich auch im Sonderstab. Wie lange Gerrit Oldeboershuis Leiter der Aussenstelle X war und ob ich evtl. nicht doch einem Schreibfehler aufgesessen bin, kann ich nicht sagen. Dazu braucht es noch mehr Nachweise. Wenn du dann die GTGJ-Zeitung 03/2004 in den Händen hast, wirst du auch lesen können, das SuR weitere 3 Sonderinspektionen im Bundesarchiv gefunden hat -> Damit existierten laut einem Schreiben vom Oktober 1944 die Sonderinspektionen I bis VII. Auch dieser scheinbare Fakt muss noch genauer untersucht und vor allem untermauert werden. Einen Irrtum würde ich persönlich aber erst mal ausschließen.

MfG
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Beitragvon SuR » Montag 18. April 2005, 15:23

kps hat geschrieben:Aus Sicht des WVHA ist dies OK - Auch sind die bekannten Kommandierungen erst aus der Zeit nach der Gründung des Sonderstabes. Als offiziellen Titel würde ich es dennoch nicht bezeichnen - es sei denn, du hast noch mehr gefunden.

Yep.
kps hat geschrieben:Mittlerweile glaube ich auch langsam daran - glauben heißt aber noch nicht wissen. Daher werde ich mal direkt im Buchenwald-Archiv weitere Infos suchen (wenn ich wieder mal dort bin). Hast du einen Nachweis für Prag?

Yep.
kps hat geschrieben:Hmm, für zwei Führungsstäbe galt diese Hierarchie, wie schon gesagt, meiner Meinung nach nicht.
1. Führungsstab Zement (Start des Vorhabens vor Gründung Sonderstab und Aufbau Sonderinspektionen)
2. Führungsstab S III

Zement war sehr wohl der Sonderinspektion IV (V. Grosch) zugeordnet. Kuckst Du R 3101 / 31190, fol.059.
Und meines Erachtens ist bislang nicht erwiesen, dass S III wirklich eindeutig dem Sonderstab zugerechnet werden kann.
SuR
 

Beitragvon kps » Montag 18. April 2005, 17:11

SuR hat geschrieben:
Zement war sehr wohl der Sonderinspektion IV (V. Grosch) zugeordnet. Kuckst Du R 3101 / 31190, fol.059.
Und meines Erachtens ist bislang nicht erwiesen, dass S III wirklich eindeutig dem Sonderstab zugerechnet werden kann.


Jetzt ich wieder :oops: -> Yep

Wie schon weiter oben von mir geschrieben, gehörte Zement im Juli 44 zur Sonderinspektion IV - unbestritten. Allerdings gab es zum Start von Zement vrmtl. im September 43 noch keine Sonderinspektion IV -> Richtig?

Daher leite ich da bei den 2 genannten Führungsstäben zunächst eine Sonderrolle ab - Zement wohl gezwungener Maßen und ggf. als "Beta-Version" und S III wohl aus anderen Gründen. Mal sehen, was noch so rauß kommt.

MfG
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Beitragvon Alexchen1978 » Dienstag 4. September 2007, 13:58

Hallo,

ich weiss, dass dieses Thema schon recht alt ist. Bin aber aus aktuellem Anlass bei meinen Recherchen auf diese Diskussion gestoßen und wurde mich freuen, wenn ich auf meine Frage eine Antwort erhalten würde:

Ich nehme mal Bezug auf den folgenden Satz von kps: Weiterhin gebe ich zu bedenken, dass nicht nur V. Grosch und G. Oldeboershuis dorthin kommandiert wurden, sondern mit Wirkung zum 15.03.44 z.B. auch Bernhard von Glisczynski (später Leiter der s.g. Sonderinspektion I). Damit hätten wir jetzt schon die Sonderinspektionsleiter I, III & IV.

- kann mir jemand weitere Informationen über den Leiter der Sonderinspektion I Bernhard von Glisczynski geben? Wo, wie, wann hat er gewirkt?
- Was war die Sonderinspektion I? War diese von der SS?
- Woher stammt die Information, dass v.G. Leiter der Inspektion war?

Gruß
A.
Alexchen1978
 

Beitragvon kps » Dienstag 4. September 2007, 14:26

Alexchen1978 hat geschrieben:- kann mir jemand weitere Informationen über den Leiter der Sonderinspektion I Bernhard von Glisczynski geben? Wo, wie, wann hat er gewirkt?
- Was war die Sonderinspektion I? War diese von der SS?
- Woher stammt die Information, dass v.G. Leiter der Inspektion war?
Gruß
A.


Die Antworten lauten mehrfach ja - warum fragst du? Das Thema in dieser Diskussion ist etwas anders und falls wir vertiefen, sollte ein Moderator entspr. gerecht teilen.

Auf wikipedia brauche ich bestimmt nicht zu verweisen. Vertiefen kannst du dich aber im Bundesarchiv Berlin in den entspr. Personalbeständen. Hier im Forum hat der user Volwo beispielsweise bereits Fotos aus der Ausstellung der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge (Außenlager von Buchenwald) gepostet. Dort wird auch ein Dokument aus dem Bundesarchiv ausgestellt.

Guckst du ->

Bild

Quelle hier im Forum

MfG
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