Kap. 1 - 3: Sowjetische Boden-Boden-Raketen in DDR

Moderator: Panzermann

Kap. 1 - 3: Sowjetische Boden-Boden-Raketen in DDR

Beitragvon Panzermann » Sonntag 30. Oktober 2011, 09:14

Stationierung sowjetischer Boden-Boden-Raketen auf dem Territorium der DDR

0. Kurzes Vorwort
1. Begriffsbestimmungen
2. Erste Stationierung von Mittelstreckenraketen in derDDR im Jan. 1959
3. Stationierung sowjetischer Frontflügelraketen in der DDR im Jahre 1961
4. Die Raketenbrigaden der sowjetischen Streitkräfte in DDR - Teil 1
4.1 Allgemeines
4.2 Die Ingenieurbrigaden der Reserve des Oberkommandierenden der sowjetischen Streitkräfte
4.3 Die operativ-taktische Raketen R-11 / 8A61 und R-11M / 8K11
4.4 Erste Stationierung von OTR-Raketen des Typs R-11 in der DDR
4.5 Die Raketenbrigaden der NVA
4.6 Die operativ-taktische Rakete R-17 / 8K14
4.7 Der operativ-taktische Raketenkomplex 9K72 mit der Rakete R-17 / 8K14
4.8 Die Beweglichen Reparatur-Technischen Basen der GSSD

5. Die Raketenbrigaden der sowjetischen Streitkräfte in der DDR – Teil 2 - insgesamt noch in der Bearbeitung
5.1 Die Stationierung von "Pershing-2"-Raketen und "Tomahawk" Marschflugkörper in Westeuropa – noch nicht
fertiggestellt
5.2 Die "Temp-S"-Raketenbrigaden der GSSD - noch nicht fertiggestellt
5.3 Die "Oka"-Raketenbrigade der GSSD - noch nicht fertiggestellt
5.4 Die "Totschka"-Raketenbrigaden der GSSD - nich nicht fertiggestelt

6. Die selbständigen Raketenabteilungen der sowjetischen Streitkräfte in der DDR – noch nicht fertiggestellt

7. Wurden Mittelstreckenraketensysteme vom Typ 15P645 "Пионер" (РСД-10), Nato-Code: SS-20 "SABER", in der DDR
stationiert?

0. Kurzes Vorwort
Mir fällt immer wieder auf, daß es auf dem Gebiet des konkreten und sachlichen Wissens bezüglich der ehemals in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräfte einige Defizite gibt. Durch viele Diskussionen im Verwandten- und Bekanntenkreis und durch die letzten Diskussionen im Forum angeregt, möchte ich mit diesem Beitrag beginnen, auch als Zeitzeuge, einen kleinen Beitrag leisten, um die vorhandenen Defizite und Unklarheiten etwas zu verringern.

Sollte Fehler jeglicher Art in diesem Beitrag vorhanden sein, bitte ich um feed-back über meine eMail-Adresse: muck45@gmx.com.

Außerdem werde ich in allen weiteren Beiträgen, wie im Forum angeregt, immer ein Abkürzungsverzeichnis einarbeiten.

1. Begriffsbestimmungen
Zur Schaffung eines gemeinsamen Ausgangspunktes für die Diskussion ist die einheitliche Definition einiger Begriffe erforderlich.

In den sowjetischen Streitkräften wurden die ballistische Boden-Boden-Raketensysteme wie folgt klassifiziert:

a) nach ihrem Einsatzzweck in:

> Strategische Raketensysteme. Diese Systeme befanden sich im Bestand der Strategischen Raketentruppen (Ракетные
Bойска Стратегического Назначения – РВСН) der sowjetischen Streitkräfte und dienten zur Bekämpfung strategischer
Ziele.

> Operativ-taktische Raketensysteme (OTR) (Oперативно-Tактические Ракеты – OTР). Diese Systeme befanden sich im
Bestand der Raketenbrigaden (бригады оперативно-тактических ракет) der sowjetischen LaSK. Die OTR-Systeme
größerer Reichweite (оперативно-тактические ракеты повышенной дальности) waren den Fronten und die geringerer
Reichweite den Armeen unterstellt.

> Taktische Raketensysteme (TR) (Tактические Ракеты – TР). Diese Systeme befanden sich anfänglich in den
selbständigen Raketenabteilungen und ab 1988 auch in den Raketenbrigaden der sowjetischen LaSK. Die
Raketenabteilungen (отдельные ракетные дивизионы – oрдн) waren in der Regel den Panzer- und
Mot.-Schützendivisionen unterstellt, während die mit taktischen Raketen ausgerüsteten Raketenbrigaden (бригады
тактических ракет) den Armeen unterstellt waren.

b) nach der maximalen Reichweite:

> Interkontinentalraketen (Межконтинентальные Баллистические Ракеты - МБР) mit einer Reichweite von über
5.500 km. Im SALT-II-Vertrag, Artikel II, Absatz 1 wurden Interkontinentalraketen wie folgt definiert: "Im Sinne dieses
Vertrages sind 1. Startanlagen für interkontinentale ballistische Raketen (ICBM) bodengestützte Startanlagen für
ballistische Raketen mit einer Reichweite von mehr als der kürzesten Entfernung zwischen der Nordostgrenze des
kontinentalen Teils des Territoriums der USA und der Nordwestgrenze des kontinentalen Teils des Territoriums der UdSSR,
d.h. mit einer Reichweite von über 5500 km."

U-Boot-gestützten ballistischen Raketen (Баллистические Ракеты Подводных Лодок – БРПЛ) und strategische Bomber
(Cтратегические Бомбардировщики – CБ) der sowjetischen Streitkräfte gehören nicht zu den Strategischen
Raketentruppen.

> Mittelstreckenraketen (ракеты средней дальности). Laut INF-Vertrag (Artikel II, Absatz 5) werden
Mittelstreckenraketen wie folgt definiert: "Der Begriff »Rakete mittlerer Reichweite« bezeichnet eine landgestützte
ballistische Rakete ... mit einer Reichweite über 1.000 km, aber nicht über 5500 km."

> Kurzstreckenraketen. Laut INF-Vertrag (Artikel II, Absatz 6) werden Kurzstreckenraketen wie folgt definiert: "Der Begriff
»Rakete kürzerer Reichweite« bezeichnet eine landgestützte ballistische Rakete ... mit einer Reichweite von 500 km
oder mehr, aber nicht über 1 000 km."

Im täglichen Sprachgebrauch wurde am häufigsten die Klassifizierung der ballisti-schen Boden-Boden-Raketen nach ihrem Einsatzzweck angewendet.

Bezeichnung sowjetischer Raketen in der ehemaligen Sowjetunion und der heutigen Russische Föderation (kurz Russland)

Für die Bezeichnung der Bewaffnung, Technik und Ausrüstung der ehemaligen Sowjetunion und des heutigen Rußland wird der sogenannte GRAU-Index verwendet. Dieser Index wird von der Hauptverwaltung für Raketen und Artillerie des Verteidigungsministeriums (russisch: Главное ракетно-артиллерийское управление МО, ГРАУ) vergeben. Die NATO verwendet für diese Waffensysteme ein eigenes Bezeichnungssystem. Beispiel: Der GRAU-Index der Mittelstreckenrakete R-5M lautet 8K51, der WSSIC-Code: SS-3 und der NATO-Code: "SHYSTER mod 2" (SHYSTER = Halunke)

Bemerkung:
WSSIC - Weapon and Space Systems Intelligence Committee. Dieses Komitee ar-beitet der DIA, dem Nachrichtendienst der USA zu.

