Radioaktiv verseuchte Wildschweine

Flora und Fauna, Erdgeschichtliches zum Jonastal und Umgebung

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Radioaktiv verseuchte Wildschweine

Beitragvon TÜP » Dienstag 16. November 2004, 21:31

Weil das Thema einige von uns schon mal beschäftigt hat:

Freies Wort 16.11.2004

>
Wildschweine in zwei Gebieten des Thüringer Waldes unter der Lupe

ERFURT/HILDBURGHAUSEN – Fast zwei Jahrzehnte nach dem Supergau von Tschernobyl sind auch im Freistaat die Folgen noch deutlich zu spüren. Während die amtlichen Lebensmittelkontrolleure für Pilze und Waldfrüchte Entwarnung geben, sieht es beim Wild anders aus. Bei Wildschweinen werden die Grenzwerte für radioaktives Cäsium teilweise deutlich überschritten. Von den im vergangenen Jahr untersuchten 146 Tieren war dies bei zehn Prozent der Fall. In diesem Jahr stehen bislang 7,4 Prozent zu Buche.
„Allerdings ist diese Kontamination auf zwei eng begrenzte Gebiete im Thüringer Wald zu reduzieren“, sagt Karin Schindler, Referatsleiterin im Thüringer Sozialministerium. Aus diesem Grund gebe es dort eine generelle Untersuchungspflicht für erlegtes Schwarzwild, dessen Fleisch in den Verkehr gebracht werde.

Betroffen ist jeweils ein Gebiet in den Räumen Hildburghausen und Crawinkel. In allen übrigen Wäldern Thüringens werden weiterhin Stichproben untersucht.

Jäger, die Wild für den Eigenbedarf erlegen, müssen das Fleisch allerdings nicht untersuchen lassen. „Sie sind nicht dazu verpflichtet. Wir können aber dazu nur raten, zumal dem Jäger keine Kosten entstehen“, so Schindler. Dass dies allerdings mit einem Mehraufwand verbunden sei, wisse man. Schließlich dauere es zwei bis drei Tage, ehe ein Ergebnis vorliege. Außerdem würden für solch eine Untersuchung anderthalb Kilogramm Muskelfleisch benötigt, das dann am Ende bei der Verwertung des Wildes natürlich fehle.
Offenkundig wurden die in Einzelfällen hohen Belastungswerte vor drei Jahren. „Nachdem jahrelang sämtliche Untersuchungen keine Werte an radioaktivem Cäsium ergeben hatten, ist im Jahr 2001 erstmals ein erhöhter Cäsiumwert bei einem erlegten Wildschwein gemessen worden. In diesem Gebiet wird seitdem verdichtet untersucht. Das zweite betroffene Terrain fiel durch Untersuchungssergebnisse der Umweltüberwachung aus Bodenproben auf. Die daraufhin gezielten Kontrollen beim Schwarzwild erbrachten auch hier erhöhte Cäsiumgehalte“, heißt es aus dem Sozialministerium. Die Unterschiede beispielsweise zum Rehwild beruhen vor allem im Ernährungsverhalten. Im Schnitt liegen die Problemfälle im Freistaat bei 800 bis 1000 Becquerel je Kilogramm (Bq/kg) Wildschweinfleisch. Der Grenzwert beträgt 600. Die bislang höchste Marke, die je im Land Thüringen gemessen wurde, lag bei 5459 Bq/kg.
Thüringen steht mit dieser Belastung bundesweit freilich nicht alleine da. Viel stärker betroffen ist beispielsweise Bayern. Hier wurde bislang beim Wild ein Spitzenwert von knapp 65 000 Bq/kg gemessen.

Obwohl im vergangenen Jahr 15 Wildschweine und 2004 bislang sechs Stück aus dem Verkehr gezogen und in der Tierkörperbeseitigungsanlage Elxleben entsorgt wurden, sieht das Sozialministerium „insgesamt keinen Anlass zur Besorgnis“. „Sofern Wildbret in den üblichen Mengen verzehrt wird, bestehen auf Grund der in Thüringen gemessenen Radioaktivitätswerte keine gesundheitlichen Bedenken“, versichert Schindler.

