Lager Espenfeld

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Lager Espenfeld

Beitragvon kps » Sonntag 11. Januar 2004, 12:46

Gestern noch im Fernsehen - heute schon wieder Thema bei uns im Forum. Aus aktuellem Anlass und weil beim Verein eine Anfrage bzgl. der Geschichte des Lagers und des Denkmals vorliegt, möchte ich die Sammlung der Informationen über das Lager an dieser Stelle machen.

Wer kann folgende Fragen beantworten?
Wann wurde das Lager errichtet?
Warum?
Wo wurden die Häftlinge aus Espenfeld alles eingesetzt?
Warum wird dieses Lager als Zeltlager bezeichnet? Wurden dort Baracken mit Zeltdach errichtet? Waren es richtige Zelte oder erweckte lediglich die Wintertarnung den Eindruck eines Zeltes?
Befand sich auf dem ehemaligen Lagergelände Jahre zuvor ein HJ-Lager?
Gab es noch ein zweites Häftlings-Lager zwischen Espenfeld und Gossel?
Wie viele Häftlinge wurden hier eingesperrt?
Wann wurde das Lager geräumt?
Gestern Nachmittag wurde noch einmal ein Filmausschnitt über das Lager gezeigt. Stammen alle Szenen wie z.B Wintertarnung, Versorgung der Häftlinge durch GIs, verkohlte Häftlinge und Leichen entlang eines Grabens vom Lager Espenfeld?
Wann wurde das Denkmal errichtet?

Welche Fragen gibt es noch?
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Beitragvon kps » Sonntag 11. Januar 2004, 12:53

Im Heimatgeschichtlichen Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945 für Thüringen ist Folgendes auf Seite 138 zu lesen (Danke zäuni für die Übergabe ins Archiv):

"Zum Gedenken an 107 ermordete Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge wurde 1946/47 am Ortsausgang von Espenfeld ein Ehrenfriedhof angelegt. Die überwiegend sowjetischen Opfer waren Insassen eines Barackenlager bei Espenfeld, das zum KZ-Außenkommando S III gehörte (s. Ohrdruf, Kr. Gotha). Die ca. 7000 männlichen Häftlinge aus der Sowjetunion, Polen und Tschechien arbeiteten unter unmenschlichen Bedingungen beim Stollenbau im Jonastal. Die hier bestatteten Opfer waren vor und während der Räumung des Lagers Anfang April 1945 von SS-Männern in der Umgebung getötet und verscharrt worden. Ein weiterer Gedenkstein befindet sich im Jonastal an der Straße von Arnstadt nach Crawinkel."
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Beitragvon kps » Sonntag 11. Januar 2004, 12:58

Anbei noch zwei Ausschnitte von Luftbildern

Kann bitte mal noch jemand die Zeugenaussage der Espenfelderin aus dem fernsehbericht von gestern hier rein stellen? Meine Aufnahme schlug leider fehl :cry:
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Beitragvon Roman » Sonntag 11. Januar 2004, 16:34

Beim betrachten des Lubi Anfang 45.jpg ist rechts vom Lager vor dem Walddreieck ein Gebäude zu erkennen.War mir bisher noch nicht aufgefallen.Gibt es dazu eine Erklärung?
MfG Roman
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Beitragvon Olsen » Sonntag 11. Januar 2004, 19:00

Hallo Roman,

laut einer Skizze, von der leider niemand genau weiss, wer sie wann gefertigt hat, ist eines der Gebäude eine Toilettenanlage und das andere der Hundezwinger. Die Toilettenanlage war sicher nur für die Wachmannschaften gebaut. Ich wage zu bezweifeln, dass die Häftlinge soweit von den Zelten ohne Aufsicht weg durften. Den Bereich haben wir übrigens schon vor einigen Jahren mit Erdwiderstandsmessung untersucht und nicht als Sch... gruben gefunden. Über den Eingangsbereich zur Arbeitstselle habe ich schon vor einem Jahr sehr deutlich zu einem Vereinsabend gesprochen. Der Arbeitsplatz selbst dürfte süd- ost vom Lager gewesen sein.
Weitere Hinweise findest Du im Vereinsarchiv = Datenbank bei KPS unter:
Indizien zu weiteren, bisher unbekannten Anlagen in SIII:
Siehe 6. Brief an Markowitsch:Akte 120 In etwaiger Entfernung von 15 km von unserem Westlager..
Siehe 8, Protokoll 675, Markus Eichmann, Budapest, Akte 120
Siehe 10, Protokoll 858, Bernat Katz, Kaszamezö, Akte 120
Siehe 11, Protokoll 1788, Laszlo Benedek
u.v.a.m.
Der Baubeginn war dann: " Da aber die Arbeitstollen zu weit vom Lager Ohrdruf entfernt waren ( wir fuhren zuerst täglich12 km mit Omnibussen) wurden aus Mangel an Benzin das neue Nebenlager Crawinkel und das so genannte Zeltlager errichtet" (vermutl. Gleiche Quelle)


