Amt 10 & weitere Nachrichtenämter vor und während WK II

Alles über den TrUebPl Ohrdruf

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Beitragvon TÜP » Sonntag 8. August 2004, 21:31

In Ohrdruf wurde eine vergleichbare geschützte Unterbringung nach meiner Kenntnis nicht mehr realisiert.

Einige Hinweise deuten darauf hin, dass man beim Bau des Amt 10 gleich noch etwas mehr gebaut hat.
Gott hat nicht den Menschen erschaffen, sondern der Mensch erschuf Gott «nach seinem Bilde».
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Beitragvon ssch » Sonntag 8. August 2004, 21:53

TÜP hat geschrieben:Einige Hinweise deuten darauf hin, dass man beim Bau des Amt 10 gleich noch etwas mehr gebaut hat.


"Amt 10" besteht ja aus zwei Bunkern. Und da soll es noch mehr geben?

Wenn es um den Schutz des Stabes gegen Waffenwirkung ginge, wäre natürlich unmittelbare Nähe (oder zumindest Verbindung) zu den Unterkünften und Arbeitsräumen, die für das OKH im Truppenlager vorgesehen waren, sinnvoll gewesen. Wie in "Maybach I": Einfach in den Keller gehen und weiterarbeiten.

Viele Grüße
Sebastian
ssch
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F und T

Beitragvon ssch » Donnerstag 12. August 2004, 12:54

@TÜP: Ich habe noch einmal nachgeschaut. Du hast recht.

F = Fernsprechverbindungen
T = Fernschreibverbindungen

Viele Grüße
Sebastian
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Beitragvon Varga » Donnerstag 12. August 2004, 17:43

@TÜP: Ich habe noch einmal nachgeschaut. Du hast recht.

F = Fernsprechverbindungen
T = Fernschreibverbindungen

Welche Bezeichnung simmt definitiv??

Gruss
Varag
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Fernmeldeplanung OKH

Beitragvon ssch » Donnerstag 12. August 2004, 20:25

Varga hat geschrieben:Welche Bezeichnung simmt definitiv??


Die zuletzt gemachte. Das Fernmeldeschema in der hier diskutierten Publikation (Kampe, "Zeppelin") hat leider keine Legende. In anderen Veröffentlichungen ist die Zuordnung von F und T hingegen eindeutig. Und zwar so wie von TÜP vermutet, also: F steht für Fernsprechverbindung, T steht für Fernschreibverbindung. (Und die Bezeichnungen werden auch einheitlich verwandt, wie der Vergleich der Zahlen ergeben hat.)

1936/37 gültige Fernmeldeplanungen sahen vor, für jedes Armeeoberkommando gleiche Verbindungen sowohl nach Zossen als auch nach Ohrdruf zu schalten, so daß für das OKH an beiden Orten gleichwertige Verbindungen zur Verfügung standen. Ob das auch für spätere Fernmeldeplanungen galt, kann ich nicht sagen. Vermutlich wurden diese Doppelverbindungen in allen Planungen vorgesehen, in denen "Olga" explizit als Ausweichführungsstelle des OKH auftauchte.

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Re: Fernmeldeverbindungen des OKH

Beitragvon kps » Dienstag 31. August 2004, 20:20

ssch hat geschrieben:Zu meinem obigen Literaturhinweis noch folgende Ergänzung:

http://www.fm-ring.de/pdf/Beilage_Zossen_F-Flagge_01-02.pdf


Hallo Sebastian, wie schon an anderer Stelle geschrieben, war dieser Tipp echt Klasse. Ich habe mal das meiner Meinung nach Wichtigste für Ohrdruf zusammengefasst. Ich war erstaunt, wie falsch doch bisher mein Wissen zur Geschichte des Amtes 10 bzw. des Projektes Olga war. Da hat aber mindestens ein Autor schlecht recherchiert. Dieser Hinweis hat echt weitergeholfen und die anderen Bücher müssen jetzt im Verein wohl auch beschafft werden ~:-~ Die Diskussion habe ich jetzt gleich mal in den Jonastal-Bereich verschoben, denn da gehört es jetzt meiner Meinung nach hin.

Quelle: Die F-Flagge 1 – 2002 (Mitteilungsblatt des Fernmelderinges e.V.
für seine Mitglieder und alle, die sich der Telegraphen-, Nachrichten- und Fernmeldetruppe, den Fernmelde- und Führungsdiensten sowie der Führungsunterstützung verbunden fühlen)

(http://www.fm-ring.de/pdf/Beilage_Zosse ... _01-02.pdf)

Besprechung am 03. Februar 1933 … Nach einem nochmaligen Hinweis auf die Notwendigkeit strengster Geheimhaltung, informierte Oberstleutnant Fellgiebel die Anwesenden schließlich über die Entscheidung der Reichswehrführung, dass „.... für den Fall, dass das Reichswehrministerium seinen Sitz von Berlin verlegt und das Fernamt Berlin ausfällt, .... als Zentrale für den Nachrichtenverkehr Wünsdorf bei Zossen in Aussicht genommen ist.“…

Schon am 13. Juli 1934 hatte der Verbindungsoffizier, Oberstleutnant Dohne, seinem Partner beim RPM, dem Oberpostrat Delvendahl, die sich anbahnenden Veränderungen angedeutet und erste Hinweise auf die zu erwartenden fernmeldetechnischen Auswirkungen übergeben. “.... Das Reichswehrministerium beabsichtigt in Anlehnung an den Truppenübungsplatz Ohrdruf eine ähnliche Anlage zu schaffen, wie sie als Planung Zossen sich im Ausbau befindet.“ (15) In Ohrdruf - 15 Kilometer südlich von Gotha - sollte ein zweites, der künftigen Westfront zugedachtes Hauptquartier entstehen…