Der Begriff "Streukreisradius"

Der Begriff "Streukreisradius" (Circular Error Probable – CEP) ist ein Maß für Treff-genauigkeit eines Waffensystems. Er gibt den Radius eines Kreises an, innerhalb dessen 50 Prozent aller Einschläge liege.


2. Erste Stationierung von Mittelstreckenraketen in DDR im Jan. 1959

Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, der von 1953 bis 1964 Ersten Sekretär des ZK der KPdSU und von 1958 bis 1964 Ministerpräsident der UdSSR war, schlug Mitte der 1950er Jahre als Antwort auf die Einkreisungspolitik der USA und die Aufrüstung der NATO sowie als Demonstration sowjetischer Stärke vor, Mittelstreckenraketen auch außerhalb des sowjetischen Territoriums stationieren, so z.B. in Bulgarien, in der DDR und in Albanien.

"Am 26.03.1955 erging deshalb der Befehl zur Aufstellung weiterer Raketentruppenteile und deren Stationierung in der DDR, in Bulgarien, im Kaukasus und im Fernen Osten. Dafür wurde ein Personalbestand von 5.500 Mann bereitgestellt. Nach längeren kontroversen Diskussionen über Zeitplan und Abläufe wurden schließlich, bei größter Geheimhaltung auch gegenüber den Bündnispartnern, am 01.01.1959 nach mehrmonatigen Vorarbeiten zwei Raketenabteilungen in die DDR verlegt.

Dabei handelte es sich um die

- 635. Raketenabteilung, stationiert in Fürstenberg,
(Anm. d. Verf. – Der genaue Standort befand sich in dem 1 km nördlich von Fürstenberg (Garnison 291) gelegenen Dorf Neuthymen. Also in unmittelbarer Nähe des Stabes der 2. Garde-Panzerarmee. Hie wurde später die 1. selbst. RA der 72. RBr. stationiert.)

- 638. Raketenabteilung, stationiert in Vogelsang,
(Anm. d. Verf. – Der Standort befand sich südöstl. des Dislozierungsraumes der 25. Garde-Panzerdivision. Hier wurde später die 2. selbst. RA und die Führung der 72. Garde-RBr. stationiert.)

Beide Raketenabteilungen gehörten zur 72. Ingenieurbrigade, die 1953 durch Umbenennung aus der 22. Brigade z.b.V. gebildet worden war. Diese Brigade bildete den Grundstock der späteren 24. Raketendivision. Beide Raketenabteilungen verfügten über je zwei Abschußrampen und je 6 Raketen R-5 M. Die Rakete R-5 M (Länge 20,8 m) konnte einen Kernsprengkopf mit einer Kernladung bis 300 kt von 1.200 km zum Einsatz bringen. Im April 1959 erfolgte die Lieferung der Kernsprengköpfe, die in Fürstenberg und Vogelsang gelagert wurden. Die Zuführung lief im Lufttransport über den Flugplatz Templin-Groß Dölln. Im Mai 1959 war die Einsatzbereitschaft hergestellt. Als Ziele galten die US-Raketenstellungen in Südostengland. Nach langwierigen Verhandlungen mit den USA wurden diese Raketenabteilungen jedoch ab September 1959 zurückgezogen und nach Gwardejsk ins Kalingrader Gebiet verlegt." Die in der DDR stationierten R-5M hätten nur 400 km westlich Londons gelegene Ziele erreichen können. Diese für die Sowjetunion ungünstige Situation dauerte bis Mitte 1959 an, als mit der Entfaltung des neuen Mittelstreckenraketensystems R-12 / 8K63, Nato-Code: SS-4 "SANDAL", entlang der westlichen Grenze der UdSSR begonnen wurde. Mit diesem Raketensystem, daß über eine Reichweite von 2.100 km verfügte, konnte ein garantierter Schlag auf das gesamte Territorium Westeuropas, Großbritanniens und Skandinavien durchgeführt werden.

Bemerkung zum oben aufgeführten Zitat:
Die 22. Brigade z.b.V. war am 28.11.1950 in Medwed (Gebiet Nowgorod) aus der Brigade z.b.V. um-gebildet worden, die im Juni 1946 in Berka (Thüringen) aus dem 92. Garde-Geschoßwerfer-Regiment formiert worden war. Auch die 72. Ingenieurbrigade trug den Gardetitel. Auf der Basis der 72. Ingeni-eurbrigade wurde 1960 als erste Raketendivision der UdSSR die 24. Garde-Raketendivision formiert, zu der das 25., 97., 308., 323. und 324. Raketen-Regiment gehörten. Die 72. Ingenieurbrigade bestand aus drei Raketenabteilungen (RA) mit jeweils zwei Raketenbatterien. In jeder Raketenbatterie befand sich eine Startvorrichtung. Zwei RA waren in der DDR stationiert und eine RA in Gwardejsk ins Kalingrader Gebiet, wohin die anderen beiden RA nach Abzug aus der DDR auch verlegt wurden.

Laut dem Spiegel Nr. 03/2000 waren vier in der DDR stationierte R-5-Raketen auf England gerichtet. Im Ernstfall sollten damit die "Thor"-Stellungen in Norfolk und Lincolnshire ausgeschaltet werden. Im Dez. 1957 hatte der NATO-Ministerrat die Stationierung von 105 Mittelstreckenraketensysteme großer Reichweite der USA der vom Typ PGM 17 "Thor" (Reichweite 2.775 km) und vom Typ PGM 19 "Jupiter" (Reichweite 2.980 km) mit Kernsprengköpfen in Großbritannien, Italien und in Türkei beschloßen. Entsprechend dieses Beschlußes und des am 22. Febr. 1958 zwischen der USA und Großbritannien unterzeichneten zweiseitigen Abkommens trafen die ersten "Thor"-Raketen waren bereits am 19. Sept. 1958 auf RAF –Basis bei Norfolk ein. Die erste mit diesen Raketen ausgerüstete Schwadron (77th Squadron) war am 09. Jan. 1959 einsatzbereit. Außer den genannten Mittelstreckenraketenstellungen in Großbritannien waren London und Paris, die Basen der USAF in Westeuropa erreichbar, von denen im Falle eines Krieges US-Atombomber starten sollten. Auch hätten die Atlantikhäfen im Falle eines Krieges zerstört werden können, was zum Abschneiden der westeuropäischen NATO-Staaten vom Nachschub aus den USA bedeutet hätte.

Mit dem atomaren Vorposten in der DDR habe Chruschtschow ein Drohpotenzial im Hinblick auf die sich anbahnende Berlin-Krise besessen, hieß es. Die Raketen mit einer Reichweite von 1.200 Kilometern hätten strategische Ziele in England und Frankreich sowie Zielorte erreichen können, die von den USA als Stützpunkte für Bomber oder Seestreitkräfte genutzt worden seien.

Nach nur wenigen Monaten aber hätten die Sowjets die beiden Stellungen plötzlich wieder aufgegeben. Der Rückzug ins Kaliningrader Gebiet könne politisch motiviert gewesen sein, habe aber auch militärisch Sinn gehabt. In der kurzen Zeit der Statio-nierung seien nämlich in der Sowjetunion bereits neue Raketen mit 2.000 Kilometer Reichweite aufgestellt worden, die die gleichen Aufgaben von eigenem Territorium aus hätten erfüllen können, zitierte der "Spiegel" einen russischen General.

