henry bick

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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Montag 13. Januar 2020, 19:49

MunaUede hat geschrieben:Besteht die Möglichkeit, alle bekannten bzw. vermuteten Örtlichkeiten auf Luftbildern zu verorten z.B. Apellplatz?


@KPS wird dies besser wissen, aber Appellplätze wären an einigen Stellen denkbar.
Die armen Fische im Aueteich............
Was mir erst jetzt auffällt, unter Umgehung von Crawinkel gab es eine direkte Wegverbindung MUNA - Jonastalstraße.
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Re: henry bick

Beitragvon kps » Montag 13. Januar 2020, 21:41

Wir kommen jetzt etwas von der gesuchten "Halle" und der Aussage ab, aber finden hoffentlich bald zurück.

MunaUede hat geschrieben:..."Bewetterungsstollen" für die Stollen im Berg konnten bislang nur oberhalb der Stollen festgestellt werden oder?


Es gibt meiner Ansicht nach im Zustand Anfang April 1945 nur einen angefangenen Luftschacht und das war der Stollen -1. Von dort aus hätten man snekrecht nach unten Stollen 1 erreicht und nach einer bis dahin unvollendeten Querverbindung bis zum Stollen 25 für Durchzug gesorgt. Alle weiteren, von uns/ mir untersuchten, angefangenen Löcher sollten nicht viel tiefer gehen als ein paar Meter. Sie dienten meist der Aufnahme von Verteidigungsstellungen. Teil II - Ringstände und Stellungen - S III Baustelle Jonastal von Daniel und Rolf Harald gibt dazu einen guten Überblick. Das Thema würde ich aber noch mal separat anfangen wollen im Forum, weil es mir sehr wichtig ist und und denjenigen, die den Gral suchen und selbst hüten, die Augen öffnen sollte.

Augustiner hat geschrieben:Luftschächte konnten weder innerhalb der Stollen noch oberhalb der Stollen festgestellt werden - trotzdem soll die Bewetterung in den Stollen gut sein...


Ja. Sieht man ja auf den Kott-Fotos der Stolleneingänge anhand der großen Rohre an der Decke. Bewetterung durch Druckluft der Kompressoren so lange diese liefen. Mit -1 hätte da noch ein zusätzlicher, natürlicher Effekt für Durchzug sorgen können.

MunaUede hat geschrieben:Naja, Bick spricht ja davon, dass er diese bzw. Dampf gesehen hat. Irgendwo hier oder im Nachbarforum (???) war die Rede davon, dass oben auf dem Berg Luftschächte gefunden wurden. Bilder dazu gab es wohl auch.


Ok. Die benannten Stellen könnten helfen und wir sind dann ggf. im Bereich der gesuchten "Halle". Welches Forum bzw. welche Fotos? Es ist immer schwer bzgl. Foren Hopping und der Verfolgung einer Diskussion, wenn man nicht überall aktiv und angeschlossen ist.

Henry Bick hat geschrieben:...Es gab eine Belüftung und Entlüftung. Die Tür der Halle war immer geöffnet. Ich erinnere mich das Eisen heiß gemacht und bearbeitet wurde. Es kann sein das Hülsen oder Kartuschen gefertigt wurden, ich weiß das nicht
mehr so genau. Der entstandene Dampf wurde durch die Entlüftung gesogen. Wenn ich draußen arbeiten musste sah ich den Dampf aufsteigen aus den Entlüftungsrohren. Die Halle war vom Eingang aus nicht zu sehen...


Herr Bick ist in den meisten seiner Aussagen sehr genau. Wir müssen hier den Kern extrahieren und aus meiner Sicht die bekannten Stollen erst mal vergessen. Andererseits macht der beschriebene Aufwand für eine solche Halle ohne Sicherung keinen Sinn, um nur Hülsen zu fertigen oder Kartuschen. Auch dies wurde nicht in der LMuna Crawinkel gemacht. Die leeren Hülsen und Bombenkörper kamen so an und wurden in der Muna erst befüllt. Eine wie uns bekannte Feldbahnstrecke ist weniger dazu geeignete, eine industrielle Fertigung aufrecht zu erhalten und Material ran und fertige Produkte weg zu bringen. Zudem war die Strecke ins Jonastal bereits mit den bekannten Häftlings- und Baumaterialtransporten ausgelastet. Insgesamt ergibt sich daraus kein Sinn, wenn man zusätzlich den Baufortschritt eines sehr hoch priorisierten Bauvorhabens unnötig gefährdet, wenn auf dem Weg noch eine Hülsenbude liegt und deren Qualm unter Umständen die gedeckte Führungsstelle verrät.

