TÜP Rödel bei Naumburg

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TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon moondog » Samstag 30. Juli 2011, 14:27

Hallo zusammen,

bei unserem letzten Streifzug über den Rödel sind wir auf ein paar interessante Dinge gestoßen. Vorher kurz zum Rödel selbst: das Gelände liegt nördlich von Naumburg, umfaßt ca. 70 Hektar und wurde wohl erst nach dem Krieg als TÜP genutzt, zuerst von der Kadette in Naumburg und ab 61 von den Russen, aufgegeben haben die das Gelände 1992 mit ihrem Abzug aus Naumburg. In den Jahren danach wurden alle oberirdischen Bauten abgetragen, auf dem Gelände standen Wohnblöcke, Reparaturwerkstätten, Hallen, Bunker, Unterstände usw. Den oder die Bunker hat man zugeschoben. Heute ist es Teil eines Naturschutzgebietes, eine Herde Wildpferde wird in den ebenen Fächen frei gehalten.

Über den Rödel gab es ja immer wieder dolle Gerüchte, 3stöckige Bunker usw. das übliche halt. Einen großen Bunker konnte man vor ein paar Jahren noch betreten, da die Eingänge wieder aufgewühlt worden sind, er liegt im Wald, hat mehrere Ausgänge und lichte Raumhöhen bis gute 4m - dadurch konnte teilweise ein Zwischengeschoß eingezogen werden. Die Eingänge sind zuletzt mit Gittertüren verschlossen wurden, die so ähnlich aussehen wie das Tor am Walpersberg... Vandalen und Schrottsucher hatten den Bunker bis dahin allerdings schon "entkernt"... Ich denke jedoch, daß dies nicht der einzige Bunker war, insbesondere wenn man die Größe des Areals betrachtet.

Nunja, wir sind am nördlichen Ende des TÜP im Bereich des Steinbruchs auf eine Reihe von großen Stahlrohren gestoßen, die aus einer Art Wall herausragen... Der Wall, wenn man es so nennen kann, ist vollkommen mit Buschwerk und jungen Bäumen überwuchert, etwa 5m hoch, ca 80m lang und am Fuß 10-20m breit. Von den Rohren haben wir 6 oder 7 Stück gefunden, die an beiden Seiten unterhalb der Wallkrone herausragen. Offensichtlich sind sie jedoch alle innen verschlossen, teilweise kann man 1m tief hineinstochern. Die Rohre haben einen Durchmesser von gut 20cm und angeschweißte Stahlstücken an den Enden. Könnten das Lüftungsrohre gewesen sein?!
Rödel.JPG
rohr1.jpg
rohr2.jpg
rohr3.jpg


Desweiteren ist und eine unregelmäßige Betonfläche aufgefallen, im Bild im blauen Rechteck markiert. Betonflächen gibt es ja zu Hauf im Gelände, die Fundamente und Grundplatten der Gebäude wurden ja in der Regel nicht entfernt. Bei dieser Betonfläche fällt jedoch die Güte des Betons auf, sehr grobkörnig und nach allen Seiten hin abgerundet, dazu im Vergleich zu allen anderen Flächen keine Fugen. Könnte das eine Bunkerdecke sein?
beton1.jpg
beton2.jpg
An einer Seite ist eine Bewehrung mit einem Eisenträger erkennbar. Oder war das lediglich eine Stellfläche für irgendwas?

Leider schweigt sich das Inet über den Rödel aus, es gibt nur sehr spärliche Informationen... Vielleicht habt Ihr die eine oder andere Idee?

Grüße und Dank,

Eric
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon moondog » Samstag 30. Juli 2011, 15:19

Hm... habe mal einen größeren Kartenausschnitt gewählt, der andere war etwas sehr mickrig...
Rödel.JPG
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon omegateam » Samstag 30. Juli 2011, 15:41

