Was hat Kott im Krieg gemacht?

Bereich für alle auf Personen bezogene Berichte, Fragen etc.

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Beitragvon hurryup » Freitag 30. März 2007, 08:53

Halte ich fuer angebracht!

Habe ja bisher nur Ausschnitte von seinem Bereicht gelesen,aber wenn er sich zu Themen auessert,hat man schon das Gefuehl,er hat Anlagen dieser Art zuvor schon einmal gesehen. Und nun ja,Architekten waren ja bei damals vor Kriegsende gern gesehen,ob nun bei den vielen U-Verlagerungen oder auch bei Org Todt. Vielleicht hatte er bereits Einschaegige Erfahrung mit Bauten wie diesen?

Gruesse

Joerg
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Beitragvon Silko » Freitag 30. März 2007, 09:01

Ich würde mal dei WASt kontaktieren - habe eben nur keine Lust, dann der 14 Anfrager zu sein und nen Standardauskunft zu bekommen. Wie Hänschen bei Kammler :)
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Beitragvon kps » Freitag 30. März 2007, 11:06

Hmm, was wollt Ihr bei der WASt? Die ist gut geeignet, über Angehörige der Wehrmacht eine Auskunft zu erhalten bzw. um deren Verbleib im Krieg zu klären.

Habt Ihr schon diese Diskussion komplett gelesen? Hier sind einige Angaben drin und auch, wass er während des Krieges gemacht hat. Weitere Unterlagen sind glaube bei uns im Archiv. Noch eher werdet Ihr fündig im Arnstädter Archiv.

MfG
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Beitragvon Hans-Jürgen Räppold » Freitag 30. März 2007, 12:22

[bart]
Dat fiel mir uff:
In der sowj. Armee gab es mit Sicherheit auch gute Pioniereinheiten mit entsprechend ausgebildeten Personal (Bauingenieure, Techniker usw,). Wenn man nun bedenkt, dass hier seitens der Russen Stollen usw. vorgefunden wurden, was liegt da näher, als eigenes Personal zur Untersuchung, Aufmaß und Planerstellung und somit Rekonstruierung der gesamten Anlage einzusetzen? Nein, hier muss ein besonderer Grund vorliegen das Kott mit diesen Arbeiten betraut wurde, wie z. B., dass Kott ein 1000% Kommunist gewesen wäre, dem steht allerdings entgegen, dass er dann von den Nazis ins KL eingeliefert worden wäre.
Vorstellen könnte ich mir, dass man seitens der Russen Bauingenieure eingesetzt und Kott nur ein Zuarbeiter bzw. Hilfskraft war. Fragen, auf die ich einfach keine schlüssige Erkärung habe!
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Beitragvon hurryup » Freitag 30. März 2007, 14:19

Ich will mal wieder mein Lieblingsgebaeck verteilen-->Spekulatius

W E N N nun die Russen die eigentliche Groesse der Anlagen kannten,diese aber weiternutzen wollten und fuer die Nachwelt einen falschen Endruck hinterlassen wollten,dann wuerde Kott's EInsatz wieder Sinn machen.

Nur mal so in den Raum gestellt...


EIne schluessige Erklaerung fuer das Vorgehen der Russen kann ich aber trotzdem nicht sehen.

EIne Dokumentation der Nazi Verbrechen schliesse ich aus,weil ja z.B: Buchenwald von den Russen eiskalt weiterverwendet wurde (Speziallager 5 bis 8000 Opfer)
Zumal das Hauptaugenmerk Kott's auf der baulichen Seite lag

Gruesse Joerg
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Beitragvon kps » Freitag 30. März 2007, 14:44

Wieder hmmm. Wenn mich nicht alles täuscht, waren die Amerikaner vor den Sowjets im Tal und so ziemliche alle Anlagen, die bereits vor dem folgendem kalten Krieg vom "Feind" aufgeklärt wurden, hätten strategisch keinen Wert gehabt. Zudem hatten die Amerikaner 3 Monate Zeit, mehr zu finden und zu dokumentieren. Für die schien es aber auch eher unwichtig zu sein... Einige Autoren behaupten zwar, dass mehr gefunden wurde und die Akten unbestimmt verschlossen bleiben, aber derlei Schutzbehauptungen bringen uns auch nicht weiter - dies steigert nur Verkaufszahlen.

Ich sehe im Auftrag für Kott und in seiner Ausführung keine nennenswerten Abweichungen/ Verschleierungen oder Geheimnisse. Er hat Minus 1 nicht drin im Plan und einige Fundamente etc. Ich weiß aber nicht, wie viel Zeit er hatte und wie auf den Fotos zu sehen, wurde fleißig demontiert und wie wir aus den April 45 Fotos und Aussagen wissen, fehlten schon nach wenigen Tagen Baracken, Baumaterial, Werkzeug etc.

