Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Moderator: Panzermann

Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon bobo » Montag 17. Oktober 2011, 19:01

Dann auch von mir ein herzliches Willkommen hier auf dem Forum.

Trotz Antispekulation - kannst Du trotzdem was zu den UT-Mythen im Bereich TÜP sagen? Was wurde damals an Euch bekannt gegeben, bzw. was habt Ihr alles so für Geschichten darüber gehört?
MfG BOBO
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Re: Neuvorstellung

Beitragvon Klaus » Dienstag 18. Oktober 2011, 07:14

Panzermann auch von mir viel Erfolg und gut einen Fachmann zu wissen.

Auch gleich eine kleine Frage. Ist es aus Deiner Sicht möglich eine Panzergarage UT anzulegen und darin sollen noch 500 Panzer unter dem TÜP Ohrdruf von den WGT stehen.
Glück auf, ist aber nicht meine Spielwiese!
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Re: Neuvorstellung

Beitragvon Silko » Dienstag 18. Oktober 2011, 10:47

Hmm - ein Malinowski. Das ist ja mal interessant! Herzlich willkommmen!
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Re: Neuvorstellung

Beitragvon Panzermann » Mittwoch 19. Oktober 2011, 13:42

Hallo Bobo,

ich muß dich leider enttäuschen, in den Zeiträumen, wo ich im Bereich der 4. MSD gedient habe, spielte das Thema "Jonastal – Untertageverlagerungen" überhaupt keine Rolle.

In meiner Erinnerung sind aber aus diesen Zeiträumen zumindest zwei Merkwürdigkeiten erhalten geblieben:

1. In bestimmten Bereichen des Truppenübungsplatzes Ohrdruf, z. B. im Bereich des Wasserhindernisses und des Vorbereitungsraumes für die UF, hatten wir Probleme eine stabile Funkverbindung (UKW) zu gewährleisten.

2. Ich habe Anfang der 1970er Jahre an einer Kommandostabsübung der Rückwärtigen Dienste des Warschauer Vertrages teilgenommen, bei der die niedrigste Geheimhaltungsstufe "GVS" war. Im Verlaufe dieser Übung war u.a. auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf die Rückwärtige Führungsstelle der Front geplant. Man muß wissen, daß in der 1. Staffel der Streitkräfte des Warschauer Vertrages auf dem Territorium der DDR eine Front (die sogenannte "Westfront") handeln sollte. Auf meine neugierige Frage hin, wo im Raum des Truppenübungsplatzes Ohrdruf eine solch große Anzahl von Armeeangehörigen und Fahrzeugen untergebracht werden sollte, hatte man mich nur mitleidig belächelt.

Während meiner "militärhistorischen Beschäftigung" mit Ereignissen und Abläufen im Großraum um und auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf sind mir u. a. folgende Dinge aufgestoßen:

1. Auf allen größeren Truppenübungsplatzen der GSSD auf dem Territorium der DDR, wozu ich auch den Tr.Üb.Pl. Ohrdruf zähle, waren entweder unterirdische Führungsbunker oder /und Sonderwaffenlager oder /und Raketenbrigaden zumindest operativ-taktischer Bestimmung disloziert, nur auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf nicht.

2. Die außerordentlich hohe Konzentration sowjetischer Truppen auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf und in seiner unmittelbaren Umgebung, einschl. der einzigen (11.) Raketenbrigade der GSSD, die mit dem OTR-System "Oka" 9K714, Nato-Code: SS-23 "SPIDER" ausgerüstet war. Zwei Raketenabteilungen dieser Raketenbrigade mit insgesamt 12 Startrampen waren in Jena-Forst stationiert. Dazu kam noch in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre (wahrscheinlich 1988) die Ausrüstung der in Rudisleben stationierten 449. Raketenbrigade mit dem TR-System 9K79 "Totschka" Nato-Code: SS-21 "SCARAB", die unter Herausziehung der selbständigen Raketenabteilungen aus den Divisionen der 8. Garde-Armee formiert worden war. Eine Aufstellung der im Großraum um und auf den Tr.Üb.Pl. Ohrdruf werde ich in nächster Zeit im Forum veröffentlichen. Es geht u.a. auch darum mit dem Gerücht aufzuräumen, daß auf dem Territorium der DDR SS-20 stationiert waren. Sie sollen sogar in Crawinkel entladen worden sein.

3. Der Standort Arnstadt-Rudisleben muß für die sowjetischen Truppen schon immer eine besondere Bedeutung gehabt haben, da er mit einer ersten Standorte in der DDR war, wo bereits 1961 mit dem unbemannten Flugkörperkomplex FKR-1, Nato-Code: SSC-2A "SALISH" die ersten Kernwaffeneinsatzmittel und Kernsprengköpfe stationiert worden waren. Wo die dazugehörigen Kernsprengköpfe gelagert waren, ob im Bereich des Tr.Üb.Pl. oder im Objekt in Rudisleben ist bis heute nicht geklärt. Auf jeden Fall waren sie aber in dem Großraum um oder auf dem Tr.Üb.Pl. stationiert.


Gruß Panzermann
Zuletzt geändert von Panzermann am Samstag 3. Dezember 2011, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Korrektur
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Re: Neuvorstellung

Beitragvon Klaus » Mittwoch 19. Oktober 2011, 14:37

Danke für diese sehr gute Antwort die einige wichtige Rückschlüsse erlaubt. :-top)
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Re: Neuvorstellung

Beitragvon Silko » Mittwoch 19. Oktober 2011, 15:33

Klasse, Panzermann. Welches Hindernis habt Ihr denn damals (MSR-22?) für die UF benutzt? Den Kollerstädter Grund? Oder ist andernorts speziell dafür angestaut worden?
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Re: Neuvorstellung

Beitragvon Panzermann » Mittwoch 19. Oktober 2011, 15:39

Hallo Klaus,

Mir ist nicht bekannt, daß auf dem Territorium der DDR "unterirdische Panzergaragen" angelegt wurden, d. h., nicht, daß es so etwas nicht gab. Die Möglichkeit besteht natürlich immer, so verfügten z. B. die sowjetischen Luftstreitkräfte über unterirdische Hangars auf einigen wenigen Flugplätzen, über deren Größe ist mir leider nichts bekannt. Bei einigen sowjetischen Truppenteilen, die zu den sogenannten "Deckungstruppen" gehörten, bin ich mir auch nicht sicher, wo die Panzer alle oberirdisch gestanden haben sollen.