Wie in Zossen, bestimmten auch in Ohrdruf - zahlreiche Provisorien die anfängliche Entwicklung, denn im eigentlichen Truppenlager hatte nur der engere Führungsstab und die Nachrichtenzentrale Platz. Der Chef des Transportwesens und sein Stab sollten dagegen im Gymnasium von Arnstadt untergebracht werden und eine eigene Nachrichtenzentrale - Deckname „Bernstadt“ - im Keller des Arnstädter Schlosses erhalten. Der Stab des Chefs des Heeresnachrichtenwesens musste sogar bis nach Georgenthal ausweichen. Die anfänglich auch für die Ohrdrufer Nachrichtenzentrale geplante Notlösung ließ man zu Gunsten der sofort zu realisierenden Endlösung fallen. Am 11. Juni 1935 übergab der inzwischen zum Inspekteur der Nachrichtentruppen ernannte Oberst Fellgiebel dem RPM die Forderungen zur Errichtung eines Nachrichtenbunkers im Truppenlager Ohrdruf. (16) Anfang 1936 begannen die Bauarbeiten unter der Leitung des Postbaurates Kaspar von der Reichspostdirektion Erfurt und im späten Frühjahr 1938 war die verbunkerte Nachrichtenzentrale im Hauptquartier Ohrdruf, das „Amt 10“ betriebsbereit. Vom RPM hatten die Fernmeldebauarbeiten in Ohrdruf und Zossen die Deckbezeichnungen „Amt 10“ bzw. „Amt 5“ erhalten…

Die anfängliche Bevorzugung von Ohrdruf als Hauptquartier verschob sich Mitte der dreißiger Jahre wieder in dem Maße in Richtung Zossen-Wünsdorf, wie sich die militärpolitische Lage änderte. Die Schwerpunkte des deutschen Verteidigungsaufmarsches verlagerten sich an die Ost- und Südostgrenzen, wodurch Ohrdruf allmählich den Charakter einer Ausweichführungsstelle annahm. Die nachfolgenden Jahre bestätigten das. Sowohl in der Vorkriegszeit als auch während des Zweiten Weltkrieges erlangte Ohrdruf als Führungspunkt keine Bedeutung mehr. Daran ändert auch nichts die in der Literatur weit verbreitete aber nicht hinreichend belegte Behauptung, dass in Ohrdruf gegen Kriegsende das Führerhauptquartier errichtet werden sollte. Dieser Entwicklung entsprach auch der sich allmählich verändernde Charakter des „Amtes 10“. Aus der vormaligen Nachrichtenzentrale des Hauptquartiers Ohrdruf wurde eine wichtige Durchgangsvermittlung im Fernmeldegrundnetz des Heeres…

„Aufmarsch- und Kampfanweisung Rot - Gültig ab: 1.11.1935“ [im Falle eines Zweifrontenkrieges gegen Deutschland] … Der Aufmarsch West sah Ohrdruf als Mittelpunkt des Führungsnetzes vor, während Zossen-Wünsdorf Netzmittelpunkt für einen Aufmarsch Ost bzw. Südost sein sollte. Der Chef der Operationsabteilung, Oberst von Wietersheim, erläuterte [im Juni 1935] den anwesenden Offizieren die Eintragungen in der Karte und seinen Worten war zu entnehmen, dass die Führungsvariante Ohrdruf gegenwärtig vom Generalstab
bevorzugt wurde…

Und die eintretende Schwerpunktbildung bei den angenommenen Angriffsfällen sollte schließlich den Standort des Hauptquartiers bestimmen, entweder Zossen - Deckname „Max“ - oder Ohrdruf - Deckname „Moritz“…


Witziger Zufall: Im Ohrdrufer Kasernenbereich wird gerade der Film "Max & Moritz" gedreht!!

Im April 1936 erfuhren die Fernmeldeplanungen eine grundlegende Änderung. Die inzwischen abgeschlossene militärische Besetzung der entmilitarisierten Rheinlandzone hatte das OKH hinsichtlich der Sicherstellung der Truppenführung zu zwei wichtigen Erkenntnissen gelangen lassen.
1. Man hatte zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Führung des Heeres von Ohrdruf nicht möglich war. Die ursprünglich auch für Ohrdruf vorgesehene Fernmelde-Notlösung hatte man 1934 kurzerhand storniert, dabei offenbar aber nicht beachtet, dass die endgültige Lösung - das unterirdische „Amt 10“ - nicht vor Ende 1937 betriebsbereit sein konnte. Deshalb wurde vom 9. April 1936 an vorerst nur noch Zossen-Wünsdorf als Hauptquartier eingeplant …

Mit dem Abschluß der letzten zur Fernmelde-Zwischenlösung gehörenden Maßnahmen im Frühjahr 1936 war das Hauptquartier des OKH „Zeppelin“ in Zossen-Wünsdorf bezugsfähig und fernmeldetechnisch einsatzbereit. Inzwischen hatten sich die ursprünglich nur den Fernmeldebauarbeiten in Zossen und Ohrdruf zugedachten Decknamen „Zeppelin“ bzw. „Olga“ als Decknamen für die beiden Hauptquartiere eingebürgert…