Augustiner hat geschrieben:Remdt schrieb schon von verfüllten Vertiefungen oberhalb der Stollen, es handelte sich aber wohl um ausgegrabene Pfähle oder sonstigen "Löchern".


Hast du zufällig die genaue Stelle im Buch und das exakte Zitat parat? Das würde ich dann noch mal brauchen, wenn wir separat über die Ringstände etc. reden.

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Re: henry bick

Beitragvon kps » Montag 13. Januar 2020, 22:17

MunaUede hat geschrieben:Besteht die Möglichkeit, alle bekannten bzw. vermuteten Örtlichkeiten auf Luftbildern zu verorten z.B. Apellplatz?


Augustiner hat geschrieben:@KPS wird dies besser wissen, aber Appellplätze wären an einigen Stellen denkbar.
Die armen Fische im Aueteich............
Was mir erst jetzt auffällt, unter Umgehung von Crawinkel gab es eine direkte Wegverbindung MUNA - Jonastalstraße.


Derzeit arbeite ich wieder an der Zuordnung der Gebäude zum Häftlingslager. Das werde ich zu gegebener Zeit wieder separat vorstellen. Leider ist es mir derzeit nicht möglich, den Appellplatz eindeutig zuzuweisen. Er wird aber übereinstimmend von verschiedenen Zeugen genannt/ beschrieben. Ich habe mal eine Bunkerfläche markiert, in der ichdas Lager vermutet. Weiter vorn in der Muna waren Munitionsarbeitshäuser, die Verwaltung und die Siedlung, die nicht durch Häftlinge als Unterkunft beschrieben wurden. Es bleibt nur ein Teil der bekannten Munitionshäuser. Das macht allerdings den Fussweg zur Verladerampe am Bahnhof wieder recht lang und man müßte rennen/ schnell gehen, um die Gehzeit einzuhalten.

Noch eine Ergänzung zur Markierung im Luftbild von Augustiner -> 60 cm Feldbahn. Das möchte ich bezweifeln. Die Stelle ist zum Entladen der Waggons auf der Regelspur nicht geeignet. Zu Muna-Zeiten war etwas weiter vorn geplant, Personenzüge kurz anzuhalten, damit die Zivilangestellten schneller zu Arbeit kommen. Ein Baumaterial-Zug würde aber für längere Zeit die eingleisige Strecke blockieren. Ich hatte mich mit der Stelle mal beschäftigt im Zusammenhang mit einem möglichen Abzweig der Regelspur in Richtung Jonastal. Die Stelle ist dafür geeignet und laut befragten Zeugen war dort bereits eine Weiche nachträglich eingebaut worden zum Kriegsende. Es war meiner Ansicht nach also dort geplant, einen Zug von der Hauptstrecke zu fahren. Der von dir markierte Weg zeigt Bearbeitung/ Bewegung und führt direkt zum Feldbahnhof. laut Zeugen lagen dort keine breiten oder schmalen Gleise zum Kriegsende, was aber ggf. noch geplant war. Daher habe ich deine Beschriftung erst mal gestrichen - aus meiner Sicht. Hast du zufällig bessere Lubis der Stelle, auf der man Gleise und/ oder Waggons erkennt? Dann komme ich auf deine Seite. Auch dies sollten wir aber noch mal extra diskutieren.

Herr Bick beschrieb, dass sie direkt vom Bahnhof und dem Bereich der Rampe in die Feldbahn-Züge verfrachtet wurden. Dies wiederum kann ich bestätigen. Vom Bahnhof aus und dem Bereich des heutigen Infopunktes für den Waffenstillstandswaggons führte ein Feldbahngleis in mehreren Bögen ebenfalls zum Feldbahnhof.

Henry Bick hat geschrieben:...Die Fahrt zur Baustelle dauerte so zirka 15 bis 20 Minuten von der Plattform aus...


