Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

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Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Joe » Sonntag 16. Oktober 2011, 12:34

Moin,

ich habe mir die Beschreibung von Schraga Golani aus seinem Buch "Brennendes Leben" jetzt hundertfach angesehen. Ich finde, dass es da einiges an Diskussionsbedarf gibt.

Zum einen ist mir aufgefallen, dass es in dem gesamten Bericht nicht einmal das Wort Jonastal gibt. Ein anderes Wort, dass mir fehlt, erwähne ich später.

Wenn ich mir die Beschreibung ansehe, fällt nach dem ersten Satz noch nicht so viel auf.
Der Weg war zu beiden Seiten von Bergen gesäumt, deren Höhe ich nicht abschätzen konnte. Die ganze Umgebung war mit hohen Bäumen bewachsen

Allerdings wurde ich hier sofort stutzig:
Noch während ich den wunderschönen Ausblick in mich aufnahm, erreichten wir eine breite Autostraße, die rechts abbog und in den Berg gehauen war. Auf ihr fuhren wir höher und höher hinauf.

Höher und höher? Eine breite Autostraße? Im Jonastal?
Links von uns lag ein Tal, rechts die steile Felswand.

"Sag mal, wo ist der gerade? ", der ist doch nicht im Tal, war mein nächster Gedanke.
Die Straße verlief in Serpentinen.

Wo gibt es denn Serpentinen auf einer in den Berg gehauenen Straße? Eine Straße, die nach meiner Lesart nun so bergauf führt, dass die kurvige Straße sich im Uhrzeigersinn an einem Berg hinaufhangelt.
Nach einigen Kurven hielt der Bus an, wir stiegen aus und setzten den Weg zu Fuß fort.

Gut, die Baustelle liegt nicht direkt an der Straße. Aber wie weit entfernt, darüber lässt er sich nicht aus.

Was gibt es noch für Hinweise auf die Lage der Baustelle?

Zum einen die, dass der Bus immer erst später losfuhr, Häftlinge die eher losmarschieren mussten, aber noch unterwegs waren. Bei dieser Überlegung stört aber, dass nicht wirklich klar ist, woher diese Häftlinge kamen.

Während der langsamen Fahrt fuhren wir an einzelnen Arbeitern und ganzen Gruppen vorbei, die den Berg hinaufstiegen. Jeweils ein paar Männer trugen auf den Schultern lange Holzbalken. Kolonnen von Männern schleppten auf der Schulter lange Gegenstände, die ich nicht identifizieren konnte. Sie wurden von SS-Männern beaufsichtigt, die Waffen und Stöcke in den Händen hielten. Es wurde mir langsam klar, daß es sich um die Häftlinge handeln mußte, die ganz früh morgens das Lager verließen.


Wecken war, wie man anderen Aussagen auch entnehmen kann, allgemein um 5.00 Uhr.
Am Morgen wachte ich mit der Wecksirene auf, blieb aber liegen, bis die Massen das Lager verlassen hatten. Nachdem ungefähr eine Stunde vergangen war, sprang ich vom Bett und hinein in die Stiefel. ..... Ich ergriff meinen Beutel mit dem Brot und allem, was sonst noch darin war, und eilte zur Küche, um mir heißen Tee zu holen. Dort befanden sich bereits die Männer, welche zur Gruppe der Fachleute gehörten, denen ich mich anschließen sollte. Nach ein paar Schlücken heißem Tee bewegten wir uns langsam zum Tor: Die Gruppe versammelte sich hier, ohne auf mich zu achten.

Der Bus fährt also mehr als eine Stunde später los, erreicht die marschierenden Häftlinge aber noch, bevor diese die Baustelle erreichen. Bei einer angenommen Geschwindigkeit von 4 Km/h können diese also noch gar nicht so weit gelaufen sein. (Dabei unterstelle ich natürlich, dass diese Gruppe noch gut zu Fuß ist, was mitnichten so gewesen sein muss)

Also doch möglicherweise im Tal?

Was ist, wenn die Häftlinge, die man mit dem Bus überholt hat, gar nicht aus dem Lager Ohrdruf kamen, sondern z.B. aus der Muna? Die wären vielleicht schon weiter? Für mich würde das aus Geheimhaltungsgründen sinnvoll sein, die Gruppen getrennt unterzubringen.