Aus meiner Sicht existiert heute keine "unterirdische Panzergarage" mehr auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf. Es ist jedoch nicht auszuschließen, daß zu Zeiten der Stationierung sowjetischer Truppen auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf unterirdische Lagermöglichkeiten für Truppenvorräte vorhanden waren und auch genutzt wurden.

Zu welchem Zweck sollten die sowjetischen Streitkräfte auf den Tr.Üb.Pl. Ohrdruf unterirdische Panzergaragen anlegen? Es gibt mehrere Möglichkeiten:

- zu Zwecke der Einlagerung als Mobilmachungsreserve. Diese Möglichkeit ist auszuschließen, da die Verbände, Truppenteile und Einheiten der GSSD, bis auf ganz wenige Ausnahmen, voll aufgefüllt waren, im Gegensatz zu den Verbänden, Truppenteilen und Einheiten der NVA. Die Reserven für die im Ernstfall auf dem Territorium handelnden Westfront wären, wie im Falle des Einmarsches der Warschauer-Pakt-Truppen in die CSSR, aus den westlichen Militärbezirken der Sowjetunion gekommen, wo selbst ganze Panzerdivisionen im Landmarsch auf Tiefladern verlegt wurden.

- zum Zwecke der geschützten Unterbringung. Diese Möglichkeit hätte man für den Zeitraum des Vorhandenseins der sowjetischen Streitkräfte in Betracht ziehen können. Aber diese Möglichkeit ist ebenfalls auszuschließen.
>Es hätten nicht nur die unterirdischen Stellflächen für die Panzer von ca. zwei Mot.-Schützen-Divisionen errichtet werden müssen, sondern auch für die anderen Truppenteile und Einheiten dieser Divisionen. Eine sowjetische MSD verfügte vor 1988 über ca. 271 Panzer. Die sowjetischen MSD waren wesentlich größer als die MSD der NVA. Der Bau solcher gewaltiger unterirdischer Anlagen, insbesondere die Bereitstellung der entsprechenden Baumaterialien, ob in der Zeit vor 1945 oder nach 1945, wäre nicht geheim zu halten gewesen.
> Die unterirdischen Stellflächen hätten mit riesigen Belüftungsanlagen ausgerüstet werden müssen. Ein Panzer erzeugt beim Anlassen des Motors derart viel Abgase, die eine Belüftung erfordern, wenn man nicht die Besatzungen vergiften will. Wer schon einmal einen Panzer in einer Halle angelassen hat, weiß von was ich spreche.

- zum Zwecke des Einsatzes in einem Dritten Weltkrieg. Diese Möglichkeit ist ebenfalls auszuschließen. Kampftechnik, insbesondere auch Panzertechnik, bedarf auch bei langfristiger Aufbewahrung der ständigen Wartung. Aus diesem Grunde wurden auch in der NVA in der langfristigen Aufbewahrung abgestellte Panzer regelmäßig unter großem Arbeitsaufwand gewartet. Wer sollte jedoch diese Arbeiten durchführen, wenn keine sowjetischen Truppen mehr auf dem Tr.b.Pl. Ohrdruf vorhanden sind.

Hatten die sowjetischen Streitkräfte Panzer übrig, um sie langfristig abzustellen? Ich denke nein.

Bei allen Umrüstungsaktion, z. B. von T-34 auf T-54/T-55, von T-54/T-55 auf T-62, von T-62 auf T-64 und von T-64 auf T-80 sind die freiwerdenden Panzer in die Sowjetunion zurückgeführt und die dortigen Truppen damit ausgerüstet worden. Die Verbände und Truppenteile der in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräfte sind immer zuerst mit der modernsten Kampftechnik ausgerüstet worden, die auf dem Territorium der Sowjetunion stationierten sowjetischen Truppen haben dann die freiwerdende Technik erhalten bzw. die freiwerdende Technik ist als Mob.-Reserve für die nicht voll aufgefüllten sowjetischen Divisionen eingelagert worden.

Wenn man sich so anschaut, was alles vor 1989 auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf oder in seiner unmittelbaren Nähe stationiert, war könnte man schon Zweifel bekommen, ob das alles oberirdisch war:

- die 390. Artilleriebrigade mit Stab in Ohrdruf mit 72 152-mm-KH D-20

- der Stab der 39. Garde-Mot.-Schützendivision in Ohrdruf
- das 120. Garde-Mot.-Schützenregiment (SPW) in Ohrdruf
- das 15. Panzerregiment in Ohrdruf (Das 15. PR wurde im Verlaufe des Jahres 1989 gegen das 585. GMSR (SPW) ausgetauscht.)
- das 915. Fla-Raketenregiment mit FRK 2K12 "Kub" (SA-6 "GAINFUL") in Ohrdruf/Gut Heerda
- das 154. selbst. Nachrichtenbataillon in Ohrdruf
- das 305. selbst. Bataillon Chemische Abwehr in Ohrdruf
- das 1128. selbst. Bataillon Materielle Sicherstellung in Ohrdruf
- das 49. selbst. Instandsetzungsbataillon in Ohrdruf
- das 33. selbst. Sanitätsbataillon in Ohrdruf

In Gotha waren stationiert

- die 18. Fla-Raketenbrigade mit FRK 9K37 "Buk", (SA-11 "GADFLY") in Gotha
- das 172. Garde-Mot.-Schützenregiment (SPz) in Gotha
- das 87. SFL-Garde-Artillerieregiment in Gotha mit 54 152-mm-SFL-H 2S3 "Акация" und 18 GeW BM-21 "Grad"
- das 272. selbst. Pionierbataillon in Gotha
- die 414. Funktechnische Kompanie (zur Luftraumüberwachung) in Gotha

In Arnstadt-Rudisleben war stationiert:

- die 449. Raketenbrigade mit Stab in Arnstadt mit 12 StR TRS 9K79 "Totschka" (SS-21 "SCARAB"), gebildet aus: der
329. RA der 57. GMSD, der 345. RA der 79. GPD und der 1563. RA. der 39. GMSD und
- ein selbst. FuT-Btl.

Ich frage mich, wo waren die gesamten Truppenvorräte (Munition, Treib- und Schmierstoffe, Bekleidung und Ausrüstung und Verpflegung) untergebracht.
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Re: Neuvorstellung

Beitragvon Klaus » Mittwoch 19. Oktober 2011, 16:19

@Panzermann
Für mich ist meine Frage sehr gut beantwortet. Dein Posting bereichert ungemein das Forum und darüber freuen sich bestimmt viele User hier. Danke!
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Re: Neuvorstellung

Beitragvon Mercedes-Diesel » Donnerstag 20. Oktober 2011, 07:47

Kann ich mich nur anschließen. Schön dich unter uns zu Wissen...bringt es wieder mehr Licht in`s dunkel.