Wenn auch der Inhalt der am 26. Juni 1936 erlassenen Weisung für die einheitliche Vorbereitung eines möglichen Krieges nicht bekannt ist, so kann aber aus den vorliegenden Verbindungsforderungen auf die darin festgelegten Kriegsfälle geschlossen werden. Wieder waren Zossen-Wünsdorf und Ohrdruf als Netzmittelpunkte genannt, die je nach eingetretenem Kriegsfall in Betrieb gehen sollten. Man hätte also die 1. Staffel des OKH nach erfolgter Mobilmachung in Zossen entweder dort belassen oder nach Ohrdruf verlegt. Offenbar lag den Planungen wiederum die Annahme eines Zweifrontenkrieges Frankreich und Polen bzw. Frankreich und die Tschechoslowakei gegen Deutschland zugrunde…

…Im Rahmen der „Fernmelde-Zwischenlösung“ war es der Inspektion der Nachrichtentruppen und dem RPM bis zum Ende des Jahres 1937 gelungen, die Fernmeldeversorgung des Hauptquartiers „Zeppelin“ des OKH in Zossen-Wünsdorf vollständig sicherzustellen. Ungeachtet des Umstandes, dass der als Endlösung geplante und im Bau befindliche Nachrichtenbunker - das „Amt 500“ - nicht vor 1939 betriebsbereit sein würde (42), war in fernmeldetechnischer Hinsicht die Führung des Heeres von Zossen aus gewährleistet. Von hier aus waren alle höheren Stäbe über 4 - 6 Fernsprech- und 2 - 4 Fernschreibverbindungen erreichbar. Wenn im Schriftverkehr dieser Zeit für Zossen und Ohrdruf teilweise noch der Begriff Ausweichunterkunft auftaucht, so ist das auf die vormalige Defensivplanung zurückzuführen. In dem Masse wie sich die deutschen Aufmarschplanungen der Südostflanke zuwandten, verschwand dieser Begriff. Von nun an wurde Zossen als weitgehend alleiniges ortsfestes Hauptquartier des OKH für den Fall eines Krieges angesehen. Ohrdruf dagegen erhielt den Charakter eines Ausweich-Hauptquartiers für den Fall, dass Zossen nicht genutzt werden konnte. Daran änderte auch nichts, dass dort die unterirdische Bunkerzentrale - das „Amt 10“ - unmittelbar vor seiner Fertigstellung stand. Die Folge dieser Entwicklung war letztendlich eine Forcierung der Bauarbeiten am Nachrichtenbunker „Zeppelin“…
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Beitragvon kps » Freitag 10. September 2004, 15:07

Anbei der Versuch, eine Brücke zu einer anderen Diskussion zu schlagen und die jeweiligen Inhalte zu separieren bzw. konzentrieren.

Ausgangspunkt und Quelle folgenden Zitates:
http://www.gtgj.de/script/phpBB2/viewto ... 1&start=30


ssch hat geschrieben:Hallo kps.

Auf die Gefahr, dass wir in diesem Thread eigentlich off-topic sind, möchte ich Dir trotzdem antworten. :lol:

kps hat geschrieben:Zossen und Ohrdruf haben viel gemeinsam und waren damals teilweise gleichrangig - TrÜbPl, geplantes Ausweichquartier des OKH, Kasernen, große und zentrale Nachrichtenämter. Was fehlt, sind die Stabsunterkünfte und da drängt sich wieder mal Harrys Vermutung auf, dass mit den Bauarbeiten von Amt 10 auch gleich noch ein "bischen" mehr gebaut wurde.


Die Zeitläufe hatten den Standort Ohrdruf ganz einfach überflüssig gemacht, so dass er schließlich nur noch als Reserveausweichquartier gesehen, aber nicht weiter ausgebaut wurde. Verschiedene Bedingungen hatten sich verändert: Fortschritte bei der Aufrüstung und beim Ausbau des Fernmeldenetzes, Wechsel von der Defensiv- zur Offensivplanung, Veränderungen in der Spitzengliederung (OKW, WFSt, Feldstaffel des OKH beim FHQ) usw.

Der entscheidende Punkt: Man war wirtschaftlich gar nicht in der Lage, zwei voll ausgestattete Heeres-Hauptquartiere zu errichten und zu unterhalten. Die Krisen, in die die Aufrüstung der 30er Jahre durch Material- und Arbeitskräftemangel geriet, sind hinreichend dokumentiert. Auf den meisten Gebieten konnten die Planungen nur teilweise umgesetzt werden. Im Fall Zossen hieß das beispielsweise Verzicht auf ein zweites Nachrichtenamt für das Heerestransportwesen ("Amt 501"), dafür wurden die Planungen für "Amt 500" noch einmal abgeändert, um eine provisorische Fernschreibzentrale für das Heerestransportwesen zusätzlich unterzubringen, während vor Ort schon betoniert wurde. Die schleppenden Baufortschritte in Zossen waren auch der Grund erst für die Unterbrechung der Bauarbeiten, schließlich für die komplette Aufgabe von "Amt 800". Die Projekte "Amt 501" und "Amt 800" wurden aufgegeben, damit "Amt 500" 1939 in Betrieb gehen konnte. Diese Zusammenhänge sind auch quellenmäßig belegt. Bei Kriegsbeginn waren die Voraussetzungen für die Parallelplanungen "Zeppelin" und "Olga" längst entfallen, es wurde nur noch aus Zossen geführt.

Dass in Ohrdruf im Zusammenhang mit dem "Amt 10" mehr gebaut wurde, als allgemein bekannt ist, läßt sich wohl nicht ausschließen. Dafür müßte es allerdings sehr, sehr gute Gründe gegeben haben. Vergegenwärtigen wir uns kurz die damalige Situation: Ein Krieg steht vor der Tür und das Heer hatte kein gegen Waffenwirkungen geschütztes Hauptquartier. Da ist es vernünftig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Übrigens war auch in Zossen der größte Teil der Mitarbeiter des HQu OKH (Stand 19. März 1945: 8.139 Personen) in normalen Kasernen untergebracht, und auch dort musste kräftig improvisiert werden.