Das Bundesamt für Strahlenschutz liefert eine Vergleichszahl: Wer 200 g Pilze mit 4000 Bq/kg verspeist, hat die gleiche Strahlenbelastung wie bei einem Flug von Frankfurt nach New York und zurück. Die Behörde rät allerdings auch, dass jeder, der seine persönliche Belastung verringern möchte, eben auf den Genuss dieser Lebensmittel verzichten sollte. (ana)
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Beitragvon bobo » Mittwoch 17. November 2004, 10:40

Warum aber nur in zwei Gebieten? Müßte das sich nicht großflächiger Ausgewirkt haben?
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Beitragvon kps » Mittwoch 17. November 2004, 21:55

Das Thema fällt zusammen mit der zuletzt hier gestellten Frage:

Waren sowjetische Atomraketen bei Crawinkel stationiert?

Eine Antwort auf diese Frage sind die "wilden" Schweine nicht und nur weiterhin die Zusammenhänge und Hintergründe der "Garnision Crawinkel" unklar.

MfG
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Beitragvon SuR » Donnerstag 18. November 2004, 08:44

Das hat bei Euch vielleicht auch damit was zu tun, wo der fallout runter kam.

In Bayern ist die radioaktive Belastung durch Tschernobyl teilweise erheblich höher als woanders. Aber nicht überall, sondern eben nur da, wo damals die kontaminierten sintflutartigen Regenfälle niedergingen.
SuR
 

Beitragvon Harry » Donnerstag 18. November 2004, 14:53

>Aber nicht überall, sondern eben nur da, wo damals die kontaminierten sintflutartigen Regenfälle niedergingen.

Aber die beschränken sich nicht auf derartig eng begrenzte Gebiete? Wildschweine sind nicht die großen Wanderer, das Revier ist relativ begrenzt.
Harry
 

Beitragvon outdoor » Donnerstag 18. November 2004, 17:47

@ kps:

Bei Großenhain hatte man in einen ehemaligen Lagerbunker nach der Wende eine Kirche eingebaut. Sooo schlimm kanns also nicht gewesen sein.

@ all:

Wie alt werden wilde Schweine, wo stehen sie in der Nahrungskette, was fressen sie und wo kann da Radioaktivität in Form von Cäsiumbelastung herkommen??

O.
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Beitragvon outdoor » Donnerstag 18. November 2004, 17:56

Ergänzung: Unter http://www.vis-ernaehrung.bayern.de/de/ ... vitaet.htm gibt es eine Übersicht, welche Quellen heute eine Rolle spielen.

O.
outdoor
 

Beitragvon SuR » Donnerstag 18. November 2004, 19:58

Die radioaktive Wolke erreichte am 30. April 1986 Deutschland, was in München zu einer 10-fach erhöhten Gammadosisleistung führte. Durch lokale Niederschläge reichten die Bodenkontaminationen im Mai 1986 für Cäsium insgesamt von „kleiner Nachweisgrenze" bis über 173.000 Bq/m2. Dabei wurde Südbayern dreimal so hoch wie Nordbayern - im Mittel mit 27.000 Bq/m2 _ belastet. Am stärksten betroffen wurden die Landkreise Berchtesgaden, Garmisch-Partenkirchen und Augsburg. Heute beträgt die mittlere Gesamtbelastung beider Cäsiumisotope in Südbayern noch 17.000 Bq/m2.