Siehst du das Feldbahngleis vom Bahn aus auch Augustiner? Eine andere Möglichkeit wäre noch, dass eine Holzplattform dort gewesen wäre, wo du den Abzweig Feldbahn eingezeichnet hast und dort wirklich die Waggons ebenfalls ausgeladen wurden. Dann wäre auch der Marschweg von der Mitte der Muna bis dahin in 20min zu schaffen. Ich habe dafür aber keine Hinweise und Aussagen - reine Spekulation. Daher bleibe ich bei den bekannten Verladerampen am Bahnhof.

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Re: henry bick

Beitragvon kps » Montag 13. Januar 2020, 22:36

Bei den Pfeilen geht es vom Bahnhofbereich direkt auf die Feldbahnstrecke. Bei den Bögen bin ich mir sicher. Die direkte Zuweg zum Feldbahnhof ist auch wahrscheinlich.

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Re: henry bick

Beitragvon lupo » Dienstag 14. Januar 2020, 10:03

Augustiner hat geschrieben:Bezugnehmend zu dem vorhergehenden "Klopps" wäre dort eine Baracke. Falls die Jonastalstraße damals 5 m breit gewesen sein sollte, so komme ich auf ca. 40 x 17 m. Welche Funktion hatte diese Baracke ?

Das Foto verwirrt mich immer wieder, denn da passt kaum was mit Kott zusammen.
Kott- hat eine bereits im Abbau befindliche Baustelle dokumentiert und nicht besonders viel Tiefgang dabei einfließen lassen.
Diese große Baracke hat er neben vielen anderen Baracken nicht dokumentiert. Beispielsweise die Reparaturwerkstatt am Harry-Hang. Die stand noch als er den Plan gemacht hat. Die größere Baracke direkt im Anschluss Richtung Crawinkel nicht. Hier ist lediglich ein Lagerplatz vermerkt. Erwähnenswert sind die vielen Gleise in diesem Bereich. Hier sind sicher viele Dinge be- und entladen worden. Denke da an Bick....Halle/ große Baracke vorhanden. Zudem liegt der Bereich noch im innersten Sperrkreis, also besonders schützenswert.

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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Dienstag 14. Januar 2020, 11:17

kps hat geschrieben:Hast du zufällig die genaue Stelle im Buch und das exakte Zitat parat? Das würde ich dann noch mal brauchen, wenn wir separat über die Ringstände etc. reden.
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Kapitel "Helft-uns-Zeichnung", S. 102, "....Der junge Andreas Martin aus Arnstadt kletterte den Berg hinauf.....Martin entdeckte eine mit Steinen und Schutt aufgefüllte Grube die mit dem Bewetterungsschacht identisch sein könnte.........." und ".........Im Oktober 1991 haben wir dann das Plateau über den Stollen 11 bis 25 näher untersucht. Wir entdeckten zahlreiche rechteckig abgegrenzte, etwa 10 - 20 cm tiefe Senken, aus denen zum Teil stattliche Nadelbäume herausgewachsen waren. Wir buddelten in den Senken und fanden unter einer dünnen Schicht Walderde Stein- und Betonschutt........".
>>>>>> Wo ist Andreas Martin ??

Im Übrigen habe ich die gute Bewetterung aus Brunzel bei seiner Befahrung mit Ihlfeld zitiert, Datum müsste ich suchen.
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Re: henry bick

Beitragvon lupo » Dienstag 14. Januar 2020, 11:34

Eine mögliche Fläche habe ich vorgefunden. Die ist im Buch 1 aufgenommen und befindet sich über dem Stollenkomplex 16-25 und entspricht in etwa der Beschreibung.

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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Dienstag 14. Januar 2020, 12:23

kps hat geschrieben: Hast du zufällig bessere Lubis der Stelle, auf der man Gleise und/ oder Waggons erkennt? Dann komme ich auf deine Seite. Auch dies sollten wir aber noch mal extra diskutieren.
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Ich glaube nicht, dass es ein besseres Luftbild gibt, aber die Verbindung Feldbahnhof - MUNA würde absolut Sinn machen. Und so hat es mir @Tunnelratz in einem verdeckten Bereich von "explorate" eingetrichtert und ich habe es in mein Kleinhirn gemeißelt. [-aua-]
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Re: henry bick

Beitragvon PEKE » Dienstag 14. Januar 2020, 13:15

Dier Verbindung ging vom Bahnhof zur Muna , Abzweig vor Muna ins Tal
10 Gleise sollen zum Entladen im Baghnhof gewesen sein
in der Muna nur Überdachte Be-und Entladegleis zw. Normalspur und Feldbahn 600mm

das ist mein Kenntnisstand
Gruß Peter

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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Dienstag 14. Januar 2020, 15:18

