Geschichte Polte 2 bei Rudisleben

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Beitragvon kps » Donnerstag 23. März 2006, 08:00

ES GEHT VORWÄRTS: Auf dem Gelände des künftigen Turbinenwartungswerkes von Lufthansa und RollsRoyce im Gewerbegebiet "Erfurter Kreuz" rollen die Baumaschinen. Dutzende Lkw, Bulldozer und Bagger bereiten derzeit den Platz für die Hallenfundamente vor. TA-Foto: H. P. STADERMANN
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Beitragvon frosch » Montag 10. April 2006, 03:04

Vielleicht gibt es noch Interessenten zur Historie - Polte II

Archivrecherchen

Es gibt Hinweise auf insgesamt 348 Werke im ehemaligen Deutschen Reich, die dem Sektor der Pulver-, Sprengstoff-, Kampf- und Nebelmittelerzeugung sowie der Herstellung von Vor- und Folgeprodukten zugeordnet werden können (151 Anlagen sind als gesichert zu betrachten). Die Kapazität für Sprengstoffe lag 1945 bei etwa 32000 Monatstonnen (2360 davon TNT).

Der Aufbau und die Produktion erfolgte in den meisten Fällen unter Kriegsbedingungen, das heißt, die Werke wurden in sehr kurzer Zeit förmlich aus dem Boden gestampft und die Produktionssteigerung besaß absolute Priorität.

Die ursprünglichen Planungen sind oft während der Bau- und Produktionszeit geändert worden - z. B. sind fertig gestellte Anlagen nicht in Betrieb gegangen oder die Art der Produktion und der Stoffeinsatz wurden infolge Rohstoffmangels umgestellt.

Der hohe Wasserbedarf der Anlagen zur Explosivstoffherstellung bedeutete gleichzeitig die Entstehung großer Mengen verunreinigter Abwässer, die in die Vorfluter eingeleitet, auf dem Werksgelände ausgebracht oder in Einzelfällen über Schluckbrunnen in den Untergrund versenkt wurden. Reinigungsmaßnahmen beschränkten sich in erster Linie auf die Neutralisation.
Abfallstoffe wurden gewöhnlich innerhalb oder in enger Nachbarschaft des Werksgeländes deponiert.
Für brennbare Rückstände existierten werksinterne Verbrennungsplätze.
In der unmittelbaren Nachkriegszeit erfolgte die Demontage und teilweise Sprengung der
Werksanlagen. Bei den Demontagearbeiten unter alliierter Aufsicht herrschte angesichts der bevorstehenden Zerstörung der Werke kein großes Interesse an einer behutsamen Vorgehensweise.
Unbrauchbare Chemikalienrückstände verblieben an Ort und Stelle oder wurden auf Halden
verbracht.

Im Bundesarchiv - Militärarchiv in Freiburg/Breisgau - Recherchen zu Tätigkeiten auf dem Gelände der sowjetischen Garnison Rudisleben/Arnstadt für den Zeitraum vor 1945.
Es fanden sich folgende Unterlagen:
1. Kriegstagebücher des Kommandos des Rüstungsbereiches Eisenach (entspricht Reichsrüstungsgebiet IX - Kassel) l bis XX (IV. Quartal 1939 bis III. Quartal 1944)
2. Unterlagen der Sammlung RH 8, Anhang RH 8 l und dessen Anhang, Unterlagen des Heereswaffenamtes,
3. Unterlagen der Sammlung RL 19, Luftgaukkommando und Luftgaukkommandostäbe
4. Unterlagen der Sammlung RW 19, Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt
5. Unterlagen der Sammlung RW 20 (Heft 1 - 27), Rüstungsinspektionen im Reichsrüstungsgebiet (zuständiges Reichsgebiet für Arnstadt ist Reichsrüstungsgebiet IX - Kassel)
6. Monatsübersichten über abgenommene Waffen und Geräte nach Firmen und Reichsrüstungsgebieten



Arnstadt und das Werk Polte Metawerk und Polte Laborierstelle mehrmals erwähnt.
Zusammen mit der Firma Polte erscheint oft die Firma Ley/Arnstadt. Weitere erwähnte Firmen sind Siemens & Halske/Arnstadt und Ränger/Arnstadt. Die Firma Ley/Arnstadt wird in Bezug auf die reichsrüstungswirtschaftliche Bedeutung höher bewertet als die Firma Polte, die als "C"-Betrieb eingestuft war, deren Aufträge aber zur Dringlich-keitsstufe l laut Kriegstagebuch III.Qu/1940 zählten.

