Die Engländer waren die ersten im Tal

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Beitragvon alpha » Samstag 10. April 2010, 10:16

burghart hat geschrieben:Hallo.

Ich will jetzt nicht die Übersetzung kritisieren.

Das klingt für mich wie aus einem "Landser-Heftchen" mit sehr fiktionalen Inhalt und einem non-fiktionalen Kern.


Gruß
Burkhard


So ähnlich habe ich beim Lesen auch gedacht.
Aber schon wieder alles in Frage stellen finde ich auch nicht gut.
Ein neuer Ansatz den man definitiv verfolgen sollte.
Ein neues Ohrdrufer Gespräch wäre hilfreich.

Guß Andreas
alpha
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Beitragvon TÜP » Samstag 10. April 2010, 13:00

Danke hebbel, das hilft weiter. Wenn wir die wörtliche Übersetzung verfolgen, sind wir weit weg von Nordlager, Villa Mühlberg und Kasernen. Also den Zug dort zu suchen läuft meiner Meinung nach weiter ins Leere. :D

Die KArtoffelanpflanzungen waren um Wölfis und Crawinkel herum. Die Truppe musste durch Kampfhandlungen. Auch das weist ziemlich eindeutig auf Crawinkel, Wölfis oder Luisenthal hin. Und dann wurde ein doppelreihigen Draht-Einfassungszaun durchschnitten. Der war definitiv nicht an der Villa und nicht am Klärwerk Ohrdruf.

Nordlager, Muna oder Baustelle Jonastal?

Teil II

Schnell schlingen sie den Rest vom Essen hinunter, sie sammeln ihre Sachen ein und beladen die Jeeps wieder. Die Waffen und die Grundausstattung waren immer sauber und auf jede Möglichkeit vorbereitet. In ein paar Minuten war alles aufbruchbereit. Sie waren sich alle des Geräusches bewusst, das über die hügelige Felder angeweht kam. Es war das unverkennbare Geräusch der bewaffneten US Kolonnen auf dem Marsch, das niedrige Rumpeln der Motoren gemischt mit dem ungewöhnlich hochgezogenen Krach der Schützenpanzer.

Eine strahlende rote Sonne hatte begonnen über den niedrig bewachsenen Hügeln aufzugehen und der Himmel, der so niedrig und drohend begonnen hatte, begann aufzubrechen. Sie umgehen das erste kleine Dorf in das sie kommen, das Geräusch kleiner Waffenfeuer hinter einigen großen Hof-Gebäuden ist nahe genug, sie auf einen Umweg nach links zu schicken, um dem nachzugehen. Die Jeeps müssen schnell stehen bleiben, als sie einen großen Hof zwischen Lagerhäusern erreichen. Er ist übersät mit Körpern; alles ist unheimlich still und leise, keine Bewegung, wie als wäre die Zeit stehen geblieben. Die Körper scheinen lose über den Hof verteilt zu sein; die meisten sind teilweise bekleidet, in schmutzige, locker sitzende gestreifte Gefangenen-Uniformen. Die starren Augen sind eingesunken in groteske abgemagerte Gesichter mit Skelett-Grinsen, sie starren blind zurück auf die entsetzten Marines, welche obwohl sie an den Anblick des Todes gewöhnt sind niemals zuvor Körper wie diese gesehen haben. Blutlachen scheinen sich immer noch auszubreiten, viel zu leuchtend und frisch, um von diesen verschwendeten, toten Skelett-Gebilden geflossen zu kommen; es ist die einzige Farbe in der Schwarzweiß-Szene. Das Würge-Geräusch aus dem hinteren Teil des zweiten Jeeps erschreckt den Inhalt aller ihrer Mägen. Wieder das Krachen kleiner Waffen-Feuer. „Bewegt euch, Bewegt euch, Bewegt euch!“ Jims Rufe bringen sie alle zurück in das Hier und Jetzt. Die Fahrzeuge beschleunigen um die Ecke des Platzes. Vor ihnen ist ein Truppenlager, anscheinend ein Gefangenenlager, umgeben von einem hohen Drahtzaun, hohe hölzerne Türme überblicken das gesamte Gebiet, aber sie scheinen nicht besetzt zu sein. Ein großer Teil des Zaunes war heruntergerissen worden, nach Innen. Sie fahren nach rechts am Zaun entlang und um ihn herum bis zu einem Wachposten. Sie umfahren einen deutschen Wachmann, der mit dem Gesicht nach unten über der Zugangsstraße liegt, sie betreten das Lager, beobachtet von einigen US Truppen, die neben ihren Fahrzeugen weiter oben bei einigen großen hölzernen Barracken stehen. Mit Lumpen bedeckte Skelette, noch lebendig, geben ihr Bestes um neben ihnen stehen zu bleiben. Da ist keine Anerkennung/Erwiderung/Bekenntnis zwischen den beiden Gruppen fassungsloser Soldaten, vor ihnen ist ein den Verstand betäubender Anblick, weitere Körper oder exakter mit Haut bezogene Skelette liegen überall. Zwei graue Trucks sind auf einer Seite des Eingangs geparkt, beide sind hoch mit Körpern behäuft, der hintere Teil des ersten Trucks steht ihnen gegenüber, etwa zwanzig hautbeckte Schädel, alle nach oben schauend aber mit dem Nacken nach hinten gebogen, so dass ihre Augen und klaffenden Münder noch immer in Richtung der blass werdenden 30AU Männer zeigen. Da sind komplett nackte Figuren hoch gestapelt an den hölzernen Hütten, welche nah an einem großen Erdloch stehen, das tief in den Boden gegraben wurde. In ihm sind die noch immer rauchenden, geschwärzten Überreste von mindestens einhundert Menschen.

