Aggregat 8

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Aggregat 8

Beitragvon Henry » Sonntag 25. Februar 2007, 11:59

Zum A4, A9, A10 und ihren bezug zur Interkontinentalen Reichweite hab ich ja schon einiges geschrieben, nun hab ich einige Unterlagen zum A8 gefunden und werde in nächster zeit natürlich zu diesem Aggregat einiges zum besten geben !

Was auf jeden Fall mit Dokumenten belegt werden kann, ist das die Beschreibung des A8 von Martin Stade auf seiner Webseite Jonastal-online.de, weit von dem tatsächlichen A8 abweicht !

Das A8 ist nichts anderes als das Ergebnis der Treibstoffumstellung des A4 von Alkohol und Sauerstoff auf Diesel und Salpetersäure. Man spricht bei dem A4 vom 25 t Niederdruck Ofen und bei dem A8 vom 25t 40 atü Hochdruck Ofen. Dann sind noch ein paar Armaturen anders und die Tanks haben andere Füllungsvolumen. Ich hab nun einige Unterlagen über diese Treibstoffumstellung gefunden die zum einen den Entwicklungsstand der geänderten Komponenten des A4 betrifft und Maßnamen die zur Großserien Fertigung getroffen werden müssen. Es gibt da ein paar Bücher in denen geschrieben wird das , das A8 Projekt nicht über die Windkanalversuche hinaus kamen u.s.w. das kann man getrost vergessen ! Im Dezember 1941 scheint die Entwicklung beider Aggregatsvarianten A4 und A8 soweit fortgeschritten zu sein das man ernsthaft darüber nachdachte ob man an A4 oder A8 weiter machen sollte. Die Überlegung bezog sich auf die Einrichtung der Treibstoff Fertigung, da zu diesem Zeitpunkt weder ausreichend Sauerstoff noch Salpetersäure produziert werden konnte, aber Geld nur für eine Art von Treibstoff Fabriken vorhanden war !
Da es bekanntlich einige Probleme bei der Triebwerksüberarbeitung zum Hochdruckofen gegeben hat, kam zwangsweise das bekante A4 zur Fertigung. Die Forschungsergebnisse zur Salpetersäure Triebwerk führte später zur „Wasserfall“ Entwicklung, da die 4t Experimental Öfen tatenlos funktionierten.

Martin Stade beschreibt das A8 mit 18,3 m länge und einem Durchmesser von 4,34 m.
Das ganze dann auch noch mit 3 Stufen !
Tatsächlich wich das A8 nur geringfügig vom A4 ab und bestand nur aus einer Stufe !!

Gruß Henry
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Beitragvon Roman » Sonntag 25. Februar 2007, 17:13

vielen Dank Henry für diese wichtigen Informationen.
Aus meiner Sicht hat MS Feststoff/Flüssigantrieb in "einen Topf" geworfen und somit ein "imaginäres Ergebnis" erzielt. Deine Aussagen zur A8 kann ich voll bestätigen. Dr. Thiel hat mit dem "Hochdrucktriebwerk" begonnen. Sein Tod im August 43 hinterließ zunächst ein Loch bis Dr Schilling die Sache erfolgreich zu Ende bringen konnte.
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Beitragvon Henry » Samstag 3. März 2007, 20:27

