Eduard Hermes

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Beitragvon Mattzz » Mittwoch 21. März 2007, 22:11

kps hat geschrieben:...es sei denn, er wußte, dass am Ende nur 4 von 12 des Komplex 1 übrig bleiben sollten und der Rest nur Hilfsstollen waren...


Dazu müßte er dann allerdings einen sehr viel tieferen Einblick in die Planung gehabt haben ?! Klingt mir weniger wahrscheinlich...

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Beitragvon hurryup » Donnerstag 22. März 2007, 00:09

Schwer zu sagen ob er mehr wusste als er eingestand. Ich weiss aber (wiederum nur von Erzaehlungen) dass seine Arbeiten in Frankreich etwas anspruchsvoller waren als nur Maschinen zu bedienen. Er soll ein sehr gutes Franzoesisch gesprochen haben (vielleicht aus der teilweisen franzoesischen Besetzung des Rheinlandes nach dem 1. Weltkrieg resultierend?) und hatte daher wohl in Frankreich die Aufgabe, direkt mit franzoesischen Arbeitern Teilprojekte auf den Baustellen zu realisieren.Frankreich ist in diesem Zusammenhang ein Umstand,den er im Protokoll nicht einmal im Ansatz erwaehnt,obwohl er dort mehrere Jahre gelebt/gearbeitet hat.

Waere ich an seiner Stelle in den 60ern von der Staatssicherheit zu diesem Thema befragt worden,haette ich mich mit Sicherheit als das kleinste Licht der gesamten Baustelle verkauft, das sich an niemanden erinnern kann.Allein schon als "Eigenschutz" und um keine falschen Schluesse aufkommen zu lassen. Trotzdem glaube ich aber nicht,dass er in Dinge eingeweiht war,die seine Arbeit nicht direkt betrafen.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich mich an die Mitarbeit am Bau eines teilweise verbunkerten Strategischen Computerzentrums (SCZ) in NRW erinnern. Ich war da als Elektriker fuer allgemeine E-Installation eingesetzt. Alles was ich wissen musste,wurde bereitgestellt oder erklaert. Und nur das. ("Need to know" Prinzip) Weder einen Gesamtplan noch andere Bereiche als die fuer die Arbeit unbedingt notwendigen hat man gesehen. Und da war eine Deadline, bis zu der man die Baustelle zu verlassen hatte,weil danach die eigentliche Rechentechnik durch bundeseigene Firmen installiert wurde.

MfG
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Beitragvon Silko » Donnerstag 22. März 2007, 04:39

Es wird nun etwas deutlicher mit dem Luftschacht. Da muss man sich garnet soviele Gedanken machen. Schräg nach oben, und dann irgendwie angebunden. Der Rest passt aber nach wie vor nicht dazu. Verbindungsstollen zwischen 6 und 12 nach dem 2. Drittel der Länge 6 also nach ????? 50 m. Hermes redete von 6 Metern. Selbst die Quer-Verbindungen zw. 6 und 7 und 10 und 11 nach dem ersten Drittel Länge 6, da wären wir bei 25 Metern. Also selbst vor dem Hintergrund, dass man sich manchmal irren kann und nicht alles der Realität entsprechend gespeichert hat, halte ich diese Abweichung für zu groß. Will man der Hermes-Aussage Glauben schenken, dann muss man sich einer anderen Baustelle beschäftigen.
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Re: Fragen ueber Fragen

Beitragvon Silko » Donnerstag 22. März 2007, 04:53

hurryup hat geschrieben:4. Welche Baustelle war (erst) am 7. Januar 1945 eingerichtet? Eine komplett neue?

5. Wie kann innerhalb von nicht einmal 2 Tagen eine Baustelle dieser Groesse eingerichtet worden sein?

Ich denke, hier meint er nicht (die bereits bestehende) Baustelle, sondern lediglich sein "eigenes Reich", also den Transport und die Installation des firmeneigenen Gerätes vor Ort, sodass nach 2 Tagen Arbeitsbereitschaft hergestellt war. Das erscheint mir durchaus realistisch.