Quelle: Umweltinstitut München, http://www.umweltinstitut.org/frames/all/m27.htm
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SuR
 

Beitragvon kps » Donnerstag 18. November 2004, 21:10

@ outdoor -> Wie schon versucht zu verdeutlichen, bin ich nicht wirklich der Fachmann dafür und sehe die Schweine auch nicht als Nachweis. Meines Wissens nach sind sie u.a. Aasfresser bzw. Allesfresser. Pilze nehmen sie wohl auch auf und auch die sind u.a. immer etwas mehr belastet. Das die Strahlung bei uns immer schon etwas höher sein soll, schiebe ich in erster Linie zunächst erst einmal natürlichen Zerfallsprozessen in die Schuhe. Die Beeinflussung durch deutsche wie auch sowjetische Forscher ist bisher nicht nachweisbar und selbst an nachvollziehbaren und wiederholbaren Meßreihen fehlt es. Vielmehr wurde wohl bisher nichts gemessen und daher sollte man zunächst erst einmal feststellen, aus welchem Gebiet die entspr. Schweine stammten. Dokumentierte Messungen wären auch ein weiterer Schritt, der im Ansatz glaube ich schon mal gelaufen ist.

@ SuR -> Die Übersicht bestätigt zunächst meiner Meinung nach Harry.

MfG
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Beitragvon Harry » Donnerstag 18. November 2004, 22:13

>deutsche wie auch sowjetische Forscher ist bisher nicht nachweisbar

Nenene, das meint ich nicht! Ich gehe primär davon aus, dass die Belastung durch Dekontaminierung von Fahrzeugen bspw. nach Übungen stattfand; die Russen haben mit radioaktiven Substanzen geübt (kein schriftlicher Nachweis, wurde mir aber im Gespräch versichert).

sekundär halte ich was im Bereich Forschung für MÖGLICH, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist... keine Ahnung. Jedenfalls wird das demnächst in einem Vorwort stehen:

"...Dass hier lediglich ein FHQ oder Nachrichtenamt existiert ist
nicht nur aufgrund der häufiger zu findenden Beschreibung von
heftigen elektromagnetischen Feldern unwahrscheinlich. Auch
die Nähe zu Siemens in Arnstadt und den Atomforschern in Stadtilm
lässt in Richtung Nuklearphysik denken. Und es gibt immer und immer
wieder Indizien die in Richtung „Atom“ führen. So war erst am 16.11.2004
im „Freien Wort“ ein Artikel zu finden, der über srahlenbelastetes Wild
im Bereich Jonastal handelt:

„ ... Fast zwei Jahrzehnte nach dem Supergau von Tschernobyl sind auch im Freistaat die Folgen noch deutlich zu spüren ... Von den im vergangenen Jahr untersuchten 146 Tieren war dies bei zehn Prozent der Fall. In diesem Jahr stehen bislang 7,4 Prozent zu Buche. „Allerdings ist diese Kontamination auf zwei eng begrenztezwei eng begrenzte Gebiete im Thüringer Wald zu reduzieren“, sagt Karin Schindler, Referatsleiterin im Thüringer Sozialministerium. Aus diesem Grund gebe es dort eine generelle Untersuchungspflicht für erlegtes Schwarzwild, dessen Fleisch in den Verkehr gebracht werde. Betroffen ist jeweils ein Gebiet in den Räumen Hildburghausen und Crawinkel. In allen übrigen Wäldern Thüringens werden weiterhin Stichproben untersucht ...“.

Abgesehen davon dass, wenn man nach einer konventionnelen Erklärung sucht wohl viel eher dort stationierte russische SS 20 denn Tschernobyl die Ursache für solche lokal begrenzte Dinge sind, könnte man sie natürlich auch auf Experimente „damals“ zurückführen. Das führt uns in die Richtung Atomforschung, und deswegen erst einmal dorthin.
Harry
 

Beitragvon kps » Donnerstag 18. November 2004, 22:28

Harry hat geschrieben: ...Abgesehen davon dass, wenn man nach einer konventionnelen Erklärung sucht wohl viel eher dort stationierte russische SS 20 denn Tschernobyl die Ursache für solche lokal begrenzte Dinge sind ...