Hallo Sebastian, wir sind hier wieder voll und ganz on topic und dein Wissen bzw. Zitatfestigkeit verblüfft hier und in anderen Foren. Mach bitte weiter so. Ich stimme dir in fast allen Punkten zu. Nur bei der Überflüssigkeit von Ohrdruf muss ich noch einmal eingreifen. Du schreibst "Die Zeitläufe hatten den Standort Ohrdruf ganz einfach überflüssig gemacht" - Dies ist auch richtig, nachdem was ich bisher dazu gelesen und gehört habe. Allerdings konnte dies bei der Planung und beim Baubeginn Niemand wissen und in der anderen Diskussion zum Amt 10 hier wurden bereits die Probleme beim Bau und die Konsequenzen eindrucksvoll geschildert. Für mich sind da aber halt noch die gestellten Fragen offen geblieben und durch die ganzen Gerüchte rund um den Platz bin ich ins spekulieren abgerutscht. Evtl. sind auch Zossen und Ohrdruf nicht ganz räumlich vergleichbar und die Bauarbeiten um den gesamten TrÜbPl. wie zum Beispiel in Arnstadt, gehörten einfach mit zum geplanten Hauptquartier dazu und durch den Bedeutungsverlust von Ohrdruf wurden dann evtl. die Arbeiten wie z.B. Amt 800 neben dem Grundwasserproblem eingestellt. Achtung! Schon wieder Spekulation!! Arnstadt sollte wohl zusätzlich vrmtl. Garnisionsstadt werden und die späteren Mitteldeutschen Werke wurden auf den Fundamenten der geplanten Kasernen gebaut - so "hörensagen".

Ein weiteres Zitat von Thomas aus dem Explorate-Forum als Ergänzung:
"Geo-tec, meinst du mit dem Eulenberg die Anlage Amt "800" ,
Deckname Bernstadt ?
Dein Zitat: "Deshalb glaube ich auch nicht an Grundwasserprobleme beim Eulenberg!!"

Ich ehrlich gesagt auch nicht, nur die Angaben aus der "Reichstelle für Raumordnung und Bodenforschung" sind ernüchternd:-
Bei einem Stollen, der zur anderen Straßenseite herausgetrieben
werden sollte, wurde eine Wasserader, im Berg, getroffen !!!
Die Grundwasserpumpen konnten dieses Problem nicht bewältigen !!!

Quelle: http://www.explorate.de/Forum/showthrea ... ge=4&pp=10

Ich hatte gehört, dass Amt 800 ursprünglich mit den gegenüberliegenden Kasernen verbunden werden sollte - unter der Strasse entlang. Zumindest darin decken sich die Aussagen mit dem Hinweis von Thomas.

Hauptquartier ohne ausreichend Quartier? Sicherlich deuten einige Aussagen der ersten eintreffenden Stäbe im Bereich Olga darauf hin (wilde Quartiermacherei), aber hier gilt noch zu klären, welche Bedeutung diese im Einzelnen hatten und ob evtl. die richtigen Räumlichkeiten noch freigehalten wurden. Jedenfalls hatte somit der Begriff Olga vor dem Krieg wie gegen Ende des 2. Weltkrieges die gleiche Bedeutung - HAUPTQUARTIER. Auch in einer Ausweichführungsstelle muss man schlafen und arbeiten können!! Dies sollte zunächst weiter im Fokus bleiben und das Jonastal fällt meiner Meinung nach genau in diesen Aufgabenbereich. Ob dort auch Raketen für den Objektschutz liegen sollten, ist erst mal zweitrangig (Vermutung alpha bei explorate). Auf keinen Fall kommen die Stollen für die Serienfertigung bzw. für Produktionen in Betracht und viele andere Zweckentfremdungen halte ich ebenfalls für Fantasien. Der Umzug der Stäbe nach Ohrdruf am Ende des Krieges und die Arbeiten im Jonastal waren wohl kein Zufall und wie ich es jetzt verstehe, wurden dazu die Weichen bereits vor dem Krieg mit der Hauptquartierfrage gestellt. Als wieder an einen Umzug gedacht werden musste, wurden vrmtl. die alten Pläne entstaubt und das Angefangene weiter gebaut. Ob die Arbeiten nie ganz aufgehört haben, weiß ich nicht. Leute mit Weitblick gab es aber schon immer und dann sehe ich es wie mit dem Bau der ICE Trasse durch den Thüringer Wald - eigentlich ist kein Geld da und Baustopp. Trotzdem wird munter weitergebaut - zu sehen von der A71 aus und alles nur, damit die Baurechte nicht irgendwann mal verfallen. Evtl. hat sich auch eine andere Organisation das angefangene und nun überflüssige Hauptquartier zu nutzen gemacht und wie viele behaupten, geheime Forschungsanlagen etabliert. Auch dies weiß ich nicht und spekuliere daher schon wieder ganz wild.

Zum Schluss möchte ich noch einmal mal auf das Wichtige aus dem Zitat von weiter oben hinweisen!!!!!!! Auch da wird Arnstadt immer im zweitem Atemzug nach Ohrdruf erwähnt.

Und nun komme ich wieder zurück zum heutigen Ausgangspunkt. Wurden Anlagen nachgenutzt? Die Nutzung des TrÜbPl durch die Sowjets hat augenscheinlich gefährliche Blüten hervorgebracht, um hier geht es dazu weiter -> Waren russische Atomwaffen bei Crawinkel???
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Wirtschaftskraft, Aufrüstung und Kriegsgefahr

Beitragvon ssch » Freitag 10. September 2004, 20:48

Harry hat geschrieben:Ähm 1936 stand kein Krieg vor der Tür :D und die paar RM für weitere bombensichere Bunker wären meiner Ansicht nach noch abgefallen.

sucher hat geschrieben:Wirtschaftlich war das damalige Deutschland schon in der Lage, sich ein zweites Zossen zu leisten. Und wie Harry richtig bemerkte, stand 1936 der Krieg noch wahrlich nicht vor der Tür.