Gruß Karo
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Beitragvon Volwo » Sonntag 11. Januar 2004, 19:21

Basierend auf ZDF 1992 (übrigens die gleichen wie in Phönix von gestern )
ein Panoramabild. Könnt ihr so anhand des Hintergrundes (Verlauf der Waldgrenze) den Standort der Kamera bestimmen?
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Beitragvon Volwo » Sonntag 11. Januar 2004, 19:32

....sieht aus, als wäre Abb. 30 aus Zeigert ein Screenshot-Ausschnitt von Phönix und ZDF (siehe oben), bzw. wer auch immer die Rechte an den Aufnahmen hat.
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Beitragvon Volwo » Sonntag 11. Januar 2004, 19:35

> Kann bitte mal noch jemand die Zeugenaussage der Espenfelderin aus dem fernsehbericht von gestern hier rein stellen? Meine Aufnahme schlug leider fehl <
Meine auch fast... :(
mir fehlen die ersten 6 min. von der Sendung, da hat die Frau Kummer auch schon was erzählt...
das was sie noch sagte hab ich aufgenommen

Kann ich die Aussage als Tondatei reinstellen?
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Beitragvon kps » Sonntag 11. Januar 2004, 19:47

Volwo hat geschrieben:> Kann ich die Aussage als Tondatei reinstellen?


Ja - "gezipt"
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Beitragvon Roman » Montag 12. Januar 2004, 07:55

Da ich durch VOLVO das Zeltlager erstmals in TOP-Qualität gesehen habe-gleich die Frage:
Ein Gefangenenlager mit dieser Bedeutung und dann dieser einfache Holzzaun. Wie passt das???
Gab es eine Feldbahn parallel zur Strasse von Siegelbach nach Espenfeld,die dann Richtung Lager abgebogen sein soll?
Vielen Dank KARO für den Hinweis!
MfG Roman
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Beitragvon otto » Montag 12. Januar 2004, 08:57

Moin,

... Gab es eine Feldbahn parallel zur Strasse von Siegelbach nach Espenfeld ...

Definitiv NEIN !!

Erstens: Physikalisch nicht machbar; Niveau Siegelbach 299m NN, Niveau "Zeltlager" 385m NN, Entfernung: 1350m (Straßenbezug)
Wie sollte den eine Bahn, egal in welcher Form (Adhäsion oder Traktion) bei nur 1400 Metern einen Höhenunterschied von 86m bewältigen sollen !!
Zweitens: Keines der Luftbilder lässt derartige Vermutungen, nicht mal ansatzweise zu.

Macht Euch doch einfach selbst mal ein Bild und erwandert doch mal den Hang rechts und links der Straße von Espenfeld nach Siegelbach. :%)
otto
 

Beitragvon kps » Montag 12. Januar 2004, 10:03

Roman hat geschrieben:Gab es eine Feldbahn parallel zur Strasse von Siegelbach nach Espenfeld,die dann Richtung Lager abgebogen sein soll?
MfG Roman


Diese Frage würde ich nicht 100%ig mit NEIN beantworten. Es gibt zumindest teilweise eine Art Plateau, wie es im Tal auch vor den Stollen angelegt wurde. In diesem unten markierten Bereich geht das Gefälle gegen NULL% und im Hang sind teilweise bemooste Bereiche bzw. Eingriffe zu erkennen. Allerdings können diese Veränderungen auch eine ganz normale Erklärungen haben und müssen nicht im Zusammenhang mit dem Lager stehen. Wie uwe von geo-tec meist unterschreibt: "Alles kann - Nichts muss!!"

