11. Raketenbrigade der 8. GA

Moderatoren: Panzermann, Under

11. Raketenbrigade der 8. GA

Beitragvon Panzermann » Sonntag 19. Februar 2017, 08:49

11. Raketenbrigade (11 ракетная бригада – 11 рбр, в/ч пп 57574, позывной "Бунтарь")
mit dem Stab in Weißenfels sowie

> mit der 171. selbst. RA (в/ч пп 65746) in Jena-Forst,
> mit der 180. selbst. RA (в/ч пп 57603) in Jena-Forst und
> mit der 417. selbst. RA (в/ч пп 58729) in Weißenfels.

Ausrüstung der 11. RBr:

a) von 1966 bis 1984 mit dem OTR-Komplex 9K62 mit Rakete 8K14 (SS-1c, "SCUD B") und der Kettenstartrampe 2P19
(Basis: ISU-152K).

Die Rakete 8K14 hatte in Abhängigkeit vom Typ des Gefechtskopfes eine Reichweite von 50 bis 300 km. Die reale mittl.
Abweichung im Ziel betrug je nach Flugweite 500 - 1.000 m. Sie konnten u.a. mit folgenden Gefechtsköpfe bestückt
werden:

> Kernsprengkopf 8F14 mit dem Gefechtsteil "269A" und der Kernladung
RDS-4 (1959-1962) mit einer Sprengkraft zwischen 6 und 16 kt TNT,
> Kernsprengkopf 9N33 mit dem Gefechtsteil "?" und einer Kernladung RA17
mit einer Sprengkraft bis zu 300 kt TNT,
> Kernsprengkopf 9N33-1 mit dem Gefechtsteil "?" und einer Kernladung
RA104-01 mit einer Sprengkraft bis zu 200 kt TNT,
> Kernsprengkopf 9N33-1 mit dem Gefechtsteil "?" und einer thermonuklearen
Kernladung RA104-02 mit einer Sprengkraft bis zu 500 kt TNT,
> konventionelle Gefechtskopf 8F44 mit einer Sprengladung aus TGAG-5
(60% TNT, 20% Hexogen, 15% Aluminiumpulver und 5% Wachs) mit einer
Masse von 987 kg. Dieser Gefechtskopf hatte einen Vernichtungsradius von
50 m. Bei seiner Detonation entstand ein Trichter mit einer Tiefe von 1,4 bis
4 m und einem Durchmesser von 12 m.
> chemische Gefechtsköpfe konnten mit dieser Rakete und der Startrampe
2P19 nicht verschoßen werden.

b) von 1984 bis 1988 mit dem OTR-Komplex 9K714 "Oka" mit der Rakete 9M714 (SS-23, "SPIDER") und der Räderstartrampe
9P71 (Basis: BAZ 6944).

Stationierung:
> in Weißenfels eine RA mit 4 Startrampen, 6 Einsatzraketen, 18 Lehrraketen
und 3 Transport- und Ladefahrzeuge (TLF)
> in Jena-Forst zwei RA mit 12 Startrampen, 47 Einsatzraketen, 3 Lehrraketen
und 9 TLF.

Die Rakete 9M714 hatte in Abhängigkeit vom Typ des Gefechtskopfes eine
Reichweite von 50 - 400 km. Die Treffgenauigkeit betrug je nach Flugweite
100 - 200 m.

Für diesen Raketenkomplex waren u.a. folgende Gefechtsköpfe vorhanden:

> die Rakete 9M714B mit dem Kernsprengkopf "9N74B" mit einer
Sprengkraft von 10 – 50 kt TNT. Das Gewicht des Sprengkopfes betrug
375 kg, das Gewicht der Rakete 4.400 kg.
> die Rakete 9M714B1 mit dem thermonuklearen Kernsprengkopf vom Typ
"AA-75 9N63" mit einer Sprengkraft von 200 kt TNT. Das Gewicht des
Sprengkopfes betrug 375 kg.
> die Rakete 9M714K mit dem 715 kg schweren Gefechtskopf "9N74K", der
die Kassette 9N224 mit 95 Spl.-Spr.-Bomblets 9N225 beinhaltete. Ein
Bomblet erzeugte etwa 300 Splitter. Das Gewicht der Rakete betrug
4.630 kg. Die Reichweite der Rakete mit diesem GK lag bei 300 Kilometer.

c) von 1988 bis zum Abzug wieder mit dem OTR-Komplex 9K72 ELBRUS mit der Rakete 8K14 (SS-1c, "SCUD 1B") und der
Räderstartrampe 9P117M/M1 (Basis: MAZ 543). Die 11. RBr soll 1989 12 Startrampen im Bestand gehabt haben. Zwei
ihrer RA waren in Jena und eine RA und der Brigadestab waren in Weißenfels stationiert.

11. Bewegliche Raketentechnische Basis (11 подвижная ракетно-техническая база – 11 пртб, в/ч пп 11817, позывной "Основание") in Altenhain (ca. 10 km südöstl. von Brandis).

Sie war für die Sicherstellung der mit OTR-Komplexen ausgerüsteten und in Weißenfels und Jena-Forst stationierten 11. RBr zuständig. Die 11. BRTB befand sich auf dem Territorium des 2289. Artilleriemunitionslagers der 8. GA.
Nur wer die Geschichte kennt, der versteht auch die Gegenwart. Die Geschichte ist keine Schiefertafel auf der man beliebig etwas hinzuschreiben oder wegradieren kann.
Benutzeravatar
Panzermann
Moderator
 
Beiträge: 133
Registriert: Dienstag 23. November 2010, 12:28
Wohnort: Erfurt

Zurück zu Grundlagen und Hintergründe

  • VISITORS

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Design by GB