Hallo Harry, hallo sucher.

Es geht nicht darum, ob genug Geld da war, obwohl die Finanzierung der deutschen Aufrüstung teilweise etwas dubios erscheint (Stichwort „Mefo-Wechsel“). Die entscheidenden Probleme waren Rohstoff-, Devisen- und Arbeitskräftemangel; das Stichwort dazu lautet „Wehrwirtschaftskrise 1936“. Dazu einige Zitate aus Michael Salewski, Die bewaffnete Macht im Dritten Reich 1933-1939, in: Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648-1939, Band 4, Abschnitt VII, München 1979.

„Schon ab Mitte 1935 machten sich erneut krisenhafte Erscheinungen bemerkbar; die rücksichtslos betriebene Aufrüstung und die uneinheitliche Ernährungspolitik rissen immer größere Löcher in den Devisenbestand der Reichsbank. (…) Die Situation lief Anfang 1936 auf die Alternative Aufrüstung oder Sicherstellung der Ernährung hinaus.“ (S. 147)

„Infolge Devisenmangels, mangelnder Investitionen, unzureichender Kapitalausstattung kam es gleichzeitig auch zu einer Rüstungsindustriekrise. Fehlende Rohstoffmengen (vor allem Blei und Kupfer) ließen die Rüstungsproduktion stocken.“ (S. 148)

„Der Hauptgrund für die angespannte Wirtschaftslage fand sich zweifellos in der Rüstungspolitik. Die Wehrmachtausgaben betrugen 1932 nur 4 % der Gesamtausgaben des Reiches; 1933 waren es 5 %, 1934 18 %, 1935 25 %. 1936 beliefen sich die Rüstungsausgaben schon auf 39 %. Bis 1938 steigerte sich dieser Anteil auf 50 %. (…) Seit 1935 ging von der Rüstung auch keine volkswirtschaftliche Initialzündung mehr aus, die Rüstungsgüter waren totes Kapital.“ (S. 148)

"Trotz erheblicher Anstrengungen und zum Teil beträchtlicher Erfolge auf einzelnen Gebieten gelang es auf den wichtigsten Sektoren, denen des Mineralöls, des Gummis und des Eisens jedoch bis Kriegsbeginn nicht, die Autarkie zu erreichen. Die wehrwirtschaftliche Erzeugung erlaubte in der Tat nur die Führung eines 'Blitzkrieges'." (S. 155)

"Dennoch wird Alan Milward darin zuzustimmen sein, daß schließlich nur noch der Krieg die ökonomische Endkatastrophe des Regimes verhindern konnte." (S. 156)

"Die Außenhandels-, Devisen- und Rohstoffkrise machte deutlich, daß es nicht genügte, an den Symptomen der unzureichenden Tiefenrüstung zu kurieren, und der Vierjahresplan war der Versuch, in das bröckelig gewordene Fundament der Wehrmacht Stützpfeiler einzuziehen." (S. 183)

Was Kampe über die Schwierigkeiten bei den Bauarbeiten in Zossen schreibt, weist in die gleiche Richtung wie die obigen Ausführungen. Ob in Ohrdruf mehr als das "Amt 10" verbuddelt wurde, weiß ich nicht. Dafür müßte es aber verdammt gute Gründe gegeben haben, Luxus- oder Eventualprojekte hatten da wohl keine Chance. Und das sollte man - nach meiner Meinung - auch nicht aus den Augen verlieren, wenn man anfängt zu spekulieren.

Ironischerweise ist Ohrdruf ja nicht zuletzt dadurch ins Abseits geraten, dass dort noch vor Zossen die sogenannte Fernmeldeendlösung realisiert werden sollte. Im Gegensatz zu Zossen hatte man in Ohrdruf aus Sparsamkeit allerdings auf eine Fernmeldenot- oder Zwischenlösung verzichtet, so dass bis zur Fertigstellung von "Amt 10" die Führung von Ohrdruf aus fernmeldemäßig nicht möglich war. Das hatte man 1936 erkannt und sich in den weiteren Kriegsplanungen vorrangig auf Zossen gestützt, denn dort waren auch Vorbereitungen im Sinne einer Fernmeldezwischenlösung getroffen. Dabei ist es dann geblieben.

Zur Frage, wann ein Krieg vor der Tür stand: Das OKH, vorher die Heeresleitung, sah schon lange vor 1939 Kriegsgefahr, wobei sich Deutschland anfangs in der passiven Rolle befand: 1933 nach dem Austritt aus dem Volkerbund rechnete man mit Strafmaßnahmen, 1935 nach der Proklamation der Wehrhoheit (Einführung der Wehrpflicht, Heeresvergrößerung) befürchtete man Gegenmaßnahmen, 1936 nach der Remilitarisierung des Rheinlandes wurde ein französischer Angriff für möglich gehalten usw. Wäre es in einem dieser Fälle zum Krieg gekommen, hätte die noch schwache Reichswehr/Wehrmacht kaum ernsthaften Widerstand leisten können. Über den Wechsel von der defensiven zur offensiven Kriegsvorbereitung heißt es bei Salewski:

„Tatsächlich gab es bereits seit dem Frühsommer 1935 zahlreiche Hinweise darauf, daß Hitler und Blomberg die Aufrüstung nicht nur als Wiederbewaffnung, sondern als Kriegsvorbereitung betrieben.“ (S. 157)

Natürlich sah das OKH 1936 einen Krieg vor der Tür stehen. Nur der genaue Zeitpunkt und der Gegner waren noch unklar. Der 2. Weltkrieg ist nicht „ausgebrochen“, sondern er wurde geplant, vorbereitet und schließlich herbeigeführt. Das läßt sich nicht wegdiskutieren.

sucher hat geschrieben:Bedenke zudem bitte, was man Ende 44, Anfang 45 noch im Jonastal kurzfristig auf die Beine gestellt hat. Also die Leistungsfähigkeit war praktisch bis kurz vor Toresschluß durchaus noch gegeben.

