Umwelt- und Naturschutz im Jonastal

Flora und Fauna, Erdgeschichtliches zum Jonastal und Umgebung

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Umwelt- und Naturschutz im Jonastal

Beitragvon kps » Dienstag 28. September 2004, 20:04

Thüringer Allgemeine - Lokalteil Arnstadt 28.09.04

Licht für den Frauenschuh


KLEINBREITENBACH. Seit einer Woche laufen im Revier Siegelbach Pflegemaßnahmen zum Schutz des seltenen Frauenschuhs. Mit der Motorsäge sind die Waldarbeiter im Einsatz, denn die prachtvollen Orchideen benötigen zum Überleben genügend Licht.Nur etwa drei Wochen lang entfaltet der Frauenschuh seinen attraktiven Blütenstand, den Rest des Jahres ist auch diese Orchideenart mehr als unauffällig. Wenn sie nicht mehr genügend Licht erhält, werden die Pflanzen steril und bilden keine Samenpakete aus, der sensible Kreislauf gerät in Gefahr. Deshalb werden zielgerichtet Standorte der streng geschützten Pflanze ausgelichtet, bis gestern geschah das im Bereich der Reinsberge bei Kleinbreitenbach. Bäume und Sträucher werden geschnitten, wobei die Forstwirte im Interesse der Waldeigentümer behutsam vorgehen, versicherte Forstamtsleiter Dr. Horst Sproßmann. Experten suchen die jeweiligen Bereiche aus. "Dabei müssen wir Prioritäten setzen. Es ist mehr zu machen, als Mittel zur Verfügung stehen", betonte Andreas Thiele von der Unteren Naturschutzbehörde. Die gemeinsamen Projekte mit dem Forstamt werden fortgesetzt, fünf sind wieder für 2005 vorgesehen. So sollen ebenfalls Einflugschneisen für den Uhu freigehalten werden.

Was den seltenen Frauenschuh betrifft, so ist er nicht nur durch zu viel Schatten gefährdet. Zu schaffen machen ihm auch zu große Trockenheit, zu dichter Wildbestand und häufiger Diebstahl. Dabei sollte man wissen, dass man an den sensiblen Pflanzen im heimischen Garten nicht lange Freude hat. Antje KÖHLER

27.09.2004
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Beitragvon kps » Dienstag 28. September 2004, 20:10

Im Jonastal werden ebenfalls derzeit kleinere Bäume - Anflug - beseitigt. Der Zusammenhang ist sicherlich ähnlich - bisher von ARN aus auf der rechten Seite, hinter den bekannten Stollen bis ca. Abfahrt/ Parkplatz Gossel.

Anbei einige Fotos von letzter und dieser Woche.
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Beitragvon burion » Mittwoch 29. September 2004, 07:02

Es ist schon wirklich verwunderlich, wie man Naturschutz betreibt. Man greift in ein System ein, um den eigentlich "unterlegenen" Pflanzen Lebensraum zu schaffen. Wenn die Natur keinen Lebensraum für die zweifellos schönen Orchideen zur Verfügung stellt, dann können sie eben da nicht wachsen! Das gleich gilt für die Maßnahmen für die legendäre Schnarrschrecke, die eigentlich in diesen Breitengraden gar nicht heimisch ist.
Durch die Abholzung wird der Wasserhaushalt des Bereiches ganz erheblich beinträchtigt; es wird trockener.

Wenn ich in Wiesbaden einen Baum fällen will, muss ich nachweisen, dass ich 2 neue gepflanzt hab. Und im Jonastal wird mal so wild rumgeholzt.

In Gottes Namen, der Uhu wird schon seinen Weg finden, auch wenn die Bäume da stehen.

Die "Naturschützer" denken zu linear, zu monokausal nach dem Motto, "wenn ich hier die Bäume wegmache, kriegt die Orchidee mehr Licht und wächst besser". Dass sie damit an einer ganz anderen Stelle mit einem "Feedback" rechnen können, ist ihnen wohl nicht wirklich bewusst.
Man sollte den "Naturschützern" mal systemisches Denken beibringen!