Dies würde ich zu Beginn favorisieren und wenn die Schweine wirklich mal ein Nachweis in einer langen Beweiskette dafür werden könnten, dann hätten wir wirklich mal "Schwein" gehabt und es müssen Überlegungen getroffen werden, wie der "Mist" wieder wegkommt.

MfG
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Beitragvon isegrim » Freitag 19. November 2004, 07:51

dann bleibt aber immer noch das Gegiet um Hildburghausen - geht man davon aus das Sauen in einer Nacht bis zu 80 Kilometer bewältigen hat man wohl nun einen Fernwechsel erkannt - oder ?
In Crawinkel verseucht und nach Hildburghausen gezogen !!
Sicher hat das Ergebnis der erhöten Kontamination der Sauen mit SS 20 wenig zu tun - oder gab es bei Hildburhausen auch SS 20 ?
Ich glaube mehr daran das die hohe Dosis beim Schwarzwild über die Nahrungskette kommt - Sauen sind durch ihre eigenart des Brechen die halbe Zeit damit beschäftigt den Boden umzuwühlen und alles
brauchbare zu verschlingen - hier also auch Sporen und anderes unterhalb der Oberfläche fressbares
Ich glaube doch mehr an die Auswirkung von Tschernobyl,oder erhöhte
natürliche radioaktivität
isegrim
 

Beitragvon SuR » Freitag 19. November 2004, 08:17

kps hat geschrieben:Die Übersicht bestätigt ....


Die Karte stammt von 1991. Da steht dann nur noch die Frage im Raum, welche Meßwerte das Münchener Institut für die exDDR verwendet hat. Denn frei im Umlauf werden die wohl nicht gewesen sein.
SuR
 

Beitragvon kps » Freitag 19. November 2004, 08:56

Hallo SuR, Wolken springen in der Regel meiner Meinung nach nicht und so müssten dann auch z.B. im Raum Hessen/ Nordreihn-Westfahlen eine erhöhte Konzentration nachweisbar/ meßbar sein, wenn die DDR mehr abbekommen haben soll. Sicherlich ist auch entscheidend, wo sich der "Mist" abgeregnet hat. Würde man aber dagegen auf das Gebiet der ehemaligen Tschecheslowakei schauen, ist bestimmt auch mehr "rot" als in der ehemaligen DDR -> nur auf die Kontaminierung bezogen :lol: Dies wird dann jedenfalls besser zur Windrichtung von Tschernobyl aus passen -> nun wieder auf Bayern bezogen.

Das was isegrim geschrieben hatte, macht auf jeden Fall am meisten Sinn, denn Schweine wühlen nun mal im Dreck und natürliche Vorkommen sollen ja auch schon mal zu DDR-Zeiten gesucht worden sein. Zumindest soll es Messungen gegeben haben und die zusätzlich durchgeführten Radon-Messungen wurden ja auch als Indikator für diese Vorkommen gesehen. Fragt sich also weiter - WOHER kam die "Sau"?

MfG
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Beitragvon kps » Freitag 19. November 2004, 09:05

Evtl. etwas für Waidmanner mit Kontakten:

Veröffentlichungen von Prof. Dr. Gärtner
Gärtner, S.: Zur Strahlenbelastung thüringischen Wildes. Das Blatt (1998) H. 1, 6/ Thür. Jäger

Quelle: http://www.thueringenforst.de/schule/c_veroeffent2.htm
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Beitragvon isegrim » Freitag 19. November 2004, 12:23

die Übung ist vorbei - keine SS 20 oder etwas uns gefälliges,habe soeben den Artikel von Prof. Dr. Gärtner herausgesucht
Erklärung für die Orte Crawinkel und Hildburghausen liegt auf der Hand - die Überprüfung auf Kontamination wurde in Thüringer Forstämtern
veranlasst - in o.g. Orten gibt es solche - den rest bitte dann selbst lesen

Artikel aus dem Jahr 1998
Gärtner, S.: Zur Strahlenbelastung thüringischen Wildes. Das Blatt (1998) H. 1, 6/ Thür. Jäger