Bis zum Amtsantritt Albert Speers 1942 konnte vom totalen Krieg auf dem Rüstungssektor nicht die Rede sein. Es gab nicht einmal eine einheitliche Wehrwirtschaftsführung zwischen dem militärischen und dem zivilen Sektor. Insofern läßt sich die Situation Mitte der 30er Jahre überhaupt nicht mit 1944/45 vergleichen (von Zwangsarbeitern usw. will ich gar nicht reden). Zum Abschluß noch einmal Salewski:

"Es ist charakteristisch, daß Hitler zur gleichen Zeit 'Butter und Kanonen' wollte. Erst in der Schlußphase des Krieges setzten sich die Prinzipien einer rigorosen Kriegswirtschaft ganz durch; ..." (S. 142)


Viele Grüße
Sebastian
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Beitragvon Harry » Freitag 10. September 2004, 21:47

Es regt sich Widerspruch in mir :D zum einen habe ich bezüglich des Rüstungsetats völlig andere Zahlen, bspw. dass bis 1938 keine nennenswerte Rüstung stattfand (Ausstoß an Panzern noch 1939 nur 50 Stück im Monat :D) zum anderen ist dieses "geplanter Krieg" nach meinen dafürhalten in dieser Einfachheit nicht haltbar. Hitler hat mehrfach intensiv (und meines Erachtens nach ernsthaft) versucht mit England und Frankreich Frieden zu schliessen. Aber das ist Politik, und gehört hier eher nicht hin.

Was hingehört :D: Ich halte die Einrichtung eines FHQs neben dem Amt 10 bereits 1936, spätestens 1938 für höchstwahrscheinlich. Dafür gibt es zwei Indizien... Daser (Gnlt.) sagt in der Gefangenschaft dass "richtige" FHQ habe sich in MItteldeutschland befunden und sei für den Fall eines Kriegsausbruchs VOR der Mobilmachung fertig gewesen. Damit kann NICHT Adlerhorst gemeint sein. Und Mitteldeutschland ist Thüringen... was sollte sich ausser Ohrdruf, dass ja geradezu prädestiniert war noch in Frage kommen.

Zum Zweiten wurde Adlerhorst im Herbst 1944 als "für ein FHQ nicht mehr in Frage kommend" bezeichnend... wegen mangelndem Luftschutz!!! Stattdessen wird "Führerentscheid" wegen neuem FHQ im Bereich Mitteldeutschland erbeten.

Das lässt für mich den Schluss zu: Man hat 36 -38 ein HQ beim Amt 10 mitgebaut... für wen oder was auch immer, welches Daser kannte. 1944 war es entweder "vergessen" oder nur noch sehr wenigen bekannt. Deswegen schreibt Streve "neue Unterkunft".

Sicher ist das Spekulation. Bspw. wieso dann Offz. über nicht ausreichenden Luftschutz klagen. Andererseits wäre es nachvollziehbar, wenn es sich um ein "kleines" FHQ handelte, sozusagen eine 1938 gebaute Notlösung mit Platz nur für die wichtigsten Sachen.
Harry
 

Mitteldeutschland

Beitragvon Anonymous » Samstag 11. September 2004, 06:02

Was war damals eigentlich "Mitteldeutschland"? Sicherlich nicht das, was man heute darunter versteht. Deutschland reichte damals bis nach Ostpreußen, und Brandenburg bis kurz vor Posen. Berlin lag geographisch mittig zwischen Köln und Königsberg. Thüringen lag aus dieser damalgigen "mittigen" Sicht schon ziemlich weit im Südwesten. Also kann einiges dafür sprechen, daß "Mitteldeutschland" eben nicht Thüringen war, sondern eher Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt...
Werde mal in damaligen Geograhie(-schul)büchern nach diesem Begriff Ausschau halten.
Gruß aus "West-Westdeutschland" EP
Anonymous
 

Rüstung in den 30er Jahren, Generalleutnant Daser

Beitragvon ssch » Samstag 11. September 2004, 16:59

Hallo Harry.

Harry hat geschrieben:zum einen habe ich bezüglich des Rüstungsetats völlig andere Zahlen, bspw. dass bis 1938 keine nennenswerte Rüstung stattfand (Ausstoß an Panzern noch 1939 nur 50 Stück im Monat :D)

Was die Panzerrüstung betrifft, habe ich eine ähnliche Zahl im Kopf. Deutschland hatte bei Kriegsbeginn einen hohen Rüstungsstand, aber ein geringes Rüstungspotential. Hitler wollte "Butter und Kanonen", d.h. die Rüstungsproduktion sollte die zivile Produktion möglichst nicht beschränken, und man glaubte an schnelle Siege durch den "Blitzkrieg".