@moondog
ich kenne die Situation auf dem Rödel recht genau, war da schon als der Abzug der Russen noch im Gange war.
Es gibt natürlich noch Hinweise auf bislang nicht gefundene Untertageanlagen.
Die "fetten" Fernmeldekabel die vom Stab der Russen im jetzigen Oberlandesgericht Naumburg in Richtung Rödel gehen, sind dort ankommend noch nicht gefunden worden.
Diese Kabel kenne ich noch aus meiner Fernmeldezeit, sie waren schriftlich gekennzeichnet und im Nachrichtenkeller des Stabes aufgeschaltet.
Nach der Räumung des Stabes durch die Russen sah ich diese Kabel noch mal, als ich die damals noch gesperrten Örtlichkeiten aufsuchte.
Auf einer mächtigen Karte in Zimmer des Generals TROTZ, sie war aufgeklebt und konnte daher nicht mitgenommen werden, war der Rödel eindeutig als Ausweichführungsstelle gekennzeichnet.
Diese Karte war übrigends kurze Zeit danach entfernt bzw überpinselt.
Diese AfST Rödel kann auf keinen Fall in dem jetzt noch vorhandenen 2 Stock Bunker gewesen sein, da kommen die Kabel nicht an.
Wir haben da schon so ein paar Ideen wo der Bunker zu vermuten ist, leider konnte er noch nicht gefunden werden.
Mal sehen ob wir das noch irgendwie packen.
An die Rohre kann ich mich noch schwach erinnern, weiß aber momentan nichts damit anzufangen.
Die Russen hatten nach ihrem Abzug zum Andenken riesige Berge an militärischen Altlasten zurückgelassen
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon kps » Samstag 30. Juli 2011, 16:24

Hallo Marcel, deine Fotos erinnern mich an die Rohre bei Bittstädt im Gebüsch. Die Diskussion dazu findest du hier:
viewtopic.php?f=5&t=3151&hilit=bittst%C3%A4dt+rohre

Ergebnis: Auf den Rohren befanden Plattformen/ Hütten, von denen aus auf bewegliche Ziele mittels einer Scheibenzuganlage durch die Freunde geschossen wurde.

MfG
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon PEKE » Samstag 30. Juli 2011, 20:09

Auch solche Rohre gab es an der Roten Hütte 2, einmal als Zugang für Kabel aus dem Bunker zu den Antennen,
und wahrscheinlich zu irgend einem Podest oder so. Daneben !!! war ein Betonierter Platz für einen Hubschrauber.
Kommt Dir das bekannt vor.
Gruß Peter

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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon moondog » Sonntag 31. Juli 2011, 16:27

Hallo zusammen,

zuerst nochmal eine Übersichtskarte des gesamten Areals.
Übersicht Rödel.JPG


Ich habe mir den verlinkten Thread angeschaut und zum einen erscheint mir die Idee mit den Fundamenten recht schlüssig, allerdings möchte ich dies für den Rödel anzweifeln, da die Gegebenheit des Geländes dem entgegensteht. Wie erwähnt, der Wall, an dessen Krone sich die Rohre befinden, hat eine Höhe von rund 5m. Die Abbruchkante des Steinbruches ist in südöstlicher Richtung ebenfalls rund 5m hoch, nach Süden hin ansteigend auf rund 10m. Nach Südosten hin ist eine völlig ebene Freifläche innerhalb des Bruches, die sich für Schießübungen auf ebener Fläche durchaus eignen würde. Wenn nun aber tatsächlich Plattformen auf den Rohren aufgesessen hätten, von denen aus das Feuer auf bewegliche Ziele geübt worden ist, dann wären diese Plattformen ja noch höher als die Wallkrone zu sehen - ergo hätte man nach unten in den Bruch hineinschießen müssen. Die Gefahr, die Abbruchkante zu überschießen und in das dahinter liegende Gelände zu feuern wäre einfach viel zu groß, so fahrlässig waren nicht mal die Russen. Zur besseren Verdeutlichung der Geländesituation nochmal ein Kartenausschnitt. Rot eingezeichnet ist die etwaige Lage der Rohre, blau entspricht in etwa dem Verlauf des Walls. Grün sind die Abbruchkanten des Geländes mit ungefähren Höhenangaben. Nicht schön, aber ich arbeite dran :D :D
Rödel Steinbruch südlich.JPG


Also, die Idee der Schießbahn auf bewegliche Ziele ansich nicht schlecht, aber auf Grund der Geländesituation hier wohl nicht so richtig nachvollziehbar.