MfG
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Beitragvon hurryup » Freitag 30. März 2007, 15:00

@KPS

Das ist wohl wahr... EIne strategische Bedeutung sollte dem Jonastal ja fruehestens wieder Ende der 50er Jahre zukommen,mit der Stationierung Sowjetischer nuklearer Interkontinentalraketen (wenn es ueberhaupt schon solche Raketen im Tal gab)

Dies konnte aber den Auftraggebern Kott's schwerlich bekannt gewesen sein,da diese Waffensysteme erst spaeter entwickelt wurden-

Ist da vielleicht wirklich nur eine Baustelle gewesen,sonst nichts?

Schwer zu ertragen der Gedanke,immerhin sind eine Menge Menschen beim Bau umgekommen oder hingerafft worden.

Da aber spraechen die vielen Zeugenaussagen dagegen..


Ich glaube Mattzz erwaehnte die Moeglichkeit von begrenzten,gut ausgebauten und unentdeckten Stollen. Das koennte wohl gut zutreffen..

Gruesse

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Beitragvon Volwo » Freitag 30. März 2007, 16:00

Zur Info noch drei Daten für die Zeit nach dem Krieg:

Kott heiratete 1951 und verstarb 1954. Seine Frau Frida starb 1988.
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Beitragvon bobo » Freitag 30. März 2007, 16:31

Todesursache?
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Beitragvon kps » Freitag 30. März 2007, 17:13

hurryup hat geschrieben:@KPS

...Ist da vielleicht wirklich nur eine Baustelle gewesen,sonst nichts?


Immerhin eine sehr bekannte Baustelle. Die wahren Schätze sind die bisher vielen ungeklärten Schicksale.

In den 70er Jahren sollten die Stollen als Obst- und Gemüselager genutzt werden. Von DDR-Seite aus muss es schon klare Vorstellungen und Planungen gegeben haben. Ich hatte dazu erst letztens wieder ein Gespräch. Allerdings wurde es wohl allein aufgrund Veto durch die Sowjets nichts. Das ist dann klar, wenn gleich um die Ecke sowjetisches Hoheitsgebiet war und zu viel Neugier und Verkehr nicht gewünscht war.

MfG
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Beitragvon hurryup » Samstag 31. März 2007, 07:03

Ein Obst oder Gemueselager? Ist ja der Hammer. Schien aber Methode zu haben in der DDR:

War nicht auch in einer Nebenanlage der Mittelwerke in Nordhausen ein HO Gemueselager untergebracht?

Gruesse
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Beitragvon hurryup » Samstag 31. März 2007, 07:08

Nochmal zurueck zum Kott Plan.

Wenn die Absicht der RUssen war,einfach nur eine Dokumentation des Bestehenden zu bekommen,haette man da nicht einfach ein russische Pionier oder Baukompanie einsetzen koennen? Kott schreibt seinen Bereicht in deutsch,was am Ende ins Russische uebersetzt wurde? Das birgt doch jede Menge Fehlerquellen wegen unterschiedlicher Fachbegriff fuer ein und dieselbe technische Bauleistung..
Hat man mal eine russiche Uebersetzung des Kott Planes gesehen?

Gruesseeeeee
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Beitragvon Michael aus G » Samstag 31. März 2007, 18:33

kps hat geschrieben:In den 70er Jahren sollten die Stollen als Obst- und Gemüselager genutzt werden. Von DDR-Seite aus muss es schon klare Vorstellungen und Planungen gegeben haben. Ich hatte dazu erst letztens wieder ein Gespräch.


Bleib da mal dran. Bei der Reimagh hat es solche Pläne ja auch gegeben, obewohl die nicht lange liefen. :-) Es hatte aber dort gereicht, das schon begonnen wurde die Elektrik zu verlegen. Er hatte danach richtig Probleme sein Material wieder ausbauen zu dürfen.

Vielleicht gibt es ja in noch irgend einem Bauaktenarchiv Unterlagen dazu... . :-top)
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Beitragvon hebbel » Montag 2. April 2007, 06:42

hurryup hat geschrieben:War nicht auch in einer Nebenanlage der Mittelwerke in Nordhausen ein HO Gemueselager untergebracht?


Röchtöch. Der am besten erhaltene Teil. Nicht zum ehemaligen WiFo-Lager gehörend, aber im Gesamtkomplex zu sehen.