In einem Artikel der Zeitung "Труд" stand über die geplanten Ziele für
die R-5M: "Четыре ракеты были нацелены на Англию, восемь - на Париж, Брюссель, Бонн и Рурскую промышленную область Германии. Вся операция проводилась настолько секретно, что о ней не знало даже высшее руководство ГДР. " Also vier Raketen waren auf England gerichtet, acht – auf Paris, Brüssel, Bonn und das Ruhrgebiet. Die ganze Operation war so geheim, daß nicht einmal die oberste Führung der DDR etwas davon wußte.

Übrigens ist die zeitweilige Stationierung der beiden Raketenabteilungen 1959 in der DDR der Beweis dafür, daß, nicht Kuba 1962, wie bisher von Militärhistorikern angenommen, sondern die DDR der erste Standort sowjetischer Mittelstreckenraketen im Ausland gewesen ist.


Die sowjetische ballistische Mittelstreckenrakete R-5M / 8K51

Der NATO-Code der mit Flüssigkeitstreibstoff angetriebenen halbmobilen einstufigen Mittelstreckenrake R-5M / 8K51 lautete SS-3 "SHYSTER mod 2" (SHYSTER = Halunke). Die Rakete wurde unter der Leitung des Chefkonstrukteurs С.П. Королев entwickelt. An der Entwicklung waren aber mehrere Konstruktionsbüros. Diese Rakete wurde am 21. Juni 1956 in die Bewaffnung der Ingenieurbrigaden aufgenommen. Sie hatte eine große mittlere Zielabweichung (CEP) von 1.200 m. Während eines Manövers im Jahre 1956 kam eine R-5 mit einem Kernsprengkopf (KSK) mit einer Sprengkraft von 300 kT TNT zum Einsatz. Die Rakete schlug nach einem Flug von rund 1.000 km im Testgebiet von Aralsk ein. Der KSK detonierte einwandfrei. Die Rakete konnte sowohl mit KSK mit einer Sprengkraft von 80 kT/300 kT/1 MT als auch mit konventionellen oder chemischen Gefechtsköpfen bestückt werden. Im Rahmen der Militärhilfe lieferte die Sowjetunion bis 1959 Raketen vom Typ R-5 an die Volksrepublik China, die diese mit dem Aufstieg zur Atommacht 1964 mit KSK bestückte. Die Rakete wurde später in Gestalt der R-11 / 8K11 "Elbrus" (SS-1b "SCUD-A") und R-12 / 8K63 "Dwina" (SS-4 "SANDAL") weiterentwickelt. Es wurden insgesamt nur 48 Raketen hergestellt, die bis 1967 genutzt wurden. Der größte Mangel dieser Rakete bestand darin, daß sie nicht mehr als 30 Tage im betankten Zustand gehalten werden konnte, auf Grund des als Oxydator verwendeten flüssigen Sauerstoffs. Als Treibstoff wurde Äthylalkohol verwendet. Alle Vorstartüberprüfungen, die Betankung und die Zieleingabe mußten per Hand durchgeführt werden, was die Zeit zur Startvorbereitung beträchtlich erhöhte. Der Raketenstart wurde von einem Starttisch durchgeführt, der in einem dafür geeigneten Gelände aufgestellt werden konnte. Die R-5M hatte eine Startmasse von 29,1 t, eine Länge von 20,75 m und einen Durchmesser von 1,65 m.

Auf der nachfolgenden Internetseite sind gute Aufnahmen und Schemen von der R-5M zu sehen:
http://diggers.lv/joomla/index.php/pga- ... -3-shyster (abgerufen am: 26. Okt. 2011 10:25)

Angaben zur R-5M sind u.a. auf folgender Internetseite zu finden:
http://www.kapyar.ru/index.php?pg=230 (abgerufen am: 27. Okt. 2011 13:22)

Die sowjetische ballistische Mittelstreckenrakete R-12 / 8K63

In vielen Foren und Publikationen wird geschrieben, daß die beiden o.g., mit R-5M-Raketen ausgerüsteten. Raketenabteilungen der 72. Ingenieurbrigade auf dem Territorium der DDR gegen Raketeneinheiten mit moderneren Raketen ausgetauscht worden wären. Dies ist mit ziemlicher Sicherheit nicht der Fall gewesen, weil erstens die nach der R-5M entwickelt sowjetische ballistische Mittelstreckenrakete vom Typ R-12, auf Grund ihrer Reichweite von 2.100 km alle Ziele in Westeuropa, Großbritannien und Skandinavien erreichen konnte und zweitens auf dem Territorium der DDR zu keinem Zeitpunkt unterirdischen Raketensilos für ballistische Mittelstreckenraketen gebaut worden sind. Mit der Stationierung der R-12 entlang der Westgrenze der UdSSR wurde eine neue Runde des Wettrüstens eingeleitet.

In der Mitte der 1950er Jahren wurde auf Beschluß der sowjetischen Regierung das neue "Особое конструкторское бюро № 586" unter der Leitung des Chefkonstruk-teurs М.К. Янгель gebildet, das seine Produktionsbasis in Dnjepropetrowsk hatte. Dieses Konstruktionsbüro erhielt die Aufgabe eine militärische Rakete mit einer Reichweite von 2000 km zu schaffen, die in der Lage war einen Kernsprengkopf zu tragen. Mit der Einführung des Mittelstreckenraketensystems R-12 / 8K63, Nato-Code: SS-4 "SANDAL", am 04. März 1958 in die Bewaffnung der sowjetischen Streitkräfte wurde diese Aufgabe erfüllt. Die R-12 wurde zur Hauptbewaffnung der am 17. Dez. 1959 neu geschaffenen Teilstreitkraft der sowjetischen Streit-kräfte, der "Strategischen Raketentruppen der UdSSR" in dieser Periode.

Die R-12 war eine einstufige Flüssigkeitsrakete mit einer Reichweite von 2.100 km, deren Zielabweichung 1,1, bis 2,4 km betrug. Aufgrund Zielungenauigkeit war die Rakete vor allem für den Einsatz gegen Flächenziele vorgesehen. Sie konnte des-halb auch mit einem Kernsprengkopf mit einer Sprengkraft von 1 – 1,3 Mt oder 2 – 2,3 Mt TNT bestückt werden. Im Gegensatz zur R-5, wo als Oxydator flüssiger Sau-erstoff verwendet wurde, kam bei der R-12 als Oxydator Salpetersäure und als Brennstoff Kerosin zum Einsatz. Die R-12 hatte eine Startmasse von 41,75 t, eine Länge von 22 m und einen Durchmesser von 1,65 m. Anfänglich wurden die Raketen vom Typ R-12 von herkömmlichen oberirdischen vorbereiteten Startplätzen gestartet. Die ersten vier mit R-12 ausgerüsteten Regimenter der 50. Raketenarmee waren am 15./16. Mai 1960 eisatzbereit. Sie wurden nicht in der DDR stationiert, sondern nur in der ehemaligen Belorussischen SSR und in der Lettischen SSR.