Grüße,

Eric
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon PEKE » Sonntag 31. Juli 2011, 17:19

Vielleicht wollte man nur einen erhöhten Platz sum sehen, was unter einen passiert, quasi als intereesierter
Zuschauer. Vielleicht Spezialausbildung im Geländekampf.
Gruß Peter

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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon kallepirna » Sonntag 31. Juli 2011, 18:13

@all!
Was für Truppen lagen in Naumburg (Panzer etc.) vieleicht ergiebt sich daraus was.Mfg.kallepirna
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon moondog » Sonntag 31. Juli 2011, 18:25

@ Peke. Hmm... auch möglich, allerdings hat man von der östlichen Abbruchkante einen ebenso guten Überblick. Und Gelände kann man das, wenigstens zum heutigen Zeitpunkt, nicht nennen. Es ist, abgesehen davon, daß die Vegetation sich nach und nach wieder darüberschiebt, eine blitzblanke Fläche. Im ersten Moment hätte man es fast für Asphalt oder Beton halten können, ist aber nur glattgewetzter Kalkstein - würde sich da mehr als Appellplatz anbieten :)

@Kallepirna. Jau, Panzer... Panzer... noch mehr Panzer... die sind damals sogar bei uns in den Garten gerammelt und haben unsere Hecke plattgewalzt. In einem anderen Forum habe ich gelesen, daß auf dem Rödel auch FLA-Raketen stationiert gewesen seien. Wo lagert man sowas? Doch nicht in irgendwelchen plepprigen Wellasbest-Hallen?

@omegateam: handelt es sich bei dem Objekt oben an der Waldecke in der Nähe von dem großen Bunker eigentlich auch um einen Bunker oder um ein Objekt der Wasserversorgung? Da Wasser drin steht und keine Einstiegsmöglichkeit besteht, haben wir uns da noch nicht runtergehangelt.

Grüße,

Eric
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon omegateam » Sonntag 31. Juli 2011, 19:28

@moondog,
es handelt sich um einen Hochbehälter, der zur Wasserversorgung des ganzen Gedöhns auf dem Platz notwendig wurde.
Befahrung könnt Ihr Euch ersparen.
Eine Einspeisung des HB kam aus einem Tiefbrunnen im Hasseltal.
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon kallepirna » Sonntag 31. Juli 2011, 21:08

Hallo moondog!
Fla Racketen hat man in Bunker gelagert oberirdisch nie unterirdisch .Mfg.kallepirna
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon moondog » Montag 1. August 2011, 13:45

@kallepirna & omegateam

Danke für die Info. Nur mal als kurzer Abriß: wenn es für die AfSt einen Bunker gab, der ja noch abgängig ist, sollte davon auszugehen sein, daß die FLA-Raketen extra gelagert wurden, die werden ja mit ihrem Stab nicht im Muni-Bunker gesessen haben. Da der bekannte Bunker für die Lagerung der Raketen ebenfalls nicht in Frage kommt (also so, wie ich mich an den erinnere, hätten die die Raketen ja nur durch einen der 3 Eingänge reinschleppen müssen), würde das ja bedeuten, daß es für die Lagerung der Raketen einen weiteren Bunker gegeben haben muß - also mindestens noch 2 Bunker zu suchen wären/unentdeckt sind... sieht so aus, als müsste man sich bei der nächsten Exkursion doch ein wenig mehr Zeit nehmen :-)

Grüße,

Eric
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon moondog » Montag 1. August 2011, 19:41

Mist, ich habe das mit dem FLA-Raketenbunker -Mist-verstanden, wenn die in oberirdischen Bunkern gelagert wurden, dann ist der Lagerbunker sicherlich mit plattgemacht worden... wäre ja auch zu schön gewesen, mehrere noch nicht entdeckte Bunker zu vermuten. :-I

Grüße,

Eric

PS. Entweder bin ich blind oder kann man eigene Beiträge wirklich nicht editieren?!
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon kallepirna » Montag 1. August 2011, 21:01

Wenn zugeschüttet dann wäre es ein schöner Rodelberg,ich meine wenn einer da war dann ist er platt gemacht worden wäre sonst nicht zu übersehen.Mfg.kallepirna
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon moondog » Montag 16. April 2012, 18:12

Hallo zusammen,

mal wieder ausbuddel... nachdem ich mit ein paar Leuten im Herbst schonmal einen Streifzug unternommen habe, bei dem wir auch den bekannten Bunker nochmal unter die Lupe genommen haben aber ansonsten nichts weiter gefunden haben, war ich heute nochmal vor Ort. Ich bin sicher nicht der erste, der diese "Entdeckungen" gemacht hat - ich freu mich trotzdem drüber [wer.der.]

