Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Arogonit, Malachit, Dora, Riese, Obersalzberg, Asse, Georgenthal, Luisenthal, Rothenstein, Benshausen, B3 a und b, Gisela, Taler, Erfurt, Neusollstedt usw.

Moderator: Mercedes-Diesel

Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon kps » Sonntag 21. Juni 2020, 21:00

Bild

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist derzeit keine Besichtigung möglich! Der Besucherbetrieb ist derzeit eingestellt.

Der Besuch der Bunkeranlagen, die genau unter dem Hotel liegen, ist eine direkte Konfrontation mit der deutschen Geschichte. Bei Interesse haben Sie die Möglichkeit, einen Teil der im Zweiten Weltkrieg entstandenen weitverzweigten Bunker- und Verteidigungsanlagen vom Hotel aus zu begehen. Die "Bunkerbiografie" liegt bei uns aus und kann von Ihnen gern eingesehen werden.


VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon kps » Sonntag 21. Juni 2020, 21:07

Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon Augustiner » Montag 22. Juni 2020, 12:30

kps hat geschrieben:Quelle: https://www.hotel-zum-tuerken.de/bunker.html

Nachtrag kps


Das Objekt steht immer noch bei Sotheby's München für schlappe 3,65 Mio € zum Verkauf; zum Ärger der bayrischen Obrigkeit, welche befürchtet, dass sich irgendwelches Jungvolk dort einnistet.
Party im Hitlerbunker...........
Benutzeravatar
Augustiner
Moderator
 
Beiträge: 2150
Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 20:19

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon PEKE » Dienstag 23. Juni 2020, 05:27

Von Staatswegen sollte dort ein Bunkermuseum eingerichtet werden. Das wäre für alles das beste.
Da könnte man einfluss ausüben
Gruß Peter

Team Σ Sigma


Störe meine Kreise nicht ! Archimedes von Syracus
Benutzeravatar
PEKE
GTGJ-Mitglied
 
Beiträge: 1170
Registriert: Sonntag 6. Januar 2008, 22:08

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon Augustiner » Dienstag 23. Juni 2020, 11:36

PEKE hat geschrieben:Von Staatswegen sollte dort ein Bunkermuseum eingerichtet werden. Das wäre für alles das beste.
Da könnte man einfluss ausüben


Die Besitzerin des Hotels hat ausdrücklich Verhandlungen mit der bayr. Staatsregierung ausgeschlossen - sie wird ihre Gründe haben und hofft wahrscheinlich auf ein wesentlich höheres Angebot.
Auch wenn das Objekt wohl einen gewissen Sanierungsstau hat, halte ich den Preis in dieser Lage für durchaus angemessen und fair - Helene Fischers Handtuch-Grundstück am Ammersee war ohne Abrisskosten z.B. teurer.
Leider hat der "Türken-Bunker" durch die Besucher schon arg gelitten, überall "Grünzeug" an den Wänden.

Fragen wir mal Frau Susanne von Klatten, die "verdient" 5 Mio € am Tag, die bemerkt den kleinen Fehlbetrag gar nicht [pop]
Zuletzt geändert von Augustiner am Dienstag 23. Juni 2020, 12:29, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Rechtschreibfehler
Benutzeravatar
Augustiner
Moderator
 
Beiträge: 2150
Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 20:19

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon kps » Freitag 26. Juni 2020, 08:53

Danke für die Infos Augustiner. Als ich dort war, kamen einige sehr flache, sportliche Luxusautos den Berg herunter. Kurz oben drüber ist laut Wegweiser das Kempinski Hotel Berchtesgaden, direkt unterhalb "Zum Türken" der Golfclub Berchtesgaden mit einem 9-Loch oder 18-Loch Platz. Habe beide Angaben gefunden und nicht weiter gesucht.

Wer also kauft, kann sein neues Hobby gleich vor der Haustür ausüben.