Es läuft ja immer noch dieses Gerücht der unterirdischen Panzergarage auf dem Platz. So erzählte mir vor gut einem Jahr ein Immobilienmakler (50 Jahre alt), der aus der Region stammt und mittlerweile hier bei Kassel wohnt: " als jugendlicher sei er immer mit Freunden in den Tambuch...dieses sei ein riesiger Abenteuerspielplatz für sie gewesen. So hätte man eine Spalte entdeckt in die man reingekrochen sei. Riesige Hallen, allerdings leer und auf mehreren Etagen. Ganz nach unten hätte man sich nicht getraut." Logisch dass dieses nun mein Interesse doch enorm nach mehr "Input" forderte.

Was mich stutzig machte:

1. War dieses Areal durch die Russen besetzt. Die wären über diese "Besucher" garantiert nicht erfreut gewesen. Selbige waren die Besatzer, haben dieses auch die Bevölkerung spüren lassen. Wenn man den Aussagen der ältern zuhört, die die Besatzung noch erlebten, ging man mit der Bevölkerung nicht gerade zimperlich um. Da wollen die so mir nichts dir nichts dort herum stolziert sein ??

2. Habe ich den Makler darauf angesprochen, ihn merken lassen dass ich mich in der Region und dessen Geschichte doch ziemlich gut auskenne, doch mal auf meine Kosten mit zu fahren, mir den etwaigen Bereich des Einstieges zu zeigen. Ich habe nie wieder etwas gehört...trotz Nachfrage auf meine Einladung. Komischer Weise litt man dann immer unter imenser Zeitnot.

3. Haben wir sehr gute Kontakte zur BW. Im Gespräch wörtlich " Wir sind mehrfach mit Tornados und hoch sensibeler Aufspürtechnik über den TrÜbPl geflogen um Bauwerke zu Orten. Das Ergebnis war negativ. Zu 99,9 % ist hier nichts dergleichen im Untergrund. Definitiv keine riesigen unterirdischen Anlagen."
Dass man über hochmoderne, imens teure, Hochleistungstechnik zur modernen Kriegsführung / Aufspürung verfügt...nur am Rande bemerkt.

4. Solche Bautätigkeiten wären garantiert nicht geheim zu halten, Baumaterial, Aushub ect. p.p. egal nun ob Russen oder auch die damaligen deutschen Truppen. Irgend jemand redet immer und wenn es nur der Lieferrant der Glühbirnen ist. Denke ich gerade an den Regierungsbunker in Ahrweiler. Die Bevölkerung wusste schon dass dort gebaut wurde...allerdings nicht die Bestimmung der Anlage...es war einfach auf die Größe bezogen, nicht vermeidbar.

Für mich ist es jedenfalls die Aussage "der Panzergarage" in den Bereich der Mhythen und Legenden einzuordnen. Um so mehr freut es mich, dass Deine Aussage / Erfahrung, diesen Mhytos mehr beleuchtet.

LG
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon XS500 » Donnerstag 20. Oktober 2011, 10:42

Hallo Panzermann,
Deine Infos sind sehr ausführlich und Interessant. Herzlich willkommen.

Weiter oben kam die Frage nach Panzergarage auf. Solch eine Garage gibt es hier in der Nähe von Kassel welche ich mit Andreas und Marc mal besuchen will. Hier sollen unterirdisch bis zu 100 Panzer und die notwendigen Begleitfahrzeuge gestanden haben. Ob die Bevölkerung hier vom Bau etwas mitbekommen hat weiß ich nicht.
Hier gibt es immer eine Einfaht und eine Ausfahrt für jeden Tunnel. Von dort sollte man in einer Größenordnung von ca. 12 - 24 Stunden an der Grenze im Einsatz sein. Bei Übungen muss es funktioniert haben.
Wie die Belüftung funktionierte kann ich nicht sagen. Es wurde aber jedes Fahrzeug mindestens vier mal im Jahr bewegt um Reifenplatten durch den Stand und festsitzende Bremsen zu umgehen.

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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon bobo » Donnerstag 20. Oktober 2011, 13:33

Ich bedanke mich auch für die Ausführung. So lange wie ich schon in zahlreichen Foren unterwegs bin, ist mir bis heute eine Frage noch nie so detailiert beantwortet worden. [-<5>-]
MfG BOBO
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Panzermann » Donnerstag 20. Oktober 2011, 14:06

Hallo Silko,

ich war übrigens TA der Rettungs- und Bergungskräfte der 4. MSD als das PB des MSR-22 das erst Mal UF-Ausbildung in Ohrdruf durchgeführt hat. OSL Paul war damals Regiments-TA des MSR-22.

Vor der Wende waren unterhalb des Beobachtungsturmes zwei durch einen Damm getrennte Wasserhindernisse vorhanden. Das flußaufwärts befindliche Wasserhinderniss wurde von der NVA für UF-Ausbildung, dasflußabwärts gelegene für die Wasserfahrausbildung genutzt.

Als ich 2009 am 1. Wandertag auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf teilgenommen habe, stellte ich mit Erstaunen fest, daß nur noch ein Wasserhindernis vorhanden ist.

Die UF-Ausbildung war meiner Meinung nach eine der am besten organisiertesten Ausbildungen der NVA, die an alle Beteiligten höchste psychische und physische Anforderungen gestellt hat. Die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen hatte oberste Priorität. Während meiner gesamten Armeezeit sind während der UF-Ausbildungen, ob an der Elbe oder in Ohrdruf, niemals Armeeangehörige zu Schaden gekommen.

MfG

Panzermann
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Luchs » Donnerstag 20. Oktober 2011, 15:24

Panzermann hat geschrieben:Als ich 2009 am 1. Wandertag auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf teilgenommen habe, stellte ich mit Erstaunen fest, daß nur noch ein Wasserhindernis vorhanden ist.