Eduard Hermes hat geschrieben:Die Baustelleneinrichtung war von Bad Wörrishofen nach Crawinkel gebracht worden. Dort wurden die Maschinen von uns auf eine Schmalspurbahn verladen und ins Jonastal gebracht. Die schweren Maschinen sind auf der Straße transportiert worden. Am 07. Januar 1945 war die Baustelle im Jonastal eingerichtet, und wir begannen mit unserer Arbeit.
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Beitragvon hurryup » Donnerstag 22. März 2007, 06:40

@Silko

Ich glaube du hast recht. Mich hatte nur die Gesamtanzahl an Mitarbeitern der Firma irritiert. (30 deutsche Mitarbeiter plus bis zu 25 Belgier) Aber die teilten sich ja in Maschinisten und Handwerker. Somit war die Anzahl der schweren Maschinen wohl eher limitiert und der Transport an einem guten 12 Stundentag zu bewerkstelligen.

Gruss aus den Tropen
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Beitragvon hurryup » Donnerstag 22. März 2007, 07:07

Nochmal ein paar Gedanken zu den Fliesen oder Kacheln.

Die einfachste (und somit wohl naheliegendste..? ) Erklaerung ist sicherlich eine Nasszelle im Sinne von Toiletten , Duschen oder dergleichen.

Weiterhin Moeglichkeiten:

- Kuechentrakt
- medizinisch genutzter Bereich wie ein OP oder ein Lazarett oder Labor
- technischer Bereich, der entweder sehr schmutzintensiv oder sehr schmutzempfindlich ist, wie technisches Labor
- Perma-Nassbereich als Ablauf,Zulauf oder Becken fuer welche Fluessigkeit auch immer
- Kacheln als Waermeschutz, wie es sie in verschiedenen industriellen Bereichen ja heute noch gibt
- als pure Wandverkleidung, wenn andere Materialen z.B. aufgrund der vorhandenen Feuchtigkeit nicht praktikabel sind

Weitere Ideen?


Viele Gruesse
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Beitragvon kps » Donnerstag 22. März 2007, 07:34

[bart] Dekontamination
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Beitragvon Mattzz » Donnerstag 22. März 2007, 10:15

kps hat geschrieben:[bart] Dekontamination

Allenfalls in Eingangs- bzw. Schleusenbereichen !
Das ist aus dem bisher verfügbaren Material aber nicht herauszulesen.
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Beitragvon kps » Donnerstag 22. März 2007, 10:42

Mattzz hat geschrieben:Allenfalls in Eingangs- bzw. Schleusenbereichen !
Das ist aus dem bisher verfügbaren Material aber nicht herauszulesen.


Ich denke schon [pop] Die hinteren Bereiche wurden in der Neuzeit vrmtl. ausgiebig danach untersucht und es wurden keinerlei Spuren von Fliesen etc. gefunden/ öffentlich bekanntgegeben. Andererseits sprechen mehrere Zeitzeugen von ähnlichen Beobachtungen bzgl. Wandfliesen (Farbe weiß bis grün) und da bleiben nur noch die heute versprengten Eingangsbereiche übrig. Ich glaube daher weiterhin an Fliesen in mindestens einem der zukünftigen Eingangsbereiche -> Glauben ist aber nicht wissen |:) In den Stolleneingängen, die nur während der Bauzeit auf bleiben sollten, braucht man meiner Meinung nach nicht zu suchen.

MfG
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Beitragvon kps » Donnerstag 22. März 2007, 10:44

Mattzz hat geschrieben:Allenfalls in Eingangs- bzw. Schleusenbereichen !
Das ist aus dem bisher verfügbaren Material aber nicht herauszulesen.


Ich denke schon [pop] Die hinteren Bereiche wurden in der Neuzeit vrmtl. ausgiebig danach untersucht und es wurden keinerlei Spuren von Fliesen etc. gefunden/ öffentlich bekanntgegeben. Andererseits sprechen mehrere Zeitzeugen von ähnlichen Beobachtungen bzgl. Wandfliesen (Farbe weiß bis grün) und da bleiben nur noch die heute versprengten Eingangsbereiche übrig. Ich glaube daher weiterhin an Fliesen in mindestens einem der zukünftigen Eingangsbereiche -> Glauben ist aber nicht wissen |:) In den Stolleneingängen, die nur während der Bauzeit auf bleiben sollten, braucht man meiner Meinung nach nicht zu suchen.

Der Besucher-Eingangsbereich vom ehemaligen Amt 500 in Zossen ist glaube komplett verfliest. Das ist aber vrmtl. später von den Waffenbrüdern gemacht worden - ist aber durchaus nicht unüblich.