Die Firma Siemens & Halske war mit der Herstellung von Bombenzündern beschäftigt, die Firma Ränger lieferte dem Heer mehrachsige Anhänger und Ersatzteile. Die Firma Ley fertigte 8,8 cm Sprenggranaten und war mit 5 cm KWK - Wiegenfertigung beauftragt. Die Produktion lief im III. Quartal 1940 an.
Am 27.11.1943 wurde zusammen mit der Firma Siemens & Halske das Metawerk - Polte durch den Stab des Generals v.Unruh des Rüstungskommandos Eisenach einer Überprüfung unterzogen, die keine Gründe zu Beanstandungen erbrachten. Aus dem Protokoll sind als Handelsbevollmächtigter der Firma Polte ein Herr Schulz und als Betriebsobmann ein Herr Höhne erwähnt. Generaldirektor und Vorsitzender des Rüstungskommandos IXb war ein Herr Beckurts.


Die Firma Polte/Arnstadt kann wie folgt beschrieben werden:
Das Werk Polte I und II ist ein marineeigener, von der Firma Polte gepachteter Rüstungsbetrieb der Polte - Werke Magdeburg. Das Werk war der Kriegsmarine unterstellt. Die Inbetriebnahme des Werkes datiert vom 01.09.1939. Am 26.11.1945 wurde mit der Schleifung des Betriebes begonnen und am 03.08.1948 wird der Betrieb als vollständig geschliffen gemeldet.
Das Werk Arnstadt unterteilt sich in zwei Betriebsteile, Polte I Metallverarbeitungsbetrieb (Metawerk) und Polte II Laborierstelle (ehem. sowjetische Garnison Rudisleben). Im Werk I erfolgte lediglich die mechanische Bearbeitung der Geschoßteile.
Im Werk II wurde im großen Umfang komplette Munition hergestellt. Dies waren 3,7 cm Geschosse, 2 cm Geschosse, Gewehrsprenggranaten und insbesondere Leuchtspurmunition der Bezeichnung "ARI". Bei der Leuchtsatzherstellung ereigneten sich im III. Quartal 1943 drei tödliche Unfälle im Werk II.
Im Jahre 1943 herrschten durch viermalige Geschoßumstellungen in der Wehrmachtsbewaffnung besonders erschwerte Produktionsbedingungen. An mehreren Stellen wird, bedingt durch die Produktionsspezifik von Treibsätzen und Munition, auf die Notwendigkeit verwiesen, dass für Leitungs- und Aufsichtszwecke besonders geschultes Personal notwendig ist. Im Jahre 1939 soll im Wert von 13 Mio. RM Munition produziert worden sein. Für das Jahr 1944 wurden 16 Mio. RM Produktionsumfang angegeben.

Bombentreffer auf dem Gebiet der Laborierstelle wurden keine dokumentiert und erwähnt. Die dem Werksgelände am nächsten gelegenen Einschläge stammten von 4 Sprengbomben, die während eines Bombardements am 20.4.1940 in unmittelbarer Werksnähe detonierten, jedoch keinen Schaden verursacht haben. Bei diesem Bombardement wurden insgesamt über 100 Bomben auf Arnstadt und weitere Brandbomben auf Benshausen und Leinefelde abgeworfen.

Hinweise auf verwendete Substanzen:
 kristallines Chlorbarium 98/100% (250 kg27.03.1945)
 arsenfreie Salzsäure 19/21 Be (60t 1939)
 93%ige Schwefelsäure 66°Be 92/93%(Kontaktsäure)(1939)
 Bariumsuperoxyd (1939 waren 40 Stahlfässer eingelagert)
 laufend größere Lieferungen von Farben und Lacken
 Natriumsulfit für Wasseraufbereitungszwecke (1 Wagon)

Am 31.1.1945 wird seitens der Firma "Metallwerk Odertal GmbH., Bad Lauterberg; in einem Schreiben die Lieferung von 70.000 Stück Leuchtsatzhülsen-Wärmepiz 9mm (3.1.45), 40.000 Stück Leuchtsatzhülsen-Wärmepiz 8mm (4.1.45) und 200.000 Stück Leuchtsatzhülsen-Wärmepiz 8mm (11.1.45) erwähnt.