Das Ausmaß der Aufrüstung in den 30er Jahren läßt sich jedoch an den Personalstärken und der Zahl der Divisionen gut ablesen. Die folgenden Angaben sind Schottelius/Caspar, Die Organisation des Heeres 1933-1939, ebenfalls im Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648-1939, Band 4, Abschnitt VII, München 1979, S. 315 entnommen:

Personalstärke des Heeres in Tsd. (jeweils am 1. Oktober):
1933: 112
1934: 250
1935: 400
1936: 520
1937: 590
1938: 760
1939: ?

Divisionsverbände insgesamt (ohne Pz.Brig.):
1933: 10
1934: 25
1935: 31
1936: 41
1937: 42
1938: 52
1939: 53

Die ganzen Leute mußten eingekleidet, mit Waffen und Ausrüstung versehen und in - zumeist neu zu bauenden - Kasernen untergebracht werden. Die Panzertruppen wurden überhaupt erst ab 1935 offen aufgestellt, genauso die Luftwaffe, die in den oben genannten Zahlen gar nicht enthalten ist. Der Wunsch nach fortschreitender Heeresmotorisierung stellte weitere Anforderungen an die Rüstung. Dazu kommen Bauprojekte wie der Westwall usw.


Harry hat geschrieben:Daser (Gnlt.) sagt in der Gefangenschaft dass "richtige" FHQ habe sich in MItteldeutschland befunden und sei für den Fall eines Kriegsausbruchs VOR der Mobilmachung fertig gewesen.

Damit ist wohl Generalleutnant Wilhelm Daser gemeint. Dessen soldatischer Werdegang (hier zitiert nach Bradley [Hrsg.], Deutschlands Generale und Admirale, Teil 4: Die Generale des Heeres 1921-1945, Band 3, Osnabrück 1994, S. 28 f.) kommt mir allerdings nicht besonders spannend vor:

"Wilhelm Daser
GENERALLEUTNANT
* 31.08.1884 Germersheim/Pfalz + 14.07.1968 Ingolstadt

Eintritt: 06.07.1903
a. D.: 31.03.1931
angestellt: 01.04.1931
L-Offizier: 01.10.1933
E-Offizier: 05.03.1935
aktiviert: 01.06.1941
entlassen: 19.12.1949

06.07.1903 Fähnrich (25)
08.03.1905 Leutnant (44)
28.10.1912 Oberleutnant (42)
14.01.1916 Hauptmann (35)
26.09.1919 RDA vom 24.12. 1914 erhalten
01.12.1926 Major (3)
01.02.1931 Oberstleutnant (31)
01.10.1933 Oberstleutnant a. D. mit RDA vom 01.03.1931 (3)
05.03.1935 Oberstleutnant (E) mit RDA vom 01.03.1931
01.08.1937 Oberst (E) (11)
01.06.1941 neues RDA vom 01.08.1937 (33) erhalten
01.07.1942 Generalmajor (29)
20.09.1944 Generalleutnant mit RDA vom 1.08.1944 (1c)

06.07.1903 als Fähnrich in das 15. bayer. Infanterie-Regiment eingetreten
01.03.1904-28.02.1905 kommandiert zur Kriegsschule München
01.06.1910-30.09.1912 Adjutant des Bezirkskommandos Weilheim
02.08.1914 Regimentadjutant des 15. bayer. Reserve-Infanterie-Regiments 5
06.10.1914 erkrankt - Lazarett
06.12.1914 wieder Regimentsadjutant des 15. bayer. Reserve-Infanterie-Regiments
18.02.1918 Adjutant der 3. bayer. Reserve-Infanterie-Brigade
05.06.1918 Kommandeur des III. Bataillons des 18. bayer. Reserve-Infanterie-Regiments
15.08.1918 mit der stellv. Führung des 18. bayer. Reserve-Infanterie-Regiments beauftragt
02.09.1918 wieder Kommandeur des III. Bataillons des 15. bayer. Reserve-Infanterie-Regiments
29.09.1918 mit der stellv. Führung des 18. bayer. Reserve-Infanterie-Regiments beauftragt
09.10.1918 Kommandeur des II. Bataillons des 30. bayer. Infanterie-Regiments
15.10.1918 mit der stellv. Führung des 30. bayer. Infanterie-Regiments beauftragt
06.11.1918 Kommandeur des III. Bataillons und stellv. Regimentsführer im 30. bayer. Infanterie-Regiment
21.12.1918 in das 15. bayer. Infanterie-Regiment zurückversetzt
18.04.1919 Adjutant des Freiwilligen-Detachements Schaaf (Gruppe Hierl)
17.05.1919 Adjutant des Höheren Auflösungsstabes 104 (2. bayer. Division)
25.09.1919 Führer der Minenwerfer-Kompanie des Rw.-Infanterie-Regiments 48
06.11.1919 Führer der 5. Kompanie des Rw.-Infanterie-Regiments 48
01.01.1921 Führer der 5. Kompanie des Infanterie-Regiments 20
01.10.1922 in das Infanterie-Regiment 19 versetzt und Adjutant des Infanterie-Führers VII
18.04.1925 zur Minenwerfer-Kompanie des Infanterie-Regiments 19 versetzt
01.01.1926 zum Stab des II. Bataillons des Infanterie-Regiments 20 versetzt
01.02.1928 Kommandeur des Ausbildungs-Bataillons des Infanterie-Regiments 21
01.02.1930 Kommandeur des II. Bataillons des Infanterie-Regiments 20
31.03.1931 verabschiedet
01.04.1931 im Heer wieder angestellt und Ausbildungsbearbeiter in Regensburg
01.10.1933 in L-Offzier-Korps übernommen und Grenz-Regiments-Kommandeur Regensburg
01.05.1935 Ausbildungsleiter Regensburg
06.10.1936 Ausbildungsleiter Aschaffenburg
26.08.1939 Kommandeur des Infanterie-Regiments 388
25.09.1941 Führerreserve OKH
27.12.1941 Kommandeur des Infanterie-Ersatz-Regiments 251
15.06.1942 Führerreserve OKH
20.06.1942 kommandiert zum Stab des Militärbefehlshabers Frankreich zwecks Einweisung als Feldkommandant
01.08.1942 Feldkommandant 580, Amiens
02.12.1942 Feldkommandant 894, Marseille
15.12.1942 Oberfeldkommandant 670, Lille
10.06.1943 Feldkommandant 454
22.12.1943 Führerreserve OKH
01.02.1944 Kommandeur der 165. Reserve-Division
15.05.1944 Kommandeur der 70. Infanterie-Division
07.11.1944 in sowjet. Kriegsgefangenschaft
10.12.1949 entlassen"

