Die Armeefliegerkräfte der GSSD/NVA - Teil II - 24.03.2012

Moderator: Panzermann

Die Armeefliegerkräfte der GSSD/NVA - Teil II - 24.03.2012

Beitragvon Panzermann » Sonntag 29. Januar 2012, 12:33

Inhaltsverzeichnis siehe Teil I

Im nachfolgenden Text werden aus Platzgründen folgende Abkürzungen ver-wendet:

- HSR----Hubschrauberregiment
- KHSR--Kampfhubschrauberregiment
- HSS----Hubschrauberstaffel
- HSA----Hubschrauberabteilung

7. Die sowjetischen Hubschraubertruppenteile und -einheiten in der Periode von 1987 bis 1990

Um das Gleichgewicht bei den Armeefliegerkräften in Mitteleuropa aufrechtzuerhal-ten beabsichtigte die Führung der sowjetischen Streitkräfte in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre die Anzahl der Hubschrauberregimenter in der GSSD wesentlich zu erhöhen. Ein erster Schritt dazu war die Formierung eines zweiten Hubschrauberre-gimentes für jede in der DDR stationierte sowjetische Armee. Da aber auf Grund der sich in der UdSSR immer mehr zuspitzenden Wirtschaftskrise die finanziellen und ökonomischen Ressourcen immer knapper wurden, erfolgte die Formierung durch die Zusammenlegung der für die Divisionen vorhandenen Selbstst. Hubschrauber-staffeln zur Feuerunterstützung. Neben den begrenzten finanziellen und ökonomi-schen Ressourcen der UdSSR spielten aber auch Fragen der Unterbringung zusätzlicher Hubschrauberregimenter auf dem Territorium der DDR eine nicht unwesentliche Rolle. Es fehlte einfach an Baukapazität und Flächen für die Einrichtung neuer Hubschrauberbasen.

In der Periode von 1987 bis 1989 wurden folgende selbstständigen Hubschrauberregimenter der Führung und Aufklärung durch Zusammenführung von selbstständigen Hubschrauberstaffeln formiert:
Quelle: Beitrag 4.1. Hubschrauber in Jüterbog in Barbara-Meldung Nr. 19 (Mitteilungsblatt zur Jüter-boger Garnisonsgeschichte)

1987:
> das 439. selbst. HSR der Führung und Aufklärung (439 отд. боевой вертолётный полк боевого управления – 439 овп БУ, вч/пп 27805) in Parchim-Damm mit 40 Mi-24 (KHS), 16 Mi-8 und 3 Mi-9. Das HSR wurde aus den für die Divisionen der 2. Garde-Panzerarmee vorhandenen selbst. Hubschrauberstaffeln zur Führung und Aufklärung (овэ БУ) formiert.

1988:
> das 440. selbst. HSR der Führung und Aufklärung (440 отд. боевой вертолётный полк боевого управления – 440 овп БУ, вч/пп 36659) in Stendal-Borstel mit 40 Mi-24 (KHS), 20 Mi-8 und 4 Mi-9. Das HSR wurde aus den für die Divisionen der 3. Stoßarmee vorhandenen selbst. Hubschrauberstaffeln zur Feuerunterstützung (овэ ОП) formiert.

> das 441. selbst. HSR, stationiert in der Sowjetunion,
> das 442. selbst. HSR, stationiert in der Sowjetunion,

Sommer 1989:
> Das 485. Selbst. HSR der Führung und Aufklärung (485 отд. боевой вертолётный полк боевого управления – 485 овп БУ, вч/пп 31955) in Brandis und Merseburg mit 36 Mi-24 (KHS), 15 Mi-8 und 3 Mi-9. Dieses HSR ist in Brandis aus den für die Divisionen der 1. Garde-Panzerarmee vorhandenen selbst. Hubschrauberstaffeln zur Feuerunterstützung (овэ ОП) formiert worden, die in Merseburg, Altenburg und Dresden-Hellerau stationiert waren.

> das 486. selbst. HSR der Führung und Aufklärung (486 отд. вертолетный полк – 486 овп БУ, в/ч пп 40816, позывной "Турнирный") in Jüterbog / Altes Lager mit 32 Mi-24 (KHS), 12 MI-8 und 4 Mi-9. Das HSR wurde erst 1989 aus den für die Divisionen der 8. Gardearmee vorhandenen Selbst. Hubschrauberstaffeln zur Feuerunterstützung (овэ ОП) formiert.

> das 487. selbst. HSR der Führung und Aufklärung (487 отд. вертолетный полк – 487 овп БУ, в/ч пп 52380, in Groß Dölln (bei Templin / Prenzlau mit 26 Mi-24 (KHS), 16 MI-8 und 4 Mi-9. Das HSR wurde im Verlaufe des Jahres 1989 aus den für die Divisionen der 20. Gardearmee vorhandenen selbst. Hubschrauberstaffeln zur Feuerunterstützung (овэ ОП) formiert und nach der Formierung von 1989 bis 1992 in Brandis stationiert.

> das 488. selbst. HSR, stationiert in Ungarn bei der Südgruppe,
> das 489. selbst. HSR, stationiert in der Sowjetunion und
> das 490. selbst. HSR, stationiert in der ČSSR

Zu dem Zeitpunkt als in den Armeen der GSSD die zweiten selbstständigen Hub-schrauberregimenter formiert wurden, verfügte die in der BRD stationierte 7th U.S. Army über eine gewaltige Anzahl von Hubschraubern der verschiedensten Typen, darunter auch Kampfhubschrauber. Im Zusammenhang mit Realisierung der "Struktur hatten die Divisionen der U.S. Army (Heer) ab Mitte der 1980er-Jahre sogenannte Heeresflieger-/Aufklärungsbrigaden (Combat Aviation Brigades) erhalten, die in der Regle über folgende Grobstruktur verfügten:

- 2 Kampfhubschrauberbataillone, jedes mit
> Stab- und Stabskompanie mit 1 AklHS und 3 MHS
> 3 Kampfhubschrauberkompanien, jede mit 7 KHS und 4 AklHS

- 1 Aufklärungsbataillon mit
> Stab- und Stabskompanie mit 1 MHS
> 2 Luftaufklärungskompanien, jede mit 4 KHS und 6 AklHS
> 2 Panzeraufklärungskompanien

- 1 Heeresfliegerbataillon
> Stab- und Stabskompanie
> 1 Aufklärungshubschrauberkompanie mit 16 AklHS und 6 MHS
> 1FEK-Hubschrauberkompanie mit 6 FEK-HS
> 1 Transporthubschrauberkompanie mit 15 MHS
> 1 Hubschrauberinstandsetzungskompanie mit 2 MHS