Etwas anderes ist da aber noch, dass mich beschäftigt: Der Fels.
Nachdem die Öffnungsstelle markiert war, begann ich, die Adern des Felsen, abzutasten, wie Stefan es mich gelehrt hatte. Da ich keine Adern fand, handelte es sich um sehr festen Fels, den man vorbereiten mußte, bevor man ihn sprengen konnte.


Fester Fels? Im Jonastal? Und da kommt auch das zweite Wort, welches mir in der Beschreibung fehlt ins Spiel: Muschelkalk!

Jede Stelle benötigte drei Bohrungen, die jeweils 1 m voneinander entfernt liegen sollten, also insgesamt sechs Löcher, in die später Sprengstoff eingefüllt würde. Frank ergriff die Schlagbohrmaschine, schloß sie an den Preßluftschlauch an, spreizte seine Beine, lehnte sich mit seinem ganzen Gewicht auf den Bohrer, öffnete den Hahn, und der Bohrer begann, sich zu drehen. Für einen Moment rutschte er aus und kommentierte dies mit einem saftigen polnischen Fluch, setzte seine Arbeit fort, und ich erkannte, daß er routiniert war.
Tadeusz sagte ich daraufhin, er solle mit Hammer und Meißel an der angezeichneten Stelle zuerst ein Loch schlagen, damit der Bohrer nicht mehr ausrutschte. Mittlerweile fraß sich der Bohrer in den Fels.


Muschelkalk ist so weich, dass man eigentlich wohl ohne "anzukörnen" bohren kann. Der Fels hier scheint aber wohl so hart zu sein, dass es ohne nicht geht. Also doch nicht im Tal?

Mir ist noch das ein oder andere aufgefallen, aber das kommt dann vielleicht später.

Bleibt die Frage: Wo hat Schraga Golani arbeiten müssen?

Gruß
Joe
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Volwo » Sonntag 16. Oktober 2011, 13:27

Grüß Dich,
zur Info: ähnlich wurde das in den letzen Tagen auch hier viewtopic.php?f=35&t=5013&p=46787#p46787
besprochen
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Joe » Sonntag 16. Oktober 2011, 13:35

Danke, dass weiß ich. Aber es geht um die Aussage und nicht um den Kienberg..... :D
Wir wollen doch die Übersicht behalten, gelle?
Gruß
Joe
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Volwo » Sonntag 16. Oktober 2011, 14:55

Mit der Übersicht ist es zuweilen schwer im Leben. :D
Sollte nur ein Hinweis sein, falls nicht gelesen.
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Joe » Sonntag 16. Oktober 2011, 16:15

Wir verlieren nicht die Übersicht
der Link verhilft zur Ansicht-
des ganzen Umfangs
und der Weitsicht.
(-oo-)
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Augustiner » Sonntag 16. Oktober 2011, 17:45

...dann will ich mal meine An- und Übersicht beisteuern...
Sie sind von Langerod kommend hinter Friedrichs Anfang rechts auf die (breite) Straße nach Oberhof eingebogen. Zugegeben, die Serpentinen sind etwas mickrig, aber von Frankenhain zur Lütschetalsperre paßt die Beschreibung nicht so recht ?
In der Übersicht gibt es massig "Merkwürdigkeiten", nur läßt die Qualität des Fotos hier jetzt nichts besseres zu; z.B. diese "Anlage" bei Kripperod - weder in heutigen noch damaligen Topos auszumachen........
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Joe » Sonntag 16. Oktober 2011, 20:20

Mhhhhh, :D
Klaus, du hattest den gleichen Gedankengang wie ich. Ich habe mir bereits die Messtischblätter auf GE gelegt und komme auf ähnliches.

Ähnlich deshalb, weil ich davon ausgehe, dass der Bus aus dem Nordlager kam, die fußläufigen Häftlinge aber aus der Muna.
Damit entfiele auch die Strecke über Luisenthal (was auch nicht weiter erwähnt wird).

Bei Friedrichsanfang auf die L 1046 wäre rechtsrum um den Berg und auf der linken Seite das Tal.