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon kps » Freitag 26. Juni 2020, 09:00

Das Gasthaus zählte früher zu den 3 bedeutensten Lokalitäten des Obersalzberges neben dem Hotel und Marine-Offiziersheim Antenberg und dem Platterhof. Es wurde 1911 erbaut und hatte etwa 60 Fremdenbetten
Soweit ich gelesen habe, wurden die ehemaligen Besitzer, die Familie Schuster, von Bormann vertrieben, nachdem sie sich immer mehr durch die Nachbarschaft zum zukünftigen Berghof in ihrer Freiheit eingeengt fühlten und ihrer bisherigen Gäste beraubt wurden. Es kamen nur noch Hitler-Wallfahrer, die einen Blick auf Hitler werfen wollten, oder seine SA/SS/RSD Leute. Nachdem der Wirt seinen Unmut öffentlich äußerte, folgte eine Boykott der NSDAP-Ortsgruppe Berchtesgaden. Der Wirt wurde aus der Partei ausgeschlossen und die Familie mehr oder weniger eingesperrt im eigenen Haus sowie der Wirt kurzzeitig in Schutzhaft genommen. Alle Gäste wurden vergrault. Der Familie blieben im November 1933 8 Tage um das Haus zu verlassen. Mitnehmen durften sie nur Kleidung und persönliche Unterlagen. Das wurde strengstens überwacht und danach das Haus für systemtreue Nachbarn der Plünderung preisgegeben. Die Schusters durften sich nicht mehr im Landkreis Berchtesgaden und in Bad Reichenhall niederlassen. Über die ehemalige Nachbarschaft zu Hitler und die Vertreibung wurden sie zum Stillschweigen verpflichtet.

Aus dem Hotel wurde eine kleine Kaserne für Hitlers Leibwächtertruppe, das Quartier und Wachlokal des Reichssicherheitsdienstes (RSD).

Nach dem Kreig war das Hotel das einzige aus dem NS-Besitz rückerstattete Anwesen am Obersalzberg. Nachkommen einer Tochter des vertriebenen Wirtes Karl Schusters bewirtschafteten das Hotel und den unterirdischen Zugang zum "Berghof-Bunker".

Quelle: Buch: Nachbar Hitler, Führerkult und Heimatzerstörung am Obersalzberg, Ulrich Chaussy & Christoph Püschner, ab S. 61 bis 72, "Wer war hier zuerst?", Die Vertreibung des "Türken"-Wirtes.

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon kps » Freitag 26. Juni 2020, 09:26

Zwei meiner Ansicht nach sehr gute Berichte findet man hier

Hotel "Zum Türken" in Berchtesgaden - Reisefilm - Reisereportage ->
https://www.youtube.com/watch?v=8Pv9nsl0bow

ADOLF HITLER UND DER OBERSALZBERG - DAS HOTEL ZUM TÜRKEN ->
https://www.youtube.com/watch?v=grfjmIvuiog

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon Augustiner » Freitag 26. Juni 2020, 15:11

Aus "Obersalzberg - Die Geschichte eines Berges - Von Judith Platter bis heute" von Josef Geiss; 1960, 1. Auflage:

S. 183: ......"Erhalten blieb lediglich das durch den Bombenangriff zwar ziemlich beschädigte RSD- oder Kripo-Gebäude, welches von der einstigen Besitzerin wieder zurückerworben und als "Gasthaus zum Türken" neu aufgebaut wurde, sowie der Großbau "Platterhof".

M.M. war der Platterhof später das Ami-Hotel "General Walker" - heute platt.

Falls die ehemalige Besitzerin das Gebäude tatsächlich wieder zurück kaufen musste, verstehe ich heute ihren Unmut.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Benutzeravatar
Augustiner
Moderator
 
Beiträge: 2150
Registriert: Samstag 15. Dezember 2007, 20:19

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon kps » Freitag 26. Juni 2020, 15:57

Quelle: Buch: Nachbar Hitler, Führerkult und Heimatzerstörung am Obersalzberg, Ulrich Chaussy & Christoph Püschner, ab S. 160 bis 169, Off Limits - Kriegsende und Nachkriegszeit

ab S. 160 ...Als die Bomber abgedreht und sich die gewaltigen Staubwolken gelegt haben, kletterten 3.500 Menschen unversehrt aus den Bunkern zutage und finden anstelle des vor kurzem noch noblen und gepflegten Führersperrgebiet eine von Bombenkratern übersäte Mondlandschaft mit Ruinen vor. Völlig zerstört sind die Häuser Görings und Bormanns, das "Bechsteinhaus", die gesamte SS-Kaserne, die daran angrenzenden Verwaltungsgebäude Bormanns und das Gewächshaus. Der "Berghof", das Quartier der Hitler-Leibwache RSD, die Adjutantur Görings und das Hotel "Platterhof" haben nur leichte bis mittlere Schäden abbekommen... Große Teile der Arbeiter-Barackenlager Riemerfeld und Antenenberg sind dem Erdboden gleichgemacht...