Bereits Ende der 1950er wurden die ungeschützten oberirdischen Startplätze der R-12 als zu gefährdet betrachtet. Es wurde die Forderung nach einer erheblichen Erhöhung des Schutzes der Raketen vor den Vernichtungsfaktoren von Kernwaffen erhoben. Nach der Modifizierung der R-12 für den Start aus unterirdischen Raketensilos erhielt die Rakete die Bezeichnung R-12U / 8K36У. Gleichzeitig mit den Arbeiten zur Modifizierung der Rakete wurde auch das entsprechende unterirdische Raketensilo unter der Bezeichnung "Dwina" entwickel. Das erste Raketensilo wurde im Juni 1959 unter schwierigsten Bedingungen auf dem sowjetischen Staatspolygon Kapustin Jar, in der ehemaligen Kasachischen SSR östlich von Wolgograd, errichtet, so daß im Sept. 1959 dort der erste Start einer sowjetischen Rakete aus einem unterirdischen Silo durchgeführt werden konnte. Nach Durchführung von Arbeiten zur Vervollkommnung der Raketen und der Raketensilos wurde das unterirdisch stationierte Mittelstreckenraketensystem R-12U / 8K36У am 05. Jan. 1964 in die Bewaffnung der sowjetischen Streitkräfte aufgenommen. Mit den weiterentwickelten Raketen vom Typ R-12U wurden nicht nur die R-12 ersetzt, sondern die R-12U wurden auch zusätzlich in neuen Räumen stationiert, so z. B. im Nordkaukasus, auf der Halbinsel Kola im Murmansker Gebiet, in Mittelasien und in Westsibirien. Ein Rake-tensilokomplex mit R-12 / SS-4 des 307. Regiments der zur 50. Raketenarmee gehörenden 29. Raketendivision befand sich z. B. in der ehemaligen Lettischen SSSR in Lambarte (Misa).

Angaben zur R-12/R-12U sind u.a. auf folgender Internetseite zu finden:
http://www.kapyar.ru/index.php?pg=232 (abgerufen am: 27. Okt. 2011 13:21)

Die Vorschriften für den Gefechtseinsatz der Mittelstreckenrakete R-12 sahen für den gesamten Komplex folgende Bereitschaftsstufen vor:

- Bereitschaftstufe Nr. 4 oder ständige Gefechtsbereitschaft:
Die Rakete R-12 befindet sich im geprüften Zustand in der technischen Position. Der Gefechtskopf ist von der Rakete getrennt. Aufbewahrungsdauer – 7 Jahre. Die minimale Zeit bis zum Start – 3 Std. 25 Min.

- Bereitschaftstufe Nr. 3 oder erhöhte Gefechtsbereitschaft:
Die Rakete R-12 befindet sich in der technischen Position mit montiertem Ge-fechtskopf. Aufbewahrungsdauer – 3 Jahre. Die minimale Zeit bis zum Start – 2 Std. 20 Min.

- Bereitschaftstufe Nr. 2 oder erhöhte Gefechtsbereitschaft erster Stufe:
Die Rakete R-12 befindet sich in der Startposition und ist auf dem Starttisch auf-gestellt. Im System sind alle für den Start notwendigen Daten eingegeben. Ne-ben der Rakete befinden sich die erforderlichen Tankfahrzeuge. Die Zeitdauer in dieser Bereitschaftsstufe – 3 Monate. Die minimale Zeit bis zum Start – 1 Std.

- Bereitschaftstufe Nr. 1 oder volle Gefechtsbereitschaft:
Die Rakete ist mit den Haupttreibstoffkomponenten aufgetankt und die Zielzu-weisung ist durchgeführt. Die Zeitdauer in dieser Bereitschaftsstufe – 1 Monat. Die minimale Zeit bis zum Start – 30 Min.

Die Angaben über die Bereitschaftsstufen sind auf folgender Internetseite zu finden:

http://www.aviac.ru/rockets/185-strateg ... skogo.html
Artikel: "Стратегия развития ракетных войск советского периода"

Auf der nachfolgenden Internetseite sind gute Aufnahmen und Schemen von der
R-12 zu sehen, darunter auch die obige Abbildung.
http://www.necton.lv/news/10-raketnie-bazi.html (abgerufen am: 26. Okt. 2011 14:56)

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch den Nachfolger des an der Westgrenze verbunkerten Mittelstreckenraketensystems R-12U / 8K36У, Nato-Code: SS-4 "SANDAL" erwähnen, das Mittelstreckenraketensystem R-14 / 8K65, Nato-Code: SS-5 "SKEAN", das ebenfalls zu keinem Zeitpunkt auf dem Territorium der DDR stationiert waren. Allein schon die Länge dieser Rakete von ca. 24 Metern und das Startgewicht von ca. 86 Tonnen und deren Reichweite von 4.500 km zeigen, daß diese Rakete niemals auf dem Territorium der DDR stationierte gewesen konnte, ja es bestand auf Grund ihrer Reichweite auch gar keine Notwendigkeit dafür, sie au-ßerhalb des Territoriums der UdSSR zu stationieren.

Angaben zum Mittelstreckenraketensystem R-14 / 8K65, Nato-Code: SS-5 "SKEAN" sind auf folgender Internetseite zu finden: http://www.kapyar.ru/index.php?pg=233 (abgerufen am: 29. Okt. 2011 17:54)


3. Stationierung sowjetischer Frontflügelraketen in der DDR im Jahre 1961

In der Vergangenheit tauchte immer wieder das Gerücht auf, daß in Arnstadt-Rudisleben seit 1961 mit Unterbrechungen bis zum Abzug der sowjetischen Truppen sowjetische Kernwaffeneinsatzmittel stationiert waren.

Bei meiner Suche nach mit Kernwaffeneinsatzmitteln ausgerüsteten sowjetischen Truppen in Arnstadt-Rudisleben stieß ich zuerst auf die ab 1988 dort stationierte 449. RBr, auf die ich in einem gesonderten Kapitel noch zu sprechen komme. Aber was sollte seit 1961 in Arnstadt-Rudisleben stationiert gewesen sein?

In einem Artikel von Dr. Matthias Uhl und Thomas Rothbart in der Thüringer All-gemeinen vom 29. März 2007 zum Thema "Unscheinbare Details. Sowjetische Truppen in der DDR unter Beobachtung des BND / Atomwaffen in Thüringen" las ich folgendes:

" … denn in der Umgebung Arnstadts war eine Brigade mit operativ-taktischen Atomwaffen stationiert. … Bekannt ist außerdem, daß spätestens seit dem An-fang der 60er Jahre Atomwaffen bei Jena und Ohrdruf stationiert waren, da beide Divisionen dort über die entsprechenden Waffensysteme verfügten. Da-rüber hinaus fanden sich in den BND-Akten Hinweise, dass während der Berlin-Krise im Jahre 1961 zumindest zeitweise taktische Atomwaffen im Raum Nordhausen und in das Eichsfeld verlegt wurden."

In diesem Artikel war also noch kein Hinweis auf die Stationierung von Kernwaffen-einsatzmitteln mit Kernsprengköpfen Anfang der 1960er Jahre in Arnstadt-Rudisleben vorhanden, zumindest aber der Hinweis, daß bei Jena und Ohrdruf Atomwaffen stationiert gewesen sein sollten, was aber so nicht ganz den Tatsachen entspricht.

Richtig ist, daß die zu der in Thüringen stationierende 8. Garde-Armee gehörende 79. GPD (Jena) und 39. GMSD (Ohrdruf) jeweils über eine mit taktischen Raketen ausgerüstete selbst. RA verfügten, in der 79. GPD war dies die 345. selbst. RA und in der 39. GMSD die 1563. selbst. RA. In einem späteren Kapitel werde ich über die selbständigen Raketenabteilungen (selbst. RA) der sowjetischen Divisionen informieren.