Die Straße ist tatsächlich teilweise in den Berg gehauen und bietet direkt nach Friedrichsanfang (Kriederdenkmal) einige schöne bergaufführende Kurven.

Oben befanden sich dann einige Steinbrüche, die man auch heute noch auf GE erkennen kann.

Hat jemand andere Ansätze?
Gruß
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Joe » Sonntag 16. Oktober 2011, 20:49

Ich habe mal einen screenshot gemacht, so sieht das bei mir aus.
Lila ist der mögliche Weg (L1046).
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon kps » Sonntag 16. Oktober 2011, 22:50

Augustiner hat geschrieben:...In der Übersicht gibt es massig "Merkwürdigkeiten", nur läßt die Qualität des Fotos hier jetzt nichts besseres zu; z.B. diese "Anlage" bei Kripperod - weder in heutigen noch damaligen Topos auszumachen........


Hmm ... Abgesehen von Eindeutigkeit uneindeutiger Zeugenaussagen scheint mir Kripperod ein echter Umweg. Wann kam Golani noch mal nach Crawinkel? Was ist der Runkelkeller?

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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Augustiner » Montag 17. Oktober 2011, 06:07

kps hat geschrieben:Hmm ... Abgesehen von Eindeutigkeit uneindeutiger Zeugenaussagen scheint mir Kripperod ein echter Umweg. Wann kam Golani noch mal nach Crawinkel? Was ist der Runkelkeller?
VG
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"Kripperod" sollte nur ein Beispiel geben, welche "Anomalitäten" in diesem Bereich zu finden sind, bei Bedarf kann ich das auch noch weiter vertiefen.
"Runkelkeller" steht bei mir in der Topo (1:25000, von 1937 glaube ich) - alte Flurnamen geben manchmal Hinweise auf die Nutzung; allerdings kann ich jetzt nicht so recht glauben, daß dort tatsächlich Rüben eingelagert worden sind ?
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Augustiner » Montag 17. Oktober 2011, 17:46

Nur ein kleines Beispiel in 3-D............. :D
Norden ist links, das Bild also nicht drehen, sonst geht der 3-D-Effekt (übertrieben) verloren.
Die russischen Fotos sind aufgrund ihrer hervorragenden Qualität und Flächendeckung besonders gut zu jedweder Auswertung geeignet, da sie insbesondere (meist) dieselben "Anomalitäten" wie bereits vorher schon die alliierten Fotos zeigen.
Die beiden runden Klöpse rechts oben sind in dem Gebiet sehr häufig (Altbergbau ?). Es handelt sich um Pingen oder um Halden - Joe schrieb es schon..............
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Ramsay » Montag 17. Oktober 2011, 18:04

kps hat geschrieben: ... Wann kam Golani noch mal nach Crawinkel? ...VG kps


Hallo,

in seinem Buch schreibt er, dass er im Oktober 1944 von Auschwitz-Birkenau nach Sachsenhausen kam. (Seite 191). In der dazugehörigen Randziffer, wird ausgesagt, dass am 29.10.1944 aus dem Männerlager des KL Auschwitz ca. 2200 Häftlingen ins KL Sachsenhausen überstellt wurden. (ebenso Seite 191). Sie sind drei Tage gefahren und kamen dann in Sachsenhausen an. Er schreibt weiter, dass sie nach dem Eintreffen versorgt wurden und am Abend aus dem Lager heraus in die Heinkel-Werke geführt wurden. Dort kamen sie in einen ungenutzten Hangar, übernachteten dort. Nachdem aus den Häftlingen "Elektriker, Schweißer und gute Schlosser" ausgesondert wurden, wurden die anderen Häftlingen zurück zu den Bahngleisen geführt, dorthin wo sie vor zwei Tagen ankamen, wie er schreibt. Von dort aus ging die Fahrt weiter über viele Zwischenstationen und Halte bis sie auf den Bahnhof im Ohrdruf ankamen. (Seiten 192 - 194).

Geht man davon aus, dass er in dem Transport vom 29.10.1944 war, er drei Tage bis Sachsenhausen fuhr, also ca. am 01.11.1944 dort ankam, sich zwei Tage aufhielt und danach weiterfuhr, also um den 03.11.1944 herum, kann die Ankunft in Ohrdruf in der ersten Novemberdekade gewesen sein.

