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Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Montag 16. Dezember 2019, 16:10
von Chlotar
Es gibt im Buch "100Jahre Truppenübungsplatz Ohrdruf 1906 - 2006" von P. Schmidt und M.Ständer auf Seite172 ein Foto mit der Bildunterschrift "Kampfwagenangriff im Juni 1937".
Das Foto wurde, meiner Meinung nach, vom Musketierberg in Blickrichtung Osten aufgenommen. Der Fotograf stand erhöht und man erkennt deutlich am unteren Bildrand des Fotos den Schattenwurf eines Gebäudes mit Turm, welcher durchaus ähnlich mit dem Gebäude bzw. Schatten des Gebäudes südöstlich vom Bk Hindenburgt ist, welches hier gestern weiter oben angesprochen wurde.
Weiterhin ist ca. 30m vom Standpunkt des Fotografen in Richtung Osten die Decke eines teilweise eingegrabenen Bunkers zu sehen (meine erste Annahme war Bk Brest-Litowsk aber "alles kann - nichts muß" ;-)).
VG

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Montag 16. Dezember 2019, 17:30
von MunaUede
Der Erdwall ist auch im Film "DOKU Der Osten entdecke wo du lebst Geheime Zone Der Truppenbungsplatz Ohrdruf" zu sehen (ab Minute 23:50).

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Montag 16. Dezember 2019, 18:05
von Chlotar
@MunaUede
Der Erdfall der aus der Perspektive des Hubschraubers (im Film ab 23Min:50sek) zu sehen ist, ist ein Erdfall bei der "Hühneburg" (Flurbezeichnung) und oberhalb des Kollerstedter Grunds und nicht zu verwechseln mit dem Erdfall auf dem Musketierberg.
Im Film wird durch den Umschnitt auf die Ausführungen des Herrn Zeigert, der sich aber hier auch nur auf die Gerüchte um den Erdfall auf dem Musketierberg bezieht, u.U. der Eindruck erweckt, das es sich um um ein und denselben Erdfall handelt - das ist nicht der Fall!
Ab der 24Min:29Sek werden ausschließlich Aufnahmen, von der Beräumung und beginnenden Verwahrung, sowohl ober- als auch unterirdisch, vom Erdfall auf dem Musketierberg gezeigt.
VG

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Montag 16. Dezember 2019, 20:00
von MunaUede
Danke für die erläuternden Ausführungen. Auf die Details hatte ich verzichtet.

Gibt es neue Geheimnisse?

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Dienstag 17. Dezember 2019, 04:01
von muhmer
Augustiner hat geschrieben:
muhmer hat geschrieben:Kannste vergessen. Das Lubi ist retuschiert!!


So ein Schmarrn, erzähle mir doch bitte mal, wie Du bei Reihenbildaufnahmen "ein" Luftbild retuschieren willst.


Du willst mir doch nicht erzählen das Du die Negative hast. :-D
Wenn Du mir nicht glaubst, dann kontrolliere, mit einem Programm Deiner Wahl, selbst die Pixelgröße innerhalb Deiner Bilder. Wenn beim Vergrößern Bereiche unscharf werden, Masken, Fratzen und andere Gebilde auftauchen und der Rest scharf ist, ist das Bild mit Sicherheit retuschiert !!! Und wenn Du mir immer noch nicht glaubst, frage mal Alex (cascadeur). :D

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Dienstag 17. Dezember 2019, 10:26
von Augustiner
Dann muss man bei Reihenbildaufnahmen zwecks stereoskopischer Auswertung also für eine Bordkamera mindestens 2 - 3 Stellen total identisch retuschieren ? Nehme ich die anderen Kameras hinzu, dann bin ich schon bei 4 bis 9 Fotos ? Viel Spass beim Retuschieren ! Im Übrigen hat dann also die deutsche Luftwaffe ihre Luftbilder Jahre vorher in weiser Voraussicht an eben diesen Stellen in gleicher Weise retuschiert ?
Die Russen haben das später schlauer gemacht, nämlich gleich ganze Landstriche einfach geschwärzt, ohne auf einen genauen Punkt aufmerksam zu machen.

