Zuse & Kammler

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Zuse & Kammler

Beitragvon bobo » Samstag 3. November 2007, 20:52

Ich habe Bilder vom Z1, Z3 und Z4 vorliegen. Teilweise mit engl. Untertitel.

Leider habe ich keinen Scanner - sonst hätte ich gleich mal einen Sann hier eingestellt.

z.B.: steht beim Z1:
1941. Hollerith computer: The information secret weapon of Himmler´s SS.
Gen. Kammler promote this creation for war´s production resources improvement.

Der weiterentwickelte Z3 wurde z.B. für die ballistische Flugbahnberechnung in den Mittelbau-Dora Werken ab 1944 dort eingesetzt.
Beim Z3 gab es dann neben Assembler auch den 1. Interpreter: "Plankalkül" - klingt fast ein wenig "kanack" eplus2.gif

Das Gerät: "Magnetophon" war das weltweit erste Computerlaufwerk - rein theoretisch der 1. Streamer.

Der Z4, als auch Fa. Zuse (1943-45) wurden komplett durch H. Ohnesorge und dessen Deutschen Reichspost-Stelle finanziert.

Lustig - immer wenn man einen Programmierer fragt, wer den Computer erfunden hat: "Der Ami" [bart]

Dabei lief der Prozess-Counter vom Z3 drei Jahre vor ENIAC an (look-)

Was mir aber noch auffällt ist der Name "Kammler" immer mit "Zuse". Beim Z3 klar - aber welche Aufgabe sollte der Z4 später haben?
MfG BOBO
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Re: Zuse & Kammler

Beitragvon hebbel » Montag 5. November 2007, 11:12

bobo hat geschrieben:z.B.: steht beim Z1:
1941. Hollerith computer: The information secret weapon of Himmler´s SS.
Gen. Kammler promote this creation for war´s production resources improvement.


Bobo, beachte mal, daß hier eine unzulässige Vermischung vorliegen kann. Deutsche Hollerith bzw. DEHOMAG und Z1 sind meines Erachtens nach zwei verschiedene Dinge.
Die DEHOMAG und damit IBM, haben in den USA mächtig Ärger bekommen.
Aus einem Fernsehbericht habe ich entnommen, daß DEHOMAG-Maschinen in Deutschland nicht nur allgemein zu Censuszwecken eingesetzt wurden, sondern mit ihnen auch die "Selektion" der Juden vorgenommen wurde. Weiterhin soll mit ihnen auch der Arbeitskräfteeinsatz der KZ-Häftlinge und Fremdarbeiter und die Produktion der deutschen Industrie, natürlich vornehmlich Rüstungsindustrie, gesteuert worden sein. So sollen auch Kennziffern der Produktion sämtlicher wichtiger Industriebetriebe erfasst worden sein, so das es es möglich gewesen sei, jede Woche einen Bericht mit den Soll/Ist-Kennzahlen der Industrie zu erstellen.
Aber so richtig erfährt man davon wenig. War es nun so, oder war es nicht so?

Welche konkreten Aufgaben der Z4 haben sollte, kann ich Dir auch nicht sagen. Die Schweitzer haben jedenfalls nach dem Krieg so ein Ding angekauft.

Ein deutsches Spulen-Magnetbandgerät hieß auch "Tonschreiber". :D

Gruß
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Beitragvon hebbel » Montag 5. November 2007, 12:41

Noch was gefunden:

Aus "Springerlink":
"Im Mai 1941 führte Konrad Zuse erfolgreich seine gerade fertiggestellte Relais-Rechenanlage Z3 dem Auftraggeber vor, der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin-Adlershorst (DVL) unter Professor Teichmann. Zuse ist damit als Schöpfer der ersten vollautomatischen, programmgesteuerten und frei programmierbaren Rechenanlage ausgewiesen."

Aus einem Artikel des Deutschen Museums:
"Die Z3 wurde Opfer der Bomben des Zweiten Weltkrieges. Dagegen konnte Zuse die kaum fertiggestellte Nachfolgemaschine Z4 noch in den letzten Kriegstagen von Berlin nach Göttingen transportieren und der Aerodynamischen Versuchsanstalt als Auftraggeber vorführen."

Text von Horst Zuse:
"Der vollautomatische Rechner / Computer Z4 von Konrad Zuse, war von 1945-1946 als einziger Computer Europas in Hinterstein vor den Besatzungstruppen versteckt. Teile der Z4 waren im Schuppen des Hotel Steinadler und der Turnhalle in Hinterstein versteckt. Der Computer Z4 war die einzige Maschine, die Konrad Zuse von der Serie der Maschinen Z1, Z2 und Z3, die durch Bombenangriffe zerstört wurden, retten konnte."

Zumindest hier "kammlert" es aber nicht sehr...

Gruß
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Beitragvon hebbel » Montag 5. November 2007, 15:03

Hier gibt es jede Menge technisches "Futter", aber auch amtliche Schreiben. Oberflächlich reingelesen:
Der (vermtl.) Z4 wurde in einem "Kriegsauftrag" der "Forschungsführung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe", Sonderstufe SS/III/44 angeschafft. Osenberg (Planungsamt des Reichsforschungsrates) war auch involviert. Viel Spaß beim "durchackern".

http://www.zib.de/zuse/Inhalt/Texte/Chr ... 46scan.pdf
http://www.zib.de/zuse/Inhalt/Texte/Chr ... /list.html

Gruß
Dieter
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Beitragvon bobo » Montag 5. November 2007, 15:15

thx - Ihr habt mir erst einmal sehr weiter geholfen :-top)
MfG BOBO
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