Strahlenbelastung Thüringer Wildes

Durch die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Gotha wurde 1996 im Hinblick auf die Vermarktung heimischen Wildbrets eine Analyse zur Strahlenbelastung in Auftrag gegeben. Viele Jäger werden sich noch an die Schreckensmeldungen der Presse und die nachweisbare Erhöhung der Radioaktivität auch in Wildkörpern (besonders in Bayern) erinnern. Insofern ist es jederzeit von Interesse, wie es mit der gegenwärtigen Strahlenbelastung des Wildes aussieht.

Es wurden Wildbretproben von 28 Stücken Rotwild und 13 Stücken Rehwild im Isotopenlaboratorium für biologische und medizinische Forschung der Universität Göttingen untersucht. Das Material entstammt stichprobenweise dem gesamten Thüringer Wald (FoÄ Paulinzella, Schönbrunn, Schmalkalden, Hildburghausen, Ilmenau, Dietzhausen, Schnellbach, Gehren, Oberhof, Schmiedefeld, Crawinkel und Tambach-Dietharz) und dem Südharz (FoÄ llfeld und Ellrich). Gemessen wurden die Radioaktivitäten der wichtigen Nuklide Cäsium - 134, Cäsium - 137 und Kalium - 40, Die höchste Aktivität mit durchschnittlich 100 Becquerel pro kg Frischmasse zeigte das Kalium - 40. Dies ist ein in der Erdrinde natürlich vorkommendes Radionuklid. Der Wert entspricht dem normalen natürlichen Durchschnitt unter unseren geologischen Bedingungen. Cäsium - 137 ist ein Radionuklid, das sowohl den globalen Kernwaffentests der 60er Jahre als auch dem Tschernobyl-Unfall entstammt. Mit durchschnittlich 30 Becquerel pro kg ist die gegenwärtige Belastung des Wildbretes äußerst gering. Die Meßwerte von Cäsium - 134 lagen allesamt im Bereich der Nachweisgrenze, maximal konnten drei Becquerel pro kg diagnostiziert werden. Cäsium -134 wurde besonders beim Tschernobyl-Fallout frei, spielt aber durch die nur zweijährige Halbwertzeit heute kaum noch eine Rolle in natürlichen Kreisläufen. Grundsätzlich obliegt die radioökologische Bewertung dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Laut EG-Verordnung Mr. 686-95 darf Wildbret mit mehr als 600 Becquerel pro kg Gesamtcäsium nicht in die Europäische Gemeinschaft importiert werden. Dieser Wert wird offiziell als Grenzwert für die Vermarktung innerhalb Deutschlands anerkannt.

Mit durchschnittlich 30 Becquerel pro kg Gesamtcäsium (maximal knapp 100) sind alle Proben damit als völlig unbedenklich einzuschätzen. Ab 1998 werden durch die Thüringer Landesanstalt für Umwelt, Landesmeßstelle für Umweltradioaktivität, erneut Messungen der Strahlenbelastung von Wildbret durch geführt. Dabei geht es neben der kontinuierlichen Kontrolle der Wildbretqualität aber vor allem um Grundlagenmessungen in den Waldgebieten. Die Wildtiere haben dabei Indikatorfunktion für verschiedene Waldökosysteme, so daß auch Rückschlüsse für die Strahlenaktivität der Waldvegetation und der Waldböden möglich erscheinen. Gegenwärtig wird der Stichprobenmodus erarbeitet, es soll voraussichtlich auf gut verwertbares Unfallwild zurückgegriffen werden. Um Vermarktungsverluste auszuschließen. Wir bitten die Revierinhaber bzw. Forstämter zu gegebener Zeit um entsprechende Unterstützung bei der Probennahme. Neben der Grundlagenerfassung im gesamtgesellschaftlichen Interesse sind ortsbezogene Werte für
die Vermarktung unseres belastungsarmen Wildbretes sicher wertvoll.
Prof. Dr. S. Gärtner
Zuletzt geändert von isegrim am Freitag 19. November 2004, 14:57, insgesamt 1-mal geändert.
isegrim
 