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Dezember 2019, 05:56
von lupo
muhmer hat geschrieben:
Augustiner hat geschrieben:
muhmer hat geschrieben:Kannste vergessen. Das Lubi ist retuschiert!!


So ein Schmarrn, erzähle mir doch bitte mal, wie Du bei Reihenbildaufnahmen "ein" Luftbild retuschieren willst.


Du willst mir doch nicht erzählen das Du die Negative hast. :-D
Wenn Du mir nicht glaubst, dann kontrolliere, mit einem Programm Deiner Wahl, selbst die Pixelgröße innerhalb Deiner Bilder. Wenn beim Vergrößern Bereiche unscharf werden, Masken, Fratzen und andere Gebilde auftauchen und der Rest scharf ist, ist das Bild mit Sicherheit retuschiert !!! Und wenn Du mir immer noch nicht glaubst, frage mal Alex (cascadeur). :D
Schaue Dir mal diese Seite an.
Hier wird dann gut beschrieben welchen Verlust Du bei der Digitalisierung von Luftbildern haben kannst. Thema unterschiedliche Pixel.
https://www.bfr-kmr.de/anhang_2.3.1.html

Viele Grüße-Daniel
mobil gesendet

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Dezember 2019, 17:32
von manganer
Entschuldigung, jetzt muß ich auch mal ran. Das mit der Retusche ist natürlich Quatsch. Ich denke Augustiner hat das ausgiebig begründet. In Sachen Erdfall machen es sich aber einige ein bischen zu einfach. Wie TÜP bereits 2009 bemerkte, ist zu dem 89er Erdfall nie alles aufgeklärt wurden. Ich weiß, mitlerweile ist es schick, alles absurd zu führen, aber so einfach ist das nicht. Der von Chlotar so nassforsch als Kumpel bezeichnende Kommentator vor Ort im Untergrund, war der damalige Chef der Bergsicherung Ilfeld, Herr Fehling. Übrigens hatte er nach der Befahrung einen ausgiebigen Vortrag über das Befahrene am Erdfallrand gehalten. Richtig publik geworden wurde der Erdfall durch das Hilfeersuchen von General Minenko an deutsche Stellen, in deren Folge es am 8. November 1989 zu einer Vorortbegehung kam, an der u.A. Generalmajor Schubert und Oberstleutnant Zweikirch vom MfNN (Ministerium für Nationale Verteidigung) teilnahmen. Wer sich übrigens mit Bunkerbau der NVA auskennt, dem dürfte der Name bekannt sein, der Herr Schubert war nämlich sozusagen der "Bunkerpapst" der DDR. Bevor gleich Nachkommentare folgen, ja, das Treffen wurde von General Schubert bestätigt. Mehr allerdings auch nicht. Um es gleich zu sagen: Ich weiß weder wo der Erdfall war, noch ob es sich um den Musketiererdfall handelt. Aufgrund der ganzen Chronologie würde ich das aber ausschließen, würde auch den Angaben über die Erstentdeckung im roten TrüPl. Ohrdruf-Buch
wiedersprechen. Außerdem wäre es ja mehr als skandalös, denn das würde ja bedeuten, Kolja hat, nach gemeinsamen Bekanntsein des Erdsfalles und Beratung mit deutschen Stellen, begonnen klammheimlich den Erdfall über Jahre mit den Unmengen an Kriegsmüll zu befüllen...

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Dezember 2019, 19:19
von Chlotar
manganer hat geschrieben: von Chlotar so nassforsch als Kumpel bezeichnende Kommentator vor Ort im Untergrund, war der damalige Chef der Bergsicherung Ilfeld


Die Bezeichnung "Kumpel" sollte hier so verstanden sein, dass es sich bei dem Kommentator um eine fachlich versierte Person handelt und nicht um einen Laien. Warum der "Chef der Bergsicherung Ilfeld" nun gerade kein Kumpel sein soll, erschließt sich mir nicht, ebenso wenig warum der Text "nassforsch" gewesen sein soll.