Falls mit dem fehlenden der untere Staudamm gemeint ist: Der ist nach heftigen Regenfällen am 10.08.81 gebrochen, mit Hochwasserschäden in den flußabwärts liegenden Gemeinden. Der eingekerbte Damm und der Überfall stehen noch als Relikte im Kollerstädter Grund.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Mercedes-Diesel » Donnerstag 20. Oktober 2011, 16:15

XS500 hat geschrieben: Solch eine Garage gibt es hier in der Nähe von Kassel welche ich mit Andreas und Marc mal besuchen will. Hier sollen unterirdisch bis zu 100 Panzer und die notwendigen Begleitfahrzeuge gestanden haben. Ob die Bevölkerung hier vom Bau etwas mitbekommen hat weiß ich nicht. XS500


Nu Roland, melde dich mal ...dann gehen wir hin. Vergess aber nicht die Schlüssel mit zu nehmen...wir wollen auch innen gucken :-top)
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Funker » Freitag 21. Oktober 2011, 05:27

Hallo Panzermann.
Mal eine Frage.
Was war mit den "Spetznaz" und der zeitweisen Stationierung (2 -6 mal jährlich) einer HS-Staffel?
Die Spetznaz hab ich mehrfach selbst gesehen. Welche Funktionen hätten die beim Tag X eigentlich
gehabt?
Du sprachst von OSL Paul. Kam dieser etwa aus dem MSR-23 in S-hausen?

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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Panzermann » Freitag 21. Oktober 2011, 15:08

Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf
von XS500 » Donnerstag 20. Oktober 2011, 12:42
Hallo Panzermann,
Deine Infos sind sehr ausführlich und Interessant. Herzlich willkommen.

Weiter oben kam die Frage nach Panzergarage auf. Solch eine Garage gibt es hier in der Nähe von Kassel welche ich mit Andreas und Marc mal besuchen will. Hier sollen unterirdisch bis zu 100 Panzer und die notwendigen Begleitfahrzeuge gestanden haben. Ob die Bevölkerung hier vom Bau etwas mitbekommen hat weiß ich nicht.
Hier gibt es immer eine Einfaht und eine Ausfahrt für jeden Tunnel. Von dort sollte man in einer Größenordnung von ca. 12 - 24 Stunden an der Grenze im Einsatz sein. Bei Übungen muss es funktioniert haben.
Wie die Belüftung funktionierte kann ich nicht sagen. Es wurde aber jedes Fahrzeug mindestens vier mal im Jahr bewegt um Reifenplatten durch den Stand und festsitzende Bremsen zu umgehen.

XS500


Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf
von Funker » Freitag 21. Oktober 2011, 07:27
Hallo Panzermann.
Mal eine Frage.
Was war mit den "Spetznaz" und der zeitweisen Stationierung (2 -6 mal jährlich) einer HS-Staffel?
Die Spetznaz hab ich mehrfach selbst gesehen. Welche Funktionen hätten die beim Tag X eigentlich
gehabt?
Du sprachst von OSL Paul. Kam dieser etwa aus dem MSR-23 in S-hausen?

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Hallo Funker,

die Truppen Spezieller Bestimmung der sowjetischen Streitkräfte sind nicht mein Spezialgebiet. Wir hatten vor der Wende nur Kenntnis, daß es solche Einheiten gab. Über deren konkreten Aufgaben war meines Wissens nicht einmal die oberste militärische Führung der NVA informiert.

Trotzdem einige wenige Informationen zu den sogenannten "СПЕЦ.-НАЗ. – Truppen", zu denen nach der Aufgabenstellung auch das in Potsdam stationierte 10. selbst. KGB-Wachbataillon gehörte. Die GSSD verfügte auf dem Territorium der DDR über wesentlich stärkere СПЕЦ.-НАЗ. – Truppen" und Luftsturmeinheiten als die NATO-Streitkräfte auf dem Territorium der BRD.

Zu den allgemeinen Aufgaben der "СПЕЦ.-НАЗ. – Truppen", die in für die Öffentlichkeit bestimmt waren, gehörten:

- die Führung der aktiven Gegneraufklärung
- die Verhinderung gegnerischer Aufklärungs- und Diversionshandlungen
- der Schutz wichtiger Objekte.

Zu den Zeiten des "Kalten Krieges", vor allen in den 1980er Jahren, bestand die Hauptaufgabe der "СПЕЦ.-НАЗ. – Truppen" in der Aufklärung und Vernichtung gegnerischer Kernwaffeneinsatzmittel, insbesondere von Raketen und Kernsprengköpfe sowie in der Erlangung von Aufklärungsangaben für die Front- und Armeeebene. Aber auch der Schutz wichtiger Objekte, wie bereits genannt, zählte zu ihren Aufgaben. Man kann davon ausgehen, daß z. B. die Standorte der mit dem OTR-System 9K714 "Oka", Nato-Code: SS-23 "SPIDER", ausgerüsteten 11. Raketenbrigade in Weißenfels und in Jena im Zeitraum von 1984 bis 1988 von "СПЕЦ.-НАЗ. – Truppen" weiträumig abgesichert wurden. Der Kampfwert dieses Raketensystems lag in seiner außerordentlich hohen Einsatzbereitschaft, Mobilität, Treffgenauigkeit und Reichweite (bis 500 km). Wie der Name "Oka", auf Deutsch "Auge", schon sagt, konnte man den Gegner mit diesem Raketensystem ohne Kernsprengkopf im Auge treffen. Die Treffgenauigkeit wird mit 35 m angegeben.

Haupteinsatzgebiete der "СПЕЦ.-НАЗ. – Truppen" waren z. B. Afghanistan, Tschetschenien, Kosovo.

Die "СПЕЦ.-НАЗ. – Truppen" der sowjetischen Landstreitkräfte sind im Vergleich zur US-Army (US-Heer) zwischen den sogenannten "Green Berets" und "United States Army Rangers" einzuordnen.

Die Träger der "Green Berets" sind die "Special Forces". Sie bilden die dienstälteste Spezialeinheit der US Army. Ihre zahlenmäßige Stärke beträgt etwa 10.000 Soldaten. Es handelt sich dabei ausschließlich um Kampftruppen; Unterstützung wird von anderen Einheiten des United States Army Special Operations Command (USASOC) „Heeresoberkommando für Sondereinsatzkräfte“ geleistet, dem die Special Forces unterstehen. Die Einsatzschwerpunkte der Special Forces sind Militärberatung, asymmetrische Kriegführung und Fernaufklärung. Die Aufgabe "Militärberatung" wird von den "СПЕЦ.-НАЗ. – Truppen" nicht durchgeführt, dafür die Aufgabe " asymmetrische Kriegführung".

