Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon Ramsay » Mittwoch 6. Februar 2013, 15:37

Hallo,

ich danke erstmal allen für die Mitarbeit.

Gespannt bin ich auf TÜP´s Ausführungen am 06.04. beim Treffen.

Ich möchte aber noch mal erinnern, dass ich noch mehr Fragen gesehen hatte, denen es sich lohnt nach zugehen.
Ich stelle hier nochmal das Fazit meiner Analyse ein:

1. Fanden am 01.01.1945 und am 23.01.1945 in Ohrdruf Hinrichtungen in Form von Erhängen statt?
2. Sind Bestrafungen für das gesamte Lager – hier in Form von Brotentzug am 24.01.45 – in den Lagerakten bekannt geworden?
3. Um was für ein Kommando „Wasserturm“ Ohrdruf, „Gleis. Abl. Bhf. Ohrdruf handelte es sich? War es überhaupt ein Kommando oder zwei - das "Kommando Wasserturm Ohrdruf" und das Kommando "Gleis Abl. Bhf Ohrdruf"? Was bedeutet "Gleis Abl. Bhf Ohrdruf?
4. Sind Auflösungen der Blöcke in den Lagerakten dokumentiert?
5. Wo stand Block 18 und was war von dort aus einsehbar?(im Zusammenhang mit Aussage Zug kam aus den Stollen und wurde von Jabos angegriffen, Block 18 deswegen, weil H. m. E. zu dem Zeitpunkt des Angriff in diesem Block war)
6. Hat das Nordlager nach Beschuss oder durch andere Ursache am 03.04.1945 gebrannt?
7. Wurden am 04.04.1945 in den Morgenstunden vermutlich in Bereich des Bahnhofes Marlishausen (etwa in der Mitte zwischen Arnstadt und Stadtilm) 3 Züge durch Jabo-Angriffe in Brand gesetzt?
8. Gab es am 05.04.45 in Sundremda Erschießungen? (Anmerkung: ich denke diese Frage kann mit Stand 28.01.2013 als beantwortet gelten - siehe dazu entsprechende Ausführungen in 17 der Tabelle)
9. Er spricht hier vom Gleisbau zwischen Ohrdruf.-Hauptbahnhof und den Stollen.
Fragen:
- Welche Stollen meint er?
- Gab es einen Gleisbau zwischen Ohrdruf und den Stollen im Jonastal?

Zur Frage 5 erfolgte ja bereits die Diskussion. Zur Frage 8 habe ich am 28.01.2013 auf der Webseite der Gemeinde Sundremda etwas gefunden, was meines Erachtens die Aussage von H. bestätigt, betreffs der Erschießung in Sundremda.

"Auszug aus der Geschichte Sundremda:
" Nach politischem Desinteresse in der Nachkriegszeit (von einzelnen Sozialdemokraten wird berichtet) beginnt Anfang der 30er Jahre auch in Sundremda die Nazifizierung. Während des 2. Weltkrieges (1939- 1945) werden in Sundremda viele Gefangene als Arbeiter eingesetzt. Aus Sundremda werden viele junge Männer, Pferde und Maschinen an die Front geschickt- 23 Männer fallen oder werden für immer vermisst. Kurz vor Kriegsende werden Häftlinge aus dem Konzentrationslager Buchenwald durch Sundremda getrieben, während der Rast in Sundremda gelingt mehreren Häftlingen die Flucht, vier von ihnen werden jedoch dabei durch die SS- Bewacher erschossen. Sie liegen auch heute noch auf dem Sundremdaer Friedhof bestattet- ihnen wurde 1971 ein Denkmal gewidmet.
"Wegen Schießereien einer Handvoll Unentwegter" wird Sundremda kurz vor der Befreiung von amerikanischen Kräften beschossen und schwer beschädigt. Nach Aufteilung der Besatzungzonen ziehen sowjetische Besatzungssoldaten, sowie viele Flüchtlingen aus dem Osten ins Dorf ein."
Quelle: http://www.sundremda.de/Geschichte.htm (Stand: 28.01.2013)"

Vielleicht hat jemand noch zu den anderen Fragen Antworten.

MfG
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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon TÜP » Mittwoch 6. Februar 2013, 15:59

zu 3.
Das Kommando "Wasserturm" ist m.E. nach die Gruppe Häftlinge, welche den Kabelgraben vom Ohrdrufer Wasserturm (Goldberg) zur Muna Crawinkel gegraben haben.

Die Gruppe "„Gleis. Abl. Bhf. Ohrdruf" ist die Gruppe Häftlinge, welche die Gleisverlegung vom Bahnhof Ohrdruf zur Villa Mühlberg vorantrieb.
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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon Ramsay » Mittwoch 3. April 2013, 18:56

TÜP hat geschrieben:
Am Besten man könnte vor Ort erstmal gucken


Das hatte ich schon mehrmals getan. Als das erste mal diese Diskussion los ging (Zug aus Berg) bin ich gleich hoch ins Nordlager. Deshalb auch schon damals meine Einschätzung: "Der Einblick ist aus meiner Sicht nicht möglich"


Hallo TÜP,

eine Ausfahrt aus dem Ohrahang ist wie du schreibst nicht zu sehen.