ab S. 163 ...Am 4. Mai...Am Obersalzberg verabschiedet sich die SS mit einem besonderen Fanal, das bis ins Berchtesgadner Tal herunter flackerte und das Johanna Stangassinger bis nach Oberau hinüberleuchten sieht. "Die SS hat dann den 'Berghof' angezündet. Waren ja noch welche oben! Und die haben gleich auch noch den 'Platterhof' angesteckt. Das war eine Flamme!!... (Aussage J. Stangassinger)

ab S. 168 ...Karl Schusters Witwe Maria und ihre Tochter Therese hatten vor der Wiedergutmachungskammer auf Rückerstattung ihres Eigentums geklagt. Sie beriefen sich dabei mit Erfolg auf das Kontrollratsgesetz Nr. 59. In diesem ersten Prozeß um die Rückgabe eines alten Obersalzberger Anwesens wurden die Schusters durch den Berchtesgadener Rechtsanwalt Dr. Oskar Steuer vertreten. Er begriff bei späteren, erfolglosen Prozessen für andere, zwangsenteignete Obersalzberger, wie entscheidend es war, sich auf dieses Gesetz Nr. 59 berufen zu können:
"Der Fall 'Türken' war ein Ausnahmefall... Und nachdem der 'Türken'-Wirt, also der Vater der Frau Partner, der Herr Schuster, Opposition geleistet hat im Dritten Reich und dort schon gelegentlich mal eingesperrt war, konnte sie geltend machen, daß das der Fall einer politisch verfolgten Person ist, als Erbin...

ab S. 169 ...Maria Schuster beziehungsweise ihre Tochter Therese Partner erhielten ihren Besitz nicht unentgeltlich zurück, da sie ja 1933 nicht entschädigungslos enteignet wurden, sondern zu einem diktierten Preis zum Verkauf gezwungen wurden. Der Wiedergutmachungsprozeß endete daher mit einem Vergleich. Die Familie erhielt den 1934 zum Wachquartier umgebauten Gasthof und das Grundstück gegen eine Zahlung von 22.000 DM an das Land Bayern zugesprochen....

Auf S. 70 steht eine Aussage Bormanns: ...Um den dortigen Abzug des Schusters zu erreichen, zahlte ich RM 150.000...

Der Anhang ist von S. 169

VG
kps
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon Stefan.W » Freitag 26. Juni 2020, 16:07

Moin Klaus
Steht da irgendetwas von einer Familie aus Buxthude?Die haben das ganz am anfang verkauft..Finde auf die schnelle nicht mehr die Seite wo das war...Müsste aber noch von 1933 gewesen sein.War ein Buxtehuder Geschäftsmann.Und ist ja hier ca 15 km entfernt von mir..
Benutzeravatar
Stefan.W
Jonastal-Interessierter
 
Beiträge: 81
Registriert: Sonntag 16. Mai 2010, 15:58

Re: Bunkeranlagen - Hotel Garni "Zum Türken"

Beitragvon kps » Samstag 27. Juni 2020, 06:45

Stefan.W hat geschrieben:Moin Klaus
Steht da irgendetwas von einer Familie aus Buxthude?Die haben das ganz am anfang verkauft..Finde auf die schnelle nicht mehr die Seite wo das war...Müsste aber noch von 1933 gewesen sein.War ein Buxtehuder Geschäftsmann.Und ist ja hier ca 15 km entfernt von mir..


Du meinst sicher Haus Wachenfeld. Dafür habe ich eine neue Diskussion eröffnet, weil es passt und durchaus getrennt werden sollte, wenn es weiter geht und interessiert.
-> viewtopic.php?f=39&t=6013

VG
kps
Eine Entmystifizierung des Jonastals ist zwingend notwendig
Benutzeravatar
kps
unheilbar Jonastal-süchtig
 
Beiträge: 5926
Registriert: Freitag 24. Oktober 2003, 06:59
Wohnort: Crawinkel


Zurück zu Sonstige Untertage-Anlagen

  • VISITORS

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Design by GB