8. Die Armeefliegerkräfte der 8. Gardearmee

Zu den Armeefliegerkräften der 8. Gardearmee gehörten 1990 (Details und Quellen siehe unten):

- die 298. selbst. HSS der Führung und Aufklärung (298 отд. вертолётная эскадрилья боевого управления – 298 овэ БУ, в/ч пп 13797), in Haßleben (ca. 20 km nördl. von Erfurt) mit Mi-2, Mi-6, Mi-8 und Mi-24. Diese HSS war für die Sicherstellung des Armeestabes zuständig. Diese Staffel war seit 1956 auf dem Flugplatz Weimar-Nohra stationiert, zuerst als Stabsführungsstaffel und später als HSS der Führung und Aufklärung. Nach anderen Quellen soll die diese Staffel zuerst in Schlotheim stationiert gewesen sein und ab 1982 Weimar-Nohra, was wenig wahrscheinlich ist, da der Flugplatz Obermehler-Schlotheim häufig durch Jagdbomber der 35., 85., 116. und 730. Jagdbombenfliegerregimenter belegt war. Die 298 овэ БУ war von 1989 bis 1992 in Haßleben stationiert.

- das 336. selbst. KHSR (336 отд. боевой вертолётный полк – 336 обвп, в/ч пп 06944, von 1979 bis 1992 вч/пп 67383, позывной "Галя") wurde im Zeitraum vom 22. bis 30. Mai 1979 wurde von dem Flugplatz "Бердянск" (am Asowschen Meer) aus der damaligen Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik auf den Flugplatz Weimar Nohra in die DDR verlegt. Das HSR hatte 40 Mi-24 (KHS) und 16 Mi-8 im Bestand.
Quelle: http://www.skywar.ru/336OVP.html (abgerufen am: 16. Dez. 2011 12:26)

- das 486. selbst. HSR der Führung und Aufklärung (486 отд. вертолётный полк боевого управления – 486 овп БУ, в/ч пп 40816, позывной "Турнирный") in Jüterbog / Altes Lager mit 32 Mi-24 (KHS), 12 MI-8 und 4 Mi-9. Dieses HSR wurde im Verlaufe des Jahres 1989 auf der Basis von folgenden drei selbstständigen HSA zur Feuerunterstützung (отдельные вертолётные эскадрильи огневой поддержки – овэ ОП) der zur 8. Gardearmee gehörenden Divisionen formiert:

> aus der in Haßleben stationierten und bisher der 39. GMSD (Ohrdruf) unterstellten 241. selbst. HSS zur Feuerunterstützung (241 овэ ОП, в/ч пп 62024). Diese Hubschrauberstaffel war von 1969 bis 1982 Weimar-Nohra und von 1982 bis 1989 in Haßleben stationiert. Anfänglich waren den Divisionen noch keine HSS (овэ) sondern nur HSA (ово) unterstellt. 1989 wurde die 241 овэ ОП zur Formierung des 486 овп БУ nach Jüterbog / Altes Lager verlegt.

> aus der in Obermehler-Schlotheim stationierten und bisher der 27. GMSD (Halle) unterstellten 311 selbst. HSS zur Feuerunterstützung (311 овэ ОП, в/ч пп 55514). Diese HSS war von 1982 bis 1985 in Merseburg und von 1985 bis 1987 in Obermehler-Schlotheim stationiert. 1982/83 verfügte diese Hubschrauberstaffel über 4 Ми-2рхр (Chemische Aufkl.) und 2 Ми-8взпу (Gefechtsfeldüberwachung und Gefechtsführung). 1989 wurde die 311 овэ ОП zur Formierung des 486 овп БУ nach Jüterbog / Altes Lager verlegt.
Quelle: http://www.ryadovoy.ru/forum/index.php/ ... 861.0.html (abgerufen am 25. Jan. 2012 17:24)

> aus der ebenfalls in Obermehler-Schlotheim stationierten und bisher der 79. GPD (Jena) unterstellten 345. selbst. HSS zur Feuerunterstützung (345 овэ ОП, в/ч пп 62023). Anfang der 1980-er Jahre verfügte die damalige 345 ово über 4 Ми-2рхр (Chem. Aufkl.), 2 Ми-8взпу (Gefechtsfeldüberwachung und Gefechtsführung). Nach der Aufstockung zur 345 овэ ОП waren folgende Hubschraubertypen vorhanden: 8 Ми-2, 4 Ми-8, 1 Ми-6взпу und ? Ми-24. Die 345 ово war ab 1969 in Weimar-Nohra stationiert, später wurde sie zur 345 овэ ОП umformiert und 1986 nach Obermehler-Schlotheim verlegt. 1989 wurde die 345 овэ ОП zur Formierung des 486 овп БУ nach Jüterbog / Altes Lager verlegt.
Quelle: http://www.ryadovoy.ru/forum/index.php/ ... 861.0.html (abgerufen am 25. Jan. 2012 17:24)

- Die der 57. GMSD (Naumburg) unterstellte 327. selbst. HSS zur Feuerunter-stützung (327 овэ ОП) war von 1970 bis 1985 in Allstedt stationiert und wurde von 1985 bis 1986 nach Brandis verlegt, weil mit der Stationierung des zur 1. GPA gehörenden 225. selbst. KHSR auf dem Flugplatz Allstedt dort kein Platz mehr war. Wem die 327 овэ ОП unterstellt war und wohin sie verlegt wurde, ist mir nicht bekannt.

- die 268. selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen (268 отд. эскадрилья беспилотных летательных аппаратов – 268 oэб ПЛА) von 1982 bis 1990 in Weimar-Nohra mit vier Aufklärungsdrohnen des Typs WR-3 "Reis".

Nachfolgend sind einige Flugplätze im Bereich der 8. Gardearmee in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt, auf denen sowjetische Hubschraubertruppenteile und -einheiten stationiert waren.

Flugplatz Allstedt
Seit 1965 verfügte dieser Flugplatz über eine 2.500 m lange und 60 m breite Start- und Landebahn aus Beton. Der Flugplatz wurde bereits seit 1957 als Einsatz- und Ausweichflugplatz von den sowjetischen Luftstreitkräften genutzt.