Im Stadtarchiv Arnstadt befindliche Akten beinhalten im Wesentlichen die Vorgänge im Verlauf der Werksdemontage, die am 26.11.1945 begann und am 31.8.1946 abgeschlossen war. Außer den zuvor angeführten Hinweisen finden sich vor allem Unterlagen zu Forderungen ehemaliger Lieferanten, Rechnungen und Vorgänge zu Personalproblemen. Nach Kriegsende bis zum Beginn der Demontage herrschte ein gesetzloser Zustand. Die auf dem Gelände untergebrachten Zwangsarbeiter konnten sich ungehindert und unkontrolliert auf dem Werksgelände bewegen. Gelagerte Restmunition wurde geplündert, auf dem Gelände verstreut (insbesondere in den nahe des Eingangs gelegenen Splittergräben vom Barackenlager zu den Produktionsstätten) und auch zweckentfremdet benutzt. Hinweis auf einen verfüllten Feuerlöschteich. und eine Verbrennungsanlage, ein der das Fegepulver vernichtet wurde. Bei der Verfüllung des Feuerlöschteiches soll eine große Menge Munition mit eingebracht worden sein.
frosch
 

Beitragvon kps » Montag 10. April 2006, 05:43

frosch hat geschrieben:...Gelagerte Restmunition wurde geplündert, auf dem Gelände verstreut (insbesondere in den nahe des Eingangs gelegenen Splittergräben vom Barackenlager zu den Produktionsstätten) und auch zweckentfremdet benutzt. Hinweis auf einen verfüllten Feuerlöschteich. und eine Verbrennungsanlage, ein der das Fegepulver vernichtet wurde. Bei der Verfüllung des Feuerlöschteiches soll eine große Menge Munition mit eingebracht worden sein.


Das ist ein Bericht nach meinem Geschmack und mir fehlen fast die Worte - einfach nur Klasse :-top)
Ist es dein eigener Forschungsbericht?
Ist die im Zitat hervorgehobene Verbrennungsanlage offen gewesen bzw. wie muss ich mir diese vorstellen? Gibt es dazu in den Unterlagen weitere Erwähnungen?

frosch hat geschrieben:...Bombentreffer auf dem Gebiet der Laborierstelle wurden keine dokumentiert und erwähnt. Die dem Werksgelände am nächsten gelegenen Einschläge stammten von 4 Sprengbomben, die während eines Bombardements am 20.4.1940 in unmittelbarer Werksnähe detonierten, jedoch keinen Schaden verursacht haben. Bei diesem Bombardement wurden insgesamt über 100 Bomben auf Arnstadt und weitere Brandbomben auf Benshausen und Leinefelde abgeworfen.


Das markierte Datum halte ich für einen Schreibfehler - bitte noch mal prüfen. Die ersten Bomben fielen meiner Meinung nach später auf das Reichsgebiet - Am besten Herrn "Meier" fragen :twisted:

MfG
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Beitragvon Büttner » Montag 10. April 2006, 14:02

frosch hat geschrieben:Vielleicht gibt es noch Interessenten zur Historie - Polte II
....

Besten Dank für diese konkrete und zusammenfassende Darstellung! :-top)
Büttner
 

Beitragvon kps » Donnerstag 29. März 2007, 06:24

hurryup hat geschrieben:Hallo,

ich schneide hier einfach noch einmal Polte II an,weil sich mir das Bild nicht ganz erschliesst.

Man liest von Ruestungsfabrik,Raketensilo,Forschungsanstalt.

Und dann kommt man ganz schnell an die Beschreibung der Anlagen dort,die dann bis zu 14 Stockwerke tief in den Untergrund gehen sollen.

Die Anlagen wurden doch vor Kriegsbeginn gebaut,oder zumindest begonnen?Da muesste ja ueber Jahre hinweg Erdaushub entsorgt worden sein,entweder per LKW oder Bahn. Und wurde das in offener Bauweise vollzogen?