Ein rauer, behelfsmäßiger Balken knarrt unter dem Gewicht drei nackter Gehängter Männer, der dünne Draht um ihre Hälse ist aus dieser Entfernung nicht zu sehen und lässt sie scheinbar schweben. Keiner von ihnen hat jemals so etwas zuvor gesehen; weitere Frühstücke finden ihren Weg zurück an das Tageslicht als die zehn Männer planlos von einem Albtraum in den nächsten laufen. Die Stille wird durch das Geräusch von Waffenfeuer, großen Geschützen, vielleicht Panzern in der Nähe unterbrochen. Beinahe in Zeitlupe und ohne ein Wort besteigt das 30AU Team die Jeeps und verschwindet.

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Beitragvon TÜP » Samstag 10. April 2010, 13:04

Teil III

Als ihr Jeep über die verlassene Straße zwischen der Kartoffelpflanzungen rast, mussten sie plötzlich seitlich ausbrechen um drei mit Lumpen bekleideten Gestalten auszuweichen, die plötzlich aus den Hecken erschienen und verzweifelt versuchten sie anzuhalten und zum stoppen zu bringen. Drei Engländer, Militärangehörige, POWs die es geschafft hatten sich auf einem der zahllosen ‚Todesmärsche’ davonzuschleichen. Sie hatten überlebt indem sie Kohl und Kartoffeln gegessen hatten, direkt aus der Erde, aus der Erde, die nass genug war, ihre dünnen, ausgemergelten Glieder zu nähren. Es war unmöglich zu sagen, wie alt sie waren, sie konnten kaum stehen, fast nicht in der Lage das Gewicht ihrer eigenen Körper zu tragen. Guy hatte seine Zweifel (?) dass sie den Tag überleben würden, er schnappte sich eine der zahlreichen Dosen Pfirsiche, die sie kürzlich für sich selbst hatten mitgehen lassen, öffnete sie und gab sie dem nächsten Mann. Es war sogar schmerzlich zu sehen, wie sie versuchten die Frucht und den Saft zu schlucken. Sie informierten die Männer, dass Hilfe nur ein paar Meilen zurück die Straße entlang und in diese Richtung unterwegs wäre, eine Amerikanische Kolonne. Die drei brachen am Wegrand zusammen um zu warten. Einer von Ihnen war ein Londoner aus Romford, nur die Straße herunter von Guys eigenem Zuhause in Dagenham entfernt. Als sie weiterfuhren, versuchte Guy dem Mann seine Adresse zu geben, „8 Foxlands Crescent, Dagenham, komm einfach vorbei.“ Er hörte niemals von ihm.

Zwei, drei, vier schwere Granatwerfer Teams, weit verteilt, kamen durch die Bäume in Sicht. Da war eine Reihe von Sherman Panzern, immer wieder Salven in die Hügel jenseits des Gebirgskammes feuernd, gelegentlich war schweres Maschinenfeuer aus verschiedenen Richtungen zu hören. Im Gegenzug schickte die Artillerie Klumpen von Schlamm und Steinen, die über den zwei 30AU Jeeps herabregneten als sie das Feld im Winkel zu den amerikanischen bewaffneten Mannschaften rechts von ihnen schnitten. Das führende Fahrzeug wurde sichtbar geschüttelt, als die Zwillings Vicker Maschinenpistole, bemannt von Reg vorne, sich in Richtung der Barriere, die durch die Bäume gesehen werden kann, eröffnet (Feuer eröffnen?). Die Jeeps prallen/poltern alarmierend auf/über eine einzelne Bahnschiene. Beide Fahrzeuge rutschen und drehen sich in einem choreographischen Tanz, als die überdrehenden Motoren sie den Anstieg jenseits der Gleise hoch und auf den ebenen Untergrund entlang des doppelreihigen Draht-Einfassungszaunes ziehen. Blondie, Jock und Freddy nehmen Verteidigungspositionen um das Team herum ein. Mac und Paddy ziehen die beiden großen Bolzenschneider hervor, die an den Seiten der Jeeps festgeschnallt sind, sie hatten eine Menge Einsätze gehabt vom D-Day bis heute, sie machten kurzen Prozess mit den beiden verbundenen Draht-Einfassungszäunen. „Also, Ihr beiden Ginger und Guy, kommt mit mir.“ Jim ruft seine Befehle, da beide Fahrzeuge plötzlich nach links fahren und dann zurück nach rechts, der Erdboden unter ihren Füßen vibriert und bewegt sich, das tiefe, rumpelnde Geräusch das vom Hügel kommt muss einem Erdbeben geglichen haben, Alles, die Schützenfeuer um sie herum, die von den Hügeln widerhallen, eingeschlossen, scheint für einige Sekunden zu pausieren und dann wieder einzusetzen. Die Marines sind die kurze/nahe Verwirrung durch große Explosionen gewohnt, aber das war anders, tiefer, länger, enormer als alles was sie vorher gefühlt hatten. Sie pausierten ebenfalls, schauten einander an. „Macht weiter, geht, geht, geht.“ Jim erwachte als erster aus seiner Pause. Jim, Ginger und Guy schnappen sich die Taschen, die sie brauchen, hängen sie um und sind schnell durch den Zaun. Sie hören das schützende Feuer von den Männern hinter sich, als sie schnell den Hügel hinauf sprinten und nach irgendeiner Art Eingang suchen. Merkwürdigerweise straucheln alle drei Männer gemeinsam, als ein eigenartiges, schwindliges Gefühl plötzlich über sie kommt, ihnen die Sicht vernebelt und sie mit den Gesichtern im Matsch landen lässt, aber sie haben sich schnell erholt und bewegen sich schnell weiter den Hügel hinauf. Je weiter sie nach oben gelangen, desto mehr sehen sie vom Hügel-Stützpunkt. Dort ist offensichtlich ein Tunnel-Eingang direkt vor ihnen. Dürre Figuren in zerschlissenen, gestreiften Pyjamas, kaum in der Lage zu stehen, helfen sich gegenseitig vorwärts zu stolpern, verlassen den rauchenden Tunnel. Sie bewegen sich so schnell wie sie können. „Nie, Nie don’t isc w, daleko, Daleko!“ die entflohenen schreien, als die drei Männer näher kommen, aber den 30AU Männern ist es unmöglich ein Wort zu verstehen. Obwohl Guy bereits genügend polnischen POWs begegnet ist um ihre Empfindungen perfekt zu verstehen.