Auf dem Flugplatz Allstedt waren folgende Hubschraubereinheiten stationiert:

- das der 1. Gardepanzerarmee (Dresden) unterstellte das 225. selbst. KHSR (225 отд. боевой вертолётный полк – 225 обвп, вч/пп 94594) war von 1977 bis 1991 auf dem Flugplatz Allstedt stationiert (siehe unten).
Stationierungszeitraum lt. folgender Quelle: http://ryadovoy.ru/forum/index.php?topic=2111.0 (abgerufen am 27. Jan. 2012 17:43)

- die der 57. GMSD (Naumburg) unterstellte 327. selbst. HSS zur Feuerunter-stützung (327 овэ ОП) war von 1970 bis 1985 in Allstedt stationiert und wurde von 1985 bis 1986 nach Brandis verlegt, weil mit der Stationierung des zur 1. GPA gehörenden 225. selbst. KHSR auf dem Flugplatz Allstedt dort kein Platz mehr war. Wem die 327 овэ ОП unterstellt war und wohin sie verlegt wurde, ist mir nicht bekannt.

- die der GSSD direkt unterstellte 292. selbst. HSS für den Funkelektronischen Kampf (FEK) (292 отд. вертолётная эскадрилья РЭБ – 292 овэ РЭБ, в/ч пп 22632) war von 1981 bis 1985 in Allstedt stationiert (siehe unten).

Flugplatz Altenburg-Nobitz
Dieser Flugplatz hatte bereits 1945 eine 1.250 m lange und 60 m breite Start- und Landebahn. 1990 hatte die Startbahn eine Länge von 2.695 m und eine Breite von 60 (45) m. Bereits seit 1946 waren hier sowjetische Kampfflieger stationiert.

Auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz waren folgende Hubschraubereinheiten stationiert:

- die der 20. GMSD (Grimma) unterstellte 312. selbst. HSS zur Feuerunterstüt-zung (312 овэ ОП, в/ч пп 23207). Diese Division gehörte zur 1. GPA.

Flugplatz Cochstedt
Dieser Flugplatz verfügte 1990 über eine 2.500 m breite und 50 m lange Start- und Landebahn. Hier waren vor allem sowjetische Jagd- und Jagdbombenfliegerkräfte stationiert.

Auf dem Flugplatz Jüterbog / Altes Lager waren folgende Hubschraubereinheiten stationiert:

- die der GSSD direkt unterstellte 292. selbst. HSS für den Funkelektronischen Kampf (FEK) (292 отд. вертолётная эскадрилья РЭБ – 292 овэ РЭБ, в/ч пп 22632) war von 1985 bis 1992 in Cochstedt stationiert (siehe unten).

- Teile des der GSSD direkt unterstellten 239. selbst. Garde-HSR (239 гв. отд. вертолётный полк – 239 гв овп, в/ч пп 79048) waren von 1970 bis Ende 1976 zeitweise in Cochstedt stationiert.

Flugplatz Haßleben
1955 verfügte der Flugplatz über einen 2.500 m langen und 200 m breiten Landes-treifen (Grasnarbe), 1990 war eine 250 m lange und 24 m breite Start- und Lande-bahn vorhanden.

Auf dem Flugplatz Haßleben waren folgende Hubschraubereinheiten stationiert:

- die 298. selbst. HSS der Führung und Aufklärung (298 отд. вертолётная эскадрилья боевого управления – 298 овэ БУ, в/ч пп 13797) im Zeitraum von 1989 bis 1992. Die 298 овэ БУ war vorher in Schlotheim und Weimar-Nohra stationiert.
Quelle: http://vertoletciki.forumbb.ru/viewtopic.php?id=12&p=4 (abgerufen am: 16. Dez. 2011 15:06)

- die der 39. GMSD (Ohrdruf) unterstellte 241. selbst. HSS zur Feuerunterstüt-zung (241 овэ ОП, в/ч пп 62024) war von 1969 bis 1982 in Weimar-Nohra stati-oniert, zuerst als 241 ово und später als 241 овэ ОП. 1982 wurde sie dann nach Haßleben verlegt. Mit der Formierung des 486. Selbst. Hubschrauberregimentes der Führung und Aufklärung (486 овп БУ) wurde sie dann 1989 nach Jüterbog / Altes Lager verlegt.
Quelle: http://vertoletciki.forumbb.ru/viewtopic.php?id=12&p=8 (abgerufen am: 19. Dez. 2011 12:48)

Äußerung des ehemaligen sowjetischen Armeeangehörigen Hptm. Jurij Kulikow, aus dem Jahr 2006, der von 1983 bis 1987 in der 241. Selbst. Hubschrauberstaffel in Haßleben gedient hat:
"Unsere Hubschrauberstaffel war der 39. Garde-Mot.-Schützendivision aus Ohrdruf unterstellt. Auftrag war die Feuerunterstützung bei Angriff und Verteidi-gung der Division. Auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf fand das Schießen mit der Bordkanone, ungelenkten Raketen und der Bombenabwurf statt, der scharfe Schuß mit Panzerabwehrlenkraketen geschah auf dem Luft-Boden-Schießplatz Wittstock. … Ich selbst war Kommandant einer Hubschrauberbesatzung und Pilot einer Mi-24W. Neben Kampfhubschraubern und Mi-24 und Transporthubschraubern Mi-8 befanden sich auch noch Führungshubschrauber Mi-8 und Mi-9 im Bestand. …"
Quelle: FLIEGERREVUE extra, Heft 24, Artikel "Wie der Kreml die DDR aufgab", S. 14

Mit der Aussage "Bombenabwurf auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf" muß man vorsichtig umgehen, Bombenabwurf ja, aber scharfe Bomben mit hoher Wahrscheinlichkeit nein. Es ist zu berücksichtigen, daß eine scharfe 500 kg Sprengbombe ohne Verzögerungszünder einen Krater mit einem Durchmesser von ca. 10 – 11 m und einer Tiefe von ca. 4 – 5 m verursacht, eine scharfe 250 kg Sprengbombe ohne Verzögerungszünder einen Krater mit einem Durchmes-ser von ca. 4 – 5 m und 1,5 Tiefe. Der scharfe Bombenabwurf hätte das Zielfeld auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf in eine Mondlandschaft verwandelt. Au-ßerdem wäre die Detonation von 250 kg und erst recht von 500 kg Sprengbom-ben in den benachbarten Ortschaften deutlich wahrnehmbar gewesen, wo selbst normales Granatwerferschießen schon bemerkt wurde und wird, wie mein Kollege mir wiederholt berichtete, der in Apfelstädt wohnt.. Für den scharfen Bombenabwurf von Kampfflugzeugen und -hubschraubern hatte die GSSD extra Bombenabwurf- und Luftschießplätze eingerichtet, so z. B. in der Dahlener Heide einen 1.000 ha großen Bombenabwurf- und Luftschießplatz.