Dies könnte sich auch mit folgender Aussage decken:
"In Birkenau hatte ich das Glück, in der Bekleidungskammer untergebracht zu werden. Am 26. Oktober wurden die meisten Häftlinge, besonders diejenigen, welche gute Posten und bessere Arbeitsbedingungen hatten, nach Oranienburg gebracht. Dort waren wir bei großem Hunger, elender Kleidung zwei Wochen in Quarantäne in den Heinkel-Werken. Zu Fuß wurden wir sodann ins KL Sachsenhausen getrieben, und von dort nach weiteren 2 Tagen per Bahn nach Ohrdruf (Thüringen) ins berüchtigte Kommando S III gebracht. Zunächst mußten wir das Lager aufbauen. Nahrung und Kleidung waren völlig unzureichend, die hygienischen Verhältnisse entsetzlich. Kein Wunder, daß bei der schweren Arbeit untertags in Stollen mehr als die Hälfte der Häftlinge nach kurzer Zeit ihr Leben verloren haben. Wer schwach, arbeitsunfähig wurde, der wurde bei den in Zeiträumen von etwa 8 Wochen stattfindenden Selektionen ausgesucht, um nach Bergen-Belsen bei Hannover gebracht zu werden."!
Quelle: Bericht Berger, Oskar, Kattowitz - Quelle: Der Buchewald - Report, herausgegeben von David A. Hackett 1. Auflage in der Beck´schen Reihe 2002, Verlag C. H. Beck, ISBN 978-3-406-47598-1, Seite 399

MfG
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon bobo » Montag 17. Oktober 2011, 19:05

Die beiden Klöpse kommen mir beim Schattenwurf vor wie Halden, nicht um Pingen. Außer in den Löchern stehen Bäume.
MfG BOBO
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Joe » Montag 17. Oktober 2011, 20:57

Kreisrund, ca. 35m Durchmesser. So ganz sicher bin ich mir nicht. Möglicherweise sollte als Wort davorstehen.

Danke an Klaus, ich liebe deine 3D-Aufbereitungen. :-top)

Wenn die Häftlinge den Abraum ins Tal gekippt haben (Aussage Buch), sollte man dann auf der unteren Hangseite der Straße suchen, oder eher weiter oberhalb der Straße?

Gruß
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Wanderer » Montag 17. Oktober 2011, 21:20

ich hab mal den bereich steinbruch am ende der steigerhohle besucht. passt alles, rückweg zur strasse 8min, gemütlich. rechts vom parkplatz-richtplatz- geht es 500m noch bergauf dorthin. joe hat recht, der abraum liegt oberhalb der strasse. auf einem bild sieht man unten die strasse und den abraum. hoffentlich bekomm ich die bilder rein
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Wanderer » Montag 17. Oktober 2011, 21:30

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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Wanderer » Montag 17. Oktober 2011, 21:34

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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon kps » Montag 17. Oktober 2011, 21:39

@ Joe

Am 13.11.1944 verlies ein Häftlingstransport mit 1.000 Gefangenen das KZ Sachsenhausen mit dem Ziel KZ Buchenwald - kam dort aber nie an. Am 16.11.1944 wurde der erste Transport mit 1.000 Gefangenen aus Sachsenhausen in Ohrdruf erfasst. In diesem Transport waren auch Rolf Baumann sowie die Musiker "Johnny and Jones".

Einen Oskar Berger finde ich unter Transportnummer 103, Tischler und geboren im Jahr 1908.
Den Namen Golani, Schraga finde ich nicht, habe aber auch nicht die komplette Liste vorliegen. Zudem haben manche Häftlinge nach der Befreiung einen anderen Namen angenommen oder ihr Name wurde falsch aufgenommen oder sie kamen nachträglich als Anhang dazu, weil in der vorher alphabetisch erstellten Übersicht aus irgendeinem Grund ein Häftling wieder raus fiel. Da habe ich schon viel erlebt beim Suchen.