Zu diesem Zeitpunkt:

-konnte an eine eventuell von da zu startende militaerische Grossrakete noch nicht gedacht werden
-war die Luftueberlegenheit der Alliierten ueber dem Deutschen Reich fuer den folgenden Krieg noch nicht vorhersehbar.Warum also eine unterirdische, verbunkerte Anlage zum Abschuss noch nicht existierender Waffen fuer genau diesen Fall bauen?Ohne die Luftueberlegenheit der Alliierten haette man ja ganz normal von offenen Startplatzen testen/starten koennen
-galt eine Deckenstaerke fuer zivile Luftschutzbunker von 1.40 m Stahlbeton als sicher. Warum also der Aufwand soweit in die Tiefe zu gehen?Die spaeter von den Briten verwendete Grand Slam Bombe konnte leicht 7 Meter Stahlbeton durchbrechen,war aber wiederum zu dem fragwuerdigen Baubeginn noch nicht entwickelt.

http://www.12move.de/home/bunker-bs/bunker9.htm

Neben dem ungehaeuren Aufwand,einen Tiefbunker dieses Ausmasses zu bauen,stellt sich ja sowohl das Problem des Grundwasserspiegels in dem fraglichen Bereich als auch die Frage,wie denn die Lieferung und Abholung fertigen Materials/Munition erfolgte? Durch aufwaendige Schwerlastaufzuege? Allein der Mehraufwand fuer Beleuchtung der Produktionsstaetten waere enorm.

Das ergibt fuer mich kein schluessiges Bild..

Viele Gruesse
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Beitragvon hurryup » Donnerstag 29. März 2007, 06:32

@KPS

Jetzt wird mein Bild schon wieder klarer:)

Dankeee und bis bald
Wenn ich die Folgen geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden.

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Nun geht es los

Beitragvon Ramsay » Sonntag 16. September 2007, 18:37

Auf dem Gelände ist also gestern feierlich das Werk von Rolls-Royce eröffnet wurden. Dies war auch der Leipzger Volkszeitung einen Beitrag wert. Hier der Auszug aus LVZ-Online vom 15.09.2007:

Auszug aus der LVZ vom 14.-15.09.2007

Arnstadt wartet Rolls-Royce-Turbinen
100-Millionen-Investition geht in Betrieb


Arnstadt (dpa). Ein Wartungswerk für Airbus-Antriebe ist gestern bei Arnstadt offiziell eröffnet worden. In das Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Rolls-Royce wurden rund 100 Millionen Euro investiert, teilten die Vorstände der beiden Konzerne mit. Zunächst würden Rolls-Royce-Triebwerke für die Airbus-Modelle A340 und A330 instandgesetzt, von 2009 an auch die Turbinen des größten Airbus A380. Die deutsch-britische N3 Engine Overhaul Services GmbH in Arnstadt beschäftigt derzeit 270 Mitarbeiter. Die Zahl der Arbeitsplätze, für die fast 12 000 Bewerbungen eingingen, soll schrittweise auf 500 steigen. Die Kapazität des neuen Werkes liegt bei etwa 200 Triebwerken pro Jahr.
Bei dem Gemeinschaftsprojekt sei ein hohes Tempo vorgelegt worden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber. Von der Grundsteinlegung bis zum Einzug in den Neubau sei nur ein Jahr vergangen. Das spreche für die Mitarbeiter, die Infrastruktur, aber auch die Verwaltung, die kaum bürokratische Hürden aufgebaut habe. John Rose, Chef der Rolls-Royce Group, sprach von einem Meilenstein in der Zusammenarbeit mit Lufthansa. Ein weiteres Ziel sei, den Treibstoffverbrauch der Lufthansa-Flotte bis 2012 um 38 Prozent zu verringern.
Das Unternehmen wird Antriebe nicht nur für die Lufthansa, sondern auch andere europäische sowie Fluggesellschaften aus Afrika und Amerika warten. Das Werk in Thüringen verfügt über einen Triebwerks-Teststand, der zu den größten weltweit gehört.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bekräftigte, sich für eine Verlängerung der Investitionszulage in den neuen Ländern über 2009 einzusetzen.

