Der Jonastalverein empfiehlt







Am 04. September 2026 findet unser Stadtfest statt. Der Jonastalverein nimmt natürlich teil und präsentiert im 25. Jahr seines Bestehens die Zeitschrift „Geheimnis Jonastal Nr. 26“. Sie hat 80 Seiten und wird wie im vergangenen Jahr nur 7,50 Euro kosten.Wir berichten unter anderem über die Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung der Lager von S III und das Vereinsleben, aber auch über 120 Jahre Truppenübungsplatz, das Arbeitskommando 800 in Arnstadt und lassen einen Zeitzeugen zu Wort kommen, der als Tischler 1944 am Projekt S III beteiligt war. Unser Stand befindet sich an der neuen Kirche. Bereits eine Woche später, am Samstag den12. September findet im Jonastal der zweite „S III – Gedächtnislauf“ statt. Beginn ist 9:30 Uhr am Parkplatz im Jonastal. Für jeden Teilnehmer gibt es wieder eine Urkunde und eine Teilnehmermedaille. Es gibt Strecken über 5 und 10 Kilometer für Wanderer, Walker und Läufer. Die Mitglieder haben die Laufstrecke bereits am 15. August bei einem Arbeitseinsatz in Ordnung gebracht. Nur einen Tag später, am 13. September nimmt der Jonastalverein am Tag des offenen Denkmals teil. Das Dokumentationszentrum kann an diesem Tag auf Grund einer Veranstaltung erst ab 12 Uhr besucht werden. Führungen im Jonastal finden 10 Uhr und 14 Uhr statt. Treffpunkt dafür ist das Dokumentationszentrum. Die Außenführungen sind kostenpflichtig.

Am 12. September 2026 findet der diesjährige Gedenklauf im Jonastal statt. Die Strecke startet am Parkplatz der Gedenkstätte und führt durch den Wald nach Espenfeld und wieder zurück zum Parkplatz. Der Jonastalverein gestaltet die Laufstrecke mit Schautafeln aus seiner Wanderausstellung.
Teilnehmen können sowohl Jogger als auch Wanderer/Nordic Walker. Beide Kategorien starten gemeinsam.
Treffpunkt: ab 9:00 Uhr
Start: 9:30 Uhr
Teilnahmebeitrag: freiwillige Spende zur Unterstützung der Dokumentationsarbeit des Jonastalvereins
Alle Teilnehmenden, die das Ziel erreichen, erhalten eine einzigartige Teilnahmemedaille sowie eine Teilnahmeurkunde. Eine Gewinnerwertung gibt es nicht – im Mittelpunkt stehen das gemeinsame Gedenken und das bewusste Erleben der Strecke.
Anmeldung bis 10. September 26: kultur@ilm-kreis.de
Bitte gebt bei der Anmeldung folgende Angaben an:
• Vorname
• Nachname
• Geburtsdatum
• Kategorie (Joggen oder Wandern)
• Für Jogger: Streckenlänge (5 oder 10km)
Wir freuen uns auf eure Teilnahme.

Heute ging beim Verein die Antwort auf unseren offenen Brief an den Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen ein. Es antwortete in seinem Auftrag der Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur.



Wir wollten es nicht übertreiben. Trotzdem haben wir am 20.Juni 2026 einen Tag der offenen Tür organisiert. Eingeladen haben wir auch viel Prominenz, Partner, Unterstützer und natürlich unsere Mitglieder. Aber auch jeder andere hatte die Möglichkeit uns zu besuchen und mit uns ins Gespräch zu kommen. Eingeladene Landespolitiker fanden sich zwar nicht ein, aber eine Reihe Lokaler Partner, wie das Landratsamt, der Ohrdrufer Bürgermeister und die VVN/ BdA schickten Vertreter zu uns, der Bürgermeister von Arnstadt erschien sogar persönlich. Die Mitglieder des Vereins waren durch ihre Vereinskleidung gut zu erkennen und standen den Gästen jederzeit für Fragen zur Verfügung. So entwickelten sich bis in den späten Nachmittag hinein interessante Gespräche. Für die Versorgung mit Kaffee, Getränken und Bratwurst war gesorgt. Im Rahmen unseres Tages der offenen Tür wurde nicht nur gefeiert. Die anwesende Presse und die Partner und Interessierten wurden über den OFFENEN BRIEF an den Ministerpräsidenten, Dr. Mario Voigt informiert. Mit diesem Brief will der Jonastalverein nochmals auf seine Situation aufmerksam machen und Unterstützung von Landesseite einfordern.