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Beitragvon Silko » Donnerstag 22. März 2007, 10:48

Zwar besteht hier regelmäßig Verwechslungsgefahr zwischen den Begriffen Kachel und Fliese. Aber ich möchte an dieser Stelle doch einmal auf die Unterscheidung der Begrifflichkeiten hinweisen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kachel

Zweck möglicherweise auch Wärmedämmung/-(ab-)leitung.
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Beitragvon Mattzz » Donnerstag 22. März 2007, 11:00

@kps
Grundsätzlich besteht ja auch durchaus diese Möglichkeit.
Aber mal angenommen, es handelt sich bei den im "Hermes-Protokoll" und andernorts genannten Stollen um die uns bekannten. (Ich bin mir da keineswegs sicher, da mindestens ebenso viel dafür wie dagegen spricht.)
Müßten sich dann nicht im Nahfeld der versprengten Bereiche zumindest vereinzelte Bruchstücke finden lassen, die diese These stützen ?
Gesucht, gebuddelt und aufgewältigt wurde ja in den zurückliegenden Jahren wirklich zur Genüge. Auch und gerade im Zusammenhang mit den Fliesen...

Guß
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Beitragvon ssch » Donnerstag 22. März 2007, 11:05

kps hat geschrieben:Der Besucher-Eingangsbereich vom ehemaligen Amt 500 in Zossen ist glaube komplett verfliest. Das ist aber vrmtl. später von den Waffenbrüdern gemacht worden - ist aber durchaus nicht unüblich.

Genau. Die Freunde haben das Zugangsbauwerk, das über dem Bunker steht, komplett umgebaut und eine Dekontaminationsschleuse mit Duschen ein- bzw. angebaut. Das gab es im Originalzustand nicht.

Viele Grüße
Sebastian
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Beitragvon hurryup » Donnerstag 22. März 2007, 12:21

Da stellt sich mir gerade die Frage,ob zur damaligen Zeit Dekontaminationsschleusen schon zur Ausstattung von Bunkern gehoerten? DIe Gefahr durch B und C Waffen war ja mit Sicherheit schon seit Ypern im 1. Weltkrieg bekannt und real. Allerdings habe ich auf Anhieb kein Objekt aus der Zeit parat,was schon solche Features gehabt haette.

Und ausserdem laesst mich der Gedanke nicht los,dass man doch fuer so etwas eigentlich keine Zeit mehr hatte. Immerhin sprechen wir beim Verlegen von Fliesen 1945 um Dickschicht Verlegung,nix mit Schnellkleber und Zahnspachtel. Das dauert(e) doch ewig und waere doch nicht durch Toiletten gerechtfertigt gewesen, wenn man dann den damals schon katastrophalen Frontverlauf beruecksichtigt. Und die Naehe zum Eingang gibt mir auch zu denken. Wenn es bei den gefliesten Raeumen um etwas Wichtiges gegangen ist, heatte man da nicht lieber versucht,diese tiefer im Berg unterzubringen,um mehr Fels zwischen feindlichen Bomben und Anlagen zu bringen?
Wuerden fast nur Schleusen uebrigbleiben. Allerdings gibt mir da zu denken,dass es nur 6 Meter zum Stolleneingang gewesen seien sollen. Eine wie auch immer geartete geplante Abdeckung der Eingaenge durch Versprengung haette doch fast zwangslaeufig die Fliesen gerade wieder von der Wand gerissen.

Wie wurden in der damaligen Zeit eigentlich Wasser und Elektro-Installationen in Bunkern ausgefuehrt? Stets Aufputz,in Kanaelen, Tragbahn oder Traversen? Bei Aufputz-Verlegung fliest man sicherlich vorher. Wuerde auch erklearen,dass wie beschrieben noch keine Installationen vorhanden waren. Abwasser (egal ob fuer Schleuse oder Toilette) haette dann aber schon eingebaut sein muessen,oder?

Viele Gruesse

Joerg
Wenn ich die Folgen geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden.

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Beitragvon TÜP » Donnerstag 22. März 2007, 14:23

@ hurryup - Weisst du bei wem Hermes in Wölfis gelebt hat?
Gott hat nicht den Menschen erschaffen, sondern der Mensch erschuf Gott «nach seinem Bilde».
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Beitragvon hurryup » Donnerstag 22. März 2007, 20:46

Yepp,das war bei WIlhelm und Alma Hoyer in der Stirnstrasse (Meinen Ur-Grosseltern)

Gruesse Joerg
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Beitragvon hurryup » Montag 26. März 2007, 02:36

Ich habe mir die Aussage von Eduard Hermes noch ein paarmal durchgelesen.