PEKE hat geschrieben:Dier Verbindung ging vom Bahnhof zur Muna , Abzweig vor Muna ins Tal
10 Gleise sollen zum Entladen im Baghnhof gewesen sein
in der Muna nur Überdachte Be-und Entladegleis zw. Normalspur und Feldbahn 600mm

das ist mein Kenntnisstand


Eine Verbindung Bhf Crawinkel zur MUNA mittels 60-cm-Feldbahn (also entlang der Normalspur) wäre natürlich genauso denkbar, aber auch in 3D geben die Fotos das nicht her.
Was meinst Du mit "Abzweig vor Muna ins Tal" ?
Von überdachten Umladegleisen in der MUNA zwischen Normalspur und Feldbahn höre ich zum ersten Mal, die Normalspur geht ja auch nirgends in die MUNA rein.
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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Dienstag 14. Januar 2020, 15:40

Beifang Henry Bick: "Die Bewachung der Bunker muss man sich nicht so vorstellen wie in anderen Lagern. Hier gab es keine Zäune und keine Wachtürme, nur Wachen vor den Bunkern."

Diese "Dinger" auf beiliegendem Luftbild ziehen sich hinaus bis zur Straße nach Ohrdruf, was mich veranlasste über eine Wasserhaltung in der MUNA nach zu denken.
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Re: henry bick

Beitragvon kps » Dienstag 14. Januar 2020, 20:05

lupo hat geschrieben:
Augustiner hat geschrieben:Bezugnehmend zu dem vorhergehenden "Klopps" wäre dort eine Baracke. Falls die Jonastalstraße damals 5 m breit gewesen sein sollte, so komme ich auf ca. 40 x 17 m. Welche Funktion hatte diese Baracke ?

Das Foto verwirrt mich immer wieder, denn da passt kaum was mit Kott zusammen.
Kott- hat eine bereits im Abbau befindliche Baustelle dokumentiert und nicht besonders viel Tiefgang dabei einfließen lassen.
Diese große Baracke hat er neben vielen anderen Baracken nicht dokumentiert. Beispielsweise die Reparaturwerkstatt am Harry-Hang. Die stand noch als er den Plan gemacht hat. Die größere Baracke direkt im Anschluss Richtung Crawinkel nicht. Hier ist lediglich ein Lagerplatz vermerkt. Erwähnenswert sind die vielen Gleise in diesem Bereich. Hier sind sicher viele Dinge be- und entladen worden. Denke da an Bick....Halle/ große Baracke vorhanden. Zudem liegt der Bereich noch im innersten Sperrkreis, also besonders schützenswert...


Zu den Baracken: Es ist soweit nachvollziehbar, dass unmittelbar nach Abbruch der Bauarbeiten und mit Beginn der Besetzung Baracken im Tal abgebaut und in Arnstadt wie auch ggf. Crawinkel als Notunterkünfte wieder aufgebaut wurden. Ein Beispiel ist z.B. die Kantine. Auf den belgischen Fotos von Raphael Algoet fehlt sie bereits und Schornsteine die Kessel standen frei. Kott konnte davon vieles nur noch erahnen im Oktober/ November 1945. Andere Gebäude schienen im nicht wichtig. Vorsatz würde ich nicht unterstellen.

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Re: henry bick

Beitragvon kps » Dienstag 14. Januar 2020, 20:34

Augustiner hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass es ein besseres Luftbild gibt, aber die Verbindung Feldbahnhof - MUNA würde absolut Sinn machen. Und so hat es mir @Tunnelratz in einem verdeckten Bereich von "explorate" eingetrichtert und ich habe es in mein Kleinhirn gemeißelt. [-aua-]


Sinn macht es auf jeden Fall. Allerdings war die Feldbahn vorangig für den Materialtransport vom Bahnhof + Feldbahnhof. Das Stück weiter zu Fuß wäre denke ich nicht weiter ins Gewicht gefallen.