Nach meinen Informationen wurden aber die Kernsprengköpfe der selbst. RA der sowjetischen Divisionen nicht im Bereich oder in der unmittelbaren Nähe des Stationierungsortes der selbst. RA gelagert, im Gegensatz zu den RBr. Diese unterschiedliche Art und Weise der Lagerung der Kernsprengköpfe hat etwas mit den Aufgaben und den Einsatzgrundsätzen der RBr und der selbst. RA zu tun, auf die ich in diesem Zusammenhang nicht näher eingehen möchte, weil dies den Rahmen dieses Beitrages sprengen würde.

Es ist aber erwiesen, darauf gehe ich in einem weiteren Kapitel ein, daß sowohl die Kernsprengköpfe der RBr der Front als auch der Armeen im Bereich der RBr oder deren unmittelbarer Nähe gelagert wurden. Deshalb stimmt die im Artikel angegebene Ortsangabe Jena für die Stationierung von Kernsprengköpfen, zwar nicht für selbst. RA, wie Dr. Uhl geschrieben hat, aber für RA der 11. RBr, weil sich in Jena-Forst zwei RA dieser in Weißenfels stationierten RBr befanden, die bis 1984 mit dem OTR-System R-17 / 8K14 "Elbrus" (SS-1c "SCUD B) ausgerüstet war, von 1984 bis 1988 mit OTR-System 9K714 "Oka" (SS-23 SPIDER) und ab 1988 wieder mit dem OTR-System 8K14 "Elbrus" (SS-1c "SCUD B). Bei ihrer Aufstellung, Anfang der 1960er Jahre, verfügte die 11. RBr über das OTRS R-11 / 8K11 (SS-1b "SCUD A"). Da die in Weißenfels / Jena-Forst stationierte 11. RBr im Kalten Krieg eine besondere Bedeutung zukam, gehe ich später ebenfalls in einem gesonderten Kapitel auf diese RBr ein.

Als ich in diesem Jahr damit anfing, mich mit einer Materialsammlung zur GSBTD/GSSD/WGT zu beschäftigen, kaufte ich mir u.a. das Buch "Militär, Staat und Gesellschaft in DDR", herausgegeben von Hans Ehlert und Matthias Rogg. Die erste Auflage dieses Buches war schon im Jahre 2004 erschienen. In diesem Buch war ein Beitrag von dem bereits oben genannten Dr. Mathias Uhl mit dem Titel "Atomraketen für die NVA? Zur Erstausstattung der Nationalen Volksarmee der DDR mit Kernwaffeneinsatzmitteln" abgedruckt. Beim Studieren dieses Artikels fand ich auf der Seite 193 folgende Information:

"…Darüber hinaus verfügten die sowjetischen Luftstreitkräfte seit 1957 mit der FKR-1 Meteor (SSC-2A Salish) über ein weiteres operatives Kernwaffeneinsatzmittel. Das acht Meter lange Flügelgeschoß flog mit hoher Unterschallgeschwindigkeit und konnte einen nuklearen Gefechtskopf mit einer Sprengkraft von bis zu 12 Kilotonnen über eine Reichweite von bis zu 180 Kilometern befördern. Jeweils acht Abschußrampen bildeten ein sogenanntes Selbständiges Luftwaffen-Ingenieurregiment, das wiederum jeweils einer der sowjetischen Luftarmeen unterstand bzw. der Reserve des Oberkommandos zugeteilt war. Sie sollten im Konfliktfall vor allem den Nuklearwaffeneinsatz auf Frontebene unterstützen. Die in der DDR stationierte Luftarmee der GSSD verfügte entsprechend diesen Vorgaben ebenfalls über ein derartiges Regiment. Als Schwerpunktwaffe konnte die FKR-1 zudem vom sowjetischen Generalstab einzelnen Truppengruppierungen in besonderen Fällen zur Verstärkung zugeteilt werden. Beispielsweise hatten das 561. und 584. Selbständige Luftwaffen-Ingenieurregiment, die während der Kuba-Krise den auf der Insel stationierten sowjetischen Truppen angehörten, die Aufgabe, durch den Einsatz ihrer Atomwaffen jegliche amerikanischen Landungsversuche abzuwehren und im Konfliktfall auch den US-Stützpunkt Guantanamo auszuschalten. Das zu den sowjetischen Luftstreitkräften gehörende Waffensystem FKR-1 Meteor (SSC-2A Salish) war ausschließlich für Frontoperationen gedacht, weshalb das VOK auch keine Übergabe an die europäi-schen Bündnisarmeen der UdSSR erwog". Wie sich später herausstellen sollte, sind in diesem Beitrag ebenfalls einige Ungenauigkeiten enthalten, die offensichtlich der Tatsache geschuldet sind, daß 2004 die entsprechenden Informationen noch nicht greifbar waren.

Für die Materialsammlung zur GSBTD/GSSD/WGT hatte ich mir noch weitere Bücher besorgt u. a. das von Horst Lohmann 2010 verfaßte Buch "Die Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland 1945 – 1994. Ein historischer Abriß". Beim Durcharbeiten dieses Buches stieß ich auf den Seite 178 und 179 auf folgende außerordentlich interessanten Informationen:

"Anfang der 60-er wurden auch 2 Flugkörperregimenter mit dem Flugkörper FKR-1 »Meteor« in die DDR verlegt. Jedes Regiment verfügte über zwei Feuerab-teilungen mit je vier Startrampen für die FRK-1. Die Feuerabteilungen des ersten Regimentes waren in Ludwigslust und in Quedlinburg-Quarmbeck, die des zweiten Regimentes in Arnstadt und Karl-Marx-Stadt stationiert. Ab Mitte der 60-er Jahre wurden beide Regimenter auf den verbesserten Flugkörper FKR-2 (SSC-2B »Sam-let«) umgerüstet. Ende der 60-er Jahre erfolgte die Rückverlegung der beiden Regimenter in die Sowjetunion.
Der Flugkörper, auch als Frontflügelrakete bezeichnet, war eine Weiterentwicklung der deutschen Rakete V-1 und ein Produkt aus dem Konstruktionsbüro Mikojan, das auf der Basis der Mig-15 eine ganze Familie von Flügelraketen unterschiedlicher Zweckbestimmung entwickelte. Die Frontflügelrakete FKR-1 »Meteor« (Indexnummer 4K87 – NATO-Code SSC-2A »Salish«), Truppeneinführung ab 1957, hatte eine Länge von 8,23 m, einen Durchmesser von 1,19 m und eine Spannweite von 7,01 m. Bei einem Startgewicht von 3.600 kg trug sie einen nuklearen Gefechtskopf von 12-20 kt. Ihre Reichweite betrug bei einer Flughöhe von 600-1.200 m 100 km (FKR-2 180 km) mit einer Fluggeschwindigkeit von 1.050 km/h (1.120 km/h). Gelenkt wurde die Flügelrakete über Trägheitsnavigation und bei der FRK-2 zusätzlich mittels End-phasenradarzielsuchlenkung.

Ein Regiment verfügte über acht Start- und Transportfahrzeuge Kras 214 V als Sat-telschlepper, eine Leitstation auf dem LKW Sil 157 V, einen Bodenkontrollradar und acht Transportnachladefahrzeuge."

Seit dem Durcharbeiten des Buches von Horst Lohmann und der nachfolgend ge-nannten Quellen sind mir die vier Stationierungsorte der Feuerabteilungen der Frontflügelraketenregimenter bekannt. Aber die genaue Nummerierung und die Stationierungsorte der Stäbe der beiden Frontflügelraketenregimenter konnte ich bis heute noch nicht finden. Logisch ist, daß eines dieser Regimenter im Norden und das andere im Süden der DDR stationiert war.