MfG
kps
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Beitragvon Roman » Montag 12. Januar 2004, 10:29

Lieber otto,wenn ich etwas raus lasse- steckt auch was dahinter! So auch hier. Das mit der Feldbahn kam von einem Eisenbahnfachmann. Zeigte mir sogar den Verlauf und erklärte mir,dass Kleinfeldbahnen infolge ihrer Konstruktion und Wirkungsweise mühelos diese Niveauunterschiede überwinden.
MfG Roman
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Beitragvon Olsen » Montag 12. Januar 2004, 11:55

Ich möchte sogar noch einen drauf setzen: Es sollte am Zeltlager Espenfeld sogar zwei Bahnen gegeben haben. Die erste dürfte der Entsorgung des Aushubs, beginnend am vermeindlichen Mundloch - endend am gegenüberliegnden Hang, gedient haben. Sowohl der Aushub, als auch die Bahnlinie ist nachvollziehbar. Die Materialversorgung der Untertageanlage sollte ebenfalls über eine Bahn, aber auf einem ganz anderem Höhenniveau und damit auf einem anderen Weg erfolgt sein.

Würde man dort wirklich mal wandern gehen, bräuchte man übrigens nur den Zementsäcken und anderen objektiven Spuren folgen.

Behauptet bitte niemals, dass es etwas nicht gegeben haben kann, mit der Begründung, dass es im Archiv nicht auffindbar ist. Beweise bestätigen einen Sachverhalt - (derzeit) nicht vorhandene Beweise bestätigen aber nicht, dass es den Sachverhalt nicht gegeben haben kann !

Siehe dazu bitte nochmal: 6. Brief an Markowitsch, Akte 120 und 12. Protokoll Nr. 2241, Miska Katz


Gruß Karo
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Espenfeld

Beitragvon Speedy » Montag 12. Januar 2004, 12:49

Moin moin Leute,
da ich mal halt schon einpaar Jahre mit dem Thema Espenfeld beschäftige habe ich mal eine kleine Frage: warum wird das Gelände des ehemaligen Zeltlagers eigentlich nicht mehr Landwirtschaftlich genutzt, auf meinen Lubi's vor dem Bau des Lagers waren da eindeutige Bearbeitungsspuren -()-
Wen es interissiert, wir haben da auch Reste von Häftlingskleidung gefunden aber ohne Inhalt.
Desweiteren habe ich da im Gelände auch mögliche Hinweise auf Mundlöcher gefunden, also kps im Frühjahr, wenn die Bäume wieder Blätter tragen schauen wir mal.
Was die "Feldbahn" betrifft, meiner Meinung nach geht die Trasse am Waldrand entlang bis zur Niche an der Staße nach Siegelbach, wäre ein gute Möglichkeit Abraum umzuladen, bei einer Nachforschung mittels Sonde konnten aber keine Spuren der möglichen Bahn gefunden werden dafür aber reichlich Munitiosreste der Russen.
Auch zu der Skizzenoch ein Wort, die Skizze wurde angeblich von einem ehemaligen Häftling gezeichnet und ist in Teilen falsch, es gibt da die Aussage in dem Graben wurden von den Amis elf Leichen gefunden die von den noch vorhandenen Häftlingen an anderer Stelle begraben wurden.
MfG
Kai
PS an alle, wer da Meßergebnisse hat bitte mal per Mail an mich, wüde mich interissieren in wie weit diese Messungen mit meiner Meinung übereinsteimmen, Vertraulichkeit ist zugesichert da ich dort meine eigenen Forschungen betreibe, kps und einige andere im Forum wissen das.
Speedy
 

Feldbahn

Beitragvon Varga » Montag 12. Januar 2004, 13:13

@ Otto

Nach deinen Zahlen hätte die Feldbahn eine Steigung von 6,1 Promille gehabt. Es ist möglich noch steilere Adhäsionsbahnen zu bauen. Die Uetlibergbahn bei Zürich hat eine max. Steigung von 7,0 Promille und wurde schon 1875 in Betrieb genommen.