Wichtig wäre, woher es Tunnelratz weiß/ wußte. Vergleiche die Breite der Schneisen mit z.B. der Feldbahn von der Rampe am Bahnhof. Die war nicht so breit und aus Deckungsgründen hätte ich nicht mehr Bäume weggenommen als nötig.
Ich hatte Zeitzeugen befragt und die Schneise untersucht. Es fehlten Gleisbett und Beifunde von Muttern und Unterlegscheiben. Laut Zeugen führte vom Feldbahnhof ein Stück Feldbahn in den Wald, überquerte aber nicht die ehemalige Panzerstraße, die heute noch vom Infopunkt zur Geschichte des Waffenstillstandswaggons in Richtung Wölfis führt. Die Zeugen hatten als Kinder nach dem Krieg noch dort mit Loren gespielt, angeschoben und sich ein Stück fahren lassen.

PEKE hat geschrieben:Dier Verbindung ging vom Bahnhof zur Muna , Abzweig vor Muna ins Tal 10 Gleise sollen zum Entladen im Baghnhof gewesen sein in der Muna nur Überdachte Be-und Entladegleis zw. Normalspur und Feldbahn 600mm
das ist mein Kenntnisstand


Ich kann dir gedanklich nicht ganz folgen. Es gab jede Menge Regelspurgleise und Feldbahngleise um den Bahnhof Crawinkel sowie zwischen Crawinkel und Luisenthal, die erst zum Kriegsende bzw. mit Beginn der S III Bauarbeiten angelegt wurden. Ins Jonastal führte kein Regelspurgleis über die B88 bei Crawinkel - Nur Feldbahn. Nur einmal überquerte die Regelspur die B88 in Richtung Muna im Bereich einer erweiterten Sonderzugabstellung. Das war aber aus meiner Sicht nur für den Häftlingstransport gedacht analog des Gleises zum Nordlager Ohrdruf.

Augustiner hat geschrieben:Eine Verbindung Bhf Crawinkel zur MUNA mittels 60-cm-Feldbahn (also entlang der Normalspur) wäre natürlich genauso denkbar, aber auch in 3D geben die Fotos das nicht her.
Was meinst Du mit "Abzweig vor Muna ins Tal" ?
Von überdachten Umladegleisen in der MUNA zwischen Normalspur und Feldbahn höre ich zum ersten Mal, die Normalspur geht ja auch nirgends in die MUNA rein.


Ja - nicht ganz. Hier wurde zwischen Crawinkel und Ohrdruf die B88 überquert bis fast ran an die Muna.
(Endlich konnte ich die Größenbeschränkung 250KB effektiv überlisten. Vorher hatte sie mir zu viel von der Bildgröße geklaut bzw. ich hatte an der Bildgröße und nicht der Qualität gedreht.)

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Re: henry bick

Beitragvon kps » Dienstag 14. Januar 2020, 20:48

Augustiner hat geschrieben:Beifang Henry Bick: "Die Bewachung der Bunker muss man sich nicht so vorstellen wie in anderen Lagern. Hier gab es keine Zäune und keine Wachtürme, nur Wachen vor den Bunkern."

Diese "Dinger" auf beiliegendem Luftbild ziehen sich hinaus bis zur Straße nach Ohrdruf, was mich veranlasste über eine Wasserhaltung in der MUNA nach zu denken.


Das mir den "Dingern" macht Sinn. Die Kiesgrube dahinter ist heute abgesoffen bzw. Angel- und Seerosenteich. Zum einen musste die Fläche trocken gehalten werden und an anderen Stellen wurde auch Wasser gestaut, um für Notfälle Löschwasser zur Verfügung zu haben.

Die Muna war grundsätzlich eingezäunt und die Bewachung der Munition erfolgte durch Posten mit Hunden immer am Zaun entlang - so mein Kenntnisstand. Auf nachfolgendem Foto ist auch links ein Teil des Zaunes zu erkennen. Weiterhin ist es glaubhaft, dass im Gegensatz zum Nordlager Ohrdruf nicht noch mal ein extra Zaun um die Munitionshäuser angelegt wurde, in die die Häftlinge eingesperrt wurden. Fehlende Zeit wäre ein Argument und zusätzliche Absicherung durch weitere Wachen und den äußeren Zaun.