Die United States Army Rangers (75th Ranger Regiment, 75th Rgr Rgt) sind Teil des Army Special Operations Command und stellen nach dem Green Berets, den zahlenmäßig größten Teil der Spezialtruppen der US Army (US-Heer). Die Ausbildung und Ausrüstung der Rangers ist sowohl auf unkonventionelle als auch auf klassische Operationen ausgelegt. Grundsätzlich handelt es sich bei den Rangers um leichte Infanterie für schnelle und tiefe Einsätze in gegnerisches Territorium. Neben der allgemeinen taktischen Aufklärung in der Tiefe des Operationsraumes und dem Angriff auf Schlüsselziele oder Schlüsselgelände, gehören Handstreich und Hinterhalt, die Sicherung einer Landezone für nachfolgende Einheiten und das Bergen von Personal und Ausrüstung zu ihren Aufgaben. Darüber hinaus sind die Rangers in der Lage, alle klassischen Operationen zu übernehmen, die Fallschirmjäger- oder leichte Infanterieverbände ausführen können.

Wie gesagt der Aufgabenbereich der "СПЕЦ.-НАЗ. – Truppen" bewegt sich zwischen Green Berets und Army Rangers, mehr Green Berets als Army Rangers. Während die Luftsturmbataillone von den Aufgaben her den Army Rangers ähneln.

Einige nähere Angaben über die Einsätze der 3. СПЕЦ. НАЗ.-Brigade kannst Du hinter folgenden Link finden:

http://specnaz.pbworks.com/w/page/17657963/3

Nachfolgend eine Aufstellung der СПЕЦ. НАЗ.-Truppenteile und Einheiten, der Luftsturmtruppenteile und der Hubschraubertruppenteile, die direkt der GSSD unterstellt waren.

- die 3. Brigade Spez. Best. mit Stab in Neuthymen mit
> Spezialnachrichtenabteilung (отряд спецрадиосвязи);
> 501. selbst. Abteilung Spez. Best. (501-й отдельный отряд специального назначения - 501-й ооСпН;
> 503. selbst. Abteilung Spez. Best. (503-й ооСпН);
> 509. selbst. Abteilung Spez. Best. (509-й ооСпН);
> 510. selbst. Abteilung Spez. Best. (510-й ооСпН) und
> 512. selbst. Abteilung Spez. Best. (512-й ооСпН).

Die sowjetische Bezeichnung für die 3. Brigade Spez.-Bestimmung war "3 отдельная гвардейская Варшавско-
Берлинская Краснознаменная ордена Суворова III ст. бригада специального назначения ГРУ". Diese Brigade
konnte 48 Aufklärungsgruppen bilden, in deren Bestand sich logischerweise auch Nachrichten- und
Sprengstoffspezialisten befanden.

- Außerdem befand sich in operativer Unterstellung jeder Armee in der GSSD eine selbstständige Kp. Spez. Best.
> die 602. selbst. Kp. Spez. Best. (602 отдельная рота специального назначения – 602-я орСпН в/ч пп 33811) in
Dresden (nur operativ unterstellt) bei der 1. Garde-Panzerarmee
> die 527. selbst. Kp. Spez. Best. (527 отдельная рота специального назначения – 527-я орСпН в/ч пп 21734) in
Ravensbrück / Stendal bei der 2. Garde-Panzerarmee
> die 792. selbst. Kp. Spez. Best. (792 отдельная рота специального назначения – 792-я орСпН в/ч пп 51953) in
Cochstedt (nur operativ unterstellt) bei der 3. Stoßarmee
> die 794. selbst. Kp. Spez. Best. (794 отдельная рота специального назначения – 794-я орСпН в/ч пп 30229) in
Nohra (nur operativ unterstellt) bei der 8. Gardearmee
> die 793. selbst. Kp. Spez. Best. (527 отдельная рота специального назначения – 793-я орСпН в/ч пп 71602) in
Prenzlau (nur operativ) unterstellt) bei der 20. Gardearmee.

- die 1979 aus der 144. LStRBr durch Umbenennung formierte
35. LStRBr ab 1979 mit Stab in Cottbus mit
> Führung der Brigade
> 3 FJB , jedes mit 530 Mann
o 3 FJK, jede mit 5 Zügen, davon
- 3 FJZ, 1 Feuerunterstützungszug u. 1 GWZ
- Bewaffnung: 4 82-mm-GW, 3 PALRK 9K115 "Метис" ,
3 30-mm-autom. GW АГС-17, 3 7,62-mm-MG ПКMC,
9 58-mm-PzBü РПГ-16 "Удар", 9 5,45-mm-MG РПКС-74,
91 MPi АКС-74, 3 7,62-mm-SG СВД
o 1 Pz.Jg.Bttr. mit 6 PALRK 9K111 "Фагот/Фактория" u.
6 73-mm-RG СПГ-9МД
o 1 GWB mit 6 120-mm-GW u. 9 PzBü РПГ-16
o 1 Fla-Raketenzug mit 9 FRK "Strela" oder "Igla"
o je 1 NaZ, 1 ZMS, 1 BMP
> 1 LStRB mit 490 Mann
o 3 LStRK je 5 Zügen, davon
- 3 LStRZ, 1 MG-Zug u. 1 GW-Zug
- Bewaffnung: 9 БМД-1П, 1 БМД-1ПК, 4 БТР-Д, 4 82-мм-GW,
8 7,62-mm-MG ПКМC, 13 58-mm-PzBü РПГ-16,
9 5,54-mm-MG РПКС-74, 100 MPi АКС-74
o 1 SFL-Art.Bttr. mit 8 120-mm- SFL 2С9 "Нона"
o 1 GWZ mit 3 БТР-Д und 6 30-mm-automat. GW АГС-17
o 1 Fla-Raketenzug mit 3 БТР-Д und 9 FRK "Strela" oder "Igla"
o je 1 NaZ, 1 ZMS, 1 BMP
> 1 Art.Abt. mit 18 122-mm-H D-30
> 1 GeWB mit 8 122-mm-GeW BM-21B "Grad-B"
> 1 GWB mit 120-mm-GW ПМ-38/2Б11
> 1 Flak-Abt. mit 8 FRK "Strela-10" und 8 Fla-SFL 23-4 "Schilka"
> 1 PALRB mit 12 PALRK "Fagott"/"Faktoria" und 6 "PALRK
"Konkurs"
> 1 Aufkl.Kp. mit 3 Aufkl.-Zügen auf UAZ-469
> je 1 PiK, 1 NaK, 1 Kp. zur Luftlandesicherstellung
> je 1 Kfz.-Kp., 1 San-Kp., 1 IK und 1 KMS.
> 1 Kp. zur KCB-Abwehr
> 1 Führungszug Chef Artillerie
> 1 KD-Zug
> Bewaffnung: 30 LL-SPz BMD-1, 18 122-mm-H D-30, 78 80-mm- und
120-mm-GW, 54 PALRK , 48 FRK

- das 239. selbst. THSR mit Stab in Oranienburg mit 26 Mi-6 u. 34 Mi-8
- die 113. selbst. HS-Staffel in Sperenberg mit 12 Mi-8, 2 Mi-6 und
3 Mi-24 (Transportvariante)
- die 961. selbst. Aufklärungsfliegerregiment in Werneuchen mit 20 Drohnen
vom Typ WR-3

Nachfolgend eine Aufstellung der in den Armeen der GSSD befindlichen Luftsturmbataillone, Hubschraubereinheiten und Aufklärungsdrohnenstaffeln, die übrigens auch als bewaffnete Variante eingesetzt werden konnten.