Lohmann hat in seinem Buch die Daten zum Thema "Frontflügelraketen" aus dem Buch "Rote Plätze – Russische Militärflugplätze in Deutschland 1945 – 1994. © 2007 by AeroLit Verlag" von Freund, L. und Büttner, St. übernommen. Da ich dieses Buch erst nach dem Buch von Lohmann in die Hände bekam, habe ich angenommen, daß bei ihm die Erstnennung erfolgte.

Mit der Angabe der Stationierungsort der FRK-1-Abteilungen war die Sensation perfekt. Aber stimmten die Angaben von Horst Lohmann? Ich begann eine zeitraubende Suche im Internet und wurde schließlich und endlich fündig. Im Heft 32 des Magazins FLIEGERREVUE extra sollte ein Artikel von Stefan Büttner und Klaus Stark mit Thema "Nur 15 Minuten bis zum Atomschlag. Amerikanische und sowjetische Marschflugkörper in Deutschland" abgedruckt sein. Ich habe mir dann dieses Heft vom Verlag nachbestellt und sollte in meinen Erwartungen nicht enttäuscht werden. Ich zitiere diesen Artikel auszugsweise (Seite 22):

"Als die Bundeswehr noch mit der Mace liebäugelte, machte sich die Sowjetunion daran, neuartige Waffen unmittelbar an der innerdeutschen Grenze zu stationieren. Diese neuen Marschflugkörper – als Frontflügelraketen (фронтовaя крылатaя ракетa) bezeichnet – waren fast während der gesamten 1960er-Jahre gen Westen gerichtet, aber ähnlich wie im Fall der US-Lenkgeschosse ging das Wissen darüber im öffentlichen Bewußtsein, in der Militärgeschichtsschreibung und selbst in der russischen Geschichtsforschung so gut wie verloren. Erst bei Recherchen im Bundesarchiv Koblenz stießen die Autoren (Anm. d. Verf. – Büttner und Stark) auf überraschende Eintragungen in Akten des Bundesnachrichtendienstes (BND). Am Anfang standen Notizen auf einer Karteikartte zum Fliegerhorst Quedlinburg-Quarmbeck, die zunächst nicht besonders relevant erschienen: …" Im weiteren Verlauf des Artikels werden die Beobachtungsergebnisse der BND-Quelle aus diesem Standort dargelegt.

Ich zitiere weiter (Seite 23/24):

" Ähnlich wie die USA hatte sich die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg große Mühe gegeben, die deutsche V 1 nachzubauen. anders als jenseits des Atlantiks setzte man dabei vor allem auf luftgestützte Marschflugkörper, die gegen Seeziele eingesetzt werden sollten. Das erste brauchbare Ergebnis war die KS-1 Kometa, im Prinzip eine umgebaute MIG-15 ohne Kabine. Die Kometa hatte eine Reichweite von zunächst 80, später von rund 150 Kilometern und wurde von einer Tu-4K(S) oder einer Tu-16KS aus gestartet. … Ende der 1950er-Jahre verfügten die Seefliegerkräfte über fünf Regimenter mit jeweils zwölf Raketenträgern TU-16KS.
Die Kometa wurde zum Vorbild für die Meteor. Als die sowjetische Führung näm-lich von der Stationierung der ersten amerikanischen Matador-Flugkörper in Bitburg erfuhr, verlangte sie mit dem Erlass Nr. 864-372 am 11. Mai 1954 die Entwicklung einer vergleichbaren Flügelrakete gegen Landziele, die einen nuklearen Gefechts-kopf mindestens 100 Kilometer weit befördern konnte. Um diese Forderung kurzfris-tig zu erfüllen, schlug Alexander Berjosnak (Anm. d. Verf. – Vater der sowjetischen Marschflugkörper) von der Filiale 2 des OKB-155 daraufhin vor, die luftgestützte Ko-meta als Basis für einen neuen Boden-Boden-Flugkörper zu nehmen – die spätere FKR-1. Die Einführung in den Truppendienst erfolgte 1957 (Anm. d. Verf. – genau am 03. März 1957). Insgesamt wurden sieben FKR-Regimenter aufgestellt, zwei davon verlegten im Rahmen der Kuba-Krise auf die Karibik-Insel. Drei Regimenter waren in der Ukraine und ein weiteres im Baltikum beheimatet. Dass aber auch zwei Regimenter in der DDR stationiert wurden, wird hier erstmals ausführlich dargestellt."

Mit diesem Artikel in der FLIEGERREVUE extra, Heft 32, wurden die bisherigen Angaben über die Stationierung der Frontflügelraketen bestätigt und es steht zweifelsfrei fest, daß in Arnstadt-Rudisleben mindestens ab 1961 Kernwaffeneinsatzmittel mit Kernsprengköpfen stationiert waren. Gleichzeitig muß wieder darauf hingewiesen werden das der Lagerort für die Kernsprengköpfe Spekulation bleibt.

Übrigens hat die Sowjetunion während der Kuba-Krise 1962 im Rahmen der Opera-tion »Анадырь« 164 Kernsprengköpfe für die dort stationierte Gruppe der Sowjeti-schen Truppen auf die Insel verlegt, darunter:

- für die Raketen R-12 – 36 KSK, jeweils mit einer Sprengkraft von 1 MT;
- für die Raketen R-14 – 24 KSK, jeweils mit 1 und/oder 2,0 – 2,3 MT;
- für die Flügelraketen FRK-1 – 80 KSK, jeweils mit einer Sprengkraft von 2 – 20 kT;
- für die Bomber IL-28 – 6 Kernbomben 407Hjeweils mit einer Sprengkraft von 8 – 12 kT;
- für die taktischen Raketen "Luna" – 12 KSK, jeweils mit einer Sprengkraft von 2 kT;
- für die luftgestützten Flügelraketen »Kometa« und für die mobilen Flügelraketen zur Küstenverteidigung »Sopka« -
6 Kernsprengköpfe.

Quelle: http://www.waronline.org/write/world-mi ... road/cuba/ (abgerufen am: 29. Okt. 2011 09:55 Uhr)

Auch die Verlegung von Kernsprengköpfen auf Kuba für die FRK-1 zeigt, daß diese vorrangig für den Kernwaffeneinsatz vorgesehen waren.

Bei meiner Suche bin ich in einem Internetforum, Adresse: http://www.forumavia.ru/forum/1/3/97361 ... 3_41.shtml (abgerufen am: 28. Okt. 2011 18:18), darauf gestoßen, daß in Arnstadt-Rudisleben auch eine Bewegliche Raketentechnische Basis stationiert gewesen sein soll:

"Вчера разговаривал с одним сослуживцем по Арцизу, который живет в Одессе и хорошо знает Катрича еще с капитана. Он сказал, что Борис Алексеевич с женой развелся и уехал то ли в Киев, то ли в Москву и связь с ним прервалась. Он его последний раз видел в 2000 году. Я думаю, что скорее всего он уехал в Москву к первой жене, которая жила с его родителями. Сослуживец также рассказывал интересные вещи про РТБ ГСВГ. По стечению судьбы в Лерце он служил с моим отцом, а в Арцизе - уже со мной. В Германию он приехал в 1960 из Гостомеля под Киевом с полком ФКР-1 в Кведлинбург. Таких полков в ГСВГ было 4 (всего их было 7, искал инфо по ним, но нигде нет. Может форумчане знают?). При них были ПРТБ, которые стали основой для РТБ ВВС ГСВГ. В 1965 году полки ушли в Союз переучиваться на "Ястреб", РТБ остались. Таким образом РТБ в Лерце родом из Кведлинбурга. В Карл-Маркс-Штадт (затем Альтенбург) РТБ пришла из Арнштадта. Про остальные - не знаю, может ветераны дополнят. РТБ в Людвигслусте в конце 60-х перебазировалась, кажется, в Польшу, но не уверен."