Flugplatz Jüterbog / Altes Lager
Dieser Flugplatz lag zwar nicht im Bereich der 8. Gardearmee, aber auf ihm waren Hubschrauber der 8. Gardearmee stationiert. Auf dem Flugplatz Jüterbog / Altes La-ger waren folgende Hubschraubereinheiten stationiert:

- das 486. selbst. HSR Führung und Aufklärung (486 отд. вертолётный полк боевого управления – 486 овп БУ, в/ч пп 06002, позывной "Турнирный") in Jüterbog / Altes Lager mit 32 Mi-24 (KHS), 12 MI-8 und 4 Mi-9. Dieses HSR wurde erst 1989 aus den für die Divisionen der 8. Gardearmee vorhandenen Selbst. Hubschrauberstaffeln formiert:

> aus der in Haßleben stationierten und bisher der 39. GMSD (Ohrdruf) unterstellten 241 selbst. HSS zur Feuerunterstützung (241 овэ ОП, в/ч пп 62024).
> aus der in Obermehler-Schlotheim stationierten und bisher der 27. GMSD (Halle) unterstellten 311 selbst. HSS zur Feuerunterstützung (311 овэ ОП, в/ч пп 55514).
> aus der ebenfalls in Obermehler-Schlotheim stationierten und bisher der 79. GPD (Jena) unterstellten 345 selbst. HSS zur Feuerunterstützung (345 овэ ОП, в/ч пп 62023).

- die der 32. GPD (Jüterbog) unterstellte 139. selbst. HSS zur Feuerunterstüt-zung (139 овэ ОП) war von 1969 bis 1989 in Jüterbog / Altes Lager stationiert.

Weiter waren auf dem Flugplatz Jüterbog / Altes Lager folgende zum 486 овп БУ gehörende Einheiten stationiert:

- das 210. Selbst. Fliegertechnische Bataillon (в/ч пп 21745),
- das 484. Selbst. Bataillon zur Flugplatztechnische Sicherstellung (484 отд. батальон аэродромно-технического обеспечения – 484 обато) und
- die 2385. Selbst. Nachrichten und Flugsicherungskompanie (2385 отд. рота связи и радиотехнического обеспечения – 2385 opc РТО).

Flugplatz Obermehler-Schlotheim
Auf dem Flugplatz Obermehler-Schlotheim waren folgende Hubschraubereinheiten stationiert:

- die 298. selbst. HSS der Führung und Aufklärung (298 отд. вертолётная эскадрилья боевого управления – 298 овэ БУ, в/ч пп 13797) im Zeitraum von 1956 bis 1982. Die 298 овэ БУ war ab 1982 in Weimar-Nohra und von 1989 bis 1992 in Haßleben stationiert. Diese Hubschrauberstaffel war für die Sicherstel-lung des Armeestabes zuständig.

- die der 27. GMSD (Halle) unterstellte 311. selbst. HSS zur Feuerunterstützung (311 овэ ОП, в/ч пп 55514). Diese Hubschrauberstaffel war vorher von 1982 bis 1985 auf dem Flugplatz Merseburg und von 1985 bis 1987 auf dem Flugplatz in Obermehler-Schlotheim stationiert. Sie wurde 1989 nach Jüterbog / Altes Lager zur Formierung des 486. Selbst. HSR verlegt. 1982/83 verfügte diese Hub-schrauberstaffel über 4 Ми-2рхр (Chemische Aufklärung) und 2 Ми-8взпу (Ge-fechtsfeldüberwachung und Gefechtsführung)
Quelle: http://www.ryadovoy.ru/forum/index.php/ ... 861.0.html (abgerufen am 25. Jan. 2012 17:24)

- die der 79. GPD (Jena) unterstellte 345 selbst. HSS zur Feuerunterstützung (345 овэ ОП, в/ч пп 62023). Diese Hubschrauberstaffel war ab 1969 als 345 ово in Weimar-Nohra, später wurde sie zur 345 овэ ОП umformiert und 1986 nach Obermehler-Schlotheim verlegt. 1989 wurde die 345 овэ ОП zur Formierung des 486 овп БУ nach Jüterbog / Altes Lager verlegt. Nach der Aufstockung zur 345 овэ ОП waren folgende Hubschrauber vorhanden: 8 Ми-2, 4 Ми-8, 1 Ми-6взпу und ? Ми-24.
Quelle: http://www.ryadovoy.ru/forum/index.php/ ... 861.0.html (abgerufen am 25. Jan. 2012 17:24)

Flugplatz Weimar-Nohra
Die sowjetischen Truppen nutzten nach dem Abzug der amerikanischen Besatzungstruppen ab Juli 1945 den bereits 1916 errichteten und im 01. März 1935 zum Fliegerhorst Weimar-Nohra umgewandelten Flugplatz Nora für ihre Zwecke. Im Verlaufe der Nutzung durch die sowjetischen Streitkräfte entwickelte sich dieser Flugplatz nach Stendal-Borstel zu einem ihrer größten Hubschrauberbasen in der DDR. Auf dem Flugplatz Stendal-Borstel flogen seit 1988 flogen etwa 135 Hubschrauber, "das hatte einen täglichen Flugbetrieb von Montag bis Samstag zur Folge", also wesentlich mehr Hubschrauber als in Weimar Nohra.
Quelle: FLIEGERREVUE extra, Heft 24, Artikel "Wie der Kreml die DDR aufgab", S. 26

Die Belegung des Flugplatzes Weimar-Nohra durch sowjetische Hubschraubertruppenteile und -einheiten läßt sich nur sehr ungenau rekonstruieren.

Es ist davon auszugehen, daß sich bereits in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre neben Verbindungs- und Transportflugzeugen erste Hubschrauber der Typen M-1 und Mi-4 in geringer Zahl auf dem Flugplatz zur Sicherstellung des Stabes der 8. Gardearmee befanden. Diese Hubschrauber waren offensichtlich in mehreren selbstständigen Hubschrauberabteilungen (отдельные вертолетные отряды – ово) organisiert. Sie wurden 1982 / 1983 in den zur GSSD gehörenden Armeen zu selbstständigen Hubschrauberstaffeln der Feuerunterstützung (отдельные вертолётные эскадрильи огневой поддержки – овэ ОП) für die unterstellten Divisionen aufgestockt.