Gruss Varga
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Beitragvon otto » Montag 12. Januar 2004, 13:53

@Varga:

Da ist durchaus richtig, setzt aber voraus das über die gesamte Steigung stetig der An- bzw. der Abstieg, sozusagen linear erfolgt. Nun ist es aber besonders an der Stelle der "ins Tal führenden Straße" so, das wir es hier mit einer teilweisen Steigung von bis zu 18 Promille zu tun haben. Deshalb halte ich das da aus diesem Grunde für nicht durchführbar. Weiterhin ist für mich nicht nachvollziehbar, das eben in den letzten Kriegsmonaten (Materialknappheit etc.) diese Bahn existent gewesen sein sollte. Es geben einfach die Luftbilder nicht her.

Espenfeld hatte vordergründig eine andere Bedeutung in der ich momentan privat recherchiere.
otto
 

Beitragvon kps » Samstag 24. Januar 2004, 22:02

Volwos Filmausschnitt noch einmal zum Vergleich:

Bild


Und nun Fotos von heute zum Vergleich - fast alle Blickrichtung Alteburg/ Arnstadt
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Zuletzt geändert von kps am Samstag 24. Januar 2004, 22:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon kps » Samstag 24. Januar 2004, 22:06

Interessant ist, dass sich die ehemaligen Lagerflächen heute noch gut durch das Buschwerk nachvollziehen lassen - in den Büschen liegt jede Menge Schutt und Steine. Anbei ein Foto vom alten Lagerweg, der heute zwischen den Büschen durchgeht.
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Beitragvon Volwo » Samstag 24. Januar 2004, 22:13

habe mir mal erlaubt, mit einem Bild von kps perspektivisch zu basteln:
passt das so in etwa?
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Beitragvon kps » Montag 16. Februar 2004, 08:54

Volwo hat geschrieben:habe mir mal erlaubt, mit einem Bild von kps perspektivisch zu basteln:
passt das so in etwa?


Ich sage immer noch es passt so -> gleiche Blickrichtung - gut Zusammenarbeit :-top)

kps
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Espenfeld

Beitragvon Speedy » Montag 16. Februar 2004, 09:47

Moin moin kps,
ich würde mir gerne mit Dir, und eventuell Pori, bei Espenfeld etwas bestimmtes mal genauer ansehen, unabhängig von Stade und so, Zeitraum wäre vermutlich Anfang April.
MfG
Kai
Speedy
 

Beitragvon Anonymous » Sonntag 29. Februar 2004, 16:44

Hallo,

ich habe mich jetzt auch mal ein wenig mit der Thematik beschäftigt und bin zu folgendem Ergebnis gekommen.
Nehmen wir mal an, dass die Feldbahn so aussah:

Bild

Diesellok Deutz 56173
Bj.: 1938
Typ: OMZ117F
Bauart: 24PS, 4,7t
Eingesetzt für Quarzabbau

Weiter gegeben sind: Maximale Steigung: 18 Promille


1)Auf der Schiene sind zum Bewegen einer Tonne in der Ebene etwa 35N notwendig. Unser Zug hat 10 Loren a 2t. Das heißt er hat ein Gesamtgewicht von 20t (ohne Lok).

Rechnung: 35N*20t= 700N
Die Zugkraft beträgt auf der Ebene 700N.

2)In Steigungsabschnitten müssen zusätzlich je Promille 10 N pro Tonne aufgebracht werden.

Rechnung: 18Promille*10N*20t+700N= 4300N= 4,3kN
Die Zugkraft beträgt auf der Ebene 4,3kN

3)Diese Zugkraft muß nun von der Rädern auf die Schiene übertragen werden. Die Reibung zwischen Rad und Schiene gestattet, etwa ein Viertel des Triebachsgewichtes zu übertragen.
Eine 80t Lok muss 200kN aufbringen.

Rechnung: 200kn/80t=2,5kN pro Tonne*4,7t (Gewicht der Lok)= 11,75kN

Wenn die erforderliche Zugkraft (siehe 2) größer ist als dieser sogenannte "Reibungswert"(11,75kN), dann beginnen die Räder sich durchzudrehen. Man nennt das "Schleudern". Dies ist aber bei uns nicht der Fall.