Da gibt es Zeitraeume, die nicht vollstaendig geklaert sind.

Baueinstellung eine Woche vor Ostern,koennte also der 26.3.45,ein Montag gewesen sein (Ostermontag 1.4. 1945)

Hiess das generelle Einstellung,oder nur Bau-Einstellung fuer die OT und Zivilarbeiter?

Was geschah in der Zeit (immerhin eine Woche) zwischen Baueinstellung und dem Eintreffen der Amerikaner?

Hat die SS vielleicht tiefer im Berg weiterarbeiten lassen und versprengt?

"Der 4. von Crawinkel aus gesehen ,war vom Qerstollen ausgehend fast vollstaendig mit weissen Kacheln versehen."
Ich hatte beim ersten Lesen angenommen,dass der Querstollen gekachelt war.
Das haette als Schleuse eventuell Sinn gemacht. Aber offenbar war ja der gesamte Stollen 4 gekachelt.
Das wuerde heissen,dass auch nach einer Versprengung des Eingangsbereiches der verbleibende Rest noch Kacheln an den Waenden haben muss.

Haben die Amerikaner diese beschriebenede Baustelle 1 beraeumt und gesprengt bevor die Sowjets kamen?

Wenn die Amerikaner nicht gesprengt haben,warum hat Kott von der Anlage dann keinen Plan erstellt? Durfte oder sollte er nicht?

Noch mehr Fragen und keine Antworten ':,('



Gruesse
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Beitragvon Mattzz » Montag 26. März 2007, 09:30

hurryup hat geschrieben:"...war vom Qerstollen ausgehend fast vollstaendig mit weissen Kacheln versehen."...Aber offenbar war ja der gesamte Stollen 4 gekachelt...


Genau so lese und verstehe ich das auch. Daher meine Skepsis bzgl. Eingangsbereich.
Das bedeutet dann aber definitiv, daß es sich bei dem beschriebenen Stollen nicht um einen der bekannten handelt. Denn in keinem von denen wurden auch nur Spuren oder Reste einer Kachelung vorgefunden. Wobei 1 bis 5 ohnehin ausscheiden würden, da dort nicht mal ein Querstollen nachweisbar ist...

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Beitragvon hurryup » Montag 26. März 2007, 10:08

Das gibt mir eben auch zu denken.

Weiterhin berichtet er davon,dass Baustelle 1 von Crawinkel her als erste zu erreichen war.Somit bleibt fuer Baustelle 2 fast nur die heute existierende 25er Stollengruppe uebrig.

Warum aber die strenge Geheimhaltung fuer Baustelle 2,wenn doch der Baufortschritt dort noch weiter zurueck war. (Keine Kacheln,keine Installationen)

Oder gab es dafuer ganz private Gruende einiger SS Dienstgrade?
Vielleicht wurde auf Baustelle 2 Material eingelagert,was man den Amerikanern zuschanzen wollte,um den eigenen Kopf zu retten?
Derlei Aufloesungserscheinungen innerhalb der SS gab es ja gegen Kriegsende mehrfach. Nicht zuletzt hat es Wernher von Braun ja aehnlich angestellt.

All das wuerde wiederum nicht erklearen,warum einige Ueberlebende von Fabriken sprachen,oder von einem bis aufs Essbesteck eingerichteten FHQ (siehe Yad Vashem Beitrag)

HELP!

VIele Gruesse
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Beitragvon Mattzz » Montag 26. März 2007, 10:41

hurryup hat geschrieben:Weiterhin berichtet er davon,dass Baustelle 1 von Crawinkel her als erste zu erreichen war.Somit bleibt fuer Baustelle 2 fast nur die heute existierende 25er Stollengruppe uebrig.

Das besagt erstmal nur, daß (von den IHM bekannten und für IHN relevanten Baustellen) die Nr.1 westlich der Nr.2 lag.
Aber nehmen wir trotzdem an, es geht dabei wenigstens z.T. um den 25er Komplex. Nun kommt es darauf an, ob man alle 25 als Gesamtheit betrachtet oder ob man innerhalb der 25 "gruppiert". Manches spricht für eine solche Gruppierung, aber Alles bislang rein spekulativ...
Da gabe es schon endlose Diskussionen um Zählweise, Reihenfolge etc.