Auf dem Flugplatz Weimar-Nohra waren folgende Hubschraubereinheiten stationiert:

- die 298. selbst. HSS der Führung und Aufklärung (298 отд. вертолётная эскадрилья боевого управления – 298 овэ БУ, в/ч пп 13797) im Zeitraum von 1956 bis 1989. Nach der unten genannten Quelle soll sie erst ab 1982 in Weimar-Nohra stationiert gewesen sein. Diese Hubschrau-berstaffel war für die Sicherstellung des Armeestabes zuständig.
Quelle: http://vertoletciki.forumbb.ru/viewtopic.php?id=12&p=4 (abgerufen am: 16. Dez. 2011 15:06)

- die der 39. GMSD (Ohrdruf) unterstellte 241. selbst. HSS zur Feuerunterstüt-zung (241 овэ ОП, в/ч пп 62024) war von 1969 bis 1982 in Weimar-Nohra stati-oniert, zuerst als 241 ово und später als 241 овэ ОП. 1982 wurde sie dann nach Haßleben verlegt. Mit der Formierung des 486. Selbst. Hubschrauberregimentes der Führung und Aufklärung (486 овп БУ) wurde sie dann 1989 nach Jüterbog / Altes Lager verlegt.

- die der 79. GPD (Jena) unterstellte 345 selbst. HSS zur Feuerunterstützung (345 овэ ОП, в/ч пп 62023). Diese Hubschrauberstaffel war ab 1969 als 345 ово in Weimar-Nohra, später wurde sie zur 345 овэ ОП umformiert und 1986 nach Obermehler-Schlotheim verlegt. 1989 wurde die 345 овэ ОП zur Formierung des 486 овп БУ nach Jüterbog / Altes Lager verlegt. Nach der Aufstockung zur 345 овэ ОП waren folgende Hubschrauber vorhanden: 8 Ми-2, 4 Ми-8, 1 Ми-6взпу und ? Ми-24.
Quelle: http://www.ryadovoy.ru/forum/index.php/ ... 861.0.html (abgerufen am 25. Jan. 2012 17:24)

- das 336. selbst. KHSR (336 отд. боевой вертолётный полк – 336 обвп, в/ч пп 06944, von 1979 bis 1992 вч/пп 67383, позывной "Галя") wurde im Zeitraum vom 22. bis 30. Mai 1979 wurde von dem Flugplatz "Бердянск" (am Asowschen Meer) aus der damaligen Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik auf den Flugplatz Weimar Nohra in die DDR verlegt.
Quelle: http://www.skywar.ru/336OVP.html (abgerufen am: 16. Dez. 2011 12:26)

- die 268. selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen (268 отд. эскадрилья беспилотных летательных аппаратов – 268 oэб ПЛА) von 1982 bis 1990 mit vier Aufklärungsdrohnen des Typs WR-3 "Reis" von 1982 bis 1990.

Auf dem Flugplatz Weimar-Nohra waren u. a. folgende Sicherstellungseinheiten stationiert:

- das zum 336 обвп gehörende 366. Bataillon zur Flugplatztechnischen Sicherstellung (366 отд. батальон аэродромно-технического обеспечения – 366 обато, в/ч пп 67545)
- die zum 336 обвп gehörende 984. Selbst. Nachrichten- und Flugsicherungs-kompanie (984 отд. рота связи и радиотехнического обеспечения – 984 opc РТО, в/ч пп 99683)
- die zur 298 овэбу gehörende 83. Kompanie zur Fliegertechnischen Sicher-stellung (83 отд. рота аэродромно-технического обеспечения – 83 орато (в/ч пп 68993)
- die 252. Bewegliche Hubschrauberinstandsetzungswerkstatt (в/ч пп 19064)

1982 wurden auf Flugplatz Weimar-Nohra auf der Basis von Hubschrauberabteilungen zwei Hubschrauberstaffeln formiert, eine davon wurde nach Haßleben verlegt, die Hubschrauberstaffel zur Feuerunterstützung der 39. GMSD (Ohrdruf).
Quelle http://www.forumavia.ru/forum/4/8/22049 ... 48_5.shtml

Nach Mitteilung eines ehemaligen sowjetischen Armeeangehörigen sollen im Zeit-raum von 1984 bis 1986 in Weimar-Nohra ein aus drei Staffeln bestehendes Hub-schrauberregiment mit sämtlichen Unterstützungseinheiten, eine selbstständige Staffel Aufklärungsdrohnen und zwei selbstständige Hubschrauberstaffeln stationiert gewesen sein, eine davon war die 345. Selbst. HSS. Die zweite Selbst. HSS war wahrscheinlich die 298.
Quelle: http://www.forumavia.ru/forum/4/8/22049 ... 48_4.shtml

9. Die Armeefliegerkräfte der GSSD im Jahr 1989

Der Hubschrauberbestand der Westgruppe wird für das Jahr 1990 mit 743 Stück angegeben.
Quelle: FLIEGERREVUE extra, Heft 20, Artikel "Russische Luftstreitkräfte 1990 bis 2005 – Erster Teil", S. 34

Die Bestandszahlen sind aus der FLIEGERREVUE extra, Heft 20, S. 34, enthaltenen Artikel "Die russische Luftmacht im Umbruch. Teil 1: Sowjetunion" entnommen.

Die Aufstellung der Hubschraubertruppenteile und -einheiten ist folgender Quelle http://artofwar.ru/s/sukonkin_a_s/text_0550-1.shtml (abgerufen am: 22. Dez. 2011 11:06)

a) Direkt der GSSD unterstellte Hubschraubertruppenteile und -einheiten:

- 239. selbst. Garde-HSR (239 гв. отд. вертолётный полк – 239 гв овп, в/ч пп 79048) in Oranienburg, das mit 26 Mi-6 und 38 Mi-8 ausgerüstet war. Dieses HSR war ein Transporthubschrauberregiment, daß als erstes im Ausland statio-niertes HSR mit dem Nachfolger der Mi-6, der Mi-26, ausgerüstet werden sollte. Das 239. GHSR soll 1958 in der DDR stationiert worden sein. Es war von 1958 bis 1961 in Fürstenwalde, von 1962 bis 1977 in Brandis und von 1977 bis 1994 in Oranienburg stationiert.
Bildquelle Mi-6: http://de.wikipedia.org/wiki/Mil_Mi-6 (abgerufen am 12. Jan. 2012 14:17)
Bildquelle Mi-8: http://www.bredow-web.de/Luftwaffenmuse ... _mi-8.html (abgerufen am 12. Jan. 2012 14:18)


