Das Kinderlager in Ohrdruf

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Das Kinderlager in Ohrdruf

Beitragvon Volwo » Donnerstag 20. Februar 2014, 21:44

Henryk Rowinskis Aussage über ein Lager in Ohrdruf im Nordlager

- 300 Kinder und Jugendliche im Alter von 8-15 Jahren
mussten genauso wie die erwachsenen Häftlinge in den Stollen arbeiten.

Am 5.4. 1945 wurden die Kinder wahrscheinlich nach Buchenwald transportiert. Rowinski hat keines der Kinder je wieder gesehen.
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Re: Das Kinderlager in Ohrdruf

Beitragvon Volwo » Donnerstag 20. Februar 2014, 21:51

Der Blockälteste war ein Krimineller, aber Rowinski hielt ihn in Schach. 5.30 Uhr war Wecken, 7.00 Appell, danach in die Arbeitskommandos, hier ist von den Stollen nicht mehr die Rede, sondern von Wäscherei, Kartoffelschälerei, Strumpfstopferei usw.
Nach 19.00 Uhr hatten die Kinder "Freizeit". Sie gingen zu ihren Vätern, die in anderen Baracken untergebracht waren ...
Manchmal weinten die Kinder und fragten nach ihren Eltern ...
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Re: Das Kinderlager in Ohrdruf

Beitragvon Volwo » Donnerstag 20. Februar 2014, 22:00

Die erwähnte Zeichnung des "Jugendblocks" gibt eine vage Vorstellung, wie die Kinder und Jugendlichen untergebracht waren:
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Re: Das Kinderlager in Ohrdruf

Beitragvon Augustiner » Sonntag 2. März 2014, 17:48

Volwo hat geschrieben:Die erwähnte Zeichnung des "Jugendblocks" gibt eine vage Vorstellung, wie die Kinder und Jugendlichen untergebracht waren:


Ich habe mal versucht die Baracken einzu"zahlen" - die Quelle (hellgrün) ist der Plan des Nordlagers von 1941 vom Staatsarchiv Gotha. Den späteren Zaun (rot) des Lagers und die neu hinzu gekommenen Baracken (gelb) sind aus dem Luftbild ersichtlich (Dr. Carls, 21.03.1945).
Die Nummerierungen der Baracken mag sich geändert haben, die Struktur bzw. Bezeichnungen der einzelnen Antrittsplätze, Ausrittplätze bzw. xyz-Plätze hat sich sicher geändert - die Kopie ist sehr schlecht.
Es gibt noch andere Signaturen vom Lager (z.B. 1942 und auch nicht vom Datum her näher bezeichnete), aber ein Ansatz allemal.

Rechts oben bei a) stehen m.M. Personen.......das ist aber eine Vermutung. Vielleicht kennt hier jemand die Funktion der Baracke a) ???
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Re: Das Kinderlager in Ohrdruf

Beitragvon kps » Mittwoch 5. März 2014, 20:09

Ich hoffe man kann es erkennen. Hier aus einem Plan aus dem Gothaer Archiv

Datum: 3.6.1942

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Re: Das Kinderlager in Ohrdruf

Beitragvon Volwo » Mittwoch 5. März 2014, 20:24

Das nenne ich Zusammenarbeit!
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Re: Das Kinderlager in Ohrdruf

Beitragvon kps » Mittwoch 5. März 2014, 21:04

Für den Nachweis eines Kinderlagers braucht es noch ein paar mehr Indizien.

Für die Kinder müsst es Transportlisten geben nach Ohrdruf. Von Buchenwald kamen sie meiner Ansicht nach nicht, da dort nach anderen Aussagen nur die "stärksten" Häftlinge für Ohrdruf ausgesucht wurden.

Die S III Totenbücher lagen mir vom 21.01.1945 bis 24.03.1945 vor. Soweit ich es überblicken konnte, waren die darin erfassten, jüngsten Tote wie folgt:
Der jüngste Häftling war der Slowake Josef Brondosch. Der Schuster wurde am 28. Oktober 1928 in Velka geboren und starb mit 16 Jahren am 25. Januar 1945 10:30 Uhr an Herzmuskelschwäche.

Ein weiterer sehr junger Häftling war der Ungar Pal Selmeczy. Der Schüler wurde am 27. Juni 1927 in Guta geboren und verstarb mit 17 Jahren am 25. Januar 1945 10:30 Uhr an Herzmuskelschwäche.

Ein weiterer sehr junger Häftling war der Russe Michail Awdjuschtschenko (Awtjuschtschneko). Der Schüler wurde am 15. September 1927 in Aleksejewka geboren und starb mit 17 Jahren durch Freitod im Zeltlager am 20. Februar 1945 5:00 Uhr, Todesursache: Freitod durch Erhängen.

Der älteste Häftling war der Tscheche Frantisek Duda. Der Gastwirt aus Friedland wurde am 16. Januar 1881 in Sviadnov/Mähren geboren und verstarb am 3. Februar 1945 8:00 Uhr im Invaliden-Block 9 kurz nach seinem Geburtstag.
Er war zu diesem Zeitpunkt 64 und als Todesursache wurde Kachexie und Herzschwäche sowie die Diagnose Magenkrebs dokumentiert.


Quelle: Tatort Jonastal Seite 249

Jüngere Tote fand ich zumindest nicht. Dieser Punkt hatte mich bei der Analyse besonders interessiert.

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Re: Das Kinderlager in Ohrdruf

Beitragvon Volwo » Freitag 7. März 2014, 16:33

Kann man auch so sehen:
Sie erhielten 25 % mehr Essen und wurden zu leichten (Küchen etc-)Arbeiten eingesetzt.
Anders wurde das offenbar ab 16 Jahre, dann wurden sie bis zur völligen Erschöpfung in den Stollen eingesetzt, siehe Josef Brondosch.
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Re: Das Kinderlager in Ohrdruf

Beitragvon Funker » Samstag 8. März 2014, 06:16

Kurze Zwischenfrage.
Wer eigentlich kontrollierte die Arbeiten in den Stollen?
Volwo hat geschrieben:dann wurden sie bis zur völligen Erschöpfung in den Stollen eingesetzt

oder vielleicht auch anderswo?
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