MfG
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Beitragvon Neugier » Donnerstag 18. September 2008, 14:42

Wer hat Beweise von U-Anlagen in der Polte, oder war selber drin. Ich kenne zwei Leute die das von sich behaupten. Gestern habe ich mit jemandem gesprochen, der dienstlich im Zusammenhang mit dem Munitionsbergungsdienst in der Anlage war (Anfang der 1990er Jahre). Er berichtet von einer U-Anlage mit drei LKW einfahrten (Einfahrttiefe mit drei Metern Überdeckung), mehrere Etagen tief (aber keine 14 Etagen), einer riesigen und sehr hohen Halle und einem Fahrstuhl. Er berichtet auch davon, dass alle? Bunker geleert wurden und LKW-weise Material abgefahren wurde. Ein Tanklager wurde wohl zerstört (zerschnitten)
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Beitragvon Mineuer » Freitag 19. September 2008, 17:25

Das Gelände der ehem. "POlte" liegt in einer Niederung, dort wurde Kies gewonnen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß es in einem Kieslager eine mehretagige U-Anlage gibt - zumal der Grundwasserspiegel dort sehr hoch liegt. Dies sieht man an denen als Angel- und Badeseen genutzten ehem. Kiesabbauen.
Tiefer als ein Kellergeschoß dürfte dort nichts gebaut worden sein.

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Beitragvon wolle » Freitag 19. September 2008, 19:02

Also zu diesem Thema habe ich schon mal geschrieben das ehemalige Arbeitskollegen nach dem 2 WK in die Bunker der Polte 2 Asche aus der Spätern CHEMA verkipt haben auserdem Warum Hat die CHEMA ihr MZG nicht gegenüber gebaut obwohl das eigentlich geplant war? warum wurden TONNEN von Beton ins erdreich geprest damit das BMW Autohaus jetzt OPEL VOGEL nicht ABSACKT? macht euch mal darüber gedanken .Bei jeder Latrienen Parolle sit 99 Wahrheit vorhanden

MFG und Schönes Wochenende
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Beitragvon Mineuer » Montag 22. September 2008, 15:34

Bautechnisch gesehen würde ich sagen - instabiler Baugrund.
Das entspricht einem Bau auf einem nicht trgfähigen Baugrund - eben z.B. einer starken Kiesader.
Das Einfüllen von Asche oder Abfall in einem Bunker sehe ich als relativ an. Für viele ist ein Keller mit 10 Stufen schon ein Bunker, für die anderen eben nur ein Tiefkeller.

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Beitragvon SuR » Montag 22. September 2008, 18:37

Mineuer hat geschrieben:Bautechnisch gesehen würde ich sagen - instabiler Baugrund.
Das entspricht einem Bau auf einem nicht trgfähigen Baugrund - eben z.B. einer starken Kiesader.
Das Einfüllen von Asche oder Abfall in einem Bunker sehe ich als relativ an.

War da nicht mal in der Nähe die alte Saline?
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Beitragvon Volwo » Montag 22. September 2008, 19:09

Es gab eine wilde Mülldeponie in der Kiesgrube an der Seite vom Kühlanlagenbau. Da kam alles mögliche rein, bis nach Bevölkerungsprotesten das ganze von den Russen zugeschüttet wurde. Eine weitere Müllkippe war auf dem Garnisonsgelände.
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Beitragvon TÜP » Montag 22. September 2008, 19:19

Gott hat nicht den Menschen erschaffen, sondern der Mensch erschuf Gott «nach seinem Bilde».
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Beitragvon SuR » Montag 22. September 2008, 19:31

Schön, soweit wusste ich das auch. Das hat uwe bei uns ja mal lang und breit ausgeführt: http://www.unterirdisch-forum.de/forum/ ... php?t=4205

Aber ist das nun in der Ecke der Polte oder nicht? Ich kenn mich in Rudisleben nicht so aus....
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Beitragvon TÜP » Montag 22. September 2008, 19:37

Deswegen die zweite URL der Herr !