8. Garde-Armee in Weimar-Nohra mit einer PD und drei MSD

- das 900. selbst. Luftsturmbataillon in Leipzig-Schönau der 8. Garde-Armee nur operativ unterstellt
> 3 FJK, jede mit je 5 Zügen, davon
o 3 FSJZ, 1 Feuerunterstützungszug u. 1 GW-Zug
o Bewaffnung: 4 82-mm-GW, 3 PALRK 9K115 "Метис",
3 30-mm-autom. GW "АГС-17", 3 7,62-mm-MG ПКMC,
9 58-mm-PzBü РПГ-16, 9 5,45-mm-MG РПКС-74,
91 MPi АКС-74, 3 7,62-mm-SG СВД
> 1 LStRK mit je 5 Zügen, davon
o 3 Luftsturmzüge, 1 MG-Zug u. 1 GW-Zug
o Bewaffnung: 9 БМД-1П, 1 БМД-1ПК, 4 БТР-Д, 4 82-мм-GW,
8 7,62-mm-MG ПКМC, 13 58-mm-PzBü РПГ-16,
9 5,54-mm-MG РПКС-74, 100 MPi АКС-74
> 1 Pz.Jg.Bttr. mit 6 PALRK "Фагот/Фактория" u. 6 RG СПГ-9МД
> 1 GWB mit 6 120-mm-GW u. 9 PzBü РПГ-16
> 1 Fla-Raketenzug mit 9 FRK "Strela" oder "Igla"
> je 1 Aufkl.-Zug, 1 NaZ, 1 ZMS u. 1 BMP

- das 336. selbst. HSR in Weimar-Nohra mit ca. 40 Mi-24 (KHS) und 9 Mi-8
- das 486. selbst. HSR in Jüterbog-Altes Lager mit 45 Mi-24 (KHS) und 34 Mi-8
- die 298. selbst. HS-Staffel in Haßleben (ca. 20 km nördl. von Erfurt)
mit 3 Mi-8, 2 Mi-6, 2 Mi-24K und 2 Mi-24
- die 268. selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen in Weimar-Nohra

1. Garde-Panzerarmee mit Stab in Dresden mit zwei PD und einer MSD

- das 1044. selbst. Luftsturmbataillon in Königsbrück (nur operativ unterstellt)
- das 225. selbst. HSR in Allstedt mit 40 Mi-24 (KHS) und 9 Mi-8
- das 485. selbst. HSR in Brandis mit 40 Mi-24 (KHS) und 25 Mi-8
- die 6. selbst. HS-Staffel in Klotzsche mit 6 Mi-8, 2 Mi-6, 2 Mi-24K, 2 Mi-24P
- die 269. selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen bis 1989 in Brandis, dann
Hellerau

2. Garde-Panzerarmee mit Stab in Fürstenberg mit einer PD und drei MSD

- das 1185. selbst. Luftsturmbataillon in Ravensbrück (nur operativ unterstellt)
- das 172. selbst. HSR in Parchim mit 40 Mi-24 (KHS) und 10 Mi-8
- das 439. selbst. HSR in Lärz/Rechlin (Mirow) mit 40 Mi-24 (KHS) und 30 Mi-8
- die 9. selbst. HS-Staffel in Neuruppin mit 6 Mi-8, 2 Mi-6, 2 Mi-24 K,
2 Mi-24P
- die 270. selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen in Parchim

3. (Stoß) Armee in Magdeburg mit vier PD

- das 899. selbst. Luftsturmbataillon in Burg (nur operativ unterstellt)
- das 178. selbst. HSR in Stendal-Borstel mit 40 Mi-24 (KHS) und 9 Mi-8
- das 440. selbst. HSR in Stendal-Borstel mit 40 Mi-24 (KHS) und 30 Mi-8
- die 296. selbst. HS-Staffel in Mahlwinkel mit 6 Mi-8, 2 Mi-6, 2 Mi-24K, 2 Mi-24P
- die 271. selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen bis 1988 in Stendal-Borstel,
danach in Zerbst

20. Gardearmee in Eberswalde-Finow mit drei PD und einer MSD

- das ?. selbst. Luftsturmbataillon in ?
- dem 337. selbst. HSR in Mahlwinkel mit ca. 40 – 50 Mi-24 und ca. 20 – 25 Mi-8
- dem 487. selbst. HSR in Prenzlau mit ca. 40 – 45 Mi-24 und ca. 20 – 25 Mi-8
- der 41. selbst. HS-Staffel in Finow mit ca. 15 – 17 Mi-2/6/8/24
- der 267. selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen in Mahlwinkel


Die NVA verfügte nur über ein Luftsturmregiment 40 in Lehnin, das dem Kdo.d.LaSK in Potsdam direkt unterstellt war. Außerdem gab es im MB III (Leipzig) und MB V (Neubrandenburg) jeweils eine Spezialaufklärungskompanien (SAklK 3 und SAklK 5), die im Ernstfall zu jeweils einem Spezialaufklärungsbataillon aufwachsen sollten. Außerdem waren in den Aufklärungsbataillonen aller sechs aktiven NVA-Divisionen sogenannte "Fernaufklärungszüge" vorhanden.

Zu den Spezialkräften und Fernspäheinheiten der Bundeswehr möchte Dir folgenden Links aufschreiben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kommando_Spezialkräfte
http://de.wikipedia.org/wiki/Fernspäher

OSL Paul kam meiner Meinung nach von der Flak bevor er im MSR-22 StKTA, später StKTB, wurde.