Beitragvon kps » Freitag 19. November 2004, 14:47

Hallo isegrim, der Artikel ist nun zunächst erst einmal drin. Heute Abend schicke ich die Texterkennungssoftware drüber und überarbeite den Anhang dann noch einmal. In dieser Form ist er etwas "unhandlich" - aber wichtig. Das nenne ich Teamarbeit [:Res]

MfG
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Beitragvon isegrim » Freitag 19. November 2004, 14:54

Danke KPS für die schnelle Hilfe
isegrim
 

Beitragvon Harry » Freitag 19. November 2004, 15:32

>Zeit damit beschäftigt den Boden umzuwühlen und alles
brauchbare zu verschlingen - hier also auch Sporen und anderes unterhalb der Oberfläche fressbares



Das machen aber ALLE Sauen, ergo auch überall. Hildburghausen: Ja. Mobil. Aber SS 20 ist nur als Oberbegriff für "Militär" zu sehen, ich will nur keinen Exkurs über ABC Waffenführung schreiben in der Einleitung. Es gab ABC Übungen bei denen auch leicht radioaktive Mittel eingesetzt wurden, um das dekontaminieren zu üben. An diesen Dek. Plätzen wurden dann Fahrzeuge und Anzüge dekontaminiert, und dort tritt dann logisch eine weit stärkere Belastung auf.

Die werden sicher nicht die "Wahrheit" schreiben können. Diese Nato/WP Geschichten des Kalten Kieges sind heute oft noch klassifiziert.
Harry
 

Beitragvon isegrim » Freitag 19. November 2004, 15:42

Hary das ist richtig - gleiches wurde mit Napalm gemacht und mir brennen
nicht die Stiefel

überdenke die Strucktur der in Hildburghausen stationierten Einheit
und betrachte die Lage,beides erklärt nicht das leuchten der Sauen
Und dann die frage Hildburghausen - Crawinkel und warum nicht Ellrich?
Gleiche Struktur wie in Hildburghausen .

Da gefällt mir das von Prof. Gärtner besser
isegrim
 

Beitragvon kps » Dienstag 23. November 2004, 21:09

Hallo isegrim, ich habe den Artikel-Scan soeben durch den Text ausgetauscht.

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Beitragvon kps » Freitag 16. Dezember 2005, 06:45

Auf zur nächsten Runde - ein aktueller Artikel aus der heutigen TA

16.12.2005 Link -> Thüringen - Keiler unterm Geigerzähler

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Beitragvon TÜP » Freitag 16. Dezember 2005, 16:06

Ich hau mich weg....... :lol: :lol: :lol:

Um tatsächlich einen gesundheitlichen Schaden zu erleiden, müsste man 200 Jahre lang täglich ein halbes Wildschwein vertilgen, meint Ministeriumssprecher Thomas Schulz.
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Beitragvon TÜP » Montag 23. Juni 2008, 20:56

Und da ist es wieder - unser Sommerloch:

TA vom 20.06.08

Wildschweine weiter verseucht

ERFURT. In einigen Regionen Thüringens ist ein Teil der Wildschweine weiterhin radioaktiv verseucht. Betroffen seien Gebiete in Gotha, Hildburghausen und Greiz, teilte die Landesregierung nach Angaben des Landtagsabgeordneten Tilo Kummer (Die Linke) mit. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Strahlung auf das Reaktorunglück in Tschernobyl 1986 zurückzuführen sei. In den betroffenen Gebieten habe sich damals durch heftige Regenfälle radioaktives Caesium gesammelt. Tote Wildschweine werden deshalb routinemäßig untersucht.
20.06.2008
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Beitragvon Under » Dienstag 22. Juli 2008, 21:29

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