Sinngemäß übersetzt heißt es dazu: " … Solche Regimenter gab es 4 (insgesamt waren es 7 …). Bei ihnen waren Bewegliche Raketentechnische Basen, welche später die Basis für die Raketentechnischen Basen der LSK der GSSD bildeten. … Nach Karl-Marx-Stadt (danach nach Altenburg) kam die Raketentechnische Basis aus Arnstadt. …"

Einige taktisch-technische Daten zum Frontflügelraketenkomplex FKR-1:
(siehe http://www.russianarms.ru/forum/index.php?topic=1883.0 (abgerufen am: 28. Okt. 2011 16:37))

- GRAU-Index: KC-7, 4K87
- Nato-Code: SSC-2A "SALISH"
- Reichweite: 25 – 125 km
- CEP: 500 m
- Fluggeschwindigkeit: 1.100 km/h
- Flughöhe: 600 – 1.200 m
- Gefechtskopf: Kernsprengkopf mit einer Sprengkraft von 12 kT
- Länge: 8,483 m
- Durchmesse: 1,2 m
- Höhe: 2,935 – 3,003 m
- Startmasse: 3,9 t
- Flugmasse: 2.735 – 2.929 kg

Ich zitiere weiter aus dem in der FLIEGERREVUE extra, Heft 32, enthaltenen Artikel, (Seite 24):

"Ähnliche Berichte wie aus Quedlinburg-Quarmbeck liegen aus Arnstadt-Rudisleben vor, wo die Sowjetunion ebenfalls eine vormalige Munitionsfabrik nachnutzte: »Die hier stationierte Infanterieeinheit wurde im November/Dezember 1960 durch eine Einheit der Luftstreitkräfte abgelöst. Im Gespräch gehört, daß im Winter 1960/61 schwere Ausrüstung in Richtung Kaserne transportiert wurde. (…) Mit Bestimmtheit einen 15 Meter langen Fernlenkkörper unter Planen erkannt.« … Ein bayerischer Grenzlagebericht aus der 1. Hälfte September 1964 fasst die Ereignisse zusammen: »Unter den Ortsansässigen wird erzählt, daß in diesem Gelände auch einen Raketenabschußbasis errichtet worden wäre. bis vor vier Wochen soll aus dieser Raketenbasis fast jeden Abend bis gegen Mitternacht starker Lärm (ähnlich dem Bremslauf von Turbinentriebwerken) zu hören gewesen sein, jede Lärmphase habe etwa vier Minuten gedauert.«
Nahtlos schließen sich die Beobachtungen am dritten Standort, der vormaligen Wehrmachtskaserne in Ebersdorf bei Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), an. …
In unmittelbarer Nachbarschaft der Marschflugkörper entstanden an den vier Statio-nierungsstandorten Feuerstellung für Flugabwehrraketen des Typs S-75 Dwina (SA-2 Guideline). In jener Zeit wurden fast über Nacht etwa 40 derartige Stellungen in der DDR errichtet, zumeist innerhalb oder in direkter Randlage der zahlreichen Garnisonen."

Bemerkung:
Die S-75 wurde ab 1959 in Dienst gestellt und sollte manövrierende hochfliegende Bomber wie die US-amerikanische B-52 abfangen. Das komplette System aus Raketen, Radar und anderen Geräten konnte auf Fahrzeugen und Anhängern transportiert werden. Die SA-2 wurde durch den Abschuss des US-amerikanischen Höhenaufklärers U-2 am 1. Mai 1960 bekannt. Die in Arnstadt-Rudisleben stationierten könnten durch eine der Abteilungen der in Gotha stationierten 18. FRBr geschützt worden sein.

Ich zitiere weiter (Seite 27f):

"Im Gegensatz zu den amerikanischen Matador- und späteren Mace-Flugkörpern hatten die sowjetischen FKR-1 nur eine Reicheite von maximal 125 Kilometern. Von ihrer Friedensbasierung aus konnten sie kaum feindliches Territorium erreichen. Deshalb ist anzunehmen, dass sie ab einer bestimmten Bereitschaftsstufe in vorgeschobene Stellungen näher an der innerdeutschen Grenze verlegt worden wären. Trotzdem waren sie im Vergleich zu den US-Marschflugkörpern lediglich als taktische Waffe einzustufen, vergleichbar mit den etwa zur gleichen Zeit eingeführten Kurzstreckenraketen Luna oder den ebenfalls Anfang der 1960er-Jahre in der DDR stationierten operativ-taktischen R-11 Semlja (Scud A) mit 150 Kilometern Reichweite. Unbestritten ist, daß die hohe Trefferabweichung von 500 Metern der FRK-1 den Einsatz eines nuklearen Sprengkopfes voraussetzte.

Auch wenn deutlich wird, wo sich die Friedensbasierungen der Marschflugkörper befanden bleibt unklar, ob in Friedenszeiten Anlagen für den Abschuss geschaffen wurden oder wo exakt diese sein sollten. Es ist bis heute nicht gelungen, Reste sol-cher Anlagen nachzuweisen.

Die wenigen verfügbaren Fakten deuten daraufhin, dass die FKR-1 ab Mitte der 1960er-Jahre durch neue Marschflugkörper abgelöst wurden. Eine verläßliche Aus-sage von sowjetischen Zeitzeugen fehlt bis heute. Es handelt sich dabei um den Frontflügelraketenkomplex-2 (FR-2). Der Abschuß erfolgte von einem mobilen Fahrzeug (SiL-135K) aus einem röhrenförmigen Startbehälter heraus. Den schnittigen Flugkörper S-5 dürften die wenigsten zu sehen bekommen haben, da dieser nur zu Wartungszwecken seine schützende Röhre verließ. Aus Arnstadt-Rudisleben liegen Beschreibungen vor, die exakt dem Aussehen des achträdrigen Fahrzeuges mit seiner langen Startröhre entsprechen."

Einige taktisch-technische Daten zum Frontflügelraketenkomplex FKR-2 / 2K17:
(siehe http://www.russianarms.ru/forum/index.php?topic=1880.0 (abgerufen am: 29. Okt. 2011 11:16))

- GRAU-Index der Frontflügelrakete: C-5, 4K95
- Nato-Code: SSC-1A "SHADDOCK"
- Reichweite: 431 – 650 km, unter normalen Bedingungen 574 km (abhängig von der Lufttemperatur)
- CEP: ? m
- Fluggeschwindigkeit: Mach 1,5
- Flughöhe: 400 – 7.000 m
- Gefechtskopf:
> Kernsprengkopf vom Typ TK-11 mit einer Sprengkraft von 650 kT
> konventioneller Gefechtskopf vom Typ 3H23 mit einer Masse von 870 kg
> chemischer Gefechtskopf »Туман-1«
- Länge: 10,819 m
- Durchmesse: 1,0 m
- Höhe: 1,5 m
- Spannweite: 2,6 m
- Startmasse: 3,950 – 5,400 t
- Flugmasse: 2.330 kg
- Vorbereitungszeit zum Start:
> von vorbereiteter Startposition: 35 Minuten
> von unvorbereiteter Startposition: 50 Minuten.