- die 113. selbst. gemischte HSS (113 отд. смешанная авиаэскадрилья – 113 осаэ, в/ч пп 42089), in Sperenberg mit 9 Mi-8, 3 Mi-9 (Führungshubschrauber), 2 Mi-6 und 3 Mi-24 (Transportvariante). In der Transportvariante (8 voll ausge-rüstete Luftlandesoldaten) war die Mi-24 nur mit einem MG bewaffnet (750 Pat-ronen Kampfsatz). Die 113 осаэ war von 1984 bis 1987 in Oranienburg und von 1987 bis 1994 in Sperenberg stationiert
Bildquelle Mi-9: http://www.bredow-web.de/Luftwaffenmuse ... _mi-9.html (abgerufen am 12. Jan. 2012 14:14)
Bildquelle Mi-24A: http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0124163217 (abgerufen am 12. Jan. 2012 14:27)
Bildquelle Mi-24D: http://www.allmystery.de/dateien/gg2830 ... copter.jpg (abgerufen am 14:33)
Bildquelle Mi-24P mit 30-mm-K: http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0820204739 (abgerufen am 12. Jan. 2012 14:29)


- 961. selbst. Aufklärungsfliegerregiment in Werneuchen (961 отд. разведывательный авиационный полк – 961 одрап) mit 20 Drohnen vom Typ WR-3 "Reis" (Ту-143 "Рейс"), die zu einer Staffel mit jeweils vier Drohnen den Armeen der GSSD unterstellt und in deren Bereich stationiert waren. Diese un-bemannten Flugkörper waren Mitte der 1970er-Jahre in Dienst gestellt worden. Bis 1989 wurden insgesamt 950 Stück produziert.
Quelle: Lohmann, H., Die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland 1945-1994. Ein historischer Abriß. © 2010 Projekt + Verlag Dr. Erwin Meißler. S. 174
Bildquelle Tu-134: http://ru.wikipedia.org/wiki//Ту-143 (abgerufen am 12. Jan. 2012 14:35)

In keiner ernst zunehmenden Quelle ist ein Hinweis auf dieses Regiment enthalten, aber die Existenz der den Armeen unterstellten Staffeln habe ich mehrfach in Dokumenten gefunden. Sie wurde auch durch ehemalige sowjetische Armeeangehörige bestätigt. Es kann sein, daß dieses Regiment mit dem in Werneuchen stationierten 931. Selbst. Aufklärungsregiment verwechselt wurde.

b) Direkt der 16. Luftarmee unterstellte Truppenteile, die u.a. auch mit Hubschraubern ausgerüstet waren:

- 226. selbst. Gemischte Fliegerregiment (226 отдельный смешанный авиационный полк – 226 осап, в/ч пп 60974) in Sperenberg. Das Regiment war mit 25 Flugzeugen und 17 Hubschraubern ausgerüstet. Die 3. Staffel dieses Regimentes verfügte über folgende Hubschraubertypen Mi-8S/PS/T "Salon" (16 Stück) und Mi-8TL (1 Stück).
Quelle für Hubschrauberanzahl: http://www.16va.be/orbat_eng_16VA.html (abgerufen am: 23. Dez. 2011 10:21)

- 292. selbst. HSS für den Funkelektronischen Kampf (FEK) (292 отд. вертолётная эскадрилья РЭБ – 292 овэ РЭБ, в/ч пп 22632) in Cochstedt mit 16 Mi-8 (Ми-8ППА, Ми-8СМВ) und 2 Mi-9. Diese Staffel wurde 1979 von dem Flugplatz "Бердянск" (am Asowschen Meer) aus der damaligen Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik zuerst nach Allstedt und von dort aus im Mai 1985 nach Cochstedt verlegt. Der FEK-Hubschrauber Ми-8ППА war mit den Stationen "Азалия" и "Фасоль" zur aktiven Störung gegnerischer Funkmeßstationen ausgerüstet. Er war eine Weiterentwicklung der 1974 in Dienst gestellten Ми-8ПП. Der Hubschrauber Ми-8СМВ war der erste sowjetische FEK-Hubschrauber. Er war 1971 zum Schutz der sowjetischen Frontfliegerkräfte vor den gegnerischen Fla-Raketen-Komplexen in Dienst gestellt worden. Die 1977 in Dienst gestellte Ми-9 war ein auf der Basis des Ми-8 entwickelter "Fliegender Führungspunkt". Die 292 овэ РЭБ war bis 1992 in Cochstedt stationiert.

c) Hubschraubertruppenteile und -einheiten der Armeen der GSSD

1. Garde-Panzerarmee

- 6. selbst. HSS der Führung und Aufklärung (6 отд. вертолётная эскадрилья боевого управления – 6 овэ БУ, в/ч пп 61121), in Dresden-Hellerau mit 2 Mi-6, 10 Mi-8 und 4 Mi-24. Die Staffel soll von 1957 bis 1992 in Hellerau stationiert gewesen sein. Diese HSS war für die Sicherstellung des Armeestabes zuständig, zuerst als Stabsführungsstaffel und dann als HSS der Führung und Aufklärung.

- 225. selbst. KHSR (225 отд. боевой вертолётный полк – 225 обвп, в/ч пп 94594) in Allstedt mit 35 Mi-24 (KHS) 10 Mi-8 und 4 Mi 9. Das HSR war von 1977 bis 1991 in Allstedt stationiert.
Stationierungszeitraum lt. folgender Quelle: http://ryadovoy.ru/forum/index.php?topic=2111.0 (abgerufen am 27. Jan. 2012 17:43)

- 485. selbst. HSR der Führung und Aufklärung (485 отд. вертолётный полк боевого управления – 485 овп БУ, вч/пп 31955) in Brandis und Merseburg mit 36 Mi-24 (KHS), 15 Mi-8 und 3 Mi-9. In Merseburg war eine HSS des Regi-mentes stationiert. Das HSR ist aus den für die Divisionen der 1. Garde-Panzerarmee vorhandenen HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП) formiert wor-den,

> aus der in Brandis von 1969 bis 1989 stationierten und bisher der 9 .PD (Riesa) unterstellten 330. selbst. HSS zur Feuerunterstützung (330 овэ ОП),. anfänglich war es nur eine HSA (330 ово). In manchen Quellen wird angegeben, daß die 330 ово ab 1969 bis 1977? in Dresden-Hellerau stationiert war.