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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Mittwoch 15. Januar 2020, 10:00

kps hat geschrieben:Eine wie uns bekannte Feldbahnstrecke ist weniger dazu geeignete, eine industrielle Fertigung aufrecht zu erhalten und Material ran und fertige Produkte weg zu bringen. Zudem war die Strecke ins Jonastal bereits mit den bekannten Häftlings- und Baumaterialtransporten ausgelastet. Insgesamt ergibt sich daraus kein Sinn, wenn man zusätzlich den Baufortschritt eines sehr hoch priorisierten Bauvorhabens unnötig gefährdet, wenn auf dem Weg noch eine Hülsenbude liegt und deren Qualm unter Umständen die gedeckte Führungsstelle verrät.
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Da Henry Bick sich nicht auf Kartuschen oder Hülsen festlegen wollte, bliebe auch noch die Möglichkeit einer baustellenspezifischen Schlosserei/Metallbearbeitung ?
Da mussten doch sicher Luttenrohre, Druckluftleitungen, Stahlträger etc. für die Erfordernisse geändert und angepasst werden - oder es wurden vielleicht auch Reparaturen an Gerät und Werkzeug durchgeführt.
Blieben noch die Gesteinswände und die Höhe von 10 m; eine 100-to-Presse werden "sie" ja wohl nicht gehabt haben - die hätte dann schon so eine Höhe.
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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Mittwoch 15. Januar 2020, 19:20

kps hat geschrieben:Ja - nicht ganz. Hier wurde zwischen Crawinkel und Ohrdruf die B88 überquert bis fast ran an die Muna.
(Endlich konnte ich die Größenbeschränkung 250KB effektiv überlisten. Vorher hatte sie mir zu viel von der Bildgröße geklaut bzw. ich hatte an der Bildgröße und nicht der Qualität gedreht.)
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Fast ran an die MUNA ist aber immer noch nicht drin (letzter Stellplatz vom Waggon Compiegne). [pop]

Ich stelle die gewählten und dann schon i.d.R verkleinerten Bildausschnitte hier grundsätzlich in der Breite mit 1000 bis 1200 Pixeln ein. Eine Größenbeschränkung der Datei kann man irgendwo sicher nachlesen, aber 1 MB sollten schon gehen ? Falls nicht, komprimiere ich nach, so 10 - 20 % - ich sehe da kaum einen Unterschied.

Anbei der Abzweig zur MUNA. Eigentlich sehe ich da eine Innenbogenweiche im "Originalfoto", in "echt" wird aber auch das Überholgleis ausgefädelt. Man beachte den einzelnen Güterwagen !
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Re: henry bick

Beitragvon kps » Mittwoch 15. Januar 2020, 23:35

Augustiner hat geschrieben:Da Henry Bick sich nicht auf Kartuschen oder Hülsen festlegen wollte, bliebe auch noch die Möglichkeit einer baustellenspezifischen Schlosserei/Metallbearbeitung ?
Da mussten doch sicher Luttenrohre, Druckluftleitungen, Stahlträger etc. für die Erfordernisse geändert und angepasst werden - oder es wurden vielleicht auch Reparaturen an Gerät und Werkzeug durchgeführt.
Blieben noch die Gesteinswände und die Höhe von 10 m; eine 100-to-Presse werden "sie" ja wohl nicht gehabt haben - die hätte dann schon so eine Höhe.


Du hast Recht. Er legt sich da nicht ganz fest, bleibt aber sonst detaliert, war aber ggf. insgesamt nur wenige Tage im Jonastal selbst und hat das was er gesehen nicht richtig in Erinnerung.

Bei Schlosserei fallen mit dann die Bereiche ein für Reperaturarbeiten. Da gab es auch überdachte Plätze/ Hallen. So etwas beschrieb er aber nicht.
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Re: henry bick

Beitragvon kps » Mittwoch 15. Januar 2020, 23:42

Augustiner hat geschrieben:Fast ran an die MUNA ist aber immer noch nicht drin (letzter Stellplatz vom Waggon Compiegne). [pop]

Ich stelle die gewählten und dann schon i.d.R verkleinerten Bildausschnitte hier grundsätzlich in der Breite mit 1000 bis 1200 Pixeln ein. Eine Größenbeschränkung der Datei kann man irgendwo sicher nachlesen, aber 1 MB sollten schon gehen ? Falls nicht, komprimiere ich nach, so 10 - 20 % - ich sehe da kaum einen Unterschied.

Anbei der Abzweig zur MUNA. Eigentlich sehe ich da eine Innenbogenweiche im "Originalfoto", in "echt" wird aber auch das Überholgleis ausgefädelt. Man beachte den einzelnen Güterwagen !