Der zuletzt gezeigte Auszug über das A8 war vom Dezember 1941, zwischenzeitlich hab ich einige Dokument bis Juni 41 ausgegraben. Bedauerlicherweise hab ich bisher das Dokument das eine Umbenennung des A4 – 25t 40 atü Salbei- Gasöl Projektes in A8 belegt noch nicht gefunden . Allerdings hab ich mich inzwischen ziemlich nahe an den Begin der Salbei- Gasöl Projektierung heran gearbeitet. In dem halben Jahr bis Ende 1941 wurde ein 4t Hochdruckofen konstruiert und erfolgreich getestet, parallel dazu hat man den 25t Hochdruckofen in die Arbeit genommen . In diesem Zeitraum wurden die Prüfstände 1, 2 und 7 ergänzt b.z.w. für den Betrieb von Salbei und Gasöl hergerichtet.
Auf dem jetzigen Ausschnitt sind so ziemlich die ersten Daten des späteren A8 Projektes zu finden. Zusätzlich ist es interessant das die hier genanten Daten insbesondere das Startgewicht 100 % identisch mit der zweiten Stufe de Zweistufen Aggregates ( sogenannte A9-A10 ) ist ! Entgegen manch einer Veröffentlichung gab es nicht mehrere unterschiedliche Projekte die unter der Projektbezeichnung A8 liefen ( z.B. Jürgen Michels. Peenemünde und seine Erben ..) . Es wurde wie bei der Triebwerksentwicklung des A4 mit verschieden großen Triebwerke versuche gefahren die aber in einer Linearen Reihenfolge standen . Man begann mit einem kleinen Ofen und wenn der io war konstruierte man das Teil ein Stückchen
größer ! Da man aber bei fortschreitender Entwicklungsarbeit parallel an den unterschiedlichen Triebwerksgrößen allerlei Tests durchführte, dürft bei unvollständiger Dokumentenvorlage der Irrtum entstanden sein, das es sich um unterschiedliche Projekte handelte. Mit den Dokumenten die ich jetzt gerade durchnehme dürfte es möglich sein die Technik das A8 eindeutig festlegen zu können . Im Falle des A9 habe ich das ja bereits getan und was die zweite Stufe das zweistufige Aggregat betrifft, das im Grunde eine Kombination eines A9 Entwurfes und dem A8 ist, dürfte es weiterhin keine Aggregatsbezeichnung in der Art A4 A5 A6 A7 ... u.s.w. geben ! Nebenbei kann man feststellen das bis Mitte b.z.w. Herbst 1941 nur die Aggregate A1 bis A5 und das A10 als Aggregat 1,2, u.s.w. benannt waren. Ein Aggregatsbezeichnung A 6,7,8 und 9 gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Vergleicht man nun die Vergabe der Bezeichnungen wird deutlich das, das A5 mit Salbeibetrieb das A6 ist, das A5 mit Flügel wurde das A7. Bei dem A4 mit Salbei nannte man das Projekt A8 und das A4 mit Flügel wurde zum A9. Das A10 war ursprünglich die große Variante des A4, aber mit 100t Sauerstoff-Alkohol Triebwerk. Eigentlich müsste, würde man diese Reihenfolge der Projekt Bezeichnungen fortführen, die Kombination A8 und A9 das A11 ergeben. Das A10 mit Salbei wäre das A12 und das was A9-A10 ist müsste eigentlich A11-A12 Kombination heißen !! Da ich bisher keine Dokumente gefunden habe die über das A10 hinaus gehen und alle bekannten Aggregatsbezeichnungen über A10 erst nach 1945 auftauchten, ist das für mich ein weiteres Indiz das von Braun und Kollegen nach 45 einiges an Müll den Amis erzählten. Im Grunde bin ich fast schon dazu geneigt die Geschichten über eine z.B. A11 oder A12 als Märchen zu bezeichnen. Mann sollte sich nur mal Gedanken über das Zitat von Eric Bergaust machen , da heißt es bei Jürgen Michels (angeblich soll Wernher von Braun das gesagt haben ) : „Wandeln Sie die A10 in eine obere Stufe mit Tragflächen um, machen Sie aus der A11-Rakete die zweite Stufe eines dreistufigen Aggregates und montieren Sie das Ganze auf eine wirklich gigantische Trägerrakete, vielleicht A12 genannt[...] Dann könnte sie die beflügelte A10 – Rakete auf Satellitengeschwindigkeit bringen.....“Da stellt sich die Frage für was man Tragflächen benötigt wenn man sich im luftleeren Raum auf eine Umlaufbahn begibt ? Die Tatsächliche Raketenentwicklung verlief ohne Flügel ! Schaut man aber mal nach der Biographie des Erik Bergaust, dann stellt man fest das er in den 50er b.z.w 60er ? in zur Informationsgruppe des „Committee of Scientists and Engineers“ des amerikanischen Präsidenten gehörte! Es ist also anzunehmen das er da Propaganda verbreitete !

Gruß Henry
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Jawohl ! Ich hab’s !!

Beitragvon Henry » Sonntag 4. März 2007, 18:05

Ich hab ein Dokument gefunden das eindeutig den Zeitpunkt und Übergang des A4 Salbei Projektes zum A8 Projekt dokumentiert !! Unten angeführt der endsprechende Auszug aus dem Archivbericht vom XX.11.1941 ( genaues Datum und die Quelle, Archivsignatur verrate ich noch nicht ! )

Ich hab unzählige Bücher u.s.w. von alle möglichen Autoren geschrieben, aus nicht einem einzigen dieser Bücher kann man eindeutig und nachprüfbar konkrete Informationen zum A8 Projekt finden. Schätzungsweise dürfte es nun hier erstmalig und exklusiv diese Angaben zum A8 geben. Es ist also jetzt nachgewiesen das , das A8 Projekt Ende November 1941 aus dem A4 Salbei Projekt hervor gegangen ist .
Soweit ich das überblicken kann habe ich tatsächlich fast alle wesentlichen Unterlagen, woraus ich eine lückenlose A8 Historie zusammenfassen kann.

Gruß Henry
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Beitragvon kps » Montag 5. März 2007, 07:00

Hallo Henry, vielen Dank für die Weitergabe der Infos und den erbitterten Kampf gegen die Thüringer-Zweite-Weltkriegs-Märchen.

Ich höre einige "Gebilde" einstürzen und bin gespannt, wie es weiter geht.

MfG
kps
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Beitragvon Henry » Montag 5. März 2007, 08:25

Na ja, ein erbitterter Kampf ist es nun nicht. Es ist einfach nur ein bisschen anregend das eine oder andere Kartenhäuschen zusammen stürzen zu lassen ! Davon abgesehen gibt es da ja ausreichend kreative Köpfe die sich neue Märchen einfallen lassen um ihre Geschichten weiter zu spinnen ! Das was ich hier auszugsweise zeige ist ja eigentlich nur der Gipfel des Eisberges der ausreichen sollte z.B. das A8 aus dem Rennen zu nehmen. Da ich das Material, das ich habe in mein Buch einfliesen wird ( das ein reines Sachbuch zur Einrichtung der Serienfertigung des A4 sein wird ), werde ich vorerst die Quellenangabe für mich behalten. Ich denke das ein Quellennachweis vorerst auch nicht notwendig ist. Solche Autoren wie MS, sofern dieser überhaupt mitbekommt das man dabei ist ihre Geschichten als „Echte Märchen“ zu entlarven, wissen das ihre Behauptungen an den Haaren heran gezogen sind. MS muss man es nicht beweisen das er Unsinn schreibt, schließlich hat stammt der Unsinn über das A8 ja von ihm !
Leider bekomme ich es hier nicht mit, welche Reaktionen es auf das gibt was ich hier zeige.
Ich hab es ja schon einmal angedeutet, das es zumindest im Internet ruhig um die Raketen mit großer reichweite geworden ist. Eigentlich schade !!

Gruß Henry
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