Hinter den entflohenen Männern bricht Maschinenpistolen-Feuer aus dem Tunneleingang. Eine SS Wache sprüht Geschosse auf sie, Jim, Guy und Ginger treffen wieder auf den Boden, rollen weg vom Zentrum der Gruppe und schießen zurück. Die Wache faltet sich rückwärts und außer Sicht. Die entflohenen Gestalten scheinen jetzt nichts mehr zu sein als blutige, dreckige Lumpen auf einem großen Haufen auf dem Boden, als die drei Männer wieder auf die Füße gelangen und sich auf den Tunnel zu bewegen. Guy tritt die befleckte Pistole fort, die neben dem SS Wachmann liegt, der sich verzweifelt seinen blutenden Bauch hält, während er wild herumstarrt. Der Tunnel weitet sich sofort nach dem Eingang, alle drei sind verblüfft. Der Eingang sah so klein und unfertig aus aber der Tunnel, der Tunnel ist erstaunlich. Er ist sehr viel größer und heller erleuchtet, als sie es erwartet hatten, abgesehen vom Rauch, der an der hohen gewölbten Decke entlangläuft, die Ausführung der Arbeit ist wunderbar. Guy fühlt sich an die Faszination seines Onkels erinnert, für die deutsche Architekturschule Bauhaus, dies hier sieht aus wie ein ultra-modernes Bauhaus-Design. Es ist leer, eine Biegung nach rechts als es tief in den Berg abtaucht, mindestens zwei, vielleicht dreihundert Yards. Die Schläge der schweren Stiefel hallen wider, als sie weiter rennen, mehr Lumpen behangene Skelette laufen auf sie zu, sie wirken unglaublich sonderbar mit der klinischen Umgebung, die sie so schnell wie möglich zu verlassen versuchen. Ihre skelletenen Grinsen flehen sie wieder an, als sie vorbei gehen. „Nie, Nie, Zostawiac, ZOSTAWIAC TERAZ“.

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Beitragvon hebbel » Sonntag 11. April 2010, 08:53

kps hat geschrieben:...und ich sehe persönlich zunächst große Probleme zwischen den Alliierten selbst. Die Amerikaner wurden grundsätzlich auch von anderen Einheiten wie z.B. von Belgiern begleitet. Das aber eine britische Spezialtruppe so ohne Hinderung im amerikanischen Frontbereich operieren und nach "Rosinen" suchen und diese abtransportieren konnte, war mir bisher nicht bekannt. ...

Ja, das ist ja auch schwer zu glauben, aber so wie es aussieht keine "Schnurre". Der Major Tony Hibbert erhielt seinen Befehl direkt von SHAEF (Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force), dem Hauptquartier der alliierten Streitkräfte in Nordwesteuropa unter dem Kommando von Dwight D. Eisenhower. Bei seinem Vorstoß waren zwar keine Amerikaner im Spiel, aber er mußte sich damit einem Befehl Montgomerys widersetzen, der einen Stillstand der Truppen verfügt hatte, um in Kapitulationsverhandlungen einzutreten. Er war u.a. deshalb in Eile, weil die Aufklärung eine SS-Einheit gemeldet hatte, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ihren Weg gekreuzt hätte. Sein Vorgehen (er hatte den übernächtigten kommandierenden Offizier, der ihn hätte passieren lassen können, besoffen gemacht) hat ihm dann auch eine Bestrafung eingebracht. Hibbert sagte, daß solche Befehle meist nur mündlich übermittelt wurden und damit meist nicht mal Eingang in die Kriegstagebücher fanden. Das kann man ganz "offiziell" im Buch von Renate Dopheide, Kiel, Mai 1945, Britische Truppen besetzen die Kriegsmarinestadt, ISBN 978-3-937719-58-0 nachlesen.
Mal eine Frage an die Ortskundigen: Sprach man denn in damaliger Zeit in dieser Form vom "Jonastal"?