Aber selsbt räumst du eine andere Möglichkeit ein:
"TÜP » 10.11.2008 22:11
Man kann aber nun mal vom Nordlager keinen Zug am Bhf sehen.
ABER!
Man sah, bei wenig Belaubung im Winter, vielleicht 1944/45 einen Zug im Garten der Villa Mühlberg "verschwinden"! Wenn man sich eine gerade Linie von der Einfahrt durch den Zaun, über den Puffer am Ende des Gleises denkt und diese Strecke verlängert - dann landet man im Berg neben der alten Bundesstrasse 247. Es sieht halt so aus - aber der Zug fuhr eben nunmal nicht in den Berg, sondern nur bis zum Puffer neben de Teich!Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein."
Quelle: viewtopic.php?p=24641#p24641

Dies würde ja die Argumentation von Augustiner mit der Ausfahrt aus der Teilübernetzung bei der Villa Mühlberg stützen.

Wie siehst du das heute?

MfG
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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon TÜP » Mittwoch 3. April 2013, 19:00

Sag ich dir und den anderen am Samstag im Falkenhorst.
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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon Luchs » Donnerstag 4. April 2013, 12:26

Damals gab es noch nicht den Hügel der Deponie. Wahrscheinlich kann man heute nicht mehr alle Möglichkeiten der Sicht nachvollziehen.
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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon TÜP » Sonntag 7. April 2013, 21:03

Das ist richtig Luchs! Die Deponie hatte noch nicht die Höhe von heute.

Wie ich schon während meines Vortrages sagte, warte ich noch auf die Originalaussage in polnischer Sprache. Es war nicht einfach nach 9 Jahren den Kontakt zur Frau Holcer herzustellen und um die alten Unterlagen zu bitten. Das hatten 2004 ja einzelne im Verein nicht geschafft. Sonst wäre die Sache vielleicht schon umfassend geklärt. Warten wir mal ab!

In den Diskussionen während und nach dem Treffen hab ich ja gesehen das alle verstanden hatten was ich anhand der Fotos und Luftbilder aufzeigen wollte: "Was konnte der Häftling Z. Holcer im Frühjahr 1945 vom Nordlager aus sehen?"war die Frage. Wie ich in der Einleitung erklärte ging es um folgende ins deutsche übersetzte Aussage:
"Am 2. (?) April: die „Jabos“ zerstörten ein Zug mit den Nachschub nach Kriegsfront; es war ein Zug, der aus der Untererdliche Stolle ausfahren sollte, aber er wurde dreimal, mit bomben getroffen und nachher stehen geblieben (das alles haben wir durch unseren Fenstern in Nordlager gesehen)"
Und meine Erkenntnis "Konnte Z. Holcer den Zug aus einem Stollen vor der Villa Mühlberg herausfahren sehen? Meiner Meinung nach war kein Stollen da, aus dem ein Zug herausfuhr. Aber Z.Holcer konnte einen Zug auf dem Gleis der Villa Mühlberg sehen."

Holcer war definitiv in einer Baracke im Nordlager und sah einen Zug aus einem Stollen herausfahren. Aber definitiv nicht an der Villa Mühlberg. Das ist der Fakt den ich anhand der Fotos und Luftbilder herausarbeiten wollte. Da sich auf keinem mir zur Verfügung stehenden LuBi in der Nähe der Nordlagers irgendwo ein Zug oder Gleis ausmachen lässt, hat Holcer sich meiner Meinung nach getäuscht. Denn er konnte den Zug an der Villa Mühlberg sehen - aber keinen Stollen.

Ich bekomme hoffentlch die Originalaussage und wir können daraus noch etwas mehr entnehmen. Oder jemand beweist die Existenz eines weiteren Gleises (Zuges) und eines Stollen, in den ein Zug hinein- oder herausfährt. Und das im Blickfeld des Nordlagers. Und da ist es unerheblich in welchem Block das Fenster war aus dem Holcer einen anderen Zug sah als den an der Villa Mühlberg!
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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon Ramsay » Mittwoch 22. Mai 2013, 14:54

Hallo TÜP,

gibt es schon etwas Neues betreffs der Originalaussage?

MfG
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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon TÜP » Mittwoch 22. Mai 2013, 18:36

Tut mir leid, ich warte auf Antwort aus Polen. Sobald etwas da ist melde ich mich.
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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon Ramsay » Donnerstag 25. September 2014, 15:22

Hallo TÜP,

ist ja schon einige Zeit wieder vergangen und ich will ja auch nicht nerven, aber gibt es inzwischen einen neuen Stand?

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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon TÜP » Donnerstag 25. September 2014, 16:39

Leider kam nie wieder etwas von dem Kontakt. Ich habe mehrmals geschrieben.

Das wird sich wohl erledigt haben.
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Re: Zygmunt Holcer - Aussage zum Nordlager Ohrdruf

Beitragvon Ramsay » Freitag 26. September 2014, 15:34

Ist ja leider unbefriedigend, aber trotzdem danke.
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