> aus der in Altenburg-Nobitz von 1982 bis 1988 stationierten und bisher der 20. GMSD (Grimma) unterstellten 312. selbst. HSS zur Feuerunterstützung (312 овэ ОП). Die 312 овэ ОП war von 1969 bis 1982 auf den Flugplatz Merseburg stationiert.

> aus der in Dresden-Hellerau stationierten und bisher der 11. GPD (Dresden-Hellerau unterstellten 112. selbst. HSS zur Feuerunterstützung (112 овэ ОП). Diese Hubschrauberstaffel soll bereits ab 1969 als HSA in Dresden-Hellerau stationiert gewesen sein.

- 269. selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen (269 отд. эскадрилья беспилотных летательных аппаратов – 269 oэб ПЛА, в/ч пп 38676, позывной "Оптика") war von 1985 bis 1989 in Brandis mit vier Aufklärungsdrohnen des Typs WR-3 "Reis" stationiert, danach von 1989 bis 1990 in Dresden-Hellerau.

2. Garde-Panzerarmee

- 9. selbst. HSS der Führung und Aufklärung (9 отд. вертолётная эскадрилья боевого управления – 9 овэ БУ, в/ч пп 83163), in Neuruppin mit 2 Mi-6, 5 Mi-8, 2 Mi-9 und 4 Mi-24. Die Staffel war von 1966 bis 1991 in Neuruppin stationiert. Diese HSS war für die Sicherstellung des Armeestabes zuständig, zuerst als Stabsführungsstaffel und dann als HSS der Führung und Aufklärung.

- 172. selbst. KHSR (172 отд. боевой вертолётный полк – 172 обвп, вч/пп 32032) in Parchim-Damm mit 40 Mi-24 (KHS) und 12 Mi-8. Das HSR wurde 1973 in der DDR stationiert.

- 439. selbst. HSR der Führung und Aufklärung (439 отд. вертолётный полк боевого управления – 439 овп БУ, в/ч пп 27805) in Lärz / Mirow mit 40 Mi-24 (KHS), 16 Mi-8 und 3 Mi-9. Die 3. Staffel des Regimentes war von 1987 bis 1992 in Lärz stationiert. Das HSR wurde erst 1989 (nach anderen Quellen bereits 1987) aus den für die Divisionen der 2. Garde-Panzerarmee vorhandenen. HSS zur Führung und Aufklärung (овэ БУ) formiert,

> aus der in Lärz stationierten und bisher der 16. GPD (Neustrelitz) unterstellten 344. selbst. HSS zur Feuerunterstützung (344 овэ ОП)

> aus der in Parchim von 1970 bis 1987 stationierten und bisher der 21. MSD (Perleberg) unterstellten selbst. HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП).

> aus der in Parchim von 1970 bis 1987 stationierten und bisher der 94. GMSD (Schwerin) unterstellten selbst. HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП).

> aus der in Stendal-Borstel von 1969 bis 1987 stationierten und bisher der 207. MSD (Stendal) unterstellten selbst. HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП).

- 270. selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen (270 отд. эскадрилья беспилотных летательных аппаратов – 270 oэб ПЛА, в/ч пп 38706) in Fürstenwalde mit vier Aufklärungsdrohnen des Typs WR-3 "Reis".

3. StoßArmee

- 296. selbst. HSS der Führung und Aufklärung (296 отд. вертолётная эскадрилья боевого управления – 296 овэ БУ, в/ч пп 66566), in Mahlwinkel mit 2 Mi-6, 6 Mi-8, 4 Mi-9 und ? MI-24 K/RX. Die Staffel soll in den 1950er-Jahren in der DDR stationiert worden sein, zuerst nur mit Verbindungsflugzeu-gen.

- 178. selbst. KHSR (178 отд. боевой вертолётный полк – 178 обвп, в/ч пп 13993) in Stendal-Borstel mit 42 Mi-24 (KHS) und 10 Mi-8. Das HSR wurde 1974 in der DDR stationiert.

- 440. selbst. HSR der Führung und Aufklärung (440 отд. вертолётный полк боевого управления – 440 овп БУ, в/ч пп 36659) in Stendal-Borstel mit 40 Mi-24 (KHS), 20 Mi-8 und 4 Mi-9. Das HSR wurde 1987 aus den für die Divisionen der 3. Stoßarmee vorhandenen Selbst. Hubschrauberstaffeln zur Führung und Aufklärung (овэбу) formiert.

> aus der in Zerbst von 1969 bis 1989 stationierten und bisher der 7. GPD (Roßlau) unterstellten selbst. HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП),

> aus der in Köthen von 1983 bis 1988 stationierten und bisher der 10. GPD (Altengrabow) unterstellten selbst. HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП). Von 1969 bis 1983 war diese HSS in Krampnitz stationiert.

> aus der in Neuruppin von 1969 bis 1987 stationierten und bisher der 12. GPD (Neuruppin) unterstellten selbst. HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП),

> aus der in Mahlwinkel von 1969 bis 1987 stationierten und bisher der 47. GPD (Hillersleben) unterstellten selbst. HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП).

- 265. selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen (265 отд. эскадрилья беспилотных летательных аппаратов – 265 oэб ПЛА) bis 1988 in Stendal-Borstel, danach nach Zerbst mit vier Aufklärungsdrohnen des Typs WR-3 "Reis".

8. Gardearmee (siehe Punkt 7)

20. Gardearmee

- 41. selbst. HSS der Führung und Aufklärung (41 отд. вертолётная эскадрилья боевого управления – 41 овэ БУ, в/ч пп 17075), in Eberswalde-Finow mit 2 Mi-6, 4 Mi-2, 3 Mi-8 und 4 Mi-24. Diese HSS war für die Sicherstel-lung des Armeestabes zuständig, zuerst als Stabsführungsstaffel und dann als HSS der Führung und Aufklärung. Sie war von 1945 bis 1990 in Finow stationiert, zuerst noch mit Verbindungsflugzeugen ausgerüstet.

- 337. selbst. KHSR (337 отд. боевой вертолётный полк – 337 обвп, вч/пп 12212, von 1979 bis 1992 в/ч пп 67383, позывной "Галя") in Mahlwinkel mit ca. 40 Mi-24 (KHS) und 16 Mi-8. Das HSR wurde 1979 in der DDR stationiert.