Seltsamerweise haben von den ersten Transporten mehr Häftlinge überlebt als gedacht. Es kann daher sein, dass sie als Schreiber, Tischler, Krankenpfleger, Küchenhilfen etc. bessere Überlebenschancen über die gesamte Zeit hatten als andere Häftlinge beim Stollenbau.

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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Ramsay » Dienstag 18. Oktober 2011, 08:16

Hallo KPS,

meines Erachtens nannte er sich zu dieser Zeit:

Jozef Finkelsztaijn

siehe hier: http://www.silkoronczka.de/component/co ... il-58.html

Er benutzte auch noch mindest einen anderen Namen. Schaue heute Abend mal im Buch nach.

MfG
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Silko » Dienstag 18. Oktober 2011, 10:35

Genau! Diesen Namen hat er angenommen nach dem Massaker im Rakower Wald 1942. Bis dahin hieß er Faiwel Mosche Gomolinski.
Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen. (Erasmus von Rotterdam)
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon TÜP » Dienstag 18. Oktober 2011, 13:08

Mein Güte - jetzt wirds aber spannend!!! Macht weiter Jungs!! Ich kann zwar leider nix zu diesem Thema beitragen, aber es ist höchst interessant!
Gott hat nicht den Menschen erschaffen, sondern der Mensch erschuf Gott «nach seinem Bilde».
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Joe » Dienstag 18. Oktober 2011, 15:10

Im Original heißt es auch Sheraga Golani, das ist auch schon eingedeutscht.
Und er nannte sich Fajwel (mit J) Mosche Gomolinski.

Gruß
Joe
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Augustiner » Dienstag 18. Oktober 2011, 17:11

Joe hat geschrieben:Danke an Klaus, ich liebe deine 3D-Aufbereitungen. :-top)
Gruß
Joe


Vielen Dank für die Blumen, aber die reiche ich germe an LUCHS (-oo-) weiter , denn m.M. geht ohne vertrauensvolle Zusammenarbeit gar nix, nulla niente.........auch wenn der zeitliche Eigenbedarf momentan eher auf anderen Schwerpunkten liegen muß - es ist halt so.
Ohne die Diskussion jetzt hier stören zu wollen, anbei eine kleine Übersicht über mögliche Arbeitsbereiche entlang der Straße von Crawinkel nach Oberhof. Ein paar Dinger (ohne Anspruch) habe ich mal heraus gepickt, sie sind auch auf den amerikanischen bzw. englischen Luftbildaufnahemen 1945 ebenfalls zu erkennen.
Die besseren Vergrößerungen schiebe ich dann nach - muß erst Pellkartoffeln schälen........
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Joe » Dienstag 18. Oktober 2011, 18:26

Oh, das geht ja auf einmal ab hier. Toll!

Ich habe, nach dem Hinweis von KPS, die Aussage von Rolf Baumann rausgesucht und hier:
viewtopic.php?f=35&t=5030
eingestellt.

Darin berichtet Baumann u.a.,

Wir kamen im September 1944 mit 1000 Mann in Ohrdruf an. Bereits am nächsten Morgen ging es mit «caracho» an die Arbeit. Es wurden Stollen in die Berge getrieben. Gearbeitet wurde in 3 Schichten.


und dann

Später wurden noch Kampfstände und Stollen in der Nähe des Truppenübungsplatzes gebaut, die als Führerhauptquartier vorgesehen waren. Da aber die Arbeitsstellen zu weit vom Lager Ohrdruf entfernt waren (wir fuhren zuerst täglich 12 km mit Omnibussen), wurden aus Mangel an Benzin 2 neue Nebenlager Crawinkel und das sogenannte Zeltlager errichtet.


Wo hat Baumann gearbeitet? Irgendwo in der Nähe von Golani?

Warum ist mir das vorher nie so aufgefallen?

Gruß
Joe
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Re: Golani, Schraga: Kapitel Ohrdruf aus "Brennendes Leben"

Beitragvon Joe » Dienstag 18. Oktober 2011, 19:02

Bevor das untergeht, zuerst mal Danke an den Wanderer für die Bilder, diese geben einen guten Einblick in das Gelände. Und natürlich an KPS für die Recherche in den Listen! Und ohne den Augustiner geht es gar nicht. Auch nochmal Danke.
Gruß
Joe
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