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Beitragvon kps » Mittwoch 29. September 2004, 07:37

burion hat geschrieben:...Das gleich gilt für die Maßnahmen für die legendäre Schnarrschrecke, die eigentlich in diesen Breitengraden gar nicht heimisch ist.


Moin Jürgen, gleich am frühen Morgen so :-sky)

Bzgl. Schnarrschrecke ist dies so eine Sache - da sie nicht erst in den letzten 40 Jahren zufällig "eingeschleppt" wurde, sondern nach der letzten Eiszeit hier heimisch wurde und sich bisher gehalten hat. Ich will keinen Streit vom Zaun brechen, glaube aber auch, das die s.g. mediteranen Tierchen keinen Reisepass oder Aufenthaltsgenehmigung für Dtl. bzw. das Tal mehr brauchen. Die Interessen sind im Tal so unterschiedlich wie überall und so wird es wohl nur ein Miteinander geben.

Die aktuellen Arbeiten im Tal finden auch fast immer in Nähe von Stromleitungen etc. statt. Evtl. ist auch dies der Hintergrund. Wenn ich aber immer durchfahre, ist es entweder zu früh oder zu spät und die Holzfäller nicht mehr zu sehen.

MfG
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Beitragvon burion » Mittwoch 29. September 2004, 12:51

@kps:
sondern nach der letzten Eiszeit hier heimisch wurde und sich bisher gehalten hat
Ah ja, dann war meine Info offenbar falsch. Danke für die Aufklärung. :)

Ich will keinen Streit vom Zaun brechen
Nene, so war das auch gar nicht gemeint. Und mit mir streiten? Das ist gar nicht so leicht ;)

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Beitragvon kps » Mittwoch 29. September 2004, 13:53

burion hat geschrieben:Und mit mir streiten? Das ist gar nicht so leicht ;)


Diese Einstellung lobe ich mir - Wenn ich nur immer so stark sein könnte (:-gut (-88-)

Anbei eine Quelle für folgende Anhänge (Seite 6): http://www.impuls-mp.de/bilder/ideen/ORK-Broschuere.pdf

Meine Quelle war so zu sagen die Untere Naturschutzbehörde des Ilmkreises.
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Beitragvon kps » Mittwoch 29. September 2004, 15:20

Da habe ich im zuvor angegebenen Dokument noch das eigentliche "Sternchen" im Jonastal übersehen - Die blauflügelige Ödlandschrecke :-top) Dieses kleine Tierchen ist bisher unbekannter und wohl noch weniger im Tal verbreitet. Ich habe dort bisher auch nur "Rote" gesehen/ wahrgenommen - vermutlich weil sie eben wohl nicht schnarrt und bei Flucht auf sich unüberhörbar aufmerksam macht.

Weiterhin dienen die bisherigen Rodungsmaßnahmen u.a. auch dem Erhalt des Kalkmagerrasen- und Trockenrasenflächen und vielen weiteren Pflanzen und Tieren.

Zum Abschluß noch der Hinweis auf die Definition das Jonastals und weiterer Bereiche als FFH-Gebiet!! Das Thema Frauenschuh fällt da glaube ich auch mit rein.

Du fragst dich, was FFH-Gebiet bedeutet? Dir kann geholfen werden :-top)

Flora Fauna Habitat

Link: Die FFH-Richtlinie für Eilige


MfG
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Beitragvon burion » Mittwoch 29. September 2004, 16:01

Na das nenne ich umfassende und schnelle Information. Danke, Klaus-Peter! :-top)

Was man nicht alles lernt, wenn man sich mit dem Tal beschäftigt...

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Beitragvon kps » Mittwoch 29. September 2004, 19:11

Kein Problem - guckst du auf Signatur - weist du Bescheid :oops:

Ich musste mich im Rahmen der Genehmigungsphase für den Geschichts- und Naturlehrpfad damit beschäftigen. Die Geschichte steht dabei für uns primär im Vordergrund und über die Kombination entstehen hilfreiche Synergieeffekte und eine Art Kräfte- und Interessenbündelung. Auf diesem Weg haben ja alle Jonastaler etwas davon - wie bereits gezeigt.

MfG
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