Gruß
Dieter
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Beitragvon TÜP » Sonntag 11. April 2010, 13:49

Wie meinst du "in dieser Form" ?

Also das Jonastal hiess schon umgangssprachlich "Jonastal". Wenn die englisch sprechenden Truppen das in "Jonas Valley" übersetzten, dann ist es in der Rückübersetzung auch wieder das "Jonastal". Oder meintest du etwas anderes?
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Beitragvon hebbel » Sonntag 11. April 2010, 13:59

Ich meinte umgangssprachlich "Jonastal". Danke.
hebbel
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Beitragvon TÜP » Sonntag 11. April 2010, 18:18

Teil IV

Die drei Männer bleiben stehen, die Münder offen stehend, unfähig das ganze Bild zu verarbeiten, unverständliche Schreie und Rufe echon herum, stürmen die Ohren. Was sich vor ihnen öffnet, ist wie es sich herausstellt ein großes, rundes, zentrales Drehkreuz, von dessen Rand unzählige Tunnels in alle Richtungen verschwinden. Einige wenige Gestalten in weißen Kitteln und verschiedenen Militär-Uniformen rennen in alle Richtungen, ohne den Neuankömmlingen ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Keiner der drei Männer hat jemals irgendetwas wie das hier gesehen, atemberaubend, ultra-modern, sie fühlen sich, als wären sie auf einem anderen Planeten gelandet. Zu ihrer Rechten ist eine große, offene, ebene Bahnstation, zwei Gleise, eine davon leer, auf der anderen eine große, schwarze, moderne windschnittige Lokomotive geschmückt mit kraftvollen, abgewinkelten Grafiken, sie biegt sich bis weit in den Tunnel hinein. Es stellt sich heraus, dass sie an jedem Ende einen solchen Motor hat und Stoppel von Anti-Flugzeug-Waffen teilweise verdeckt von besetzten Rüstungsüberzügen. Einige Leute versuchen immer noch an Bord zu gehen, laufen durch die Detonationen aus Dampf die um die Motoren an jedem Ende wogen, als die Bahn langsam beginnt zu beschleunigen, fort von der Plattform.
Die drei Männer treiben zu dem Metall- und Glasgeländer am Rand des Bereiches und als sie hinunterschauen, können sie viele weitere Gefangene sehen, sie laufen panisch umher und sind zwei Stockwerke unter ihnen gefangen. Die meisten haben sich hingelegt und scheinen sich mit ihrem Schicksal abgefunden haben. Die stärkeren rufen und schreien sie an, aber keiner der 30AU Männer versteht ein Wort. Rauch wogt hinauf zur Zentrale, ein offenes Atrium, vom Stockwerk direkt unter ihnen konnte das orange Lecken der Flammen gesehen werden, das von den polierten Oberflächen und dem Glas überall reflektiert wird. Zwei massive gebürstete, starke Zimmertüren standen im zweiten Stockwerk verschlossen, dem Stockwerk direkt unter den drei Männern, die helle Reflektion von einem Karren voll mit goldenem Metall vor den großen Türen ließ die orange Wirkung der Flammen sekündlich heller erstrahlen. Auf ihrer rechten, auf der selben Ebene, schauten alle drei auf das gelbe flackernde Gold, ein Gotischer Adler und das Hakenkreuz dominierten den Platz davor.

Das Glas der Balustrade explodiert an ihren Beinen und fordert ihre Aufmerksamkeit zurück. Das Knallen des Pistolenfeuers von einem SS Offizier, seine schwarze, makellose Uniform ergänzt seine Umgebung perfekt. Er leert seinen Pistolen Clip (Ladung?) quer durch das Atrium auf sie. Ein ähnlicher Ausbruch von Pistolenfeuer von allen drei Männern schickt ihn hart zurück durch die Tür, aus der er erschienen war. Ein tiefes, kraftvolles Rumpeln, das alles um sie herum schüttelt, droht sie alle drei zu Boden zu werfen, als sie sich schnell auf den Eingang direkt unter dem Gothischen Adler zu bewegen. Große, offene, ebene, geräumige, moderne Büros noch immer besetzt von wenigen Personen mit wildem Blick,die ihre Anwesenheit komplett ignorieren, Ausgänge und Eingänge und Korridore laufen in alle Richtungen davon. „Teilt euch auf. Findet die großen Truhen und seid verdammt noch mal schnell damit.“, ruft Jim über den Lärm und die Vibrationen.