Auch bei Kott ist Einiges widersprüchlich. Beispielsweise macht er einerseits Angaben zu Größe und Verwendungszweck von Stollen 13 und 15, sagt aber andererseits, er habe diese wegen vorangegangener Zerstörung garnicht oder nur teilweise betreten können.

Gruß
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Beitragvon hurryup » Montag 26. März 2007, 11:22

Das ist wohl auch das groesste Problem was sich heute stellt. Jeder der Zeitzeugen spricht eben ueber seinen mehr oder weniger kleinen Bereich. Alle zusammen sprechen ueber den Grossraum Olga. Allerdings die wenigsten Aussagen sind heute an Ort und Stelle ueberpruefbar. Und jede dieser Aussagen kann wiederum ueber unterschiedliche Projekte/Anlagen innerhalb Olga gesprochen haben. MMhh,die beruehmte Katze,die sich sich selbst in den Schwanz beisst.

Irgendwie kommt man da an einen toten Punkt. Nun liegen amerikanische,deutsche, belgische usw. Archive mehr oder minder offen,und trotzdem seit dem Abzug der Russen kein spektakulaerer Fund whatsoever. Kein Eingang,kein Stollen,kein Bahnhof und kein Tunnel.
VIelleicht sollte man das Rad der Geschichte vom Ende her zurueckdrehen und bei den letzten Bewohnern des Tal's anfangen.. Spricht jemand gutes Russisch? '0:-)'

Gruss
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Beitragvon Hans-Jürgen Räppold » Montag 26. März 2007, 12:04

[bart]
@ Hallo Silko, nach meiner Ansicht sind Kacheln und Fliesen das Gleiche. Lediglich bei Kachelöfen (Ofenkacheln) sehen diese etwas anders aus: sie sind dicker und auch oft zweischalig. Mit Wiki gehe ich da nicht konform.

@hurryup:
Du hast recht, dass zu diesem Zeitpunkt äußerst selten bzw. gar nicht Unterputzverlegungen stattfanden. Die Verlegung von Abwasserleitungen erfolgte mit Sicherheit wie heute beim Tunnelbau unterirdisch, d. h., unter der Stollen- oder Tunnelsohle. Möglich ist auch eine Verlegung hinter einer Wand, denn diese sind meist vor den Ausbruchwänden angelegt. In diesem Zwischenraum befinden sich Isolierungen gegen Feuchtigkeit aus dem Gebirge, sowie meist Sickerleitungen (Drainagen).

Einen Sinn machen gefließte Bereich eigentlich nur im Bereich fertiggestellter und bleibender Eingangsbereiche, sowie Sanitär-. Labor- oder Sanitätsbereiche, wobei ich mehr an Eingangsbereiche glaube. Den Einwand, man hätte dann Fliesenteile nach einer eventuellen Eingangssprengung finden müssen, kann man so nicht stehen lassen. Schaut Euch mal eine Fliese näher an: Die "Schokoladenseite" weist eine sehr dünne Glasurschicht auf, während der andere Teil aus einem verhältnismäßig weichem und sehr saugfähigem Trägermaterial besteht und berücksichtigt die bei Sprengungen entstehenden kleinen Stücke bzw. Splitter und vor allen Dingen das Alter (mehr als 60 Jahre!). Etwas anderes wäre es, wenn damals sog. Spaltklinker eingebaut worden wären; dies sind Platten, die ähnlich den normalen Klinkern hergestellt werden. Hier erfolgt keine Glasur oder Engobierung, sondern die Platten wurden und werden auch heute noch so gebrannt, dass die Oberfläche anfängt zu schmelzen. Derartiges Material kann man ohne Weiteres noch - behaupte ich - nach Jahrhunderten feststellen.
Gruß Jürgen
Hans-Jürgen Räppold
 

Beitragvon hurryup » Montag 26. März 2007, 12:22

Dann lief die Bauweise wohl etwa so:

-bergbautechnischer Stollenvortrieb
-Auskleidung der Stollenwaende mit Beton oder Spritzbeton zur Stabilisierung
-Installation Drainage
-Sanitaer und Elektro-Installation
-"Staenderwand" oder Vorwand aus Holz oder "Sauerkrautplatte"
-Anbringung der Fliesen oder Kacheln