Dort befindet sich jetzt eine Fensterbaufirma. Ich würde also meinen - Gewerbegebiet und nicht Garnison.
Gott hat nicht den Menschen erschaffen, sondern der Mensch erschuf Gott «nach seinem Bilde».
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Beitragvon SuR » Montag 22. September 2008, 19:52

Deswegen die Frage, der Herr. ;)
SuR hat geschrieben:Aber ist das nun in der Ecke der Polte oder nicht? Ich kenn mich in Rudisleben nicht so aus....
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Beitragvon kps » Dienstag 23. September 2008, 05:36

SuR hat geschrieben:Aber ist das nun in der Ecke der Polte oder nicht? Ich kenn mich in Rudisleben nicht so aus....


zu Arnshall -> Jupp - eigentlich genau gegenüber auf der anderen Strassenseite - gegenüber der Wohnblöcke. Die kleine Gewerbeansammlung befindet sich in Nachbarschaft zur Chema. Die Wohnblöcke der Sowjets werden glaube gerade für den Abriss vorbereitet und die Mieter ziehen aus. Danach wird wohl der Rest der Polte II/ Garnison in das Gewerbegebiet "Erfurter Kreuz" integriert.

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Beitragvon kps » Dienstag 23. September 2008, 05:40

...da hatte ich es gelesen:

Quelle TA am 20.09.08

Ehemalige Garnison in Rudisleben leert sich



Mit einer kleinen Feier wurden die ersten sanierten Häuser entlang der Arnstädter Straße in Rudisleben gestern offiziell eingeweiht. Die Umzugswagen von der ehemaligen Garnison rollen aber schon seit zwei Wochen.
RUDISLEBEN (kf). Der Dank von WBG-Chef Andreas Adolf galt vor allem den Mietern für ihre Akzeptanz und ihr Verständnis. Vorausgegangen war eine oft langwierige "Überzeugungsarbeit", zeigte sich Adolf über das gestrige Ergebnis ungezählter Einzelgespräche erleichtert. Bis auf einige wenige Bewohner sind alle dem Wohngebiet treu geblieben.

Insgesamt 87 Wohnungen werden seit Jahresbeginn auf der anderen Seite der ehemaligen B 4 instandgesetzt und modernisiert (TA berichtete). Alle verfügen über (straßenseitig verglaste) Balkone, sind effektiv gedämmt. In den kommenden Wochen wird sich die Arnstädter Straße nun Aufgang für Aufgang weiter füllen. Bis November soll auch der restliche Komplex sukzessive bezugsfertig sein.

Mit dem Abriss der ehemaligen Garnison wird begonnen, wenn alle Mieter ausgezogen sind. Die Fläche wird mit ins Industriegebiet einbezogen, der Verkauf an die LEG steht unmittelbar bevor.

19.09.2008
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Beitragvon Henry » Dienstag 23. September 2008, 06:25

Roman hat geschrieben:Eine Raketenstart wie von unseren Autoren beschrieben hinterläßt nicht solche Spuren,das ist kompletter Unsinn. Der Strahl fegt alles weg,der Sauerstoffüberschuß verbrennt alles!!! Schwarze Stellen entstehen nur an den Rändern wie bei einer Kerze.

Wir haben solche Experten im Forum,das es niemanden bisher aufgefallen ist-ist mir ein Rätsel!!!!

Roman


Sauerstoffüberschuss ? ääää ? Nur mal von der Logik her, würde überschüssige Sauerstoffatome das Eisen der Brennkammer verheizen !! Das ideale Mischungsverhältnis währe genau soviel Sauerstoff wie benötigt wird um den Treibstoff zu 100 % zu verbrennen.
Da die Verbrennung dann aber zu heiß ist haben die damals Wasser beigemengt !

Gruß Henry
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Beitragvon SuR » Dienstag 23. September 2008, 07:42

kps hat geschrieben:Jupp - eigentlich genau gegenüber auf der anderen Strassenseite - gegenüber der Wohnblöcke.

Danke! [-<5>-]

Aber dann wäre doch eine Stabilisierung des Untergrunds bei der ex-Saline durchaus eine mögliche Begründung für die Verfüllarbeiten.
Hat denn mal einer die Bauarbeiter gefragt, was die da zukippen?
SuR
 