Die Tür zersplittert und zerbricht von der Kraft des heftigen Trittes, die drei Marines platzen hindurch als die Papiere zu Boden fallen, zu Guys Erleichterung ist der moderne, holzbeplankte Büro-Raum leer als er sich den Befehl „Eliminiert alle Zeugen“ in Erinnerung ruft, der ihnen während des Trainings so unauslöschbar eingeprägt wurde. Als einziges steht ein mittelgroßer grüner Tresor in der Ecke.

„Lasst uns das erledigen und rauskommen, ich möchte hier nicht sein.“ Jim schaut in die Augen der beiden ihn begleitenden Männer, alle drei haben weit aufgerissene Augen, sind blass und verängstigt.

Allmählich war ihnen ein ansteigendes, mechanisches Heulen bewusst geworden, es erinnerte Guy an die jaulenden Zahnräder des Jeeps, wenn sie bei hoher Geschwindigkeit unterwegs waren, aber dieser Krach und die Vibration waren definitiv größer, schneller und kraftvoller. Das tiefe Rumpeln war konstant geworden, mit gelegentlichen brutalen Erschütterungen, stark genug Bilder von der Wand zu schütteln.

Ginger geht zurück in das angrenzende Büro, an der Tür kniend bewacht er den Weg, den sie gekommen waren. Schnell handelnd präpariert Guy die Plastiksprengkörper aus den Taschen. Sie waren vorgeformt, aber waren beim Transport etwas platt gedrückt worden. Er positioniert die Sprengkörper an den Kernpunkten des Safes, das Ziel dabei war es, die verstärkten Riegel die im Inneren der Türen quer verliefen zu zerstören. Jim gibt ihm eine Sprengkapsel aus seiner Tasche. Sie rennen mit dem Zündkabel durch das Büro und zurück nach draußen in den Raum mit Ginger. Ein kleiner, dumpfer Schlag, der unter dem konstanten Getöse kaum hörbar ist, zeigt ihnen, dass die Detonation erfolgreich war. Die Safetür schwingt vor und zurück, verteilt die Rauchwogen umher, als sie wieder eintreten. Bekannte purpurne Ordner mit goldenen Hackenkreuzen und der Phrase ‚Geheime Kommando Sache’ die sie trainiert waren zu erkennen, über den Einband gestempelt, einige waren sehr heftig angekohlt und brannten etwas, aber alle werden schnell in einige faltbare Stofftaschen gestopft, die sie für diesen Zweck haben. Die Ordner konnten nahezu jede Form von Informationen enthalten, aber wenn sie auf eine bestimmte Art gekennzeichnet waren, mussten sie sie mitnehmen und ihre eigenen Wissenschaftler, die mit ihnen reisen, entscheiden lassen, ob es aktuell war oder überholt.

Das Atrium rumpelt und wird erschüttert, es füllt sich mit beißendem, blauen Rauch, Rufe und Schreie sind nun nur noch schwer hörbar bei dem Getöse des Feuers und dem hohen mechanischen Sausen, welches es sich anscheinend in Geschwindigkeit und Kraft weiter steigert, ihre Ohren begannen in einer Vibration aus purem Schmerz zu singen. Jede Faser ihres Körpers wollte sie nur weg von diesem Ort tragen, aber die panischen Schreie der polnischen POWs auf dem unteren Stockwerk zog sie zurück an die Balustrade. „Wir müssen dort hinunter kommen“. Ginger ruft es, aber er schaut zu den anderen beiden, damit sie ihn in die Richtung ziehen aus der sie gekommen waren. Der dichter werdende Qualm und die Flammen schützt sie nun davor, die armen Leute zu sehen, die dort unten gefangen sind, durch tränende Augen starren sie mit Erstaunen auf die beiden riesigen Metalltüren auf dem Boden unter ihnen. Bläuliche elektrische Funken brechen von den Türen hervor und schießen wahllos zu Metall-Objekten in ihrer Umgebung, sie sausen und tanzen um den Wagen herum, prallen dann an die Ballustrade und verschiedene Trägerelemente. Es sieht aus wie ein unmöglicher Anblick oder eine Art optische Täuschung, als die massiven, starken Zimmertüren sich nach innen biegen und ausbeulen als die Funken, die von ihnen kommen, herumtanzen. Die Druckwelle scheint irgendwie leise zu sein. Alle drei rennen bereits als die Schockwelle sie trifft. In einer bizarren, den Kopf betäubenden Drehung findet Guy sich verloren, ganz allein, immer noch rennend, aber in die falsche Richtung, zurück zu den Gleisen. Er kann die surreale Vision, von der er Teil ist, nicht verstehen. Es scheint, dass all das Feuer und der Rauch sich nun entgegengesetzt verhalten und werden zurück hinunter in das Atrium zu den Stockwerken darunter gesogen werden. Noch mehr Glas von der Balustrade explodiert in kleinste glitzernde Scherben und wird nach unten fortgesogen. Er schlittert und stolpert in seiner Eile, sich umzudrehen und fort zu kommen, in die richtige Richtung. Die Luft um ihn herum versucht sein Fortkommen zu verhindern, zieht ihn zurück. Er kann Jim allein sehen, ein gutes Stück weiter vor ihm, den Tunnel hinauf sprintend, durch den sie gekommen waren, aber keine Spur von Ginger. Vor Jim am Tunneleingang bewegen sich einige aus ihrem Team vorsichtig auf sie zu. „ENGLISCH, ENGLISCH! Geht zurück, raus, raus, JETZT, JETZT.“ Jim und Guy rufen beide laut, ihre Stimmen klingen sehr klein und unwichtig für sie selbst. Sie fühlen sich als würden sie durch den Tunnel geschoben als er sich mit einem Rauschen der einströmendenen Luft füllt. Keiner der rennenden Männer möchte nach hinten schauen, sie können das Getöse hinter sich hören und fühlen, die Gesichter mit den weit aufgerissenen Augen der Männer vor ihnen beginnen sich in einer blassen Farbnuance von Orange zu verfärben, bevor sie sich ebenfalls umdrehen und rennen. Guy wird von der Luft durch den Tunneleingang geworfen, er trifft hart auf den Boden auf, kurzatmig, rollt den Hügel hinab, landet auf seinem Hintern, schaut hoch zu einem Anblick, wie keiner den er jemals zuvor gesehen hat. Es ist eine Explosion von versengendem heißen Feuer, aber ein Feuer das aussieht wie eine Flüssigkeit und sich auch so verhält, es scheint irgendwie zurückhaltend zu sein, kriecht es aus dem Hang. Es streckt sich himmelwärts aus aber verlangsamt sich, weder steigend noch fallend, bevor es zusammenfällt, zurück in sich selbst, beschleunigt zurück in den Tunnel von wo es hervorgekommen war.