Wenn nun die Fliesen am Ende nur an einer Leichtbauwand klebten, koennten dann nicht die Anwohner der umliegenden Gemeinden oder die Russen ganze Wand-Elemente ausgebaut haben?Miitsamst der Kacheln?Zurueck bliebe max. Beton an den Waenden.
Als Vergleich die "Demontage" von Decken der Fahrzeughallen in den Muna Crawinkel. Dies erfolgte ja durch Anwohner,denen selbst diese sehr muehsame und gefaehrliche Arbeit nicht zuviel war,um Baumaterial fuer ihre Haeuser zu ergattern.

Wobei nach dieser Theorie wenigstens Glasursplitter zu finden sein muessten..


Gruss
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Beitragvon Mattzz » Montag 26. März 2007, 12:33

hurryup hat geschrieben:...Jeder der Zeitzeugen spricht eben ueber seinen mehr oder weniger kleinen Bereich.

Jedenfalls ist es eines der Hauptprobleme bei der Zuordnung. Wobei man sich eigentlich bei Aussagen von Zivilarbeitern präzisere Ortsangaben erwartet oder erhofft, da diese sich gegenüber Häftlingen doch relativ frei in der Region bewegen konnten...

Hans-Jürgen Räppold hat geschrieben:...Den Einwand, man hätte dann Fliesenteile nach einer eventuellen Eingangssprengung finden müssen, kann man so nicht stehen lassen...berücksichtigt die bei Sprengungen entstehenden kleinen Stücke bzw. Splitter und vor allen Dingen das Alter (mehr als 60 Jahre!)

Fundzusammenhänge bei etwa zeitgleich gesprengten Objekten bestätigen da sehr häufig das Gegenteil. Im Übrigen wird dort nicht erst seit gestern geforscht und gesucht, sondern (sehr viel zeitnäher) auch schon in der Vergangenheit. Selbstverständlich würde es sich dabei nur um kleine Stücke und Splitter handeln, aber auch diese fallen irgendwann auf, sobald es stellenweise mehrere sind...

Mattzz
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Beitragvon Hans-Jürgen Räppold » Montag 26. März 2007, 17:45

hurryup hat geschrieben:


Wenn nun die Fliesen am Ende nur an einer Leichtbauwand klebten, koennten dann nicht die Anwohner der umliegenden Gemeinden oder die Russen ganze Wand-Elemente ausgebaut haben?Miitsamst der Kacheln?Zurueck bliebe max. Beton an den Waenden.
Als Vergleich die "Demontage" von Decken der Fahrzeughallen in den Muna Crawinkel. Dies erfolgte ja durch Anwohner,denen selbst diese sehr muehsame und gefaehrliche Arbeit nicht zuviel war,um Baumaterial fuer ihre Haeuser zu ergattern.

Wobei nach dieser Theorie wenigstens Glasursplitter zu finden sein muessten..


Gruss



Bei den von Dir als "Sauerkrautplatten" bezeichneten Teilen handelt es sich um Heraklithplatten; diese bestehen aus einer Art dickerer Holzwolle, die mit Zement gebunden ist. In der Regel wurden diese Platten auf ein Holzgerüst genagelt, wobei Nägel mit größeren Köpfen (meist rechteckige verzinkte Blechstücke) verwendet werden.
Diese Platten zusammen mit Fliesen so abzubauen, dass man sie zu Hause wieder einbauen kann, kann ich mir nicht vorstellen (auch gewichtsmäßig, denn Fliesenkleber kannte man noch nicht. Aber selbst bei Eindatz von Fliesenkleber müssen diese Platten vorher geputzt werden. Früher - bis ca. 1965 - wurden die Fliesen noch in einem Mörtelbett, ca. 10 bis 20 mm dick, verlegt). Nun noch als Beispiel einige Gewichte im Baubereich: Berechnungsgewicht für Stahlbeton 2400 kp/cbm, ein Vollklinker oder Vollbackstein ca. 7 Pfund,
ein Beton- oder Bimsblock für aufgehendes Mauerwerk max. 30kg usw.
Deshalb scheint mir Deine Theorie als nicht schlüssig.
Gruß Jürgen
Hans-Jürgen Räppold
 

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