4)Die Geschwindigkeit ist proportional zur Motordrehzahl, diese hängt von der dem Motor zugeführten Spannung ab. Hohe Spannung bedeutet also große Drehzahl bzw. hohe Geschwindigkeit und umgekehrt. Der Lokführer regelt die Geschwindigkeit, indem er verschiedene Spannungen an den Fahrmotor schaltet. Das Produkt aus Zugkraft und Geschwindigkeit ergibt die Leistung, die in Kilowatt (kW) angegeben wird. Die erforderliche Fahrzeugleistung in kW kann nach der Formel Leistung = (Zugkraft * Geschwindigkeit) / 3,6 berechnet werden (3,6 ist dabei der Umrechnungsfaktor der Geschwindigkeit von m/s auf km/h).

Rechnung: Zugkraft des Anhängers(siehe 2)*10km/h /3,6
4,3kN*10km/h /3,6= 11,94kW
Um also mit 10km/h über die Steigung mit 18 Promille zu fahren, sind 11,94kW erforderlich.
Unsere Lok hat 24PS. Ein kW sind 1,36PS. Demzufolge hat unsere Lok 24PS/1,36kW= 17,65kW

Zusammengefasst bedeutet das, dass unsere Lok mit 4,7t Gewicht und 24PS Leistung einen Anhänger mit 10 Loren (20t) mit einer Geschwindigkeit von 10km/h über die Steigung von 18 Promille bringen kann.

Dies ist eine vereinfachte Rechnung, die nur als Anhaltspunkt genommen werden kann bzw. darf. Es kommen 1000 andere Faktoren hinzu, die das Ergebnis beeinträchtigen können. Außerdem kenne ich nicht die Verhältnisse(Steigungen) vor Ort und weiß auch nicht genau wie viel Loren die Lok gezogen hat bzw. welche Lok es gewesen sein könnte. Wie gesagt, dies ist nur ein theoretisches Ergebnis. Mein Vater (Ingenieur) hat mir die gesamte Rechnung vorgerechnet, jedoch aufgehört, da wir nicht alle Angaben wussten (Raddurchmesser, Radzahl usw...). Deshalb nur eine vereinfachte Rechnung.
Anonymous
 

Beitragvon Harry » Sonntag 29. Februar 2004, 17:26

Was mir gerade einfällt: Da liegen nicht über 100 Häftlinge, sondern wenn es hoch kommt 2 Dutzend.
Harry
 

Lager Espenfeld

Beitragvon Anonymous » Donnerstag 4. März 2004, 12:36

Hallo Leute,
zum Lager Espenfeld wurde eine Aussage von einer Espenfelder Bürgerin (Bei dem Namen müßte ich nachhaken) getroffen, die erzählte, dass Häftlinge im Fußmarsch an die heutige und damalige Haltestelle im Tal in Marsch gestzt wurden und dort zu Anfang mit LKW und später mit Bussen (mit getünchten Scheiben) Richtung Arnstadt gefahren wurden. Es sagt aber nichts darüber aus, ob die Gesamtstärke des Lagers jeweils betroffen war, oder ob noch an anderen Stellen gearbeitet wurde. Was mir persönlich zu denken gibt, ist die Tatsache, dass mit Gründung des Lagers fremdvölkische SS (wahrscheinlich Ukrainer oder Russen) eingesetzt wurden. Mir sind einige andere Gegebenheiten bekannt, (haben jedoch nichts mit SIII zu tun) wobei man bei bestimmten Lagern bewußt ortsunkundige fremdvölkische SS- Angehörige eingesetzt hat, die man Teils, so zumindest die Vermutung zum Ende liquidiert hat. Diese Vorgehensweise, des Einsatzes ortsunkundiger der Deutschen Sprache nicht mächtiger SS-Angehöriger hat es immer im Zusammmenhang bestimmter Operationen des SD usw. gegeben, die nach Möglichkeit Geheim bleiben sollten, wie u.A. bei der Papierherstellung für das Falschgeld in Schlema oder bei Verlagerungen unter höchster Geheimhaltung. Im Zusammenhang mit dem OPV- "Aurum" konnte festgestellt werden, dass man die Leute in Fall Aurum nach Erledigung der Arbeiten durch HJ exekutieren leiß. Etwas ungewöhnlich die Vorgehensweise aber nachvollziehbar.

MfG

conny
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