Es ist schneller gegangen, als es gekommen ist . Guy stößt sich selbst vom Gras ab. Er fühlt sich selbst schwerer und ausgelaugter als er sich seit dem Kommandotrainig auf der Achnacarry (Militärschule?) gefühlt hat, obwohl das im Moment wie eine entfernte Erinnerung erscheint. „Wasser, bitte.“ Guy findet sich selbst draußen, neben den deutschen SS-Wachmann, den sie angeschossen haben, als sie ankamen. Er hält sich immer noch den Bauch, auch wenn er jetzt sehr ruhig aussieht, aber sehr, sehr blass. „Wasser, bitte.“ Guy steht da und schaut hinunter in seine sterbenden, leicht pinken, wässrigen, hell-blauen Augen. In seinem zwanzigsten Lebensjahr und ohne einen bewussten Gedanken fällt er die Entscheidung, die ihn bis an das Ende seiner Tage verfolgen wird, er dreht sich um und läuft davon, er muss Ginger finden. Er weiß in diesem Moment nicht, dass die blassen blauen Augen ein unauslöschliches Bild in den hintersten Winkel seiner Seele gebrannt haben.*

* (ein schrecklicher Moment, von dem Guy niemals jemandem erzählt hat und von dem keiner wusste, wie sehr er ihn betroffen hat, bis seine Memoiren nach seinem Tod gelesen wurden, eine Entscheidung die seine Alpträume gefüllt hat und eine, die er sich niemals selbst hat vergeben können).

ENDE


Vielen Dank an N. und S. aus Bielefeld für die Direktübersetzung.

Die Diskussion kann beginnen! Wahr oder Unwahr? Zeitzeugenbericht oder Roman? Oder beides vermischt? Viele Fragen!?!?
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Beitragvon Augustiner » Sonntag 11. April 2010, 19:01

Na ja, dann oute ich mich halt auch.

Die ganzen erzwungenen und tlwse. künstlichen Wortschöpfungen mit ihren Lautmalereien - eindeutig Roman - kein Landserheftchen - vielleicht Drehbuch für "Indiana Jones" [bart]

Vielleicht waren die auch mal in DORA ?
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Beitragvon Ben » Sonntag 11. April 2010, 19:18

TÜP hat geschrieben:Teil IV
Die Diskussion kann beginnen! Wahr oder Unwahr? Zeitzeugenbericht oder Roman? Oder beides vermischt? Viele Fragen!?!?


Liest sich ja schon fast wie Stahlfront oder "Tief im Herzen von SIII", sehe es selber wie Augustiner, als Roman. [pop]

ps. [wer.der.] -[nix]-
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Beitragvon Under » Sonntag 11. April 2010, 20:24

"Tief im Herzen von SIII" war auch mein erster gedanke
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Beitragvon alpha » Sonntag 11. April 2010, 21:02

...großes, rundes, zentrales Drehkreuz, von dessen Rand unzählige Tunnels in alle Richtungen verschwinden.

Und wieder mal die Beschreibung der "Speichen eines Rades"!!!
Mal sehen was der Vortrag zum Thema bringt.
Über den Stil wie das ganze geschrieben ist kann man sich natürlich streiten aber nachgehen sollte man der Sache schon.

Gruß Andreas
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Beitragvon hurryup » Montag 12. April 2010, 00:18

in Teilen liest sich das wie der Plot zu dem Film Operation Crossbow:

http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_ ... %28film%29

Wenn ich mich nicht taeusche (bin mir aber nicht mehr ganz sicher,ist schon ewig her dass ich den Film gesehen habe),wird im Film die unterirdische Fabrik als in der Naehe von Oberhof beschrieben.

