Mobiler Ofen aus dem Flußbett

Bereich für Diskussionen und zur Identifizierung von Fundamenten, Bodenfunden etc. im Jonastal und Umgebung

Moderatoren: Mercedes-Diesel, Marc

Mobiler Ofen aus dem Flußbett

Beitragvon kps » Freitag 27. Juni 2008, 10:12

Hallo, folgende Reste eines Ofen lagen im Flußbett. Leider ist der genaue Zweck nicht mehr zu erkennen.

Merkmale:
- ca. Fassgröße (Durchmesser ca. 500mm)
- Feuerluke und Rohranschlußstück für Abzug
- Tragegriffe

MfG
kps
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5662
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Beitragvon Ramsay » Freitag 27. Juni 2008, 14:57

Hallo,

mal eine Vermutung zur Verwendung:

Es könnte der Feuerbereich eines Dachdeckerofens sein. Im oberen Bereich wurde ein Kessel eingesetzt und darin Bitumen oder Teer erhitzt.
Beides konnte nicht nur zum Kleben von Dachpappe auf Dächern, sondern auch zum Abdichten von Mauerwerk als Sperrschicht benutzt werden.

MfG
Ramsay
VG
Ramsay
"Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt." - Albert Einstein

Team Σ Sigma
Benutzeravatar
Ramsay
Jonastal-Fortgeschrittener
 
Beiträge: 488
Registriert: Freitag 20. Januar 2006, 22:01
Wohnort: bei Leipzig

Beitragvon Erbse » Freitag 27. Juni 2008, 17:44

Hallo,
als ich 1968/69 im NVA-Winterzeltlager in Eggesin zelten durfte, hatten wir so ähnliche Öfen in den Zelten. Ist zu lange her, um einen Vergleich anzustellen. Habe bisher nur eine engliche Version mit Bild gefunden
Gruß Erbse
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Erbsen zählen kann jeder.
Erbse
Jonastal-Fortgeschrittener
 
Beiträge: 170
Registriert: Montag 5. Mai 2008, 20:59
Wohnort: Gräfenhain

Beitragvon ahn » Montag 21. Juli 2008, 13:33

Hallo Ramsay,
stimmt, es sieht wie ein Teerofen aus.
Vor gefühlten hundert Jahren gab es die Dinger bei jedem Dachdecker. Der Teer wurde in Pappumhüllung geliefert, mit einem Beil wurden Stücke abgeschlagen und in den Teerofen zum schmelzen gelegt.
Besonders lustig war es, wenn die Dachdecker, um nicht so oft herunter zu müssen, den Ofen zu gut eingeschürt hatten.
Irgendwann entzündete sich der Teer und eine schwarze stinkende Rauchwolke (wie brennender Gummi) zog durch die Straße.
Wenn ich es noch richtig weiß, war das Löschen immer ein Problem. Wasser konnte man nicht hineinschütten, da die flüssige Teerpampe einem sonst um die Ohren flog.
Schimpfende Anwohner und rußschwarze Dachdecker waren das Ergebnis.
Wenn das Feuer im Ofen runtergebrannt war, wurde der darüber brennende Teer einfach mit einem Deckel abgedeckt.und somit gelöscht.

Gibt es heute eigentlich noch solche Öfen? Oder wird nur noch mit dem Gasbrenner gearbeitet?
Gruß vom ahn
Neugier bringt neues Wissen
ahn
Jonastal-Frischling
 
Beiträge: 2
Registriert: Freitag 9. April 2004, 16:21
Wohnort: Bayern


Zurück zu Fundbüro

  • VISITORS

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Design by GB