Das mit der "sowj. Kriegsgefangenschaft" erscheint mir allerdings zweifelhaft. Die 70. Infanterie-Division wurde als bodenständige Division am 17. Juli 1944 auf der Insel Walcheren (Niederlande) aufgestellt und ging dort im November 1944 in kanadische Kriegsgefangenschaft. Bei der 70. Inf.-Div. handelte es sich übrigens um eine durchweg aus Magenkranken aufgestellte Division. Das vereinfachte die Versorgung: Schonkost für die ganze Truppe. (Diese Angaben nach Tessin, Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg.) Hört sich auf jeden Fall auch nicht nach einem aufregenden Kommando an. Warum sollte dieser Mann ein Geheimnis gekannt haben, das sonst niemand kannte?

Viele Grüße
Sebastian
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Beitragvon Harry » Samstag 11. September 2004, 17:45

Sowj. stimmt definitiv nicht, er sagte obiges in West - Alliierter Gefangenschaft aus.

Tja, war es ein Geheimnis? Keine Ahnung. Die Aussage existiert aber nunmal, und kann meines Erachtens halt nicht auf Adlerhorst passen.

Und auch die Aussage Adlerhorst wird wegen mangelndem Lu Schu aufgegeben ist krass... wer die Bunker und Stollen da kennt wird dem kaum zustimmen.
Harry
 

Beitragvon kps » Sonntag 14. November 2004, 20:04

Anbei mal das Foto vom s.g. Bergbad bei Arnstadt, ehemalige und abgesoffene Baustelle Amt 800 und heute Kleingartenkolonie. Ich hatte es schon vor einiger Zeit gescannt, nur mit dem Zusammenfügen der einzelnen Teile leichte Probleme.

Eine etwas größere und zoombare Variante befindet sich hier in der Galerie->
http://www.gtgj.de/script/pic2/index.php?showcat=153

Quelle: Dokumentationszentrum Jonastal (aus dem privaten Archiv von G.Zorn)

Nachtrag kps: Anbei auch noch ein Link zu einem älteren Zeitungsartikel - passend zum Thema:
Trügerischer Frieden 1937... Die Bauarbeiten um und auf dem TrÜbPl sind spürbar


MfG
kps
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Beitragvon ssch » Freitag 19. November 2004, 23:06

Hallo kps.

Wer ist denn der Autor des Artikels "Trügerischer Frieden 1937"? Kann es sein, daß wir den kennen?

Viele Grüße
Sebastian
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Beitragvon kps » Samstag 20. November 2004, 10:45

Du könntest Recht haben. Eine exakte Angabe des Autors habe ich aber nicht gefunden.

MfG
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Re: Nachrichtenämter

Beitragvon kps » Montag 28. Dezember 2020, 18:23

ssch hat geschrieben:Hallo Leute.

Im folgenden als Zitat die Aufstellung der nach dem Schema "Amt X" bezeichneten Nachrichtenämter aus dem Decknamenverzeichnis bei Seidler/Zeigert, Die Führerhauptquartiere, S. 361:

"Amt 8: Fernmeldezentrale Chef HTrspW in Arnstadt/Thüringen
Amt 10: Fernmeldezentrale OKH auf dem TrÜbPI Ohrdruf (1938)
Amt 55: Fernmeldezentrale in der Reichskanzlei (Bunker 100)
Amt 88: angebl. Fernsprechvermittlung eines FHQu in Thüringen
Amt 500: - Fernmeldezentrale OKH (OKW) in Zossen, -> 'Zeppelin'
- Vermittlung Reichskanzlei 01/45 (?)
Amt 501: Proj. Fernmeldezentrale Chef HTrspW in Zossen
Amt 600: Fernsprech-(OB-)Vermittlung im FHQu 'Adlerhorst' (Teilanlage 'Wiesental')
Amt 606: Fernmeldezentrale WFSt in Friedberg, Dezember 1944-Januar 1945
Amt 800: geplante Fernmeldezentrale Chef HTrspW bei Arnstadt, -> 'Hektor'
Amt Ida: vermutlich Fernmeldezentrum OKH in Verdun-Kaserne Gießen"

Das wars, eher mittelmäßig ergiebig. Amt 800 ist mir allerdings bisher als "Bernstadt" bekannt, während "Hektor" nach meiner Kenntnis der Wehrmachtstarnname für das projektierte Amt 501 (Nachrichtenbunker für den Stab des Chefs des Heerestransportwesens) in Wünsdorf war.

Viele Grüße
Sebastian


Ich bin auf der Suche nach Informationen zum bereits 2004 erwähnten Amt 88.
Wer kann dazu weitere Infos liefern?

Spätere Diskussionen finde ich derzeit nicht großartig. Ich bin mir aber sicher, dass wir es später immer mal wieder thematisiert hatten - vrmtl. im nicht mehr aktiven Forum Explorate.

VG
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