Ich denke mal, ich habe den Platz ausgemacht, an dem das alte Vorwerk stand, wenigstens sprechen die Bodenfunde dafür, daß es kein Russenschrott ist...

vorwerk1.jpg


vorwerk2.jpg


Desweiteren habe ich den einen Kleinbahn-Anschluß lokalisiert, der von Balgstädt auf den Rödel hinauf ging... ob er noch im Zusammenhang mit der Nutzung als TÜP steht, bleibt davon erstmal unberührt... den 2. Bahnanschluß wollte ich eigentlich auch noch suchen, hatte dann aber nach insgesamt gut 10km Fußmarsch keinen Bock mehr ;)

bahndamm1.jpg


bahndamm2.jpg


Neben allerlei Müll und Zeugs bin ich auf etwas Interessantes gestoßen... ich lasse dazu erstmal nur Bilder sprechen... aber ich fresse eine Drahtbürste, wenn das nicht das ist, was ich denke...

bunker1.jpg


bunker2.jpg


bunker3.jpg


Zuletzt noch ein interessantes Detail von einem Beton-Graben an der ehemaligen Panzer-Rennstrecke...

graben1.jpg


graben2.jpg


Tjo... das wär´s zu meinen "Entdeckungen"... die Lokalisationen lasse ich mal außen vor, die oben benannten Armierungen haben offenbar schonmal Metall-Sucher am Wickel gehabt.

Grüße,

Eric
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon Panzermann » Donnerstag 19. April 2012, 12:08

Hallo Moondog,

ich habe Deine Bilder gesehen. Der Tr.Üb.Pl. Rödel scheint ein sehr stark frequentierter Tr.Üb.Pl. gewesen zu sein, wenn sich auf ihm eine mit Betonhindernissen ausgebaute Panzerfahrstrecke befand.

Da ich gerade über einen Beitrag zur 8. Gardearmee sitze und im Forum mal nach den dort stationierten Truppenteilen gefragt wurde, hier eine Grobstruktur der 57. GMSD, die in Naumburg stationiert war:

57. Garde-Mot.-Schützendivision (57 гмсд, в/ч пп 38860, позывной "Мизинец") mit Stab in Naumburg mit:

- dem 170. Garde-Mot.-Schützenregiment (SPz) (170 гвмсп, в/ч пп 83105, позывной "Веселящий") in Naumburg
- dem 174. Garde-Mot.-Schützenregiment (SPW) (174 гвмсп, в/ч пп 83110) in Weißenfels
- dem 241. Garde-Mot.-Schützenregiment (SPW) (241 гвмсп, в/ч пп 60370) in Leipzig. Das MSR war noch mit 122-mm-H D 30 ausgerüstet.
- dem 51. Garde-Panzerregiment (51 гвтп, в/ч пп 60882) in Zeitz
- dem 128. SFL-Garde-Artillerie-Regiement (128 гвсап, в/ч пп 83102, позывной "Омир") in Zeitz mit 54 152-mm-SFL-H 2S3 "Akazia" und 18 GeW BM-21 "Grad". Nach anderen Quellen soll das 128. SFL-GAR mit 54 122-mm-SFL-H 2S1 "Gwosdika" ausgerüstet gewesen sein.
- dem 901. Fla-Raketenregiment (901 зрп, в/ч пп 83085) mit dem FRK 2K12 "Kub", Nato-Codename: SA-6 "GAINFUL", in Naumburg.
- der 329. selbst. Raketenabteilung (329 ордн, в/ч пп ?) bis zur Formierung der 449. RBr (449 рбр) im Jahre 1986 in Halle-Wörmlitz, danach möglicherweise in Arnstadt-Rudisleben.
- dem 29. selbst. Panzerbataillon (29 отб, в/ч пп 42248) in Rudolfstadt
- der 491. selbstst. Panzerjäger-Abteilung (491 оптадн, в/ч пп 04348) in Halle
- dem 113. selbst. Aufklärungsbataillon (113 орб, в/ч пп 60544) in Rudolfstadt
- dem 67. selbst. Pionierbataillon (67 оисб, в/ч пп 83106)in Naumburg
- dem 89. selbst. Nachrichtenbataillon (89 oбс, в/ч пп 31676) in Naumburg
- der 229. selbst. Kompanie Chemische Aufklärung (229 oрхз, в/ч пп 17448) in Naumburg
- dem 51. selbstst. Instandsetzungsbataillon (51 орвб, в/ч пп 19646) in Naumburg
- dem 1129. selbst. Bataillon materielle Sicherstellung (1129 обмо, в/ч пп 17051, in Naumburg
- dem 75. selbstst. Sanitätsbataillon (75 омедб, в/ч пп 38837) in Naumburg
- der Kommandantendienst-Kompanie (Комендантская рота управления дивизии) in Naumburg.
- der 327. Selbstst. Hubschrauberstaffel zur Feuerunterstützung (327 овэоп) in Altenburg-Nobitz mit Mi-24 (KHS), Mi-8 (MHS) und Mi-9 (FHS). Diese HSS war bis zur Formierung des 486. selbstst. HSR der Führung und Aufklärung (486 овпбу) im Jahre 1989 der 57. GMSD unterstellt und in Altenburg-Nobitz stationiert.