Der FKR-2 wurde am 30. Dez. 1961 in die Bewaffnung der sowjetischen Streitkräfte aufgenommen und nicht später als 1975 wieder herausgenommen. Zum Bestand eines Regimentes gehörten 8 selbstfahrende Startrampen 2P30 auf der Basis des vierachsigen Sil-135K, zum Bestand einer selbständigen Abteilung – drei selbstfah-rende Startrampen 2P30.

Eine Abbildung des SiL-135K ist z.B. auf folgender Internetseite zu sehen:
http://vkolonne.ru/zil-135k.php (abgerufen am 29. Okt. 2011 11:28)

Ende der 1960er-Jahre wurden die Frontflügelraketenregimenter zurück in die Sow-jetunion verlegt. In den Garnisonen Rudisleben, Ebersdorf, Quarmbeck und Techentin zogen neue Einheiten ein. Landgestützte Frontflügelraketenkomplexe wurden in der Folgezeit nur noch als mobile Version (Redut) und in stationär-verbunkerter Form (Progress) bei der Küstenverteidigung genutzt, sowohl von der Baltischen Rotbannerflotte als auch von der Volksmarine, letztere natürlich ohne Kernsprengköpfe.

In Zusammenhang mit der Stationierung sowjetischer Frontflügelraketen auf dem Territorium der DDR bleiben noch viele Fragen offen, wie z. B.:

- Wo befanden sich Standorte der Stäbe der beiden Frontflügelraketenregimenter?
- Wie waren die Frontflügelraketen in Arnstadt-Rudisleben untergebracht?
- Wo wurden die Kernsprengköpfe für die Frontflügelraketen gelagert?
- Wo befanden sich die "scharfen" Startstellungen" der FKR für den Ernstfall?
- Wann wurden die FKR-1 gegen FKR-2 ausgetauscht?
- Welcher Truppenteil oder welche Einheit befand sich nach Rückverlegung der FKR-2 im Standort Arnstadt-Rudisleben
bis zur Stationierung der 449. RBr?

Interessierenden empfehle ich zu diesem Thema vor allem folgende Publikationen:

den im Heft 32 des Magazins FLIEGERREVUE extra enthaltenen Artikel von Stefan Büttner und Klaus Stark mit Thema "Nur 15 Minuten bis zum Atom-schlag. Amerikanische und sowjetische Marschflugkörper in Deutschland"

das von Horst Lohmann 2010 verfaßte Buch "Die Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland 1945 – 1994. Ein historischer Abriß"

MfG

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Zuletzt geändert von Panzermann am Sonntag 18. März 2012, 09:42, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: Korrektur
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Re: Sowjetische Boden-Boden-Raketen in DDR

Beitragvon kps » Sonntag 30. Oktober 2011, 09:29

Es macht Spass dies alles zu lesen - bitte mehr davon.

VG
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Re: Sowjetische Boden-Boden-Raketen in DDR

Beitragvon kallepirna » Sonntag 30. Oktober 2011, 11:55

Aber nicht so schnell man braucht Zeit zum verdauen. [c-c-c]
Mach weiter so. Mfg.kallepirna
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Re: Sowjetische Boden-Boden-Raketen in DDR

Beitragvon TÜP » Montag 31. Oktober 2011, 21:19

Sehr gute Ausführungen. Ich hab 1985/86 in Tautenhain gedient. Mit den Sprengköpfen sind wir nie in Kontakt gekommen. Sie sollten im Ernstfall mit Hubschraubern aus Jena eingeflogen werden. (Hat man uns erzählt) In der Steppe Kasachstans hab ich im August 1986 die von mir betankte 8K14 fliegen sehen.
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Re: Sowjetische Boden-Boden-Raketen in DDR

Beitragvon Panzermann » Dienstag 1. November 2011, 10:38

Hallo TÜP,

danke für das Kompliment. Wie bereits angekündigt, werde ich über die Raketenbrigaden der GSSD und der NVA, einschl. der Zuführung der Kernsprengköpfe, in den nächsten Wochen noch etwas schreiben. Ich habe übrigens vergangenes Wochenende
eine weitere Entdeckung gemacht. In der DDR (Kochstedt) lag bereits 1958 eine mit R-11 ausgerüstete sogenannte "Ingenieurbrigade". Dafür habe ich zwei Quellen.

MfG

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Re: Sowjetische Boden-Boden-Raketen in DDR

Beitragvon Bunkerwilli » Dienstag 1. November 2011, 14:54

Hallo, Panzermann;

das ist ja eine Fleißarbeit! Danke!

Es grüßt
bunkerwilli
Geschichte - oder "Geschichten" - das ist stets die Frage.
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Re: Sowjetische Boden-Boden-Raketen in DDR

Beitragvon Funker » Samstag 5. November 2011, 09:43

Hallo Panzermann.
Kennst Du die Seite: www.missiles.ru?

LG Funker
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Re: Sowjetische Boden-Boden-Raketen in DDR

Beitragvon Panzermann » Sonntag 6. November 2011, 09:59

Hallo Funker,

Danke für den Hinweis. Diese Seite kannte ich noch nicht.

Nachfolgend einige Internetseiten zum Thema "Raketen":

a) in russischer Sprache

- http://military.tomsk.ru
Auf dieser Seite sind sehr viele gute Bilder und Informationen zu den einzelnen Raketenkomplexen.

- http://www.kapyar.ru

- http://www.russianarms.ru
Im Forum auf dieser Seite sind sehr viele Informationen zu finden. Es ist zwar sehr mühsam alle Beiträge zu lesen,
aber man findet sehr viele bisher nicht bekannte Details.

- http://aviac.ru/rockets/
Auf dieser Seite findest Du sehr viele Artikel zu den Raketentruppen der ehemaligen UdSSR.

b) in deutscher Sprache

- http://www.peterhall.de/
Auf dieser Seite findest viele Informationen zum "BALLISTISCHE RAKETENWAFFEN - MILITÄRISCHE, HISTORISCHE
und TECHNISCHE ASPEKTE"

- http://www.rwd-mb3.de/
Diese Website beschäftigt sich mit dem Raketen und Waffentechnischen Dienst im Kommando des Militärbezirkes III
und dessen Truppenteilen / Einrichtungen (BRTB-3, BFRTB-3, AWL-13, ML-13, ML-23) sowie der Raketentechnik und
Bewaffnung in dessen Aufgabengebiet.

c) in englischer Sprache

- http://www.dtig.org/docs.asp
Auf dieser Seite ist u.a. das Dokument "Landgestützte Ballistische Lenkwaffen aus der ehemaligen Sowjetunion" in
deutscher Sprache abgedruckt.

- http://www.globalsecurity.org/
Auf dieser Seite findest viele Informationen zur Bewaffnung und Ausrüstung, einschließlich ballistischer Raketen, der
USA, der ehemaligen UdSSR und der Russischen Föderation.

MfG

Panzermann
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Re: Sowjetische Boden-Boden-Raketen in DDR

Beitragvon Funker » Sonntag 6. November 2011, 15:11

Hallo Panzermann.
Vielen Dank für die Links.
Ich werde mir in den nächsten Tagen vor allem mal die russischen Links "reinziehen".
Hier noch ein weiterer sehr interessanter Link: www.ausairpower.net/APA-2011-01.html.
Da brauchst Du aber sehr viel Zeit!

Viele Grüße
Funker
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