Offener Brief an den Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen – Mario Voigt
Erinnerungskultur in Zeiten wachsender rechter Tendenzen in Not
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident
Anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung der Lager von S III im Jahr 2025 unterzeichneten
die Landräte*Innen von Gotha und dem Ilm Kreis, die Bürgermeister von Arnstadt und Ohrdruf,
sowie die Stiftung Buchenwald eine Absichtserklärung (letter of Intent) zur Erhaltung und
Unterstützung des Jonastalvereins. Damit sollte die Erinnerungsarbeit auf stabile Füße gestellt
und die Zukunft des Dokumentationszentrums des Vereins gesichert werden. Die einzige
Unterschrift, die bis heute auf dieser Erklärung fehlt, ist die des Landes Thüringen.,
Aus unserer Sicht werden die Landkreise, das Land und der Bund ihrer Verantwortung noch
nicht ausreichend gerecht, Interessierten, Angehörigen von Opfern und der aktuellen
Generation, gleichwertig zu anderen Dokumentationszentren in Deutschland, über die
Hintergründe der Orte zu informieren und pädagogische Angebote zu ermöglichen.
Ehrenamtliche Initiativen werden trotz profunden Wissens nie die Ressourcen dazu haben,
diese gesellschaftliche Aufgabe auszufüllen. In den Initiativen, die auch immer ein Spiegel der
gesellschaftlichen Entwicklung sind, werden natürlich auch Stimmen laut, die die Geschichte
dann nur noch aus der Sicht der Vermarktung beurteilen. Am einfachsten funktioniert das,
wenn man die nachweisbaren Fakten und vorliegende Forschungen einfach ignoriert. Übrig
bleibt dann ein Dickicht aus neuen Theorien, „todsicheren“ Stellen für Schatzsucher und
Erlebnisorientierten. So dient regionale Geschichte heute oft leider nur noch der Unterhaltung
und kommerziellen Ausschlachtung, was aber nicht länger so bleiben muss. Die ist vermutlich
einer der Hauptgründe für die aktuelle und scheinbare Resignation bei der Forschung,
insbesondere auch über die Nachwirkung dieser Orte über die teils fehlende Aufarbeitung in
der DDR bis heute.
Der Jonastalverein e.V. begeht in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. In dieser Zeit hat
der Verein eine große Entwicklung durchgemacht und wird von vielen dafür gelobt und
geachtet. Dafür verantwortlich ist die fleißige und ausdauernde Arbeit von vielen ehrenamtlich
arbeitenden Mitgliedern des Vereins. Es ist allgemein anerkannt, dass diese Arbeit notwendig
und wichtig ist. Gerade in einer Zeit, in der Stimmen laut werden, die Erinnerungskultur um
180 Grad zu wenden, gewinnt die Arbeit für Demokratie, gegen Ausgrenzung und Rassismus
immer mehr an Bedeutung. Dieser Arbeit widmet sich unser Verein seit langer Zeit. Die
Aufgaben, die der Verein dabei übernommen hat, haben ständig zugenommen. Die
Wissensvermittlung zu diesem Thema im Unterricht der Schulen ist völlig unzureichend und
erfolgt viel zu spät. Das stellen wir im Rahmen unserer Arbeit ständig fest. Neben der
Erarbeitung eines digitalen Archivs, welches auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt
werden soll, der Betreuung von Projektarbeiten und Seminarfacharbeiten und der
Beantwortung von Fragen der Angehörigen ehemaliger Häftlinge von S III gibt es eine Reihe
weitere Aufgaben. Der Verein treibt die Forschung zum Projekt S III voran. Eine der
umfangreichsten Arbeiten dabei ist die Erfassung aller Häftlinge. Dabei arbeitet der Verein mit
der Stiftung Buchenwald, dem Arolsen Archiv und Forschern in den Niederlanden zusammen.
Außerdem müssen Öffnungszeiten abgesichert, geförderte Mitarbeiter betreut, Führungen und
Vorträge durchgeführt und ein Geschichtslehrpfad im Bereich der ehemaligen Baustelle im
Jonastal sauber und nutzbar gehalten werden.
In der aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzung, bei der die Grundlagen der
wissenschaftlichen Erinnerungskultur mit Füßen getreten werden, in der Kriegsschuldleugner
und Holocaust-Verharmloser Zuspruch in der Bevölkerung erlangen, leisten Projekte wie im
Jonastal einen Beitrag zum Nachdenken und zu einer umfassenderen Erinnerungskultur. Die
mahnenden Stimmen von Zeitzeugen stehen uns in Zukunft leider nicht mehr zur Verfügung,
um in Schulen oder bei Gedenkveranstaltungen persönlich vom Leid, den Entbehrungen und
dem Überlebenskampf der Zwangsarbeiter zu berichten. Wir müssen daher neue Wege
beschreiten, um die Erinnerung, Mahnung und den Schwur der Buchenwald-Häftlinge wach
zu halten. Dazu ist neben der Bildungsarbeit auch die weitere Forschung notwendig.
Insbesondere die Frage, wie normale Menschen durch Duldung, Unterlassung oder sogar
aktive Teilnahme zu Tätern wurden, muss weiter erforscht und kommuniziert werden.
All diese Aufgaben sind ehrenamtlich nicht zu leisten. Das Ziel muss deshalb sein, die
Zukunft des Vereins durch finanzielle Zuschüsse zu sichern. Damit sind sowohl Sachkosten
als auch Personalkosten gemeint. Diese Kosten müssen auf Dauer gesichert werden, auch
damit die jungen Leute des Vereins und Interessierte eines Tages bereit sind, die Aufgaben
aus den Händen der älteren zu übernehmen und diese qualifiziert fortzuführen.
Auch die Installation eines Dokumentationszentrums am authentischen Ort sollte, zumindest
mittel- oder langfristig, nicht aus den Augen verloren werden. In der Praxis werden aber eher
bereits bestehende Verpflichtungen, wie die Pflege der Gedenkstätte am Zeltlager Espenfeld/
S III, nicht erfüllt.
Deshalb sehen wir auch das Land Thüringen in der Verantwortung. Anfragen jeglicher Art
wurden in der Vergangenheit stehts ausweichend beantwortet, obwohl sich das Land nach
eigenen Angaben seiner Verantwortung bewusst ist. Wie uns bekannt wurde, hat sich auch
unsere Landrätin Frau Petra Enders bereits persönlich um Unterstützung durch die
Landesregierung bemüht. Diese wurde genauso abschlägig beantwortet, wie die Anfrage des
Abgeordneten Christrian Schaft (DIE LINKE). Der Verweis auf Unterstützung für einzelne
Projekte durch Lottomittel reicht da nicht aus. Damit muss Schluss sein. Wir fordern Das Land
Thüringen auf endlich Farbe zu bekennen.


