V3 Basis Mimoyecques

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V3 Basis Mimoyecques

Beitragvon Volwo » Freitag 23. Juni 2006, 14:44

Und wieder eine neue Bildergalerie bei GTGJ!

Diesmal die V3 Basis Mimoyecques im Pas de Calais in Nordfrankreich:

http://www.ilm-provider-support2.de/gtg ... howcat=338
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Beitragvon bobo » Montag 26. Juni 2006, 19:13

Was ist die V3?
MfG BOBO
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Beitragvon Michael aus G » Montag 26. Juni 2006, 21:17

bobo hat geschrieben:Was ist die V3?


Schau mal hier: http://www.infobitte.de/free/lex/ww2_Le ... kpumpe.htm

In der "Landsersprache" war V3 allerdings ein zynischer Begriff für den Volkssturm.
Michael aus G
 

Beitragvon Volwo » Montag 26. Juni 2006, 21:40

Die V3 (Vergeltungswaffe 3) - Das Mehrkammergeschütz "Hochdruckpumpe","Tausendfüßler" oder "Fleißiges Lieschen"

Kurzaufsatz von W. Kampa,
Quellen: 1. K. Porezag: Geheime Kommandosache, Wetzlar 1997
2. V3-Base of Mimoyecques- Guide Book, Landrethun-Le-Nord 2006
3. Archiv Kampa


Bereits Ende des 19. Jhdt. gab es Versuche zu Mehrkammergeschützen, an denen seitlich in zeitlichen Abständen Treibladungen gezündet wurden, um die Geschwindigleit des Geschosses zu erhöhen.

Der Erfinder und Konstrukteur August Coenders entwickelte ab 1937 bei der Firma Röchling in Wetzlar zunächst die 2 cm-"Rö-Granate". Diese Geschosse trugen pfeilartige Lametten aus Federstahl, so genannte "Wickelflossen", weil sie am hinteren Ende in eine Hülse eingerollt waren. Der Vorteil dieser Geschosse war, dass sie fast keine Streuung hatten.
Später wurden 3,7 - 5 - 15 und 21 cm Geschosse produziert. Diese wurden 1940/42 gegen Befestigungsanlagen in Breslau mit Erfolg getestet. 1942 hatte Coenders die Idee zur 12 m Langrohrkanone mit 20 Rohrstücken.
1943 wurde von der Organisation Todt unter dem Tarnnamen "Hochdruckpumpe" (HDP) mit dem Bau einer Ferngeschützanlage im nordfranzösischen Mimoyecques begonnen.
"Nun lief eine Sonderfertigung an mit Rohren und Kreuzstücken für die HDP. Im Werk hieß es, man fertige Stahl für Pumpenkörper....bei den Röchling´schen Stahlwerken..."
Auf der Versuchsanlage in Misdroy an der Ostsee erreichte man 140 km Schussentfernung.
Im Frühjahr 1944 lief die Geschütz- und Granatenproduktion bei Röchling in Wetzlar auf Hochtouren, denn die Mammutanlage "Tausendfüßler" im Pas de Calais sollte möglichst schnell mit der Beschießung Londons beginnen.
Die Anlage bestand aus drei Ebenen, hatte eine 5 m dicke Betonschicht als Schutz vor großen Bomben und war 30 m unter der Erde mit einem direkten Eisenbahnanschluss nach Boulogne und Calais verbunden.
August Coenders erhielt im Februar 1944 als einer der ersten acht Preisträger den von Hitler gestifteten "Fritz-Todt-Preis" in Gold und 50.000 RM für seine Erfindung.
Die "HDP" in Mimoyecques hatte eine Länge von 127 Metern, war in 50 Grad Schräglage genau auf London ausgerichtet und wurde mit 15 cm Pfeilgranaten bestückt. Die an den Seiten angebrachten Treibladungskammern zündeten zeitversetzt und konnten die Granaten auf eine Geschwindigkeit von 1500 m/s bringen.
Am 6. Juli 1944 wurde die V3-Basis von britischen Tallboy-Bomben angegriffen.
Von den Alliierten wurde dabei eine von drei Abschussanlagen zerstört.
Schuttmassen stürzten bis auf die 100m-Sohle und große Teile der Anlage "soffen" ab.
Am 11. Juli 1944 meldete der militärische Leiter der Großbaustelle, Oberstleutnant Honig, "Eine Weiterführung der Bauarbeiten..wird....für zwecklos gehalten."

