Langstreckenraketenstart 1937

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Langstreckenraketenstart 1937

Beitragvon landy » Montag 3. September 2007, 20:33

Nachdem mein Login wieder funzt, kann ich ja jetzt gleich loslegen:
Die Sache ist die: Bei uns in der Firma ist momentan ein Praktikant,er stammt aus Armenien und studiert hier in Aachen Luft-und Raumfahrt. Neulich erzählte er mir, das es in der ehem. Sowjetunion 1937gelang, eine Rakete in die Luft zu bringen, die dann irgendwo in CHILE(!) einschlug. Es sollte irgend ein Test sein, die Rakete hob also ab und verschwand. Es wurde darauf hin eine Suchaktion nach den niedergegangenen Trümmern gestartet, ohne Erfolg. Irgendwie bekam man dann die Info, das das Teil bis Chile gekommen wäre. Auf meine Frage nach dem Antrieb erwähnte er irgendwas mit Steinkohle. Die Schubkraft dieser Rakete soll gigantisch gewsen sein. Jedoch verschwanden alle führenden Köpfe dieses Projekts kurze Zeit später in Gulags und wurden nie wieder gesehen. Als Quelle dieser Geschichte nannte er einen russischen Dokukanal ahnlich N24. Also , was ist an dieser Geschichte dran? Vielleicht haben da unsere V2 Spezies eine Antwort. Ich selbst bin da mehr als skeptisch, hab mal bisc´hen rumgesucht , aber null Ergebniss

Uwe
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Beitragvon Volwo » Montag 3. September 2007, 20:42

Hallo,

hab´ich noch nichts von gehört.

Von Russland nach Chile ist ja auch ein ganzes Stück.

Na ja- und auch die russischen Doku-Kanäle sind wie der unseren der Quote unterworfen.

Und wenn was medienmässig Interessantes dran ist, würden die unsrigen Doku-Kanäle und nicht nur die das gierig aufnehmen, denke ich.

Lief das denn vor kurzem erst, oder ist die Sendung schon länger her?
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Beitragvon landy » Montag 3. September 2007, 20:48

Ich muss da noch mal nachhaken. Die Geschichte klang eigentlich recht glaubhaft. Unser Praktikant ist eher nicht der Typ Spinner. Wenn JWS diese Rakete gehabt hat, warum hat es sie nicht eingesetzt? Sich so eine Waffe entgehen zu lassen, so blöd war er auch nicht.
Er(Praktikant) meinte noch, es gäbe in Moskau Unterlagen, die könnte man einsehen.

Uwe
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Beitragvon Volwo » Montag 3. September 2007, 20:54

Das wäre ein Ansatz

aber wer kann mal eben schnell nach Moskau fahren, wohl keiner.

Und in so ein Archiv kommt man angeblich auch nicht ohne Dollarwedeln so ohne weiteres rein.

Und dann muss man noch die Sprache beherrschen.

Und wissen, wo die Doks ungefähr in dem Archiv liegen.

Das sind vier starke Hürden.
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Beitragvon Lothar » Montag 3. September 2007, 21:14

Das verwundert mich schon sehr, wenn ein Student für Luft- und Raumfahrt so etwas erzählt.

Eine Rakete baut man ja nicht eben mal so. Um den notwendigen Schub zu erzeugen muß eine sehr starke chemische Reaktion erfolgen mit Steikohle als Kohlenstoffquelle schon möglich, versetzt mit einer Sauerstoffquelle und schon hat man eine Feststoffrakete. Um damit nach Chile zu fliegen? Das sind minimum 13.000 km (siehe Bild) völlig illusorisch zu dieser Zeit.

Die modernen Interkontinentalraketen sind zwar auch Feststoffraketen haben aber eine Reichweite von 8-9.000 km.

Wer weiß was dran ist. Mir erscheint es recht unglaubwürdig.
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Beitragvon Hans-Jürgen Räppold » Dienstag 4. September 2007, 06:04

Das erinnert mich stark an bestimmte Zeitgenossen....
LG
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Beitragvon landy » Dienstag 4. September 2007, 18:48

Ich hab heute mal ein paar Details erfahren. Der Bericht über diese Raketenstory lief auf dem russischen Sender RTR. Lt. Aussage einiger russischer Bekannter ein durchaus seriöser Sender. Ein Modell dieser Rakete soll in einem Museum noch vorhanden sein.

Uwe
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Beitragvon sam'i » Mittwoch 5. September 2007, 10:23

Ich halte es für absolut unglaubwürdig.
Als die Russen 1945 in den V2-Schiessplatz "Heidelager" eindrangen, hier erstmals Teile abgestürtzter V2 erbeuteten, von deren Leistungsparameter erfuhren, war die Reaktion des leitenden russischen Raketenenwicklers: "Was wir hier vor uns haben, dürfte es gar nicht geben ....."

Aus: "Raketenspuren"

Gruß Sam'i
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Beitragvon Roman » Mittwoch 5. September 2007, 14:49

erscheint mir auch sehr unblaubwürdig!. Allerdings fällt in diese Zeit -nach meinem Wissensstand- das Verschwinden von Koroljow im GULAG.
Roman
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Beitragvon landy » Mittwoch 5. September 2007, 15:02

Irgendwie komme ich nur bröckchenweise an neue Infos. Also der Konstrukteur dieser Rakete soll SUPRUN geheißen haben. Es gab zu dieser Zeit auch einen bekannten Testpiloten mit dem gleichen Namen. Natürlich ist mir auch klar, das die ganze Geschichte ziemlich mysteriös klingt. Ich selbst will mich da auch auf keine Seite schlagen. Angeblich sollen die in Chile aufgefundenen Trümmer erst durch die kyrillischen Schriftzeichen identifiziert worden sein. Und es gab auch entsprechende Meldungen in den chilenischen Zeitungen der damaligen Zeit. Der Sender RTR hat ja eine Website. Die natürlich nur in russisch. Da gibt es auch eine Suchfunktion. Allerdings reicht mein russisch nicht für eine derartige Recherche aus.

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Beitragvon Silko » Mittwoch 5. September 2007, 15:22

Roman hat geschrieben:erscheint mir auch sehr unblaubwürdig!. Allerdings fällt in diese Zeit -nach meinem Wissensstand- das Verschwinden von Koroljow im GULAG.
Roman

Hmm Koroljow ist 1938 abgesägt worden und kam dann kurz drauf ins GULAG. Er war der gegenspieler von Wernher von Braun nach dem krieg. Gedroht hat man ihm noch mehrmals mit dem GULAG.
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Beitragvon Lothar » Donnerstag 6. September 2007, 00:13

es geht doch sicher um РТР-Планетаhttp://www.rtr-planeta.com. Ich schicke mal den Link zu jemanden, der etwas besser russisch kann. Mal sehen, ob er etwas findet.
Lothar

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