Am 04. April 2026 fand die Gedenkveranstaltung anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung der Lager von S III am Denkmal im Jonastal statt. Etwa 60 Menschen nahmen daran teil. Die Gedenkrede hielt traditionell unsere Landrätin Petra Enders. Weitere Grußworte folgten. Alle Redner betonten, Lehren aus diesem Teil Geschichte zu ziehen und sich gegen Rassismus und Ausgrenzung einzusetzen. Der Jonastalverein wurde mehrfach für sein Engagement gelobt. In der Rede der Vertreterin des VVN/ BdA wurde erneut betont, dass der Schwur der Überlebenden von Buchenenwald auch heute nicht erfüllt ist. Die Veranstaltung wurde von den Schülerinnen der Regelschule „Am Schloss Neideck“, Mia Hierling und Freya Sander mit Rezitationen und von Max Horn von der Musikschule Arnstadt musikalisch umrahmt. Wir danken allen Teilnehmern, Rednern und Akteuren.





Am 28.03.2026 fand eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des KZ Ohrdruf statt. Sie wurde von 12 Jugendlichen aus ganz Deutschland veranstaltet und richtete sich ausführlich an Jugendliche aus der Umgebung, die mit großem Interesse beteiligt waren, insgesamt waren es knapp 60 junge Teilnehmer. In der kurzen Zeit von November 2025 bis zum Tag der Gedenkveranstaltung am 28.03.26 entwickelten die jungen Menschen viele Ideen, wie man an das Konzentrationslager S III erinnern, und es für andere junge Leute gut zugänglich gestalten könnte.
Am Ende wurde das Programm des Tages so gestaltet, dass es am frühen Vormittag mit Bussen auf den Truppenübungsplatz ging und dort ein Rundgang am Nordlager sowie am Massengrab stattfand, um einen Einblick in die Geschichte des Konzentrationslagers zu erhalten. Unterstützt wurde der Rundgang mit bewegenden Gedenkreden am Nordlager sowie mit einem individuellen Gedenken am Obelisken, wo es die Möglichkeit gab, Rosen niederzulegen. Nach diesem emotionalen Ereignis ging es mit den Bussen ins Schloss Ehrenstein, wo eine Mittagspause stattfand und die ersten interessanten Gespräche geführt wurden. Nach der Pause ging es weiter mit einer Podiumsdiskussion, mit dem Thema „Wie wollen wir hier gedenken- heute und in der Zukunft?“. Danach fanden verschiedene Workshops statt, in denen es nicht nur theoretisch, sondern auch sehr praktisch zuging. Nach den Workshops gab es noch Möglichkeiten zum Austausch mit der Hilfe eines Vernetzungstisch, auf dem man seine Kontaktdaten hinterlassen konnte.
Diese Veranstaltung zeigte, wie wichtig es ist, solche Gedenkveranstaltungen zu arrangieren und dass das Interesse auch bei vielen Jugendlichen gegeben ist.
Wir begrüßen das Engagement junger Leute außerordentlich.
Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projekts „Dein Historylab für neue Perspektiven“ veranstaltet mit der Unterstützung der Stiftung Buchenwald, dem Arolsen Archiv und der Stiftung EVZ.