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Beitragvon Arthur » Montag 2. April 2007, 07:20

hurryup hat Folgendes geschrieben:

War nicht auch in einer Nebenanlage der Mittelwerke in Nordhausen ein HO Gemueselager untergebracht?


später Pilzzucht
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Beitragvon Volwo » Montag 8. Februar 2010, 18:03

Ernst Kott aus Arnstadt, Pfortenstr.
Tätigkeiten im Krieg:
- bis LS Raumlanlage und LS Bunker
Weiß jemand wo das war?
- bis zum 6.3.44 135 Behelfswohnheime
Weiß jemand wo das war?
- "Baracken 2+1" für Ausländer bis Juli 1944
Weiß jemand wo das war?
alles für die Firma Schmidt/Daimon (oder ähnlich)
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Beitragvon kps » Donnerstag 11. Februar 2010, 11:21

Volwo hat geschrieben:Ernst Kott aus Arnstadt, Pfortenstr.
Tätigkeiten im Krieg:
- bis LS Raumlanlage und LS Bunker
Weiß jemand wo das war?
- bis zum 6.3.44 135 Behelfswohnheime
Weiß jemand wo das war?
- "Baracken 2+1" für Ausländer bis Juli 1944
Weiß jemand wo das war?
alles für die Firma Schmidt/Daimon (oder ähnlich)
(Quelle Archiv Jonastalverein)


Ich verstehe weder die Fragen noch die Quellenangabe. Vrmtl. musst du noch ein paar mehr Knochen hinwerfen.

Mach es doch bitte so und gebe die primäre Quelle zumindest grob an - siehe Bsp. aus 2005 hier in der Diskussion.

Quelle: Stadtarchiv Arnstadt

Schreiben vom 02.02.1944 vom Leiter der Sofortmaßnahmen
Betreff: Die Durchführung der Sofortmaßnahmen nach Luftangriffen für die Stadt Arnstadt

Die Grundlage für die Beseitigung der durch Fliegerangriff entstandenen baulichen Schäden (Fassung v. 1.5.1943) festgelegt.

Die Leitung der Gesamtorganisation hat Stadtbau-Inspektor Rittler ...

Erster Vertreter: Stadtbau-Oberinspektor Schäfer ...

Zweiter Vertreter: [frei]

Der Leiter der Sofortmaßnahmen bedient sich zur Bewältigung seiner Aufgaben eines Mitarbeiterstabes, bestehend aus:
a) 3 Vertrauensarchitekten,
1. Arch. Josef Schadem
2. Arch. Enders, als Mithilfe Ing. Unger
3. Arch. Kott...

Erste Maßnahmen:
1) Absperrung der Schadensstellen...
2) Ermittlung des Umfangs der Schäden
3) Meldung an übergeordnete Stellen ...
4) Auswertungen der Feststellungen...
5) Kräfteeinsatz
6) Glas- und Dachschäden...

Aufräumungsarbeiten ...
Bestattung der Toten...
Unterbringung verwendbarer Bauteile und Bauschuttbeseitigung...
Abrechnung...
Entschädigungsanträge...


MfG
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Re:

Beitragvon Volwo » Sonntag 28. August 2011, 12:18

Etwas spät, habe den Thread wohl aus den Augen verloren: es ist die gleiche Quelle, wie bei Dir, die Archivnummer ist nicht engegeben, lässt sich aber betimmt rauskriegen.
kps hat geschrieben:Wer sucht - der findet. Dank Walter haben wir seit kurzem im Vereinsarchiv folgendes Dokument aus dem Stadtarchiv Arnstadt:



kps hat geschrieben:Ich verstehe weder die Fragen noch die Quellenangabe. Vrmtl. musst du noch ein paar mehr Knochen hinwerfen. Mach es doch bitte so und gebe die primäre Quelle zumindest grob an - siehe Bsp. aus 2005 hier in der Diskussion.
MfG kps

Übrigens: Die von dir angegebene Quelle des obigen Dokumentes (Die Durchführung der Sofortmaßnahmen nach Luftangriffen..., vom 2.2.44) ist ebenfalls nicht korrekt :D :D , sie lautet: KA Arnstadt, Akte 298-04.
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Re: Was hat Kott im Krieg gemacht?

Beitragvon kps » Sonntag 28. August 2011, 20:37

Hätte ich damals selbst gefischt, hätte ich neben Köder auch Teich und Fangzeit nennen können. So ist es eben leider mit sekundären Quellen und gefährlichem Halbwissen [-nich-]

Jetzt hast du mich voll [/P--]

LG
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