Es ist ja durchaus moeglich,dass englische Kommando-Einheiten als Augen und Ohren der 3. US Armee eingesetzt waren und Fernspaehaufgaben wahrnahmen. Dazu wuerde auch passen,das in der Aussage von E.Hermes die Baustelle fuer den Zeitraum Anfang April als verlassen beschrieben wird . Ideal fuer die Kommandos dann reinzugehen und Material zu sichern,waehrend rundherum jeder mit sich selbst beschaeftigt ist. Ich kann aber das Gefuehl nicht loswerden,dass diese dann aber in Volltarnung geschehen waere (deutsche Ausruestung,Uniformen,Waffen und Autos). Daher wuerde dann auch kein Zeitzeuge etwas von Englaendern im Tal/Raum Olga wissen...
Wenn ich die Folgen geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden.

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Beitragvon TÜP » Montag 12. April 2010, 06:59

Augustiner schreibt
Vielleicht waren die auch mal in DORA ?


Die Einheit war in Dora.
Ich werde trotzdem aus der ganzen Sache nicht schlau. Die Location ist ziemlich eindeutig einzugrenzen. Es gab doppelten Stacheldrahtzaun. Den gab es am Nordlager und meiner Meinung nach auch in der MUNA. Oder kps?
Ob der Drahtzaun um die Baustelle Jonastal auch doppelt war weiss ich nicht. Die Kartoffelanpflanzungen waren um Wölfis und Crawinkel herum, da frag ich noch mal genau nach. Die Gefechte die beschrieben werden, können eigentlich auch nur Wölfis Richtung Crawinkel, oder Ohrdruf Richtung Luisenthal sein. Ich persönlich gehe von der Fahrstrecke Nordlager - Wölfis - Crawinkel - Jonastal aus. Allerdings eher Feldwege alas Strassen.
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Beitragvon hurryup » Montag 12. April 2010, 07:15

hier ein Stueck Video ueber die 30 AU, es beginnt in Minute 02:13

http://www.youtube.com/watch?v=Eu5LY33T ... re=related
Wenn ich die Folgen geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden.

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Beitragvon TÜP » Montag 12. April 2010, 07:51

Hab gerade mal telefoniert wegen der Kartoffelacker. Also im April 1945 hatten die Bauern in den Dörfern auch ihr Felder bestellt wie jedes Jahr. Das heisst man muss davon ausgehen das die Fahrt der 30 AU an den Dörfern vorbei über Feldwege, also durch Äcker ging. Kartoffeln konnte man da im Frühjahr allerdings noch nicht sehen. Wird wohl eher umgangssprachlich für kleine Äcker gelten.

Der Film Crossbow ist ein völlig anderes Thema. Und ausserdem Fiktion.
http://de.wikipedia.org/wiki/Geheimaktion_Crossbow
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Beitragvon Silko » Montag 12. April 2010, 11:01

Bei der ersten Beschreibung (hier: Teil 2) dürfte es sich wirklich um das Nordlager handeln. Die Beschreibung passt auf folgendes Bild:

Bild
Quelle: www.buchenwald.de

Beim Lesen der Beschreibung der UTA (hier: Teil 4) kommt mir folgendes wieder in den Sinn. So weit weg vom Nordlager kannes ja wieder auch nicht gewesen sein:
http://www.gtgj.de/script/phpBB2/viewto ... 5274#15274
Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen. (Erasmus von Rotterdam)
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Beitragvon TÜP » Montag 12. April 2010, 11:21

Code: Alles auswählen
...als die überdrehenden Motoren sie den Anstieg jenseits der Gleise hoch und auf den ebenen Untergrund entlang des doppelreihigen Draht-Einfassungszaunes ziehen.


Da sind wir bei der MUNA, du hast recht Silko. Aufs Tal passt es dann nicht und vom Nordlager haben sie sich entfernt. Im Kienberg? Gabs dort doppelreihigen Stacheldraht?
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Beitragvon Kahlscher » Montag 12. April 2010, 16:28

Interessant ist die Chronologie der Funde, bzw. die Vorrangehensweise. Nach der Übernahme von Köln änderte sich die Vormarschrichtung. Der Mitteldeutsche Raum gewann an Priorität und auch die 30 AU wurde Richtung Nordhausen geschickt. Was hat mal also genau in Köln gefunden?
Grüße vom Walpersberg,
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Beitragvon Augustiner » Montag 12. April 2010, 17:48

Silko hat geschrieben:Bei der ersten Beschreibung (hier: Teil 2) dürfte es sich wirklich um das Nordlager handeln. Die Beschreibung passt auf folgendes Bild:

Bild
Quelle: www.buchenwald.de

Beim Lesen der Beschreibung der UTA (hier: Teil 4) kommt mir folgendes wieder in den Sinn. So weit weg vom Nordlager kannes ja wieder auch nicht gewesen sein:
http://www.gtgj.de/script/phpBB2/viewto ... 5274#15274


Tut zwar nichts zur Sache, das Buchenwaldfoto wurde etwa von folgender Stelle aus aufgenommen; schön zu sehen auch der doppelte Zaun.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Beitragvon Silko » Montag 12. April 2010, 18:06

[-<5>-] Klasse Augustiner. Das ist mal was, was auch ich ohne Probleme nachvollziehen kann. Erstaunlich wie eng man den Bereich auf dem Lubi exakt eingrenzen kann.
Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen. (Erasmus von Rotterdam)
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Beitragvon PEKE » Montag 12. April 2010, 18:33

Zum Beispiel: Die entwicklund der Deutschen Atombombe ......