Außerdem soll sich in Naumburg eine Bewegliche Fla-Raketentechnische Basis (BFRTB) befunden haben?
Vielleicht hast Du Infos zum Standort und zur TT-Nummer der Raketenabteilung der 57. GMSD.

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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon Panzermann » Donnerstag 19. April 2012, 12:46

Hallo Moondog,

ich hatte noch etwas vergessen. Aufdem Tr.Üb.Pl. Rödel müßte bzw. könnte sich auch ein Wechsel- bzw. Reservegefechtsstand der 57. GMSD befunden haben sowie eine Stellung der zum FRR gehörenden diensthabenden FRA.

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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon omegateam » Donnerstag 19. April 2012, 20:44

Hallo Moondog,
war sicher eine interessante Begehung.
Die Schienen könnten noch aus der Zeit der aktiven Steinbruchtätigkeit stammen, die Brüche waren kleinbahntechnisch angeschlossen.

Hallo Panzermann,
wie immer und schon von Dir gewohnt eine brilliante Zusammenstellung der "Russendaten"
Zitat" Aufdem Tr.Üb.Pl. Rödel müßte bzw. könnte sich auch ein Wechsel- bzw. Reservegefechtsstand der 57. GMSD befunden haben sowie eine Stellung der zum FRR gehörenden diensthabenden FRA."
Ich denke auch das noch mindestens 1 Reservegefechtsstand fehlt.
Ich verweise auf die nach dem Abzug der Russen aus dem jetzigem Gebäude des Oberlandesgerichtes Naumburg kurzzeitig noch zu sehenden Fernmelde Kabelverteiler im ehemaligen Nachrichtenkeller, die mit den russischen Worten Rödel gekennzeichnet waren.
Das waren nicht nur Kabel mit ein paar Adern, sonder da ging ganz schön was ab.
Diesen Kabelstrang haben wir ankommend auf dem Rödel schon lange gesucht, aber bislang nicht gefunden.

Mal sehen ob man da noch fündig wird.
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon Panzermann » Freitag 20. April 2012, 06:40

Hallo Omegateam,

wenn das Nachrichtenwesen auch nicht so mein Ding ist. Aber bei meiner Suche auf russischen Internetseiten bin ich auf zwei Beiträge über die Organisation der Nachrichtenverbindungen in der GSSD/WGT gestoßen. Daraus hatten sich bei mir einige Fragen ergeben, die mir heute von ehemaligen sowjetischen Armeeangehörigen beantwortet wurden. Auf Grund dieser Beiträge und der heutigen Informationen gehe ich davon aus, daß sich im Oberlandesgericht in Naumburg ein sogenannter "КИП" befunden hat. Sobald ich eine Hand frei habe, übersetze ich diese Informationen und stelle sie ins Forum. Hilfreich wäre, wenn Ihr Infos hättet oder ermitteln könntet, wo im Raum Naumburg die nächste Richtfunkstation sich befunden hat oder vielleicht sogar eine Troposphärenfunkstation.