OK. Ich meinte Dateigröße. Bei mir kommt max 250KB, was auch OK ist grundsätzlich.

Den einzelnen Waggon hatte ich erst nicht gesehen. Danke für den Hinweis. Evtl. ist "ER" es, während er umgesetzt wurde vom Bahnhof Crawinkel in den Wald zwischen Crawinkel und Ohrdruf. Allerdings war am 4.4. noch kein massiver Angriff auf Crawinkel. Der begann erst ein paar Tage später und ab da war der Bahnhofsbereich nicht mehr sicher. Jetzt kommen wir aber vom Thema ab.

Zusätzliche Regelspurgleise zwischen Crawinkel - Luisenthal/ Ohrdruf = ja
Ein Anschlußgleis in Richtung Muna über B88 = ja
Regelspur in Richtung Jonastal = nein
Feldbahn ins Jonastal = ja
Feldbahn in Richtung Muna bzw. Nahbereich B88/ Regelspur = vielleicht

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Re: henry bick

Beitragvon manganer » Donnerstag 16. Januar 2020, 15:41

Wegen der Halle. Ich hatte mal eine Aussage, daß sie in jungen Jahren von Wölfis aus mit den Mopeds kurz nach dem Krieg am Rand von TrüPl. und Tambuch in Richtung Jonastalstollen gefahren sind, und dabei eine Halle gesehen hätten. Dabei bin ich auf das gestossen. Was ist das? Augustiner, kannst Du dazu was sagen?
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Re: henry bick

Beitragvon deradel » Donnerstag 16. Januar 2020, 16:03

Was für Loren meint der Herr? Es muss ja auf/in jeder Lore eine Wache gewesen sein die auch noch während der Fahrt die Lore zum Kippen bringen konnte ohne sich selbst zu verletzen.

Viele Grüße
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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Freitag 17. Januar 2020, 10:01

manganer hat geschrieben:Wegen der Halle. Ich hatte mal eine Aussage, daß sie in jungen Jahren von Wölfis aus mit den Mopeds kurz nach dem Krieg am Rand von TrüPl. und Tambuch in Richtung Jonastalstollen gefahren sind, und dabei eine Halle gesehen hätten. Dabei bin ich auf das gestossen. Was ist das? Augustiner, kannst Du dazu was sagen?


Normalerweise ist das ein Handgranatenwurfplatz - ich gucke heute nachmittag nach anderen Fotos.
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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Freitag 17. Januar 2020, 10:03

deradel hat geschrieben:Was für Loren meint der Herr? Es muss ja auf/in jeder Lore eine Wache gewesen sein die auch noch während der Fahrt die Lore zum Kippen bringen konnte ohne sich selbst zu verletzen.

Viele Grüße


An einen SS-Mann in jeder Lore glaube ich nicht - vielleicht ein KAPO. Ein SS-Mann vielleicht auf der Lokomotive, der Zug war ja mit ~ 10 Loren eher übersichtlich.
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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Freitag 17. Januar 2020, 15:55

manganer hat geschrieben:Was ist das? Augustiner, kannst Du dazu was sagen?


Ein besseres Foto habe ich auch nicht, die gleichmäßige Aufteilung eines Handgranatenwurfplatzes in 4 Felder erschließt sich mir nicht. Nordwestlich vom "Zementsackltal" gibt es auch nochmal so einen merkwürdig geteilten Platz.
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Re: henry bick

Beitragvon deradel » Freitag 17. Januar 2020, 16:10

Also ist der Teil mit den bewussten öffnen der Loren während der Fahrt gelogen. Damit ist die ganze Aussage für mich zweifelhaft.

Viele Grüße
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Re: henry bick

Beitragvon Augustiner » Freitag 17. Januar 2020, 17:59

deradel hat geschrieben:Also ist der Teil mit den bewussten öffnen der Loren während der Fahrt gelogen. Damit ist die ganze Aussage für mich zweifelhaft.

Viele Grüße


Henry Bick spricht von Ereignissen, die ~ 65 Jahre zurück liegen. Aus "Gaudi" hat da wohl keiner während der Fahrt Loren geöffnet - derjenige hätte sich ja selbst gefährdet oder als "Saboteur" Probleme bekommen.
Deswegen die ganze Aussage in Zweifel zu ziehen, halte ich für übertrieben - Unfälle sind sicher passiert (Remdt oder Brunzel ?).
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Augustiner
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