30 kg Gold im Abraum

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30 kg Gold im Abraum

Beitragvon MunaUede » Sonntag 21. November 2010, 20:03

Das Goldland Europas

Ein Hobbyforscher erlebt den Goldrausch
Der Südtiroler Michael Wachtler hat 30 Kilogramm Gold in einem Bergwerk in den Alpen freigelegt - ein Fund in Millionenhöhe.

Das ist der größte Goldfund in den Alpen seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Michael Wachtler ist Hobbyforscher und verbringt seine Zeit mit der Erkundung der Dolomiten. In über 100 Jahre altem Sprengschutt in einer alten Mine hatte er Erfolg. Der größte Teil des Goldes war in Quarz eingewachsen, den Wachtler mit Säure weggeätzt hat.

http://www.3sat.de/page/?source=/nano/n ... index.html

Thüringen:
Markus Schade, Gold in Thüringen. Thüringer Wald Schiefergebirge Frankenwald, Thüringer Landesanstalt für Geologie Weimar, 2001

Das Buch dürfte u.a. auf Publikationen der Preußischen Geologischen Landesanstalt aufbauen. Die dicken Schwarten habe ich schon in der Hand gehalten.
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Beitragvon Silko » Sonntag 21. November 2010, 20:35

Das ist ja ein Wahnsinn! Ich brauche ne Pfanne..... xD

Der auch in dem Beitrag erwähnte Professor für Lagerstättenmineralogie von der Uni Salzburg Werner Paar hat schon einmal in einer Doku mitgewirkt. Deshalb meine Empfehlung dafür an dieser Stelle für eine unbedingt sehenswerte Dokumentation - lief am 13.04.2009 auf PHOENIX, Dauer 29 min.:

Die Jagd nach dem vergessenen Gold
Auf Schatzsuche in den Hohen Tauern

Altenbergkar, Rotgüldensee, Silbereck - Jahrhunderte lang wurden hier Bodenschätze wie Kupfer, Blei und sogar Gold gefördert. Heute gelten die Vorkommen in den Hohen Tauern als erschöpft. Völlig zu Unrecht, glaubt ein Forscher aus Salzburg - und hat sich auf die Suche nach dem vergessenen Tauerngold gemacht.

Werner Paar ist ein Getriebener: Seit 30 Jahren streift der Professor für Lagerstättenmineralogie von der Uni Salzburg durch die Berge der Hohen Tauern, immer auf der Suche nach dem sagenumwobenen Tauerngold.
Das ist nur halb so verrückt wie es sich anhört: Schließlich wurde in dieser Region schon im Mittelalter Gold abgebaut. Allein mit Hammer und Schlegel trieben die Arbeiter lange Stollengänge in den Fels - bis zu 50 Kilometer pro Berg! Zur Hochzeit des Goldrausches waren hunderte Minen in Betrieb. Bis heute sind die Alpen im österreichischen Lungau deshalb durchlöchert wie ein Schweizer Käse.
Könnte es sich lohnen, eine dieser alten Bergbauanlagen wieder in Betrieb zu nehmen? Die Frage treibt Werner Paar seit langem um. Einerseits stecken sicher noch goldhaltige Erzadern im Berg, das weiß der Mineraloge. Andererseits sind die alpinen Goldvorkommen relativ kleinteilig: Kleine Erzlinsen, die sich in unregelmäßigen Abständen durchs Gebirge ziehen. Leider weiß niemand, wo im Berg sich die reichsten Vorkommen verstecken. Werner Paar macht sich trotzdem auf die Suche nach dem vergessenen Tauerngold.

Neue Spur in alten Gängen
Der Mineraloge lässt die historischen Goldstollen links liegen - hier wird nichts mehr zu finden sein. Stattdessen sucht er alte Kupfer-, Blei- und Arsenminen in der Region auf. Dort macht er eine merkwürdige Entdeckung: Auf den historischen Halden findet Paar mitten im Schutt große Goldkristalle. Die früheren Bergleute haben das Gold offenbar "weggeschmissen", weil sie sich nur für die anderen Metalle interessierten. Könnte es da nicht sogar sein, dass dabei irgendwo eine komplette Goldader übersehen wurde?

Der Schatz von Rotgülden
Werner Paar geht systematisch vor. Er recherchiert in alten Schriften. Mit dem Bergwerk Rotgülden am Fuße des Silberecks landet er einen Treffer: Seit 1360 wurde hier Arsen gefördert, vorher jedoch kurzzeitig Gold. Der Professor wagt einen Ausflug ins Herz der alten Arsenmine: Und tatsächlich, in den Tiefen des Berges findet er schließlich einen massiven Erzköper, der niemals abgebaut wurde. Die Laboranalyse zeigt: Es ist eine superreiche Ader - mit Goldgehalten, die die reichsten Lagerstätten der Welt übertreffen!