Über die Handlungen von СПЕЦ. НАЗ.-Einheiten auf dem Tr.Üb.Pl. Ohrdruf ist mir nichts bekannt. Aber sie waren mit Sicherheit dort, und wenn es nur zu Ausbildungszwecken war oder sie dort eines ihrer Basislager (zeitweilig) für bestimmte Einsätze eingerichtet hatten über dieman nur spekulieren kann und das ist nicht mein Ding.

Ich hoffe, ich konnte Dir einige Informationen vermitteln.
Zuletzt geändert von Panzermann am Freitag 23. Dezember 2011, 08:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon bobo » Freitag 21. Oktober 2011, 16:24

Auch wenn man davon ausgehen kann, das o. g. Spezialkräfte nur zur Übung auf dem Platz waren, besteht dato doch auch die Möglichkeit, das besagte Einheit ein wie auch immer geartetes Objekt, was uns dato noch unbekannt ist, geschützt hatten. Um mal alle Register von Spekulationen zu ziehen. ;)

Auf jeden Fall finde ich es den Wahnsinn (im positiven Sinne), wie Du unsere Fragen beantwortest. Meist ist es ja umgekehrt, das Newcomer eigentlich mehr Fragen an die Forengemeinde hat. ;)
MfG BOBO
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Ramsay » Freitag 21. Oktober 2011, 18:35

Hallo,

wenn die Truppen Spezieller Bestimmung nicht dein Spezialgebiet sind, wie muss ich mir erst Ausführungen zu deinem Spezialgebiet vorstellen?

Danke für den sehr guten Überblick.

MfG
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Funker » Samstag 22. Oktober 2011, 05:20

@Panzermann.
Oh ja! Du hast mir und anderen hier im Forum sehr geholfen mit Deiner Zusammenfassung.
Vielen Dank dafür!
War deren "Spielwiese" nicht der Kienberg gewesen, um unauffällig zu trainieren? Diese Jungs
wollten oder sollten nicht erkannt werden, deshalb weit weg vom Platz.
Übrigens, ich hab mich bei diesem OSL Paul geirrt. Es ist nicht "Terror-Paul" aus dem MSR-23.

Ein schönes Wochenende wünscht
Der Funker
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Wiesel » Samstag 22. Oktober 2011, 17:01

Nabend,

da ich als TrÜbPl. Insider auch ein paar Wissenslücken aufweise, aufgrund dessen, das ich beim Abzug der Russen gerad mal 6 jahre alt war, hätt ich gern mal gewusst was die Russen an Panzertechnik auf den Platz hatten.

Die bekannten Bilder die es vom Verladen am Bahnhof gibt zeigen den T-80U - einen 1985 in Dienst gestellten Panzer. (also Nagelneu)

Doch gibt es Gerüchte über noch neuere Panzer die auf Übung (oder Stationiert) in Ohrdruf waren.

Hab mal was von T-84 gehört... aber das ist eine Urkainische Abwandlung vom T-80UM.

Gibts da irgendwelche Infos?

mfg
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"Mit dem was hier unter der Erde liegt werdet ihr noch euern spaß haben"

Zitat des letzten kommandanten der WGT auf dem TrÜbPl Ohrdruf
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Silko » Samstag 22. Oktober 2011, 17:42

Danke Dir, Panzermann. Mit TA meinst Du den StKTA? Zu den UF - von denen ich Dir gerne glaube, dass es die am meisten perfekt organisierte und eine sehr anspruchsvolle Ausbildung war - gibt es auch gute Erläuterungen und Bilder (von Ohrdruf) auf den Seiten des PR-4.
Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen. (Erasmus von Rotterdam)
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Panzermann » Sonntag 23. Oktober 2011, 08:42

Hallo Silko

Richtig, mit TA meine ich StKTA – Stellvertreter des Kommandeurs für Technische Ausrüstung, der für die panzer- und kfz-technische Sicherstellung in seinem Verband, seinem Truppenteil oder seiner Einheit verantwortlich war. Ihm unterstanden der Panzerdienst und der Kfz-Dienst.

Auf "Wunsch" des Vereinten Oberkommandos wurde ab Juli 1983 die Bezeichnung in StBCTB bzw. StKTB – Stellvertreter des Befehlshabers bzw. des Kommandeurs für Technik und Bewaffnung eingeführt, der jetzt zusätzlich noch für die raketen- und waffentechnische Sicherstellung verantwortlich war. Gleichzeitig wurde ihm damit auch noch der gesamte Raketen- und Waffentechnische Dienst (RWD) aufgebürtet, einschl. Munitionsversorgung.

Die Seite vom PR-4 ist mir bekannt. Ich weiß nicht, wann Du letztes Mal diese Seite angesehen hast. Dort gibt es eine Seite "Mein Leben in der NVA" von einem Kumpel von mir, der alle Stufen vom StKTA einer Kompanie bis zum StBCTB eines Militärbezirkes durchlaufen har.

Zur UF in Ohrdruf gibt es auch einen Film. Falls ich den bekommen sollte, melde ich mich bei Dir.

Ein schönes Wochenende

Panzermann
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Panzermann » Sonntag 23. Oktober 2011, 16:17

Hallo Wiesel

Zu der im Raum Ohrdruf stationierten 39. Garde-MSD ist zu sagen, daß sie nur bis 1989 über ein Panzerregiment (PR) verfügte, danach wurde das 15. PR (Standort: Ohrdruf) aus dem Bestand der Div. herausgelöst und dafür das 585. Garde-MSR (SPW) (Standort: Ohrdruf) eingegliedert.

Am 19. Nov. 1990 verfügten die direkt auf Truppenübungsplatz Ohrdruf stationierten Truppen über folgende Haupttypen an Panzertechnik:

390-я артиллерийская бригада (Ордруф): 72 Д-20; 5 ПРП-3,4; 12 - 1В18, 4 - 1В19; 1 Р-145 БМ, 2 БТР-60. Diese Artilleriebrigade war direkt der 8. Garde-Armee unterstellt und noch mit gezogenen 122-mm-Haubitzen D-20 ausgerüstet. Sie verfügte aber einige wenige gepanzerte Führungs- und Aufklärungsfahrzeuge.

Управление дивизии: 1 ПРП-3, 3 Р-145 БМ, 1 Р-156 БТР. Einige wenige gepanzerte Führungsfahrzeuge waren auch im Divisionsstab vorhanden.