"Die vorgenannten Forschungen sind recht gut und umfassend erforscht und dokumentiert worden.


In einem bei Nagel veröffentlichten Dokument einer "Geheimen Reichssache" mit dem Titel "Kernphysikalische Forschungsaufträge" vom 18.04.44 sind eine Vielzahl von Forschungseinrichtungen darüber hinaus aufgeführt, welche belegen dass eine Vielzahl von Einrichtungen (aus heutiger Sicht sicher unverständlicherweise dezentral) mit der Atomforschung betraut waren.
Arbeiten am Pariser Zyklotron
Phys. Institut d. Universität Köln
Prof. Riezler"


Oder : DEGUSSA unter anderem Farben und Gold
"Auf ähnliche Weise ging die Degussa auch bei der Entwicklung der
reichsdeutschen Zyanid- und Zyanfarbenkapazitäten vor und sicherte sich
Hierzu NA, FIAT Final Reports No. 819 vom 14.5.1946 und Nr. 830 v. 6.8.1948; F. Muhlert: Die Industrie der Ammoniak- und Cyanverbindungen, Leipzig 1915, S. 149ff.; M. Stoecker: Entstehungsge-
schichte der Cyanverbindungen, Frankfurt am Main 1952.

Zum folgenden: Division of Investigation of Cartels and External Assets, Partial Report on Examination of External Assets and Activities of Deutsche Gold- und Silber- Scheideanstalt Degussa vom 14.12.1945,
Abschnitt IV. BA, Z 45 OMGUS, ED Dec Br 17/226-1/3.
1999 Heft 2/88 11
von KARL HEINZ ROTH
bei der Mitgründung der Chemischen Fabrik Wesseling AG in Wesseling bei Köln entsprechende langfristige Optionen. "


Oder:
Windkanal in Köln

Mfg. Peter
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Beitragvon Silko » Montag 12. April 2010, 18:53

PEKE hat geschrieben:Arbeiten am Pariser Zyklotron
Phys. Institut d. Universität Köln
Prof. Riezler"

Dies finde ich besonders interessant in Bezug auf die von Kahlscher aufgeworfene Frage.
Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen. (Erasmus von Rotterdam)
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Beitragvon Watten » Montag 12. April 2010, 18:54

Kahlscher hat geschrieben: Was hat mal also genau in Köln gefunden?


Ich denke nichts. Hier haben die Einheiten nur den Befehl für ein neues Etappenziel erhalten. Dieses neue Ziel ist m.E. nicht im Zusammenhang mit Köln zu sehen.
Gruß Watten

...un wo nix is, na ja, da werden wir so lange suchen, bis wir etwas finden!
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Beitragvon hebbel » Montag 12. April 2010, 19:28

Na, ja. Warum so kompliziert? Sie hatten einfach Kunde davon erlangt, daß Unterlagen Personal und Muster der deutschen Marinerüstung in den Harzraum verlagert wurden. Das steht auch in der Geschichte der 30AU. Die deutsche Marinerüstung war "das Ding" der Briten. Das habe sie wohl auch ihren amerikanischen Cousins klar gemacht.
Patrick Dalzel-Job von der 30AU, der einen Tag vor Eintreffen der Amerikaner am 7. März in die Schmidding-Werke Köln eindrang, stellte u.a. Dokumente und technische Ausrüstung, darunter auch eine neuartige Mine sicher. Schmidding hatte auch ein Replacement des Walter-HWK-Antriebs für die Hs 293 entwickelt. Das mag ihnen nur als Hinweis und Ansporn gedient haben. Den Prof. Walter und seine Entwicklungen wollten sie unbedingt "haben". Von dem hielten sie sehr viel. Möglicherweise konnten sie hier schon ein paar Informationen zu Walter-Entwicklungen erlangen, denn bei Schmidding soll es eine Übersicht über alle Entwicklungen von Jet und Raketenantrieben gegeben haben. Die Befragung der Mitarbeiter könnte eben diese Informationen zu Verlagerungen in die Harzregion erbracht haben. Deshalb die zwei "Stoßrichtungen...
Bleiben wir doch im engeren Sinne im Jonastal...
hebbel
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Beitragvon PEKE » Montag 12. April 2010, 20:42

Du meinst im engeren Sinne den Radius von 25 km um das Johnastal herum.
Oder? Denn das Tal als solches ist bestimmt zur damaligen Zeit wenigen
bekannt. Oder hast Du einen bestimmten Hinweis, nach denen mann
suchen könnte.

Mfg. Peter
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