Aufwändiger Nachweis größerer Vorkommen
Aber Werner Paar ist noch nicht am Ziel. Schließlich ist eine einzelne Erzlinse - so goldreich sie auch ist - zu wenig, um ein rentables Bergwerk zu errichten. Bergbaufirmen brauchen viel größere Vorkommen, damit sich diese Investition lohnt.

Geoforscher "durchleuchten" deshalb den Boden, um zu sehen, ob und wie weit sich die Erzader in der alten Mine weiter durchs Tal zieht. Ihr Ergebnis: Es liegen riesige Mengen Metall im Berg. Aber welches? Eine australische Firma ist bereit, viel Geld in eine Probesprengung zu investieren. Sie ist ein voller Erfolg: Es kommt eine Wand aus reichen Silber- und Kupfererzen zum Vorschein, dazwischen pures Gold.

Werner Paars Traum hat sich damit erfüllt: Er hat das Gold der Hohen Tauern wiederentdeckt. Wenn der Forscher noch mehr dieser im Dunkeln verborgenen Schätze findet, dann kann der Goldabbau im österreichischen Lungau bald zum zweiten Mal beginnen.
Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen. (Erasmus von Rotterdam)
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Beitragvon bobo » Sonntag 21. November 2010, 22:37

Ja, darauf kommen jetzt schon auch andere Leute. Beispielsweise fängt man in Australien an, die alten Halden frühere Goldrauschtage erneut zu durchwühlen. Dabei geht es vorrangig um den Goldstaub, welcher vor dem industriellen Einzug übersehen wurde. Des weiteren aber auch Goldvorkommen in Quarz oder Gestein, welches nicht heraus gewaschen wurde oder werden konnte.
Bei einer Doku vor Tagen auf dem TV erzählte ein australischer Bergbau-Unternehmer, das sie für ca. 30g Goldstaub ca. 30 Kubikmeter Abraum durcharbeiten müssen.

Neue Spur in alten Gängen
Der Mineraloge lässt die historischen Goldstollen links liegen - hier wird nichts mehr zu finden sein. Stattdessen sucht er alte Kupfer-, Blei- und Arsenminen in der Region auf. Dort macht er eine merkwürdige Entdeckung: Auf den historischen Halden findet Paar mitten im Schutt große Goldkristalle. Die früheren Bergleute haben das Gold offenbar "weggeschmissen", weil sie sich nur für die anderen Metalle interessierten. Könnte es da nicht sogar sein, dass dabei irgendwo eine komplette Goldader übersehen wurde?
....sorry, aber wie doof muß man sein um so etwas weg zu werfen?`

...was ich mich aber gerade noch so frage: Wie sicher ist der Bergbau in den Alpen? Bin kein Geologe, kann mir aber vorstellen, das dort mächtigere Kräfte im Untergrund herrschen, als außerhalb der Alpen. Durch diese Kräfte sind ja die Alpen erst entstanden.
Noch wichtiger dürfte sein, wie evtl. neuer industrieller Bergbau sich auf die Natur auswirkt. Die Alpen heute schon mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen durch die ganzen Skilifte und -abfahrten. Stellt sich die Frage, ob die paar verbliebenen Tonnen Gold der Alpen weiteren negativen Einschnitt in die Alpennatur rechtfertigen.
MfG BOBO
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Beitragvon Varga » Sonntag 21. November 2010, 23:32

Die Alpen heute schon mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen durch die ganzen Skilifte und -abfahrten.

Jetzt übertreibst du aber gewaltig.

Gruss
Varga
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Beitragvon bobo » Montag 22. November 2010, 02:05

Varga hat geschrieben:
Die Alpen heute schon mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen durch die ganzen Skilifte und -abfahrten.

Jetzt übertreibst du aber gewaltig.

Gruss
Varga
...ich denke mal, das dürfte Ansichtssache sein. Ich bin ja auch Fan des Skifahrens, keine Frage. Aber wieviele Berge sind wirklich noch Ski-Frei? Klar, alles ein für und wider - der Tourismus bringt ja auch Geld in die Alpenregion.
MfG BOBO
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Beitragvon MunaUede » Mittwoch 24. November 2010, 08:02

Sind immer noch Hart IVer auf der Suche nach Gold in Thüringen? Gab es nach der Wende nennenswerte Wunde in Thüringen?
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