120-й гвардейский мотострелковый Познаньский Краснознаменный орденов Кутузова и Александра Невского полк (Ордруф): 31 Т-80; 151 БТР-60, 9 БМП (2 БМП-2, 3 БМП-1, 4 БРМ-1К), 18 - 2С1 "Гвоздика", 18 - 2С12 "Сани"; 3 ПРП-3,4; 9 Р-145 БМ, 3 ПУ-12; 2 МТ-55А; 1 МТ-ЛБТ

585-й гвардейский мотострелковый Речипкий Краснознаменный ордена Суворова полк (Ордруф): 31 Т-80; 146 БТР-69, 9 БМП (5 БМП-2, 4 БРМ-1К); 18 - 2С1 "Гвоздика", 18 - 2С12 "Сани"; 3 ПРП-3,4; 9 Р-145 БМ, 2 ПУ-12; 2 МТ-55А; 1 МТ-ЛБТ

915-й зенитный ракетный полк (Ордруф): кроме ЗРК 1 Р-145 БМ, 1 Р-156 БТР. Das FRR war mit dem FRK "Kub" ausgerüstet, dessen Basisfahrzeuge Kettenfahrzeuge waren.

154-й отдельный батальон связи (Ордруф): 10 Р-145 БМ, 1 Р-156 БТР, 1 Р-2АМ


In Gotha waren folgender Truppenteil der 39. Garde-MSD stationiert:

172-й гвардейский мотострелковый Гнезненский Краснознаменный орденов Суворова и Кутузова полк (Гота): 31 Т-80; 147 БМП (48 БМП-2, 94 БМП-1, 5 БРМ-1К); 18 - 2С1 "Гвоздика", 18 - 2С12 "Сани"; 9 БМП-1КШ, 3 ПРП-3,4; 3 РХМ; 1 Р-145 БМ, 2 ПУ-12; 1 МТ-55А; 7 МТ-ЛБТ


In Meiningen waren folgende Truppenteile und Einheiten der 39. Garde-MSD stationiert:

117-й гвардейский мотострелковый Познаньский Краснознаменный орденов Суворова и Богдана Хмельницкого полк (Майнинген): 31 Т-80; 149 БМП (56 БМП-2, 87 БМП-1, 6 БРМ-1К); 18 - 2С1 "Гвоздика", 18 - 2С12 "Сани"; 9 БМП-1КШ, 3 ПРП-3,4; 3 РХМ; 3 ПУ-12; 1 МТ-55А; 7 МТ-ЛБТ

23-й отдельный танковый батальон (Майнинген): 31 Т-80; 1 БМП-2, 1 БМП-1; 1 БМП-1КШ, 1 БРЭМ-2, 1 МТ-55А

489-й отдельный противотанковый артиллерийский дивизион (Майнинген): кроме противотанкового вооружения 1 ПРП-3, 8 МТ-ЛБТ

11-й отдельный батальон разведки и РЭБ (Майнинген): 22 БМП (15 БМП-1, 7 БРМ-1К), 1 Р-145 БМ, 1 Р-156 БТР, 1 БМП-1КШ


Am 19. Nov. 1990 verfügte die 39. Garde-MSD über folgende Anzahl an Haupttypen der Panzertechnik:

- 155 Kamppanzer (Т-80)
- 340 SPz BMP, darunter (127 BMP-2, 187 BMP-1, 26 BRM-1K)
- 297 SPW (БТР-60)
- 126 SFL (72 – 122-mm-SFL-H 2С1 "Гвоздика", 52 – 152-mm- SFL-H 2СЗ "Акация")
- 72 120-mm-Granatwerfer 2С12 "Сани"

Wenn Du die Abkürzungen nicht deuten kannst, melde Dich, ich werde dann in den nächsten Wochen eine kleine Liste erstellen.

In der Mitte der 1980er Jahre bestand der Kampfpanzerpark der GSSD aus Kampfpanzern der Typen T-64A und T-64B, außerdem war noch geringe Anzahl an Kampfpanzern vom Typ T-62 vorhanden.

Im Herbst 1991 bestand Panzerpark der WGT hauptsächlich aus Kampfpanzern des Typ T-80B. Die Industrie hatte in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre ca. 2.000 KPz T-80B ausgeliefert. Der restliche Teil des Panzerparkes bestand noch aus den letzten Versionen des Kampfpanzers vom Typ T-64.

In der GSSD befanden sich 1987 2.260 Т-80Б и Т-80БВ. Ich habe keine Informationen darüber, ob sich Kampfpanzer vom Typ T-80U auf dem Territorium der DDR befanden. Es ist jedoch möglich und natürlich gab es Nachfolger, deshalb einige Aufgaben zum Selbststudium. Sollten sich daraus Fragen ergeben, bin ich gern bereit Rede und Antwort zu stehen.

Auf den nachfolgenden Internetseiten in deutscher Sprache kannst Du alles über die modernen sowjetischen Kampfpanzer erfahren.

http://www.kotsch88.de/al_geschichte_T54.htm
http://www.kotsch88.de/al_geschichte_T54_teil_2.htm

Auf der nachfolgenden Internetseite in russischer Sprache kannst Du noch viel mehr über die Geschichte des sowjetischen Panzerbaus erfahren.

http://btvt.narod.ru/istoria_t64/istoria_t64.htm

Besonders wertvoll ist der Artikel История отечественного танкостроения в послевоенный период auf der Internetseite

http://btvt.narod.ru/

Wenn Du diese Seiten durchstudiert hast, weißt Du alles über den sowjetischen Panzerbau bis in die heutige Zeit hinein.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesen Informationen helfen.

MfG

Panzermann
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Mercedes-Diesel » Sonntag 23. Oktober 2011, 17:08

@Panzermann
Absolut Klasse :-top) ich bin überwältigt
Grüße Andreas

Bild

http://www.team-sigma.de

Für wahre Freunde geh ich durch die Hölle , den anderen zeig ich gern den Weg dorthin .....
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Re: Russische Nutzung TrÜbPl Ohrdruf

Beitragvon Wiesel » Montag 24. Oktober 2011, 08:38

Jetzt werden erstmal die Ausmaße der hier stationierten Truppen bekannt.
Wenn man sich das Gelände der Garnission welches ja bis 2000 noch fast vollständig vorhanden war anschaute, hätte man sich das nicht vorstellen können wie viele Fahrzeuge tatsächlich da waren.

Alles sehr interessant. Werde jetzt in meiner Urlaubswoche mal eine Seite entwerfen zur Information über die russischen Truppen in Ohrdruf.

Denke das ist mal sehr interessant.

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