Die Anlage kam also nie zum Einsatz.

Als die Allierten im September die Küste eroberten, wurde die Anlage aufgegeben.

Am 9.und 14. Mai 1945 sprengten die Briten untertage die Hauptstollen und fünf Tage später wurden die Haupteingänge mit 25 Tonnen TNT gesprengt
Die Engländer wollten auf jeden Fall verhindern, dass diese Waffe, die ja genau auf London ausgerichtet war, jemals, von wem auch immer, wieder eingesetzt werden konnte.

Damit ist die Geschichte der "Hochdruckpumpe" im Prinzip abgeschlossen.

Erwähnenswert ist noch, dass zwei verkürzte Versionen von 58 Metern Länge ( LRK 15 F 58 = 58-Meter-Langrohrkanone) ab dem 12. Dezember 1944 von der Heeres-Art.-Abt. (mot) 705 unter dem Kommando von Hans Kammler in seiner "SS-Division z. V." bei Hermeskeil mit dem Ziel Luxemburg eingesetzt werden sollten. Am 30.12.1944 fiel der erste scharfe Schuss: 844m/s auf eine Entfernung vo 42,5 km ohne Fluggeräusch.
Bis zum 22. Februar verschossen Kammlers Leute 183 Röchling-Granaten vom Kaliber 15 cm gegen Luxemburg.
Am 25.2.45 wurde gemeldet: " HDP muß Demontage des letzten Gerätes beschleunigen und Rückführung...etappenweise durchführen, da die feindlichen Panzerspitzen bis auf 3 km an die Feuerstellung vorgedrungen sind".
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Beitragvon MunaUede » Mittwoch 26. Juli 2006, 14:06

Hallo!

Dazu und zu den anderen "V-Waffen" gab es vor 1 bis 2 Jahren eine Special-Sendung (Nordhausen, Zement,...,).

Bei der französichen Anlage wurden danach erst die Betonkumpeln gegossen und anschließend wurden diese durch Zwangsarbeiter ausgehöhlt.

Auf irgendeiner Webseite habe ich gelesen, dass es auch eine Anlage (kleiner in Deutschland, Testzwecke??) gab. Rheinland??

Andere Frage:

Gibt es eine Homepage mit festen Standorten von V 1/2 etc. in Frankreich?

MfG

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Beitragvon hurryup » Donnerstag 12. April 2007, 11:15

Das war wohl die Bunkeranlage in Bedburg:

Bauweise nach Speer,sehr simpel aber nahezu genial. Selbst in der normalerweise sensiblen Bauphase nahezu keine Chance fuer alliierte Bomber,ernsthaften Schaden anzurichten,da entweder nur aufheschuettete Erde umgeschichtet wuerde oder aber frischer Beton herumgewirbelt wuerde. Nach dem Aushaerten konnte unter Luftschutzbedingungen der Innenausbau beginnen,nachdem mit Hochdruck-Wasserschlaeuchen die Erde/der Kies herausgespuelt wurden.

Auszug:

Geplant war ein z.T. oberirdisch gefertigter Kuppelbau (Gewölbedicke 5 m) mit einer Länge von 400 m und einer Breite von 85 m. Bei einer Gesamthöhe von 32 m sollte er 6 Stockwerke beherbergen. Daraus hätte sich eine Fertigungsfläche von 110.000 m2 ergeben. 9) Dazu sollte die von gewaltigen Betonstützen getragene 5 m dicke Kuppel auf einer Auflage aus Erde und Kies gegossen werden und anschließend das darunter liegende Erdreich abtransportiert werden. Für jeden Kubikmeter Beton wurden dabei 70 - 90 Kilogramm Eisen verbaut.


Link:



http://www.wisoveg.de/bedburg/zwangsarbeit/otb2.html

Gruesse
Wenn ich die Folgen geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden.

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Beitragvon Volwo » Sonntag 30. Januar 2011, 21:50

Hier fehlt ja noch der Link zu einer Videodokumetation (in deutsch) über die V3:

http://www.youtube.com/watch?v=Zs_cFJV50H0
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Re: V3 Basis Mimoyecques

Beitragvon Volwo » Montag 17. Februar 2014, 20:11

Mimoyeques Aussenansicht:
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