Gruß

Panzermann

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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon omegateam » Freitag 20. April 2012, 09:31

Hallo Panzermann,
danke für die Info, bin schon darauf gespannt was Du noch ausgräbst.
Richtfunk habe ich des öfteren entfaltet am Ortsausgang Naumburg in Richtung Flemmingen stehen sehen, also am Ende des rechtsseitigen Kasernenkomplexes.
Es war Richtfunk, das kann ich definitiv sagen, da ich ja zu NVA Zeiten auch mit so etwas beschäftigt war.
Tropo habe ich zu keinen Zeiten gesehen, oder es war so gut getarnt das man es nicht erkennen konnte.
Wir hatten zu NVA Zeiten mal einen sogenannten "Erfahrungsaustausch" zu absolvieren, da waren wir mal in die besagte Kaserne eingeladen, dort konnten wir bei einem Rundgang auch die entsprechenden Fahrzeugtypen stehen sehen.
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Re: TÜP Rödel bei Naumburg

Beitragvon moondog » Freitag 20. April 2012, 15:06

Hallo zusammen!

@omegateam:

der Kleinbahnanschluß von Balgstädt aus ist komplett rückgebaut worden, man kann es nur noch erahnen und ohne ein altes Meßtischblatt hätte ich die Location überhaupt nicht ausfindig machen können. Zudem hat sich das Gelände unter "Russen-Einfluß" massiv verändert. Hinweis darauf, daß ich richtig war, waren Teile von Metallschwellen, wie sie bei vielen Kleinbahnen Mode waren und die sich am Hang unterhalb der Bahntrasse finden ließen.

Der 2. Bahnanschluß ging von der Ziegelei in Freyburg rauf durch das Brückholz und dann quer über den Rödel. Interessant ist dabei, daß die Ziegelei auch einen Normalspur-Anschluß vom Bahnhof Freyburg aus hatte. In einem Eisenbahn-Forum bin ich über eine entsprechende Diskussion gestolpert, es sollen sich Teile der Kleinbahn-Strecke incl. Schienen im Wald erhalten haben. Dem gehe ich bei Gelegenheit noch nach... zu dumm, daß die aufkeimende Vegetation das Pampa-Latschen erschwert...

Was die Schienen auf den Bildern angeht, so sind das definitv Normalspur-Gleise die m.E. auch nix mit den Kleinbahnen zu tun haben. Das Objekt befindet sich einfach zu weit weg von den ehemals angeschlossenen Steinbrüchen. Die Gleisstücke wurden mit massiven Winkeln zu einer Art Gerüst zusammengesetzt und überspannen soweit ersichtlich eine Betonfläche. Einige Schienenteile wurden offenbar mit Schneidbrennern herausgetrennt. Nochmal 2 weitere Bilder zur Illustration im Anhang...

bunker4.jpg


bunker5.jpg


Die Fläche, auf der die parallel liegenden Eisenträger (ich vermeide jetzt bewußt mal den Begriff Gleise) freigelegt sind, umfaßt derzeit etwa 3 x 8 m und das Gelände läßt vermuten, daß sich das Objekt rechts wie links weiter fortsetzt...

@Panzermann,

der Rödel war ziemlich gut ausgebaut, mein Bruder kennt einige der Gebäude noch. Er war mehrmals dort oben, als die Russen schon im Abzug begriffen waren. Auch heute lassen die vielen betonierten Flächen noch erahnen, daß da oben richtig was los war. Oberirdisch ist allerdings alles platt gemacht worden. Die Russen waren ja in so ziemlich jedem Wald hier in der Gegend zu Gange, aber solche Bautätigkeiten wie dort oben gab es hier nirgends.

Was die Strukturen der russ. Verbände angeht, bin ich allerdings nicht weiter bewandert und kann daher auch keine Aussagen dazu treffen.

Ein interessantes Detail im Bezug auf Funktätigkeit wurde mir von dem Übungsplatz im Schinditzer Wald genannt. Auch dort lagen jede Menge Russen und es hat sich ein teilbetonierter Unterstand erhalten. Anwohner haben mir erzählt, daß die Russen dort zu Funkzwecken mit Ballons hantiert hätten, die sie dann und wann aufsteigen ließen. Inwieweit sowas Usus war und was die da genau getrieben haben, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht ist diese Info ja für Euch von Interesse?

Grüße,

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