Warum würdest Du aufgrund der "ganzen Chronologie" ausschließen, dass es sich um den Erdfall auf dem Musketierberg handelt? Was ist an den Darstellung zur Erstentdeckung im roten Buch zum Platz widersprüchlich? Zitat aus dem Buch: "Im Frühjahr 1991 entdeckten Mitglieder des Thüringer Höhlenvereins e.V. Gotha ..." hier wäre "wiederentdeckten" sicherlich besser gewesen, wobei weiter unten mitgeteilt wird, Zitat: "...der nach Zeitzeugen etwa 1986 durch Auslaugungsprozesse im Untergrund entstanden ist..." und dies ist nach meiner Erinnerung und Kenntnis stimmig.
Der letzte Satz Deines Beitrages ist sicherlich ironisch gemeint...CA hat dort getreu dem Sprichwort "Russland ist groß, der Zar ist weit!" bereits lang vor 1989 verklappt.
VG

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Dezember 2019, 21:03
von Ramsay
Hier mal ein wenig Lektüre zum Erdfall Musketierberg.

Übrigens Manganer der Oberstleutnant hieß Zwiekirch und nicht Zweikirch. Nur der Korrektheit halber.

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Freitag 20. Dezember 2019, 08:47
von Augustiner
Ramsay hat geschrieben:Hier mal ein wenig Lektüre zum Erdfall Musketierberg.


Vielen Dank für's Einstellen - ist ja nicht selbstverständlich bei all der Geheimniskrämerei.

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Freitag 20. Dezember 2019, 09:02
von Chlotar
@Ramsay
Danke!

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Dienstag 4. Februar 2020, 21:51
von TÜP
Chlotar hat geschrieben:Es gibt im Buch "100Jahre Truppenübungsplatz Ohrdruf 1906 - 2006" von P. Schmidt und M.Ständer auf Seite172 ein Foto mit der Bildunterschrift "Kampfwagenangriff im Juni 1937".
Das Foto wurde, meiner Meinung nach, vom Musketierberg in Blickrichtung Osten aufgenommen. Der Fotograf stand erhöht und man erkennt deutlich am unteren Bildrand des Fotos den Schattenwurf eines Gebäudes mit Turm, welcher durchaus ähnlich mit dem Gebäude bzw. Schatten des Gebäudes südöstlich vom Bk Hindenburgt ist, welches hier gestern weiter oben angesprochen wurde.
Weiterhin ist ca. 30m vom Standpunkt des Fotografen in Richtung Osten die Decke eines teilweise eingegrabenen Bunkers zu sehen (meine erste Annahme war Bk Brest-Litowsk aber "alles kann - nichts muß" ;-)).
VG


Der Fotograf steht auf der Kirche vom Zieldorf Hesserode.

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Dienstag 10. März 2020, 17:55
von Chlotar
@ TÜP
Da bin ich im wahrsten Sinne des Wortes anderer Ansicht ;-).

Wenn der Fotograf auf dem Kirchturm von Hesserode steht, müsste man, wenn auch ggf. im Schatten, die kleine, die Kirche umlaufende Steinmauer und Teile des Kirchenschiffes sehen.
Weiterhin sieht man im linken Bildbereich unter dem Horizont die Lindenallee von Hesserode sowie das dahinter liegende kleine Waldstück. Am Horizont den östlichen Teil der Schlossleite und den Burgberg der Wachsenburg. Dies wäre so, bei einem Foto vom Kirchturm aus, nicht möglich.
Ich denke schon, dass der Fotograf auf der Konstruktion südöstl. des Bk. Hindenburg (siehe Luftbild-Ausschnitt von Augustiner am 12.12.2019 in diesem Thread) stand.
VG

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Dienstag 10. März 2020, 21:29
von TÜP
Da muss ich dir ausnahmsweise mal recht geben.
Ich hab mir noch das Foto in die andere Richtung rausgesucht. Un da sieht man den Turm Plüskow. Also stimmt Musketierberg. Wobei ich keine Aufnahme kenne, die auf dem Hindenburg einen Aufbau zeigt [wer.der.]

Re: Ohrdruf

BeitragVerfasst: Mittwoch 11. März 2020, 08:34
von Chlotar
Ja, wäre schön (gewesen) wenn der Fotograf seinerzeit auch einen "Gegenschuss" gemacht hätte. Auf den 45er Luftbildern ist anhand der Schatten die Konstruktion noch zu erkennen. Ich nehme an, dass das Bauwerk aus Holz war und nach dem Krieg verfeuert wurde.
VG