Beitragvon Hans-Jürgen Räppold » Dienstag 23. September 2008, 11:24

[bart]
Bei nicht fragfähigem Boden wird Bodentausch oder eine Pfahlgründung erforderlich, wobei die Pfähle nicht unbedingt aus Beton sein müssen (Eichenpfähle oder Roste -> siehe Holstentor in Lübeck, oder Stahlpfähle <aufgrund der Materialjnappheit unwahrscheinlich> oder Rüttelpfähle; Hier wird nicht bindiges Material in den nicht tragfähigen Boden eingerüttelt und übernimmt die gleiche Funktion wie Holz-, Beton- oder Stahlprofil-Pfähle.
Eine Kiesschicht muss nicht unbedingt auf einen nicht tragfähigen Untergrund hinweisen (ein Beispiel, was zwar etwas hinkt, aber doch die Situation trifft: Der Schwerbelastungskörper in Berlin, der voll und ohne Irgendwelche Pfähle auf Märkischem Sand steht!)
Das Verfüllen der Bunker nach dem Krieg ist auch m. E, leicht erklärbar:
Bedenkt bitte mal, dass Dresden vor dem Krieg die modernste und effektivste Kläranlage Europas besaß, diese war aber vor der Wende ganz oder doch zumindest teilweise außer Betrieb genommen (man könnte jetzt annehmen, dass dies eine Kostenfrage gewesen ist - aber dem ist nicht so!). Man hatte es sich hier mit der Beseitgung von Trümmerschutt und Hausmüll sehr einfach gemacht! Und vor allen Dingen entstanden auch keine Unkosten für die Klärung der Abwässer; diese wurden in die Elbe ungeklärt eingeleitet nach dem Motto: Nach uns die Sintflut respektive nach uns fließt die Elbe durch den Westen, sollen die doch sehen, wie sie damit fertig werden!
Zu einer gut funktionierenden Abwasserbeseitigung gehört nicht nur eine gut arbeitende Kläranlage, das Kanalsystem ist genauso wichtig! Was hat man nun in Dresden gemacht? Ganz einfach: Schachtdeckel auf Trümmerschutt, Hausmüll usw, hineingekippt und schon war alles beseitigt. Die Fa. Kanal-Müller war nach der Wende mit der Beseitigung dieser Verklappungen beaufregt worden und hat hierfür ein eigenes Gerät ebtwickelt und - soweit ich weiß - mit gutem Erfolg eingesetzt.
Ich grüße euch
Jürgen
Hans-Jürgen Räppold
 

Beitragvon wolle » Mittwoch 24. September 2008, 08:12

Das Kannste nicht Wissen von da wo sie im 18. Jahrhundert gebohrt haben ist das Autohaus ca 3 km weg und auf der anderen seite der B4 .Saline bedeutetausspülen von salz über 2bohrlöcher mit wasser und dann wird über siedepfannen das wasser wieder entzogen wer intresse hat ich glaube in Stadtim kann mann sich das in derv Saline noch anschauen Es existiert dort auch noch der Keller wo sie das Atomlabor hatten obwohl die Grundschule Abgerissen wurde
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Beitragvon Mercedes-Diesel » Sonntag 26. Juli 2009, 13:49

Das ist ja mal interessant !!!

Geht.über sowjetische Atomwaffen in der DDR!!

Zitat: Die Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschlan (GSSD), die ab
Juni 1989 auch als Westgruppe der Truppen (WGT) bezeichnet, übernahm nach 1945
die Kasernen, Flug-, Schiess und Uebungsplätze, Depots und Bunkeranlagen der ehemaligen
deutschen Wehrmacht.

Das ist bekannt.....

Die Atomwaffen lagerten in 31 sehr gut bewachten unterirdischen Kernwaffendepots,
grösstenteils in den Dislozierungs-Rämen der Raketenbrigaden.
Die fünf Armeen verfügten insgesamt.über zehn Raketenbrigaden mit Kernwaffendepots
Bei Born, Altengrabow, Kochstedt, Wurzen, Arnstadt, Fürstenwalde......

Quelle: Stefan Best: Geheime Bunkeranlagen der DDR, Motorbuchverlag, Stuttgart
2003, Seite 194
Grüße Andreas

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Beitragvon Mercedes-Diesel » Sonntag 26. Juli 2009, 14:02

Es soll....ich bin da mal vorsichtig....einen Bericht zur Demontage des ehemaligen
Poltewerkes im Thüringer Hauptstaatsarchiv in Weimar geben.

Hat den jemand ? Kann hierüber Berichten oder noch besser mal posten?

Würde mich interessieren.
Grüße Andreas

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