- 487. selbst. HSR Führung und Aufklärung (487 отд. вертолетный полк боевого управления – 487 овэ БУ, в/ч пп 52380, in Templin / Prenzlau mit 26 Mi-24 (KHS), 16 MI-8 und 4 Mi-9. Das HSR wurde im Verlaufe des Jahres 1989 aus den für die Divisionen der 20. Gardearmee vorhandenen Selbst. Hubschrauberstaffeln formiert. Nach der Formierung in Templin wurde es von 1989 bis 1992 in Brandis stationiert.
Quelle: Freund, L.; Büttner, St., Rote Plätze – Russische Militärflugplätze in Deutschland 1945 – 1994. © 2007 by AeroLit Verlag. S. 184

> aus der in Templin von 1969 bis 1989 stationierten und bisher der 25. PD (Vogelsang) unterstellten selbst. HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП),

> aus der in Jüterbog / Altes Lager von 1969 bis 1989 stationierten und bisher der 32. GPD (Jüterbog) unterstellten selbst. HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП),

> aus der in Oranienburg von 1983 bis 1987 stationierten und bisher der 90. GMSD (Bernau) unterstellten selbst. HSS zur Feuerunterstützung (овэ ОП),

> aus der in Oranienburg von 1969 bis 1987 stationierten und bisher der 35. MSD (Krampnitz) unterstellten 354. selbst. HSS zur Feuerunterstützung (345 овэ ОП).

- 267. Selbst. Staffel Aufklärungsdrohnen (267 отд. эскадрилья беспилотных летательных аппаратов – 267 oэбпла) in Mahlwinkel mit vier Aufklärungsdrohnen des Typs WR-3 "Reis". In anderen Quellen ist die 290 oэбпла für die 20. Gardearmee angegeben.

10. Der Armeefliegerkräfte der NVA in der Periode von 1981 bis 1989

Anfang der 1980er Jahre forderte das Vereinte Oberkommando des Warschauer Paktes eine weitere Verstärkung der Unterstützung der Kampfverbände der Land-streitkräfte.

Eine der ersten Maßnahmen zur Realisierung dieser Forderung war im Dez. 1981 die Schaffung des Führungsorgans Front- und Armeefliegerkräfte (FO FAFK) am Standort des Kdo. LSK/LV, um eine Führungsstruktur für Fliegerkräfte außerhalb der LSK/LV zu schaffen, die bisher den Chef Front- und Armeefliegerkräfte und dem Chef Transportfliegerkräfte der NVA unterstanden.

Am 01. Dez. 1981 wurde die HS-54 in Hubschraubergeschwader-57 (HG-57) und die HS-64 in Hubschraubergeschwader-67 (HG-67) umformiert. Zu diesem Zeit-punkt waren die HS-54 in Basepohl/Stavenhagen und die HS-64 immer noch in Brandenburg-Briest stationiert.

Am 30. Sept. 1982 wurden das HG-57 und das HG-67 unter Umbenennung in Kampfhubschraubergeschwader-57 (KHG-57) und Kampfhubschrauberge-schwader-67 (KHG-67) dem neugebildeten Führungsorgan Front- und Armeeflie-gerkräfte unterstellt. Das FTB-64 wurde in FTB-67 umbenannt.

Das KHG-67 war in drei Staffeln aufgeteilt:

- 1. Staffel mit Mi-8TB,
- 2. Staffel mit Mi-24 und
- 3. Staffel als Staffel der Führung und Aufklärung.

Ende 1982 wurde das KHG-67 von Brandenburg-Briest nach Cottbus verlegt.

Die Kampfhubschraubergeschwader wurden zu folgenden Terminen dem neu gebildeten Chef der Armeefliegerkräfte unterstellt und in die Struktur der Militärbezirke eingegliedert:

- das KHG-57 am 01. März 1984 in den MB-5 (Neubrandenburg) / 5. Armee der NVA und
- das KHG-67 am 01. Nov. 1984 in den MB-3 (Leipzig) / 3. Armee der NVA.

Am 01. Dez. 1986 wurden die Kampfhubschraubergeschwader umstrukturiert und umbenannt:

- das KHG-57 zum KHG-5 "Adolf von Lützow" unter gleichzeitiger Ausgliederung der 3. Staffel als Hubschrauberstaffel der Führung und Aufklärung-5 (HSFA-5). Das FTB-57 wurde zum FTB-105 umbenannt, einschl. der Nachrichten- und Flugsicherungskompanie 57 zur 105

- das KHG-67 zum KHG-3 "Ferdinand von Schill" unter gleichzeitiger Ausgliederung der 3. Staffel als Hubschrauberstaffel der Führung und Aufklärung-3 (HSFA-3). Das FTB-67 wurde zum FTB-103 umbenannt, einschl. der Nachrich-ten- und Flugsicherungskompanie 67 zur 103.

Im Dez. 1989 begann die Zuführung von 12 neuen KHS Mi-24P zum KHG-5.

Am 30. Sept. 1990 befanden sich im Bestand der Kampfhubschrauberge-schwader der NVA folgende Anzahl Hubschrauber:

- im KHG-5: 42 Hubschrauber, darunter 10 Mi-8TB, 20 Mi-24D und 12 Mi-24P
Quelle: http://home.snafu.de/veith/khg-5.htm (abgerufen am 01. Jan. 2012 12:20)

- im KHG-3: 35 Hubschrauber, darunter 16 Mi-8TB und 19 Mi-24D
Quelle: http://home.snafu.de/veith/khg-3.htm (abgerufen am 01. Jan. 2012 12:25)

Die HSFA-3 und -5 sollen jede 4 Mi-2 und 4 Mi-9 im Bestand gehabt haben.

"Bis zum November 1989 wurden jährlich, jeweils in den Monaten April bis Ende Oktober, durch das KHG-3 bei grenznahen Funktechnischen Kompanien (FuTK-Radareinheiten) je eine Mi-24 bzw. Mi-8TB zur Absicherung einer schnellen Aufklä-rung und zur Abwehr von Grenzverletzern stationiert. Je nach Lage konnte der Diensthabende der FuTK den Kampfhubschrauber einsetzen. Es waren stationiert: FuTK Meiningen und Steinheid je eine Mi-24, Kreuzebra eine Mi-8TB. An drei weiteren Standorten von FuTK waren Hubschrauber des KHG-5 basiert, und dazwischen standen auf mehreren Landeplätzen sowjetische Hubschrauber. Meiningen war auch im Winter besetzt."
Quelle: Kopenhagen, Wilfried: Die Luftstreitkräfte der NVA. 1. Auflage 2002. Copyright © by Motor-buch Verlag, Postfach 103743, 70032 Stuttgart. S. 68


Panzermann
Zuletzt geändert von Panzermann am Samstag 24. März 2012, 12:45, insgesamt 2-mal geändert.
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